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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1931
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- 1931-09-15
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- 15.09.1931
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Die Typographische Gesellschaft zu Leipzig veranstaltet am 16. September 1931, abends 8 Uhr, im Hörsaal der Meisterschule für das graphische Gewerbe zu Leipzig einen Lichtbilder-Vortrag mit Ausstellung: »Vom lebendigen Ausdruck der Schrift«. Vortragender: Graphiker und Schriftsteller Rudolf Engel-Hardt, 1. Vorsitzender der Typographischen Gesellschaft zu Leipzig. Der Vortrag nimmt zum Schriftschaffen der Gegenwart Stellung. Die charaktervollsten Schriften unserer Zeit werden ästhetisch und psycho logisch gewertet. Der Vortragende bietet somit den typographisch, graphisch und werbetechnisch Schaffenden Positives für ihre prak tische Arbeit, indem er den Blick für die Ausdruckswerte der Schrift schärft. — Eintritt frei. Gäste sind willkommen. Aus Italien. — Von einer der bedeutendsten italienischen Tages zeitungen ist den italienischen Verlegern die Frage vorgelcgt worden, was sie von den Literaturpreisen halten. Auf diese Frage hat sich eine Reihe bedeutender italienischer Verleger geäußert. Bemporad stellt fest, daß Literaturpreise nur dann sich als wirksames Propaganda- mittel erweisen, wenn sie nicht zu häufig verteilt werden und zu zahlreich sind. Der Preis an sich reizt lediglich die Neugierde des kaufenden Publikums, genügt aber nicht, schon allein den Kauf zu veranlassen. Der Florentiner Verleger Vallecchi hält die Nütz lichkeit der Preise für die Buchpropaganda erwiesen. Doch auch er steht auf dem Standpunkt, daß im Interesse der Verleger die Preise nicht zu zahlreich werden dürfen, da nur das Bestehen weniger die auszeichnende Wirkung der Preise bewahrt. Die Wirkung sei aller dings immer dann gering, wenn das preisgekrönte Buch eineu Gegen stand behandelt, der dem breiten Publikum nicht entgegenkommt. Eine ganze Reihe Verleger dagegen hat sich rundweg gegen die Literaturpreise und namentlich gegen ihre zu große Zahl ausge sprochen, da ein praktischer Nutzen für die Verlage nicht festzustellen sei. Die Hoffnung, mit Literaturpreisen neue Talente zu entdecken, sei gleich Null. Die italienische Kulturpropaganda hat sich besonders auf eine Durchdringung der Balkanländer festgelegt. Als einer ihrer Er folge ist die Eröffnung einer lübraria Italiava in Bukarest zu ver zeichnen. Die Einweihung ging unter Gegenwart des italienischen Gesandten und eines Vertreters des rumänischen Kultusministeriums vor sich. Der italienische Journalist Luigi Freddi weist in einem sehr offenen Artikel ans die Widerstünde einiger italienischer Verleger hin, die sich von dem Unternehmen keinen Erfolg versprechen und deshalb bei ihrer Mithilfe Zurückhaltung übten. Als Gründer der Bücherei ist Piero Parini anzusprechen, der bereits andernorts italie nische Auslandbüchereien ins Leben gerufen hat. Das Arbeits programm der Bücherei ist, für Rumänien der Mittelpunkt der italie nischen Kulturpropaganda zu sein, und, sofern sich die Möglichkeit zeigt, rumänische Buchhandlungen in anderen Städten des Landes mit italienischen Erscheinungen zu versorgen. Nach der Gründung der Buchhandlung in Bukarest, deren Ausstattung als vorbildlich an gesprochen wird, ist die Gründung einer ähnlichen Buchhandlung für Sofia vorgesehen, wo sie unter dem Protektorat der Königin von Bul garien stehen soll. Ferner ist eine Gründung für Athen in Aus sicht gestellt. Die italienische Negierung hat vor zwei Jahren in Durchfüh rung ihres Programms, die Italiener und namentlich die Jugend zu Lesern zu erziehen, eine ^ssoeiaeione llariovale ka8ei8la per 1e IZiblivtecbe ckell« Leuole Italiens gegründet, die öie Aufgabe zu erteilt bekommen hat, die Volksschulen mit Büchereien auszustatten und dafür zu sorgen, daß jedes Kind in Italien die Möglichkeit hat, sich mit Büchern vertraut zu machen. Bedenkt man, daß die Landbevölkerung namentlich Sllditaliens noch vor zehn Jahren 1526 absoluter Analphabeten, aber mindestens 50A praktischer Analpha beten hatte, d. h. Leute, die wohl ihren Namen schreiben und zur Not ein paar Zeilen buchstabieren, aber niemals richtig lesen konnten, so bedeutet die Aktion der H.88ociaeion6 den Beginn einer grund legenden Umstellung der Geistigkeit der italienischen