Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.03.1922
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51, 1. März IW. Redaktioneller Teil. Ein Band »Gedichte« vor hundert Jahren. — Unser Mitarbeiter Herr Buchhändler Friedrich Schiller in Wien veröffentlicht im »Neuen Wiener Abendblatt» folgendes: Es ist eben ein Jahrhundert verflossen, seit im »Deutschen Meßkatalog« — so hieß damals das Verzeichnis der neu erschienenen Bücher — ein neuer Name auftauchte als Verfasser eines Sammelbandes »Gedichte«: H. Hein e. Bereits als Hamburger Kaufmann — Pegasus im Kontor — hatte er gelegentlich in Zeitschriften für einige Gedichte Unterkunft gefunden; regelmäßig gelang ihm dies erst, als er sich wiederum dem Studium zuwandte und in Berlin Aufenthalt nahm, wo er in Varnhagens und der Rahel Hause verkehrte und mit Chamisso, Fouque, Grabbe, Hoffmann be kannt wurde. Professor Gubitz veröffentlichte in dem von ihm geleiteten »Gesellschafter« mehrere Gedichte -Heines und wußte den Verleger dieser Zeitschrift, den Buchhändler Maurer in Berlin, zu bewegen, den Band »Gedichte« herauszugeben, den in Verlag zu übernehmen die berühmte Firma Brockhaus kurz vorher abgclehnt hatte. Im »Gesellschafter« erschien am 26. Dezember 1821 eine Ankündigung des Bandes, die vom Dichter selbst herrnhren soll. Es wäre somit, wie man jetzt sagt, ein Autoreferat. In diesem heißt es unter anderm: »Wie verschieden auch die Urteile über den Wert dieser Poesien aussallen mögen, so wird doch jeder gestehen, daß der Verfasser derselben durch seltene Liefe der Empfindung, lebendige, humoristische Anschauung und kecke, gewaltige Darstellung eine überraschende Originalität bekundet. Fast alle Ge dichte sind ganz im Geiste und schlichten Ton des deutschen Volksliedes geschrieben . . .« Der buchhändlerische, der Publikumserfolg dieses Bandes war sehr mäßig, desto namhafter der durch begeisterte Be sprechungen von Varnhagen und von Jmmermann eingeleitete lite rarische. 1825 lernte Heine auf einer Neise nach Norderney und England den Hamburger Verleger Campe kennen, und diese Zusammen kunft begründete das geschäftliche und private Verhältnis der Ver- lagsfirma Hoffmann L Campe mit dem jungen Dichter. 1826 er schienen daselbst die »Neisebilder« und 1827 das aus veröffentlichten und neuen Gedichten zusammengestcllte »Buch der Lieder«, das den Weltruhm Heines begründete. Es hat in dem Jahrhundert -Heine nicht an Kritikern gemangelt, die seiner Dichtung unfreundlich gegsnllber- standen, aber die Gunst des Publikums und die Zustimmung der besten Kenner waren ihm sicher. Im März 1906 veranstaltete die Con- eordia« anläßlich der fünfzigsten Wiederkehr des Todestages Heines eine Gedenkfeier, bei der Georg Reimers die von Ludwig Hev-.'si ver faßte Festrede hielt. Es ist zu bedauern, daß die Rede, die in Schwung und Begeisterung an die unsterbliche Gedenkrede Börnes über Jean Paul erinnert, in der Tagesliteratur verschwunden und jetzt ziemlich un bekannt ist. Deshalb seien hier einige Zeilen daraus wiedergegeben: »Die drei ewigen Keime des deutschen Geistes: Goethesche Gestalt, Schillersche Gedanken, Heinesche Nerven; Goethesche Form, Schillcrscher Schwung, Heinesche Laune. Alle drei sind Befreier. Goethe in Schön heit, Schiller in Größe, Heine in Spott . . .