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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.06.1931
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1931-06-02
- Erscheinungsdatum
- 02.06.1931
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- Deutsch
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X- 124, 2. Juni 1931. Redaktioneller Teil. Bürs-nilaN s. d.Dtjchn.«uchb°nd-I. lerlsche Graphik von der nur rein kausmännischcn Tätigkeit zu einer engeren Verbindung mit der bildenden Kunst hin. Er schied aus seiner Firma in gütlichem Einvernehmen wieder aus, um 1891 als kaufmännischer Leiter in den Kunstverlag Rudolf Schuster, Berlin, einzutreten. Acht Jahre blieb er ln dieser Stellung, die ihm ein be friedigendes Betätigungsfeld schaffte. Das Jahr 1899 brachte ihn mit dem 1871 gegründeten Kunstverlag Stiesbolb L Co. in Verbindung, dessen Teilhaber er 1901 wurde. Nun begannen für Ihn schöne Jahre des Aus- und Ausbaus seiner Firma, die er gerade in der Richtung der von ihm mit besonderer Liebe gepflegten künstlerischen Graphik mit bestem Erfolge entwickeln konnie. Seit 1924 ist er Alleininhaber seines Verlages. Die Tätigkeit für die Firma fand nur durch den Weltkrieg eine Unterbrechung. Als Hauptmann der Landwehr rückte er ins Feld, im Frontdienst wurde er zum Major der Landwehr be fördert. Schon früh hat Ernst Schultze über seinen eigenen Jntercssenkreis hinaus das Wohl seines ganzen Berufes ins Auge gefaßt. In dem un eigennützigen Wunsche, der Allgemeinheit zu dienen, hat er Jahre vor bei» Kriege bereits die Vereinigung der Kunstverleger mitgegrllnbet, an deren Spitze er seit über einem Jahrzehnt als erster Vorsitzender steht. Sein Verständnis für die berechtigten Interessen des Kunst- sorttments veranlaßt« ihn zu immer neuen Versuchen, einen besonde ren Sortimenlerverband ins Leben zu rufen. Die sich immer wieder austürmenden Schwierigkeiten suchte er durch die Gründung des Reichsvereins Deutscher Kunstvcrleger und Kunsthändler zu beseitigen. Auch hier zeigte sich das Vertrauen, das er im Verlag wie im Sorti ment genießt, durch die einmütige Wahl zum ersten Vorsitzenden des Reichsvereins. Daneben ist Ernst Schultze noch in vielen Ehrenämtern für das Wohl seiner Berussgenossen tätig. So ist er Mitglied des Fachausschusses, des Steuerausschusses und des Urheberrechtsaus- schusses des Börsenvereins der Deutsche» Buchhändler. In letzterer Eigenschaft hat er an der Schaffung der Richtlinien für Abschluß und Auslegung von Verträgen zwischen bildenden Künstlern und Ver legern hervorragenden Anteil gehabt. Ebenso gehört er dem Fachaus schuß sllr Papier, graphisches Gewerbe und Verlagswesen der Indu strie- und Handelskammer zu Berlin, dem Kunstausschuß im Polizei präsidium wie dem Gesamtausschutz der Papier verarbeitenden Indu strien seit langem an. Außerdem ist er zum beeidigten Sachverständi gen für Erzeugnisse des Kunftblattverlages im Bezirk der Berliner Handelskammer bestellt. Überall, wo Ernst Schultze wirkt, treffen wir in ihm auf einen Mann, den Begeisterung sllr seinen Berus, hilfsbereites Verständnis für die Sorgen seiner Berufskollegen und unbestechliches Gerechtig keitsgefühl im Interesse der als richtig anerkannten Sache auszeichnen. Möge es ihm vergönnt fein, noch recht viele Jahre in und für seinen Beruf zu wirken, in Gesundheit und Frische und hosfentlich auch in Freude an dem Wiedcrausstieg des von ihm heißgeliebten deutschen Vaterlandes. 8V. Geburtstag. — In diesen Tagen konnte der Verlagsbuch- hänbler Herr Gottlob Koezle, Gründer und Inhaber des be kannten Christlichen Verlags in Wernigerode in voller Niistig- kcu und Gesundheit seinen 80. Geburtstag feiern. Ehrendoktor. — Herr Generaldirektor Carl Esser, der Leiter des Stuttgarter Neuen Tagblattes, ist zum Ehrendoktor der Staats- wissenschast der Universität Heidelberg ernannt worden. Heinrich Heise f ss. a. Nr. 122). — Am 27. Mai in den Abend stunden ist in Ahlbeck plötzlich und unerwartet infolge eines Schlag anfalls Heinrich Heise verschiede». In seinem lieben Ahlbeck, dem er besonders zugetan war, wo er sich oft und gern aufhiclt, das er auch über die Psingstseiertage zu kurzer Erholung ausgesucht hatte, ist er zur letzte» Ruhe eingegange». Mit ihm ist wieder ein Kollege der alten Schule dahingegangen, der seinem Berufe mit seltener Treue und Hin gabe gebient hat. Der Dahingcschicdene erlernte den Buchhandel bei der Firma C. A. Eyraud in Neuhaldensleben. Seine Gehilfenjähre führten ihn nach Braunschweig zu Vieweg und zu Weidmann nach Berlin. Von hier aus ging Heinrich Heise zu Franz Wahlen. Das war die Wendung in feinem Leben, die ihn bis an die Spitze des bedeutenden Unter nehmens brachte. Hier konnte er seine Fähigkeiten erst in der rich tigen Weise entsalte». Sein damaliger Chef erkannte die außerge wöhnliche