Bevölkerung. Die ^88oo!aeion6 hat in den größeren Städten mit den Stadtver waltungen zusammengearbeitet und vielfach städtische Bibliotheken eingerichtet, die mit Lesesälen ausgestattet wurden. Die Verlage haben die ^88oeiaeiov6 durch Stiftung von Büchern weitgehend und weitblickend — unterstützt. Die anfänglich geltend gemachte Meinung, die Büchereien würden einen Verkauf der Bücher hindern, ist nunmehr wohl auch in Italien überwunden worden. In Nom hat die X88oeiaeion6 mit dem »Gouvernat« zusammengearbeitet. Dieses ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat in Zusammen hang mit dieser Volksbibliotheksbewegung sich selbst als Verlag etabliert, indem es eine Reihe billiger Kunstbücher herausgegeben hat, die namentlich den Schulen zugeleitet wurden und als eine Art von Heimatkundebüchern gelten können. Auf dem Lande hat die ^88oeiaei0N6 sich auf die beiden Staatsklubs mehr noch als auf die Schulen gestützt. Die Gruppen der Jugendorganisation, des Staats klubs Opera Xarionale kalilla, und die des Feierabendklubs er wachsener Italiener, der Opera klarionale vopolavoro, haben aus eigenen Mitteln und mit Unterstützung der ^88oeiaeion6 durchweg schon ganz umfangreiche Bibliotheken eingerichtet. Wieweit durch diese nunmehr schon seit zwei Jahren im Gange befindliche Bücherei propaganda das Büchergeschüft und namentlich das Geschäft in billi gen Ausgaben beeinflußt worden ist, ist natürlich nicht feststellbar. Nach den Klagen der Verleger müßte ein Rückgang zu verzeichnen sein. Dem widerspricht aber die Einrichtung von Buchläden in Dörfern und Kleinstädten, die schließlich zum Leben einen Umsatz, sei er auch noch so bescheiden, haben müssen. Um die allgemein im Sommer besonders auch im Buchhandel darniederliegcnden Geschäfte zu beleben, hatten die Buchhändler Via- reggios, eines der besuchtesten Meerbädcr Italiens, das sonst all jährlich im Mai stattfindende Buchfest auf den Sommer verlegt. Es fand in den Tagen des 15. und 16. August statt und war ein voller Erfolg. Ein literarischer Preis von 10 000 Lire wurde dem Schrift steller Corrado Tumiati für sein Werk »letti ro88i« (Verlag Treues) zugesprochen. Ferner kamen noch weitere vier Preise von je 2000 Lire zur Verteilung. Im nächsten Jahre soll der Preis auf 20 000 Lire erhöht werden. Es ist daher der Vorschlag gemacht worden, derartige Veranstaltungen überhaupt mehr auf den Sommer zu verlegen, besonders in Badeorten, im Gebirge usw., wo die zahlreichen Besucher mehr Zeit und Muße haben, diese Veranstaltun gen zu besuchen und bekanntlich in den Ferien die Börse leichter- gezogen wird' als zu Hause. BerkekrSnackrickten. Änderung des polnischen Zolltarifs. — Die Zeitschrift »kolska Oospockarcra« oeröfsentlicht die Zollsätze sllr Bücher, Zeitschriften, Noten, Landkarten usw. Nach Inkrafttreten, vermutlich am 1. Oktober 1831, gelten die nachstellenden Zollsätzet Tarif Nr. 178/1 e. Bücher in Fremdsprachen wie bisher zollfrei in polnischer Sprache außerhalb des polni schen Zollgebiets gedruckt 12V Zloty für IM kg Tarif Nr.'l78/b. Bücher mit A l b u m ch a r a k t e r mit überwiegendem Text in Fremdsprachen zollfrei i» polnischer Sprache 12V Zloty für IM kg Außerhalb der Grenzen des polnische» Zoll gebiets gedruckte Bücher und Broschüre» in polnischer Sprache sowie solche wissenschaft liche und künstlerische Veröffentlichungen, die einen Erläuterungstext in mehreren Sprachen, darunter in polnischer Sprache enthalten, auch wenn i» feste» Einbänden, mit besonderer Ge nehmigung des Finanzministeriums zollfrei Wörterbücher. Zwei- oder vielsprachige Bücher und Wörterbücher, auch wenn eine ihrer Sprachen die polnische ist zollfrei Bücher mit Albumcharakter, in denen die Ab bildungen vorherrsche», ohne Rücksicht aus die Sprache des Textes wie Position 178/S sBilders Tarif Nr. 178/2. Zeitungen und Zeitschriften a> illustrierte in Fremdsprachen wie bisher zollfrei in polnischer Sprache 2VV Zloty für IM kg ». V5 Zloty Zuschlag s.Einbändc m.festem Rücken b) nicht illustrierte und solche, deren Abbildungen keinen künstlerischen Charak ter habe» in Fremdsprachen wie bisher zollfrei in polnischer Sprache 120 Zloty für IM kg u. W Zloty Zuschlag s.Einbändc m.festem Rücke» Zeitungen und Zeitschriften in polnischer Sprache, deren Redaktion ihren ständigen Sitz außerhalb der Grenzen des polnischen Zoll gebietes hat zollfrei 827
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