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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.09.1928
- Strukturtyp
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- 1928-09-13
- Erscheinungsdatum
- 13.09.1928
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- Deutsch
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x° 214, 13. September 1923. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtlchn. Buchhandel. Für die Lage in den graphischen Industrien wissen die preußischen Handelskammerberichte zu melden: In der Papierindustrie hat sich die Lage nicht wesentlich ge ändert. Der Geschäftsgang ist sowohl für Papier als auch für Pappe nach wie vor schleppend. Nur vereinzelt ist der Beschäf tigungsgrad etwas besser als im Vormonat. Im Buchdruck war das Geschäft allgemein sehr ruhig. Im Stein- und Offsetdruck lagen die Verhältnisse mit Rücksicht auf Neklamcbcstellungen für die Leipziger Messe teilweise etwas günstiger. Der Geschäftsgang in den Schriftgießereien und in den chemigraphischen Anstalten ist weiterhin ungünstig. Im Zeitungsgeschäft trat nach de» lebhafteren, durch die Juli-Ausverkäufe bedingten Anzeigenumsätzen die übliche Zurück haltung der größeren Inserenten ein, allerdings nicht ganz in dem Maße, wie man befürchtete, so daß die stille Zeit einiger- niaßer günstig zu verlaufen scheint. Beim Papier ist wohl infolge der Frachterhöhungen sine Steigerung der Preise zu befürchten. In der Papierzeitung wurde bereits vorsichtig darauf hingewiesen. Internationale Vereinbarungen zur Stützung der Preise scheinen vorläufig aller dings nicht möglich. Von Kanada ist bisher ein beträchtlicher Preisdruck ausgegangen. Schon aber spricht man dort von regie rungsseitigem Eingreifen zur Verhütung der Verschleuderung nationalen Vermögens. Es ist also wohl auch im Ausland markt eine Festigung der Preislage zu erwarten. Der Buch handel hat demnach wohl allgemein mit einer weiteren Anspan nung seiner Produktionsbedingungen zu rechnen. Die Zahl der Erftankündigungen im Börsenblatt betrug im August 868 gegen 938 im Vorfahr. Die Gesamtproduktion in den ersten 8 Mo naten umfaßt nach dieser Zählung 8587 Titel gegen 8408 im Vor jahr, ist also kaum wesentlich anders. Duchdruckertage in Köln a. Rh. Solange der Deutsche Buchdrucker-Verein besteht, ist eine derart zahlreiche Teilnehmerschaft, wie sie in der ersten Septemberwoche in der rheinischen Metropole, dem »hilligen Köln«, zusammenströmte, noch nie zu verzeichnen gewesen. Da lassen selbst die hohen Ziffern der voraufgegangenen Tagungen in Eisenach und Baden-Baden keinen Vergleich zu. Wohl 1600 Buchdrucker waren aus Deutschland und aus über 20 anderen Ländern nach Köln geeilt, wo herrliches Wetter am schönen Rhein die Stimmung von vornherein aufs günstigste be einflußte. Der für den 5. September vorgesehene Zweite Interna tionale Buchdrucker-Kongretz gestaltete sich im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Ereignis, wie es Deutschlands Buch- druckereibcsitzer wohl noch nie geschaut und erlebt haben. Am Tage vorher hatte eine Ausschußsitzung stattgefunden, an der die Vertreter der einzelnen Länderdelegationen teilnahmen, um noch ge wisse Vorarbeiten für den Kongreß zu erledigen. In dieser Sitzung wurden Herr Buchdruckereibesitzer und Verleger Rudolf Zick fel d t (Osterwiecks, Vorsitzender des Deutschen Buchdrucker-Vereins, zum 1. Präsidenten des Kongresses und zum 2. Präsidenten Herr Wm. Maxwell, stellvertretender Präsident der englischen Buchdrucker organisation, ausersehen. Am Vorabend des Kongresses vereinigten sich die in- und ausländischen Kollegen zu einem Begrüßungs abend im Kasino. Die begeistert ausgcnommene Begrüßungsrede hielt Herr Buchdruckereibesttzer Ludwig Wolf, München, stell vertretender Vorsitzender des Deutschen Buchdrucker-Vereins. Erhebend und eindrucksvoll war am anderen Tage die Er öffnungsfeier des Internationalen Buchdrucker- Kongresses in der festlich dekorierten Großen Halle der Pressa. Das Sinfonie-Orchester der Internationalen Presse-Ausstellung unter Kapellmeister Buchmann leitete die Feier mit der Leonoren- Ouverture Nr. 8 von L. van Beethoven ein. Den Willkommensgruß an die Kongreßteilnehmer entbot in herzlichster Sprache Herr R u - dolf Zickfeld t, vor allem die Ehrengäste, darunter in erster Linie Herrn Neichsinncnminister Severtng als Vertreter der Netchs- regierung, begrüßend. Redner erklärte, daß es ihn mit Stolz und Freude erfülle, die Vertreter des Buchdrucks aus fast allen Kultur staaten begrüßen zu dürfen. Er erinnerte dann daran, daß der Ge danke internationaler Zusammenarbeit im Buchdruckgewerbe bereits seine Geschichte habe. 1902 seien deutsche, österreichische und schweize rische Buchdruckereibcsitzer in Konstanz zusammengekommcn. Die nordischen Länder, Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden, hätten sich bereits 1897 in Stockholm vereinigt und 1918 einen 1016 Buchdruckerrat