Arbeitskraft des jungen Heise und übertrug ihm bald sein uneingeschränktes Vertraue». Er widmete sich von da ab ununter brochen der Entwicklung der angesehenen Verlagssirma, sllr die er bis an sein Lebensende seine volle Krast und seine ganze Persönlichkeit eingesetzt hat. Viele Jahre stand er dem Unternehmen als Prokurist und Bevollmächtigter vor, bis er am 1. Januar 1921 als Mitinhaber in die Firma eintrat und somit das Erbe der eigenen vieljährigen Arbeit selbst übernahm. Was die Firma Franz Vahlen in den vergan genen zwei Jahrzehnten geschaffen hat, ist der Initiative Heinrich Heises zuzuschreiben. Seine Autoren schätzten den sicheren und doch zugänglichen Verleger. Mit vielen von ihnen verbanden ihn persön liche Freundschaften. Nicht nur in den Kreisen des eigenen Beruss, sondern weit dar über hinaus erfreute sich der Dahingeschicbene hohen Ansehens und allgemeiner Wertschätzung. Seine Verdienste um die Wissenschaft sanden 1927, am seinem 89. Geburtstage, durch die Verleihung des juristischen Doktortitels konoris causa durch die Universität Rostock öffentliche Anerkennung. Diese Auszeichnung galt besonders seinen Leistungen als Leiter der Firma Franz Vahle», deren OOjähriges Be stehen er am 1. Januar 1930 noch in voller Rüstigkeit und Frische mitseiern konnte. Warmes Interesse erfüllte ihn jederzeit sllr die ver legerische Tätigkeit. Sein Lebensweg führte ihn auf eine Stelle, aus der er nicht nur die Ausgabe hatte, einer in hohem Ansehen stehenden Handlung den festen Platz zu erhalten, sondern das Unternehmen durch die schweren Jahre von Krieg, Inflation, Deflation und Wirt schaftskrisen ohne Schaden hindurchzufllhren. Dieser Aufgabe hat er sich in einer Weise gewidmet, die mustergültig dasteht, und uns, be sonders aber den Jüngeren unter uns, ein Ansporn zur Nachahmung sein muß. Auch im buchhäudlcrischen Organisationsleben ist Heinrich Heise schon sehr srüh hervorgetreten. Er ist eines der ältesten Mitglieder des »Krebs», Verein jüngerer Buchhändler, dessen Geschick er längere Zeit als 1. Vorsitzender vorzüglich und sicher geleitet hat. Er war auch Beisitzer beim Kausmannsgericht. Unauslöschlich ist aber der Name und die Persönlichkeit Heinrich Heises verbunden mit dem Ver ein »Erholungsheim für deutsche Buchhändler«, dessen Mitgründcr er war und dem auch sein ungeteiltes Interesse und seine ganze Liebe und Hingabe bis zu seinem Lebensende gegolten hat. Schon srüh war er im Vorstand als 2. Vorsitzender und 1. Schatzmeister tätig, bis er im Jahre 1921 als 1. Vorsitzender die verantwortliche Leitung des Vereins ln seine Hände nahm. Heinrich Heise war dem Verein in einer Weise verbunden, die, kaum ihresgleichen haben dürste. Die Interessen des Vereins machte er immer zu seinen eigenen und ver trat sie mit einer Hingabe und Aufopferung, die ihm in de» Annalen der Geschichte des Vereins den Ehrenplatz für alle Zeiten sichern. Er hat keine Mühe, ja kein persönliches Opfer gescheut, wenn es galt, dem Verein zu helfen, fördernd einzugreifen. Ost hat er seine ganze Per sönlichkeit eingesetzt, um den Verein zu dem zu machen, was er heute tatsächlich ist und was ihm als Ziel immer vor Augen stand, Gemein gut des gesamten von ihm so heißgeliebten Berufes. Auch dem Rechnungsausschuß des Börsenvereins hat er eine Zeit lang angehört. Mit Heinrich Heise ist einer der »Großen« unseres Berufes dahin- » gegangen. Sein Leben war reich an Erfolgen und Freuden — wenn es aber köstlich gewesen ist, so Ist es Mühe und Arbeit gewesen. Sein Andenken wirb im deutschen Buchhandel immer lebendig bleiben. Ms. Inhaltsverzeichnis. Bekanntmachung: Verband der Buchhändler Pommerns betr. Hauptversammlung. S. 587. Artikel: Mehr Werbung für das Jugendbuch. Von Rolf Kadach. S. 537. Zu dem Artikel: »Vor- und Nachteile der Bebingtliescrungen«. S. 588. Die Bedeutung der Photokopic für den Verlag. Von T. Kellen. S. 539. Die 3. Arbeitsgemeinschaft des niederschleslschcn Jungbuchhan- bels. Von Hermann Meyer. S. 540. Nachtrag zum Terminkalender der wichtigste» Kongresse, Messen, Ausstellungen usw. S. 541. Besprechung: Giese, Bildungsideale im Maschinenzeitalter. Von Pros. M-nz. S. 541. Für die buchhändlerische Fachbibliothek. S. 542. Kleine Mitteilungen S. 542—543: Der Bayerische Buch händler-Verein / Jubiläum Max Lehmstedts Buch- und Musi kalienhandlung in Welßensels / 5. Lehrgang sllr Buchhandels lehrlinge in der Tschechoslowakischen Republik / Der italienische Buchtag. Personal Nachrichten S. 548 : 70. Geburtstag Ernst Schultze, Berlin / 80. Geburtstag Gottlob Koezle, Wernigerode / Ehren doktor Carl Esser, Stuttgart / Heinrich Heise ß. Druck: E. Hed^tch Itachb Saurtt. tn Letazta — Avtchrtst L. Schrkfttritung u. Expedition: Leipzig, GertchtsweaÄI tBuchhandlerhausy Post1chiiebiache7N/7v 544
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