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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.03.1922
- Strukturtyp
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- 1922-03-01
- Erscheinungsdatum
- 01.03.1922
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- Deutsch
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.A? 51. 1. März 1922. Redaktioneller Teil. ^Vißanck ln I-eipriS s1922. 20 lllatt. 17X24,5 om in klappe. ^dol? I^UN8l! Uxlibri^ 1>ritts kol^e. Verlag von Otto KVixancl in I^eipriA s1922. 10 ölatt. 18X22,5 em in Klappe. Zissnierte ^us^abe 120.—; einkaeke ^usZabe 6 ./i 75.—j. Mit dem Aufschwung, den die Kultur des Buches in den letzten Jahrzehnten genommen hat, ist auch der Brauch lebendig geworden, Exlibris zu verwenden. Auf dem weiten Felde der Gebrauchsgraphik bietet das Bucheignerzeichen höchst reizvolle Aufgaben, an deren Lösung sich neben manchen unbekannten so ziemlich alle bekannten Ariffcl- künstlcr der Gegenwart versucht haben. Eine stattliche Anzahl von Blättern ist im letzten Vierteljahrhundert entstanden, bei denen alle graphischen Techniken von der einfachsten bis zur raffiniertesten ange wandt worden sind. Man ist dann auf den Gedanken gekommen, die von einzelnen Künstlern entworfenen Exlibris gesammelt in Mappen hcrauszugeben als willkommene Gabe für den Freund graphischer Kunst — der Sammler von Exlibris wird wohl mehr Wert auf den Besitz der einzelnen Originale legen, aber auch er wird die Mappen gern erwerben wollen, schon weil er so manchmal Arbeiten findet, die ihm vielleicht entgangen sind. Josef Sattler, der in der an erster Stelle genannten Mappe in einer neuen Folge zwanzig seiner Exlibris zusammengestellt hat, ist am meisten bekannt geworden durch seinen »Totentanz« und seine von der Neichsdruckcrci gedruckte Ausgabe des »Nibelungenliedes«. Beide Stoffe weisen bezeichnenderweise ins Mittelalter, und an den altdeut schen Meistern hat er seinen Stil gebildet, der manchmal in seiner Primitivität gesucht wirkt und die Grenzlinie zwischen Stil und Manier streift. Auch diese Mappe zeigt, das; sich Sattlers Phantasie mit Vor liebe in der Vorstellungswelt der Vergangenheit bewegt. Im ganzen verraten seine Blätter in ihrer Auffassung, Durchbildung und Technik ein gutes, solides handwerkliches Können; sie muten allerdings in ihrer archaisierenden Art etwas altmodisch an, wozu die gelegentlich zum Ausdruck kommende Neigung für allerlei phantastisch-grausiges Spiel ganz gut pasjt. Seine Jllustrationskunst ist aber jedenfalls ganz buch- mäßig, graphisch im engeren Sinne, ganz aus eine kräftige lineare und flächige Schwarz-wciß-Wirkung eingestellt. Das kommt besonders zur Geltung bei einigen dieser Blätter, die unter Verwendung einfachster geometrischer Formen wie Rechteck, Raute, Kreis verbunden mit Em blemen wie Merkurstab, Violinschlüssel, Bnchdruckprefse, Monogrammen — dabei das eigene 6 8 — und Spruchbändern ganz ornamental be handelt sind. Tie übrigen Blätter sind mehr oder minder allegorischen Charakters. Da ist eine Gruppe, die das Motiv des Buches, des schweinsledernen Folianten verwendet: Einmal fliegen in tollem Wirbel aus dem halbgeöffneten Bande eine Menge menschlicher Gestalten, das andere Mal schweben über dem aufgeschlagenen brennenden Buche Tod und Teufel, Narr und Engel; das dritte Blatt zeigt aus einem Felsen, der aus stürmischer Flut aufragt, ein Buch, auf dem eine weibliche Gestalt das Wappen der Kunst hochhält. Ein Drache bewacht den Schatz. Ein Drache, durch einen Pfeil getötet, ist auf einem weiteren Blatte dargestellt. Als letzte Gruppe kann man schließlich eine Reihe von Blättern zusammenfassen, die die persönliche Beziehung des Be sitzers zu seinen Büchern ausdrücken wollen, die von seinen Inter essen, seinen Sondcrgebieten, seinem Beruf und seiner Tätigkeit in Bildern reden. Exlibris kann man ja eigentlich immer nur zusam men mit den Büchern, für die sie bestimmt sind, und mit Kenntnis der Persönlichkeit ihres Eigentümers betrachten. Für Carl Busse hat Sattler ein Blatt gezeichnet, das einen Jüngling und ein Mädchen darstellt, die sich hinter dem Stamm einer Linde vor dem Tode ver bergen. In den Zweigen des Baumes, an dem eine Leier hängt, sitzen Vögel — im Hintergründe eine romantische Landschaft mit Bergen, Burgen und Wäldern, einem Dorfe und einer Mühle: Balladen motive, für viele banal und fremd geworden, aber gewiß zu dem Auftraggeber stimmend. Auf einem zweiten Blatte — offenbar für einen Techniker bestimmt — treibt ein geflügelter Dämon ein Ma schinenrad — ein Totenschädel schimmert aus dem Dunkel hervor, und gegen den Nachthimmel heben sich die Nmrisse von Fabrikschornstcinen ab. Auf dem nächsten Blatte bezeichnen die Fassade einer Kathedrale , und die Umrißzeichnung einer Gemme den Freund mittelalterlicher Kunst und der Antike