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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.12.1922
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- 1922-12-02
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- 02.12.1922
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Redaktioneller Teil. X 280, 2. Dezember 1922. samt-Alphabet eingereiht. Bei den Sammeltitcln stehen jetzt dafür knappgehaltcne Verweisungen, die teils nach Heft- oder Band-Num mern, teils bei Fehlen der Nummernangabc alphabetisch geordnet sind. Die Art dieser Verzeichnungen bietet nur eine kurze Angabe, was und wieviel in dem betreffenden Halbjahr unter dem Vcrleger-Sammel- titel erschien. Außerdem sind die Preise hierbei angeführt. Die genaueren Angaben, wie Umfang, Abbildun-gen und sonstiges biblio graphisches Beiwerk, finden wir dagegen nur an der Stelle, die uns den »Inhalt« nunmehr als Einzcltitel nennt. Auch bei Satztitcln wurde von der altgewohnten buchhändlerischen Ordnung abgewichen. Die älteren Kataloge ordnen z. B. »Kann man mit den Toten reden« unter Toten, während die heutige Bibliographie unter dem ersten Satz wort Kann . . . registriert. Beim Turchblättern des vorliegenden Halbfahrsverzeichnisscs fin den wir Verweisungen gleichlautender Verfasscrnamen verschiedener Schreibung nur gelegentlich, z. B. Ude s.: Uhde. Es steht zu wünschen, daß derartige Verweisungen, wie sie bereits im Deutschen Bücher-Vcr- zeichnis 1915—1920 durchgeführt sind, auch im Halbjahrskatalog ge bracht werden, z. B. bei Courths, Kurtz, Kurz oder Gracfc, Graewc, Greve, oder Kandt, Kant u. ä. Tie alte Gepflogenheit, Ordnungs worte, die in alter und neuer Schreibweise Vorkommen, nur in dcr neuen Orthographie zu bringen und von der veralteten Rechtschreibung aus zu verweisen, ist beibehalten, z. B. Corrcspondenz . . . s. Korre-- spondenz . . . Ist jedoch die Schreibweise noch schwankend, so ist wechselseitig verwiesen, z. B. Bureau . . . s. a.: Büro . . . und Büro . . . s. a.: Bureau . . . Dagegen vermissen wir ähnliche Ver weisungen bei Collegium —Kolleg . . . , Fourier — Furage, Schi. . . — Ski . . . usiv. Der II. Teil: Register bringt auf 122 doppelspaltigen Seiten ein ausführliches Verzeichnis nach Stichworten geordnet, und zwar in knappester Fassung. Vorgenommene Nachprüfungen ergaben nir gends Lücken. El e sch. Jahrbuch Deutscher Bibliophilen für 1921/1922. (Deutscher Bibliophilenkalender.) Achter und neunter Jahrgang. (Doppeljahrgang.) Herausgegeben von Hans Feigl. Wien: Moritz Perles IS2S. 204 S. 8°. Pppbd. Das Jahrbuch Deutscher Bibliophilen repräsentiert den deutsch- österrcichischen Zweig der deutschen Bücherliebhaberei, nicht in strenger Absonderung nach den politischen Landes^renzen das der deutschen Bücherliebhaberei überhaupt Gemeinsame und sie Verbindende ver wischend, wohl aber das Österreichische stärker betonend. To hat es sich seinen eigenen Platz in der deutschen periodischen Bibliophilic- literatnr gewonnen, und unter den zahlreichen Abhandlungen, die seine schon stattlich angewachsene Bandreihe bringt, haben die meisten einen dauernderen Wert als den eines Kalenderbeitrags. Von den Bei trägen dieses neuesten Jahrgangs sind die Kindheits- und Fu ge n d c r i n n e r u n g e n Max Schneidern ins an das Brüder paar Eduard u n d H a n s G r i s e b a ch nicht nur eiu Beitrag zur deutschen Bibliophilicgeschichte, mehr noch interessieren sie den Literar historiker, der in ihnen manchen Aufschluß über die Entwicklung der Persönlichkeit des »Neuen Tanhäuser«-Tichtcrs finden wird. Eduard Grisebachs liebenswürdige und vornehme Art wird allen, die ihn ge kannt haben, als die eines Bücherfreundes vor Augen stehen, bei dem die Bibliophiliepassion sich in einer schönen weltmännischen Ausge glichenheit zeigte. Er war nicht wohlhabend und rühmte sich wohl auch scherzend, daß sein Höchstsatz für antiquarische Erwerbungen der Thaler sei. Obschon er mit Eifer und Geschmack Bücher zu »eigenem Nutzen und Vergnügen« zu sammeln verstand, war er doch weit davon ent fernt, mit den anderen bedeutenden deutschen Büchersammleru seiner Zeit in Wettbewerb zu treten, und als Büchersammler ist ihm in den Ergebnissen seiner Sammlertätigkeit sein Bruder Hans durchaus über legen gewesen. Die nicht zu unterschätzenden Verdienste, die er sich um die Ausbildung und Ausbreitung der deutschen Bibliophilie er warb, lagen in seiner beispielgebenden Behandlung der ästhetischen und bibliographischen Bnchpflege, wie er sie in der Ausstattung seiner eigenen Werke wies und in den bibliographisch dcs öfteren irreführen den Katalogen seiner Privatbibliothek tonangebend zeigte. In Eduard Grisebachs Sammlertagen war die relative Billigkeit vieler alter Buchware weit weniger etwas den Büchersammler Förderndes — wie man heute gern meinen möchte —, als-das reiche Angebot; es ließ sich noch sehr bedachtsam in den in den Altbücherlagern aufgestapclten Schätzen, die kaum solche zu sein schienen, wählen. 