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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.10.1930
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1930-10-24
- Erscheinungsdatum
- 24.10.1930
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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Aus den zahlreichen PressesLimmen < zu „Narziß und Goldmund" von Hermann Hesse: ^ Hesses bisher reifstes und tiefstes TLerk. 22ir nehmen es aus des Dichters Händen dar wie ein Geschenk, denn es ist erfüllt von dem Willen zu bereichern, aus tiefster Erfahrung heraus Weisheit zu spenden und alle Sehnsucht nach sprachlicher Vollkommenheit, nach formaler Meisterschaft zu befriedigen. Bewußt zeikabgewandt in der Stoss- wahl, mutet dieses erzählte Schicksal zweier mittelalterlicher IVenschen an als lMahuung, als eindringlicher Ruf und Wille zur Rückkehr nach jener Art der Romankunst, in der dichterische Schau ein erhöhtes Leben gestaltet. SUMM TLMSt.-tpp Dom ersten Satz an hat alles Farbe, Duft, Blut, eigene Figur und Bewegung, immer ist die Landschaft und jede Kreatur und jedes Ding in ihr greifbar und ruchbar, um und um vorhanden. Alles stimmt, überzeugt uns von feiner Existenz, das zufällig geschichtliche Detail und das ewig Gültige: Kloster und Ritterburg, das düsterwilde Kolorit der Pestgreuel und der Judenverfolgungen, wie Baum und Busch, Bach und Bank, Pferd und Katze, Kanzel und Steinbild, und vor allem der lMenfch, der werdende, der leidende, der verwesende, fein Körperhaftes und Seelisches. — Es ist eine Dichtung künstlerischer Meisterschaft, starken Geistes und starken Herzens. Kein Zeit-, sondern ein Lebensbuch. DIL UTLKEScM vrrr Diese schöne und edle Erzählung gehört zur Art der großen deutschen Entwicklungsromane. Dag neue Buch Heffes, so zeitfern, zeitfremd, zeitlos es scheinbar ist, geht dennoch jeden Zeitgenossen an, dem es sich noch lohnt, nicht nur über politische, soziale, wirtschaftliche Probleme, sondern über den Menschen selbst nachzudenken. So durchklingt dies ganze Buch wieder des Dichters eigenster Ton: jenes traurig-süße Wissen vom Hingewehtwerden des Menschen aus der dunklen Unruhe seines Bluts. Aber über Heffes bisherige Bücher hinaus hört man hier nicht verzweifelt heraus- geschriene Bekenntnisse, sondern klare, stille, tiefe Erkenntnisse eines in Schmerzen reis und ruhig Gewordenen. Hermann Hesse hat den Roman in die Zeitlosigkeit gehoben, obwohl er mittelalterliches Milieu, Klosterleben und Rittertum, Pest-Zeiten und altes Zunfthandwerk gibt. Er beginnt mit psychoanalytischen Vorstellungen, die er im Laufe des weiteren Geschehens aber ins Großartige hebt und überwindet; er kommt von der Psychoanalyse zur Dich tung und weitet, vertieft, überhöht zwangsläufige Vorstellungen durch lebendige Unmittelbarkeit. Er gibt stille, abge klärte Atmosphäre; eine reine idyllische Sphäre der Dichtung. dMkdlLLiraM rrirrmo Es ist vielleicht Hermann Hesses schönstes Buch. Alle Einwände schweigen vor der Kraft phantafievoller Gestaltung, vor der glühenden Lebendigkeit der Darstellung, die so unmittelbar, so packend malerisch und von heißem Atem ge tragen ist, daß man immer wieder daran vergißt, immer wieder sich dessen entsinnen muß, daß hier die entschwundene Zeit des Mittelalters wach wird und nicht eine der jüngsten Vergangenheit. Das Gefühl, mit dem diese kostbare Dichtung entläßt, wird kaum einen Zweifel darüber zulassen, wohin ihr Autor neigt. Denn sie ist von der ersten bis zur letzten Seite ein einziges Hohelied auf die Herrlichkeit des Lebens, ein einziges Iasagen zu seiner Schönheit und zu seiner Qual. MM rliLir ?KLSSL, VILdI Es gibt Bilder in dieser Dichtung, die zum Eindringlichsten gehören, wag seit Jahrzehnten in deutscher Sprache ge schrieben wurde. Es ist ein berückender Duft über den zahllosen Frauengestalten, über diesen Städten, Wäldern und Feldern. VKLSVMR MULSIN Mcniric»1M S. Fischer Verlag Berlin chs- 348, 24. Oktober 1SS0. Fertige und Künftig erscheinende Bücher. BSrs-nbtai, s. d.DIschn.Biichhandkl. 8237 ^lutli^-VerlaAsliucliliLiiclluL^ 8tutt^srt ÄmsatKmer 8zrs^ernatisclle Dur-stellun^ unter I)ssor>c!erer 6erue^- siclrtiSuu^ cler xrschtrsclieu 2eclurluisss von Industrie uoä tlanchl ralilr. Beispielen uncl einem ^nliang, entlrallencl c^ie Freilisten Vor» I^e^ieriuiAsl-Ll: Ziselier Karton. 3.-. Vorru^ralratt! sondern eur x rrrlrtis clr s s Hktucl- u. ^lueltscltlnsteliucli lur chn tnstlrelierr (^elirsulch u» cler Irnu^mniiliiscl>eu 6e- russarheit! 8e1Iist äre ^.uchruo^eu cler tlrusatr- stsusr urt<ch clen ?1nueu cler 8.etcllsr-sZierun^ von Circle 8ex>teiul>ei- srucl clnrur ent halten. tlrnsatrsteuei-hra^en leicht sterrinclit! Soeben neu ersobienen: Sir Mn NelcNNe - Zz „im" 1 i.6.^l6i8ter-^.u8A.von6artb6l-^Vinkl6r Oan^leinen HU. 4-80 / halbleinen HU. 4.-^ 1918 nickt restlos begreifen. LestellLettel anbei! In Vorbereitung: 8ä. 25: Im htzxvnlrvssvl ^ kelclive-VerlsL « m kallebeul ,...kin Suck, üderv,ältigen<t, deispiellvs überragend..." Uelix Lttemkasten Der Vonze Äoman Drosch. M. 4.50, Leinen M. ö.80 Börsenblatt f. b. Deutschen Buchhandel. 07. Jahrgang. 21.—30/rsussncl So wird das Duch zur großen Satire, die wir brauchen. Ein reinigendes Duch, weil es nicht haßt» Weil es gerecht ist. „Deutlche Tageszeitung" Nvutinen-Vevlaa ^ ^avl LVincklev / Vevli« ItSS
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