« Eine unbekannte Novelle von Clemens Brentano. Joseph Körner (Prag) hat in -einer Zeitschrift »F r i e d e n s b l a t t e r«, die in Wien vom 16. Juni 1814 bis zum 3V. November 1815 erschien und nur in einem einzigen vollständigen Exemplar erhalten ist, eine unbe kannte Novelle von Clemens Brentano entdeckt, die den Titel »D i e Schachtel mit der Friedenspuppe« führt. Brentano hatte die genannte Zeitschrift selbst gegründet, und zu ihren Mitarbeitern zählten Friedrich und Dorothea Schlegel, Zacharias Werner, Adam Müller, Joseph von Eichendorff u. a. Während diese Schriftsteller nur wenige oder minderwertige Erzeugnisse hier veröffentlichten, hat Bren tano dem Blatte das auch dem Umfange nach beträchtliche Prachtstück überlassen. Die »Schachtel mit der Friedenspuppe«, die er im Herbst 1814 auf märkischem Boden, während eines Aufenthalts bei Achim von Arnim in Wiepersdors, verfaßt hatte, ließ er in Fortsetzungen in den ersten zwölf Nummern des zweiten Jahrgangs (1815) der Zeitschrift erscheinen. Durch den Fund, den Körner im Februarheft der »Preußi schen Jahrbücher« zum Abdruck bringt, wird das Bild des Novcllen- schreibers Brentano, von dem bisher nur »Die Geschichte vom braven Kasperl und schönen Annerl« und »Die drei Nüsse« bekannt waren, wesentlich bereichert. Für wissenschaftliche Unternehmungen hat die Berliner Akademie bewilligt: durch ihre physikalisch-mathema tische Klasse: -Herrn Kttkenthal zur Fortführung der Arbeiten am Aomenelator animalium gsnerum ^ Zub^enerum 10 000 Mark und zur Fortführung des Unternehmens: »Das Tierreich« 24 000 Mark; Herrn Engler zur Fortführung des Werks: »Das Pflanzenreich« 14 000 Mark; durch ihre philosophisch-historische Klasse: ihren ordentlichen Mitgliedern Herrn Stumpf für die Kant-Ausgabe 800 Mark, Herrn von Wilamowitz-Moellendorsf für die Ivsvrlptiones s/raeeae 5000 Mark, -Herrn Erman für das Acgyptische Wörterbuch 1500 Mark. Herrn Eduard Meyer für die Orientalische Kommission 20 000 Mark, Herrn Burdach für seine Forschungen zur nhd. Schrift sprache 7500 Mark, Herrn Roethe für die Deutsche Kommission 5000 Mark. Shakespeare auf der deutschen Bühne. — Im Jahrbuch der Shake speare-Gesellschaft veröffentlicht Vr. Mühlbach einen »Statistischen Überblick über die Aufführungen Shakespearcscher Werke auf den deut schen Bühnen im Jahre 1920«. Daraus geht hervor, daß von 175 Thcatergesellschaften 23 Werke in 1622 Aufführungen zur Darstellung gebracht worden sind. So wurde »Der Kaufmann von Venedig« 202mal durch 45 Gesellschaften aufgeführt. Von größeren Bühnen steht an der Spitze Berlin mit 179 Aufführungen; dann folgen München (159), Wien t126). Frankfurt a. M. (34), Köln und Düsseldorf (je 30), Hamburg (29), Stuttgart und Lübeck (je 28), Karlsruhe (26), Leip zig (24) und Dresden (19). Der Offsetdruck hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Offsetdruck (Absetzdruck) ist ein Verfahren, das auf dem Prinzip des indirekten Drucks beruht. Dieser ist an und für sich nichts Neues, da er schon seit Jahren beim Bedrucken von Blechplatren, die zur Anfertigung von Konservenbüchsen usw. dienen, verwandt wird. Im graphischen Gewerbe Deutschlands ist er aber erst vor etwa zwölf Jahren cingefllhrt worden. Damals hatte eine große Leipziger Buch druckerei eine Osfsetpresse ausgestellt. Auf der internationalen Buch- gewerblichen Weltausstellung in Leipzig 1914, die unter dem Namen »Bugra« allgemein bekannt geworden ist, war gleichfalls eine Ofsjet- presse in Betrieb zu sehen. Der Offsetdruck ist, wie der Stein- und Zinkdruck, ein Flachdruckverfahren. Der Druck erfolgt aber