gebildet. Aus dieser Zusammenarbeit der nor dischen Länder sei dann die Stimmung vorbereitet worden, die 1923 zum Ersten Internationalen Buchdrucker-Kongreß in Göteborg geführt hätte. Die Arbeitnehmer im Druckgewerbe hätten sich schon 1892 zu einer internationalen Vereinigung zusammengeschlossen und gäben monatlich eine Zeitschrift heraus, die den Gedanken der inter nationalen Zusammenarbeit in den Arbeitnehmerkreisen fördere. Der Rede Zickfeldts folgten Begrüßungsworte des Herrn Reichs innenministers Scvering. Anerkennend lobte er es, daß beruf liche Vereinigungen auf internationalem Boden zusammenkämen, um sich immer mehr zu verflechten und zu verbinden. Das Blei, das in den Setzmaschinen verwandt werde, könne gefährlicher werden als bas Blei der Geschosse; aber es könne auch Segen stiften. — Herr Bürgermeister vr. Matzerat h, der den verhinderten Kölner Ober bürgermeister vr. Adenauer vertrat, betonte, daß dieser Kongreß nicht nur fachliche, sondern weitgehende allgemeine Bedeutung habe. Die Buchdruckerkunst als Trägerin der großen Macht, die im ge samten Pressewesen wirksam sei und durch Buch, Zeitung und Zeit schrift verkörpert werde, sei nicht nur Mittel zum Zweck, sondern sie sei eine selbständige Macht ersten Ranges, die die wirtschaftlichen und sozialen Kräfte des Pressewesens vereinige. In Köln hätte die große Erfindung Gutenbcrgs schon früh eine Heimstätte gefunden. Welt bekannte Unternehmungen kündeten heute von dieser alten Tradition. — Als Vorsitzender des Vereins Deutscher Zeitungs-Verleger be grüßte Herr Kommerzienrat vr. ü. o. Neven Du Mo nt (Köln) den Kongreß. Er sagte u. a., daß die Presse ein Kind des Buchdrucks sei, sie sei aber über ihre Mutter hinausgewachsen und llbertreffe sie heute an Bedeutung. Trotzdem beständen enge Verbindungen zwischen Presse und Buchdruck. Beide müßten einer gemeinsamen Ausgabe dienen und Arbeit an der Entwicklung ihres Gewerbes leisten. — Herr Wm. Maxwell begrüßte den Kongreß als Vertreter der aus ländischen Kongreßbesucher. Er wies auf die hervorragenden tech nischen Leistungen der deutschen Buchdrucker hin. Seine Worte klangen in dem festen Willen zur internationalen Zusammenarbeit aus. Diese unvergeßliche Eröffnungsfeier beschloß der letzte Satz aus der Sinfonie L-Moll von Johannes Brahms. Gleich nach dem Frühstück begann die ernste Arbeit durch Er stattung einer Anzahl Referate. Austen-Leigh (London) und Bo Löfgren (Stockholm) forderten das Zustandekommen einer ständigen internationalen Buchbruckervcreint- gung. Um dieser Forderung gerecht zu werden, wurde ein Aus schuß gewählt, der aus den Herren Rudolf Ullstein (Deutsch land), Löfgren (Schweden), Stiels (Belgien) und Brandcis (Tschechoslowakei) besteht. Eine ganz besondere Aufmerksamkeit zei tigten die Referate des Herrn Kommerzialrates Viktor Reißer (Wien) und Direktor B. Sturm (Leipzig), die beide über das Thema »Staatsbetriebe im Wettbewerb mit der pri vaten Druckindustrie« sprachen. Das Ergebnis dieser Vor träge ist in der einstimmigen Annahme folgender Resolution zu erblicken, wobei aber bemerkt sei, daß aus grundsätzlichen Erwägungen sich die Vertreter der Schweiz und der Vereinigten Staaten der Ab stimmung enthielten: »Die zum Zweiten Internationalen Buchdrucker-Kongreß in Köln versammelten Buchdruckereibesttzer aus 22 Staaten bringen einstimmig zum Ausdruck, daß die Betätigung der Staats-, Ge meinde- und sonstigen behördlichen Betriebe im Buchdruckgewerbe der ganzen Welt einen Umfang angenommen hat, der für die Entwicklung der freien Wirtschaft hemmend wirkt und auf die Gesamtheit des Gewerbes einen außerordentlich schädigenden Ein fluß ausiibt. Die Betätigung der öffentlichen Hand ist gerade im Buchdruckgewerbe und im Verhältnis zum Gesamtumfang des Gewerbes größer als in anderen Erwerbszweigcn. Die auf dem Kongreß vertretenen Organisationen fordern von allen Staaten eine Einschränkung der behördlichen Druckeretbetriebe und die Unterlassung von Neugründungen und Vergrößerungen. Außer dem verlangen sie, daß Regiebetriebe nur vertrauliche Arbeiten ausführen dürfen, daß sie steuerlich nicht bevorzugt werden dürfen und sie öffentlich Rechnung zu legen haben«. Zu Ehren des Internationalen Buchdrucker-Kongresses hatte die Stadt Köln am Abend des 8. September einen Empfangsabend im Gürzenich veranstaltet, an dem viele Ehrengäste teilnahmen. Die Begrüßungsrede hielt Herr Beigeordneter vr. B e st, während für die ausländischen Teilnehmer wieder Herr W m. Maxwell sprach, vr. Best wies daraus hin, daß man an der Front der Kölner Stadtbibliothck das in Stein gemeißelte Bild jenes Ulrich Zell er blicke, der bei Fust und Schösser, den Mitarbeitern Gutenbergs in Mainz, gelernt und 1464 den Buchdruck nach Köln verpflanzt habe. Das hochentwickelte Kölner Buchdruckgewerbc besitze heute 12 Tages zeitungen und 100 periodische Zeitschriften. Das blühende Buchdruck-
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