zugleich. Es folgen: ein Blatt mit der Büste Homers in einem Gewölbe: eine Eule sitzt auf dem Kopfe des Dichters, ein Fabelwesen mit Fledermausflügeln davor, ein fünftes mit dem , Kopfe des alten Pan mit der Hirtenflöte. Zwei weitere Blätter endlich, eins mit landschaftlichen Motiven und Emblemen der Jahres zeiten, das andere mit figürlichen Darstellungen aus der deutschen Sagen- und Märchenwelt, sind in Zeichnung und Ausban nicht recht ge- ' lungen — sie wirken fast unbeholfen. Gegenüber der Mannigfaltigkeit der Arbeiten Sattlers bieten die Exlibris, die Adolf K u n st in einer Mappe vereinigt hat, eine Folge von Variationen über ein einziges Thema: Blumen. Rosen, Schnee glöckchen, Fuchsienblütcn, Heidekraut, Gänseblümchen, Heckenrosen u. a. haben dem Künstler als Vorwürfe gedient; sie sind teils als Sträuße, teils ornamental, teils auch in Verbindung mit landschaftlichen Mo tiven verwandt, und so ist eine Reihe von seinen Blättern entstanden,' von denen ein intimer Reiz ausgeht. Tie Mittel der Technik, Radie rung und Aquatinta, sind geschickt angewandt. Es ist gewiß kein Zu fall, daß neun von den zehn Radierungen Exlibris für Frauen sind — man mag sie sich gern in schön gebundenen edlen Büchern vor- stellcn, die für Fraucnhände und Fraucnhcrzen bestimmt sind. A. St. M ü z r. Kleine Mitteilungen. Jubiläum. — Am 1. März kann die Buchhandlung D. Fcddcr - scn jun. in Elmshorn auf ein 25jähriges Bestehen zurllckblickcu. Sie ist von D. Fcdderscn gegründet und nach dessen am 3. September 1012 erfolgtem Tode in den Besitz von Frau Margarethe Feddersen, geb. Bielefcldt übergegaugen. Tic Jubelfirma be treibt Buch-, Kunst-, Musikalien- und Papicrhandcl, verbunden mit Verlag und Journallesezirkcl. Für Auslandlieferungcn. — Der Neichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung hat nachstehende Umrechnungskurse nach dem Stande vom 27. Februar 1922, gültig für die Zeit vom 1.—7. März 1922, festgesetzt, die von den Außenhandelsnebenstellen bei Umrechnung von Fakturen in ausländischer Währung zur Ermittlung der Gebühren nsiv. benutzt werden: Aegypten 38.50 Italien 9.60 Amerika 190.- Japan 83.- Argentinien G. 160.— Jugoslavien — P. 68.— 1 Kr. - Dinar —.56 Belgien 16.— Luxemburg 15.— Brasilien 23.— Norwegen 32.— Bulgarien 1.30 Oesterreich —.04 Chile 19.— Portugal 13.— Dänemark 39.- Schweden 49.— England 40.50 Schweiz 36.- Finnland 3.70 Spanien 30.— Frankreich 17.— Tschecho-Slowakei 3.30 Griechenland 8.- Ungarn —.27 Holland 70.— Neue Bestimmung für die Einfuhr von Büchern nach Amerika. lVgl. Bbl. Nr. 40.) - Für die Einfuhr von Büchern in deutscher Sprache nach Amerika ist jetzt eine neue Bestimmung in Kraft getreten, die für die deutschen Verleger von Bedeutung ist. Es müssen alle Bücher außer dem Ort das Hcrstellungs-, bzw. Ursprungsland erkennen lassen, also entweder, wenn sie in Deutschland erschienen sind, die Bezeichnung »Oermany«, und wenn sie in Österreich erschienen sind, die Be zeichnung »^uktria« tragen. Ausgenommen hiervon sind nur solche Bücher, denen als Verlagsort Berlin aufgedruckt ist, und zwar sind diese deshalb ausgenommen, weil die geographischen Kenntnisse der amerikanischen Zollbehörden doch soweit gehen, zu wissen, wo Berlin zu suchen ist. Ta ja im allgemeinen nur der Ort auf dem Titel aufgc- diuckt ist, so ist es erforderlich, daß neben diesem jeweils ein entsprechen der kleiner Gummistempel mit »Oermany« oder »^U8tria« rufgedruckt wird, damit Schwierigkeiten bei der Einfuhr vermieden werden. — Für die Büchcr-Einfuhr nach Kanada besteht eine ähnliche Vorschrift, die wir bereits in Nr. 40 des Bbl. mitgcteilt haben. »Bastei«, Verein jüngerer Buchhändler, Dresden. Wie uns unser Alterspräsident, Herr H a y n o Focken, in seiner launigen Glück- wunschredc versicherte, können sich selbst die bekannten »ältesten Leute« nicht entsinnen, daß das Geburtstagsfest unserer lieben »Bastei« jemals in so schöner, Herz und Gemüt erfreuender Weise verlaufen sei wie das verflossene 65. am Sonntag, dem 19. Februar. Das mag wohl iu erster Linie der fttrsichtigen und unermüdlichen Tätigkeit unseres ersten und zweiten Vorsitzenden, der Herren Schumann und von Goeriz, zu ver danken sein, denen es gelungen war. einen Stab von auserlesenen Künstlern aufzubietcn, die sich in liebenswürdigster und aufopferndster Weise bereit fanden, unser Stiftungsfest zu verherrlichen. Der Chronist zweifelt daran, daß es ihm gelingen werde, all die auscrwählten Leckerbissen für Auge uud Ohr aufzuzähleu und zu würdigen, es würde den ihm hier in freundlicher Weise zur Verfügung gestellten Raum weit überschreiten, wollte er alle Namen nmnen. Frau Charlotte Vicreck-Kimpel, die Primadonna unserer Staatsoper, erfreute uns durch fünf Gesänge von Brahms und Hugo Wolf, in denen sich die Meister- 265
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