nicht direkt von der auch hier zur Anwendung gelangenden Zinkplatte, sondern die Schrift oder Zeichnung, bzw. beides zusammen werden zunächst auf ein Gummituch abgegeben, und von diesem wird der Druck auf das Papier übermittelt. Wie seinerzeit dem Steindruckgewerbe durch das im Buchdruckgewerbe eingeflihrte Drei- und Vierfarbendruckvcr- fahren eine ganz empfindliche Konkurrenz entstand, so wandern jetzt viele Druckaufträge von der Buchdruck- zur Osfsetpresse ab. lim nicht der Arbeitslosigkeit zu verfallen, gehen manche Buchdrucker (Ma schinenmeister) dazu Uber, den Offsetdruck zu erlernen, da er ja grund verschieden vom Buchdruck ist und vom Steindrucker als sein ihm zu stehendes Arbeitsgebiet reklamiert wird. Im allgemeinen besteht noch ein empfindlicher Mangel an tüchtigen und erfahrenen Offsetdruckern. Für den Offsetdruck kommen nur besonders tüchtige Arbeitskräfte in Frage; der weitere Aufschwung und die Entwicklung dieses zukunfts reichen Druckverfahrens hängt in erster Linie von der Personalsrage ab. Da es nur wenigen Betrieben möglich ist, in der eigenen Offizin die erforderlichen Kräfte heranzubilden, wurde im Deutschen B u ch g e w e r b e h a u s c zu Leipzig eine Lehranstalt für Offsetdruck eingerichtet. Wer die Leipziger Frühjahrs- oder Herbstmesse besucht, versäume nicht, seine Schritte auch zum Buch- gewerbehause zu lenken, wo nicht nur die Offsetlehranstalt, sondern eine permanente Ausstellung aller graphischen Erzeugnisse, der Werdegang der einzelnen Druckverfahren, Papier- und Farbenherstellung usw. be sichtigt werden kann. Mit den Leipziger Messen ist bekanntlich auch die sogenannte Bugramesse (buchgcwerbliche Messe) verbunden, die zum Teil im Buchgewerbehause untergebracht ist (vgl. Bbl. Nr. 48). Zu klein gedruckte Ziffern ans Gcfchästsdrucksachcn. — Die »Pa- picrzeitung« erhielt von einer Großhandlung folgende beachtenswerte Zuschrift: »Wer in einem größeren Betriebe täglich Dutzende »der gar Hunderte von Briefbogen und Fakturen zur Bearbeitung in die Hand bekommt, weiß ein Lied zu singen, welche Qual oft die Ent zifferung der Bankverbindungen, der Telephonnummern und ganz be sonders der Postschecknummern verursacht, denn mit Vorliebe gefallen sich die Druckereien darin, zu diesen Texten ausnehmend kleine Schrif ten zu verwenden, obwohl gerade diese Angaben in einer Weise deut lich ersichtlich gemacht sein sollten, die jeden Zweifel ausschlisßen. Das Ablesen dieser Bezeichnungen wird häufig um so mehr er schwert, als unter den modernen Schriften sich Typen befinden, die schon in großer Ausführung recht herzlich schlecht zu lesen find, wie z. B. die Ziffern 6, 9, 8, 3 u. a. Das Streben nach Fortschritt auf allen Gebieten in Ehren, aber es geht doch zu weit, wenn dieses Streben zu Kunstformen führt, welche den Gegenstand der Darstellung kaum wiedererkennen lassen. Kommt nun auch noch dazu, daß derartige Let tern in allerkleinstem Maßstabe verwendet werden, so ist cs manchmal ein Ding der Unmöglichkeit, auf den ersten Blick zu erkennen, nie eine solche Zahl richtig lautet, mitunter ist dies kaum mit der Lupe fest zustellen. Aus dem Hinweis auf das Vorgcsagte ergibt sich von selbst für die Allgemeinheit der Drucksachen herstellenden Industrie die Anregung, daß bei der Ausführung von Drucksachen auf besonders deutliche und wesentlich größere Schriften für die Anbrinoung solcher Satzteile ge-
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