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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.11.1928
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1928-11-20
- Erscheinungsdatum
- 20.11.1928
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- Deutsch
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MseÄMEdmNlMmVilällmM Nr. 270 (R. 143). Leipzig, Dienstag den 20. November 1828. 95. Jahrgang. ÄedMLouMer Ml Die S. Hauptversammlung des „Verbandes der Buchhändler in Polen" am 23. September 1828 in Lissa. Wir, Freund Paul Scholz (Wollstein) und ich, hatten sonnige Tage am Rhein verlebt. Mit lieben Kollegen und liebens würdigen Frauen tranken wir den köstlichen Rhein- und Mosel wein und ließen die herrlichen Landschaftsbilder auf uns ein- wirlen. Es waren unvergeßliche Stunden, die leider zu schnell verrannen. Dann rief uns die Pflicht zurück und zwar gleich direkt zur 9. Hauptversammlung des »Verbandes der Buchhänd ler in Polen» nach Lissa. Von Berlin schloß sich mir Herr Paul Nitschmann als Vertreter des Börsenvcrcins an. Wir mußten im Bummelzug fahren, weil es die einzige Tagesverbindung nach dort war. Welch ein krasser Unterschied zu den soeben ver lebten sonnigen Tagen am Rhein. Wir kennen den Grenzübcr- gang mit seinen Zollrevisionen und den vielen Plackereien. Es tat mir aber leid, daß Freund Nitschmann auch diesen Unter schied gegen den kulturellen Westen in so krasser Weise kennen lernen mußte. Es sollte doch dafür gesorgt werden, daß an den Grenzstellen für den Konifort dei Reisenden etwas mehr getan wird. Diese Holzbaracken, in denen man zur Not eine dürftige Tasse Kaffee erhält, zeigen doch zu sehr, auf welcher tiefen Kultur stufe einige Gegenden bei uns stehen. Es wird danach auf das ganze Land geschlossen, und das stimmt nicht, denn Städte wie Posen, Bromberg, Graudenz, Thorn und viele andere zeigen, daß auch bei Uns kulturelles Leben herrscht. Auf dieser Reise nach Lissa konnte man davon nichts merken; dazu hatte auch der Himmel ein verdrießliches Gesicht aufgesetzt, um uns auch nach dieser Seite den Unterschied so recht merken zu lassen. Nach lOstündiger Fahrt kamen wir abends um 8 Uhr an. Dank der Fürsorge des Kollegen Paul Weyrauch in Lissa entwickelte sich am Begrüßungsabend bald ein fröhliches Leben; es wurde ein gemütlicher Abend, der für einige sogar recht früh wurde. Von allen Seiten wurde besonders herzlich Herr Petters, der Sohn des unvergeßlichen Förderers des Unterstützungs-Vereins, be grüßt. Am andern Morgen, am Sonntag, Regentag. Der in Aussicht genommene Ausflug nach dem idyllisch gelegenen »Grot- niki» mußte ausfallen. Es tat mir doppelt leid, weil ich Herrn Nitschmann und den andern Gästen aus Deutschland zeigen wollte, daß wir auf unsere Heimat stolz sein können, auch wenn wir nicht so eindrucksvolle Landschaftsbilder wie am Rhein bieten können. Durch den regcnschweren Tag kam das freund liche Lissa bei dem Spaziergang, den wir durch die Stadt am Vormittage unternahmen, wenig zur Geltung. Nach einem Be such in der Eisermannschen Buchhandlung und Buchdruckerei vereinigten wir uns zu einem Frühstücksimbiß und dann trafen wir uns mit den inzwischen eingetrofsenen Kollegen, von denen viele auch eine zehnstündige Fahrt hinter sich hatten, zur Haupt versammlung. Auf Einzelheiten der Versammlung will ich nicht eingehen, sondern nur das Wichtigste herausgreifen, da ich die haupt sächlichsten Fragen bereits in meinem Jahresbericht (abgedruckt in Nr. 242) gebracht habe. Herr Nitschmann gab einen ein gehenden Bericht über die Neuorganisation des Börsenvereins. Hoffentlich werden die in Königswinter ausgesprochenen Wünsche des Auslandbuchhandels berücksichtigt, daß er an den ausschlag gebenden Beratungen aktiven Einfluß haben kann. Der Kassen bericht brachte nach Jahren endlich einmal ein erfreuliches Bild dank der rührigen Tätigkeit unseres Schatzmeisters, Herrn Eddy Popitz (Bromberg). Allerdings hat zum günstigen Stand unserer Finanzen der Überschuß aus unserer Berbandszeitschrist »Der Buchhändler in Polen» beigetragen. Hierfür gebührt dem Herausgeber, Herrn Günther Boettger (Posen), besonderer Dank, der ihm auch von der Versammlung freudig ausgesprochen wurde. Herr Scholz (Wollstein) berichtete über die Tagung in Königswinter, wobei besonders hervorgehoben werden muß, daß der Vorstand des Börsenvcrcins ernstlich bemüht ist, dem uni seine Existenz schwer ringenden Auslandbuchhandcl durch tief eingreifende Maßnahmen beizustchen. In der Gesangbuch-An gelegenheit sollen mit dem Evangelischen Konsistorium persön liche Unterhandlungen ausgenommen werden, um unsere Forde rungen doch noch durchzusetzen. Die Berkaussordnung wurde dahin abgeändert, daß auch die Rabatterhöhung auf 3i> Prozent für Bücher, die mit einem geringeren Rabatt geliefert werden, fallen gelassen wurde. Die Versammlung gab dadurch zum Aus druck, daß der deutsche Buchhändler in Polen weitere Opfer bringen will, um den Vertrieb des deutschen Buches in jeder Weise zu fördern. Die Vcrkaufsbcstimmungen sind nach diesem neuen Beschluß für uns viel ungünstiger als für die Sortimenter in Deutschland, obwohl wir nicht mit so großen Umsätzen wie diese zu rechnen haben. Die Satzungsänderungen wurden nach dem Vorschläge des Vorstandes mit geringfügigen Änderungen angenommen. Da ein Neudruck der Satzungen notwendig ist, werden die Mitglieder die Änderungen in den neuen Satzungen, die ihnen demnächst zugehen werden, berücksichtigt finden. Einige Differenzen mit deutschen Verlegern konnten auch zur Zufriedenheit der Versammlung erledigt werden. Dann kamen die vielen Klagen über die falschen Ver zollungen, über die teuren Pässe und über die sonstigen Schwierigkeiten, mit denen wir zu kämpfen haben und gegen die wir trotz unserer vielen Eingaben ziemlich machtlos sind. Es war gut, daß ein Vertreter des Börscnvereins zugegen war, damit er über diese Schwierigkeiten, von denen der Sortimenter in Deutschland keine Ahnung hat, berichten kann. Es wurde dann von der Versammlung einstimmig zum Ausdruck gebracht, daß bei den großen Börsenvereins-Tagungen unser Verband in Zukunft vertreten sein soll, und daß hierfür den Vertretern, die bisher die Kosten aus eigener Tasche bezahlen mußten, ihre Un kosten ersetzt werden sollen. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt; für die Lodzer Kollegen wurde Herr Bertold Bergmann (Liber ias) neu gewählt. Die nächstjährige Hauptversammlung soll in Bromberg statt- finden. Fast 5 Stunden haben die Beratungen gedauert; sie haben manche Anregungen gebracht und manche Differenz aus geglichen. Manche Fragen fanden durch das Eingreifen des Herrn Paul Nitschmann mit seinen reichen Erfahrungen eine schnelle und zufriedenstellende Lösung. Jeder Teilnehmer wird jedenfalls an die diesjährige Hauptversammlung mit Befriedi gung zurückdenken. 1288
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