'I'ompi passati wer den wir wohl mit Philipp Rath meinen müssen, der das B ii ch c r - A n t i q n a r i a t nach de >m F r i e d e n s s ch l u s s e in seinem Beitrage behandelt, während Fritz M a u t h n e r von d c - rühmten nngedruckten Büchern alter Freidenker plaudert und M. M. N a b e n l e ch n >e r einen Überblick über Erstausgaben und 1694 sonst bemerkenswerte Ausgaben der Schriften Peter Roseggers gibt. Tie bibliographische Skizze Hans Schimanks, Zur Ge schichte dcr physikalischen Experimentier- und Spielbüchcr verweist auf eine Bnchgrnppe, die ebenso für die Ent wicklung heute sehr beliebter Jugcndschristcn wichtig ist, wie auch für den Knltnrhistoriker und den Literarhistoriker, für den die bisweilen technikohistorisch sehr belangreichen alten gewichtigen Vorfahren dcs Erperimcnticrbuches, diese »Zauberbücher«, als Quellcnwerke mancher Autoren in Betracht kommen. Eine .Übersetzung von Flauberts Büchernarr, eine hübsche Darstellung F. Kreyenbiihls, Wie Gottfried Keller las, die Biographien zweier eigen brötlerischen Gestalten aus der G.schichte der österreichischen Biblio philie (M. Grolig, Der Büchel« Richter, und A. K., E i n Sonderling, August P f i z m a y e r) passen sich dem abwechse lungsreichen, bunten Inhalt des unterhaltsamen Jahrbuchs gut ein, dessen Miscellaneateil, insbesondere die »Bücherschau« des Herausgebers, die allzu sehr P08t kestum kommt, man etwas gekürzt wünschen möchte, um Platz für weitere Aufsätze zu gewinnen. Das Jahrbuch dient der Wiener Bibkiophilcn-Gesellschaft als Organ und darf derart auch den Veröffentlichungen dieser Gesellschaft zugerechnet werden, sodaß cs in ihrer Schriftenreihe nicht fehlen sollte, obschon es seine selbständige Stellung wahrt. Die Ungunst der Zeitvcrhältnisse hat cs verhindert, daß diesmal dem hübsch ausgestatteten Bande Bildtafeln hinzugcfiigt wurden, die in den früheren Jahrgängen, manches weniger bekannt ge wordene Bibliophilenporträt zeigten. G. A. E. Boge n g. Meine Mitteilungen. Die neue Schlüsselzahl. — Seit Anfang November hat sich der Drnck- tarifausschlag für Wcrkdruck von 25850 aus 45300, der Aufschlag für Buch binderarbeiten von 28 500 auf 50 000 erchöht. Der mittlere Teuerungs- indcx für holzfreies Papier stieg von 93 500 auf 175 000. Das sind durchweg Steigerungen von annähernd 100'^. Weitere Erhöhungen stehen unmittelbar bevor. Auch der Lebenshaltungsinder des statistischen Reichsamts, der zuletzt 21 980 war, dürfte vermutlich in der neuen Veröffentlichung dieser Tage eine rund 100')„ige Erhöhung bringen. Der Buchhandel hält sich somit durchaus im Nahmen dieser weiteren Geldentwertung, wenn er auch seinerseits seine Schlüsselzahl gegen An fang November, wo sie 210 lautete, annähernd verdoppelt und nunmehr auf die einige Zeit Bestand versprechende Zahl 400 festsetzt, was gegen die letzte Festsetzung auf 300 Mitte November eine Erhöhung um 33^°/„ bedeutet. Eine neue Tabelle zum A b l e s c n d e r L a d e n p r e i s e nach diescr neuen Schlüsselzahl wird in dem der nächsten Nummer (281) 'bei liegenden Bestellzettelbogcn veröffentlicht werden, diesmal jedoch aus Wunsch weiter Mitgliedcrkreife ohne Einbeziehung eines Teuerungs zuschlags, um sie allgemein anwendbar zu machen. Die Not der deutschen Wissenschaft. — Fm Reichstag hat der Zentrumsabgeordnete Marx folgende Interpellation eingebracht: Tie schwere wirtschaftliche Krisis hat auch die deutsche Wissenschaft in eine überaus schwierige Lage gebracht. Große Forschungsinstitute sehen sich außerstande, bedeutsame wissenschaftliche Unternehmungen auf- rechtznerhalten. Die Führung auf weiten Feldern wissenschaftlicher Forschungstätigkeit, auf denen Deutschlands wissenschaftliche Weltgeltung beruhte, droht uns verlorenzugehen und in das valutastarke Ausland abzuwandern. Der Ankauf wissenschaftlicher Werke dcs Auslands wird trotz dankenswerter Bestrebungen wissenschaftlicher Selbsthilfe- Organisationen immer schwieriger, selbst für größere Bibliotheken. Große Kulturinstitutc des Gesamtvolkes, wie das Germanische Mnseum in Nürnberg, die Deutsche Bücherei in Leipzig, das werdende Deutsche Museum in München, sehen aus Mangel an Mitteln sich kaum in der Lage, den auf sie gesetzten Erwartungen zu entsprechen. Führende wis senschaftliche Zeitschriften rechnen mit ihrer Einstellung oder haben be reits ihr Erscheinen eingestellt oder kürzten ihren Umfang derartig, daß sie ihren Aufgaben nicht mehr genügen können. So überaus dan kenswert und hingebend die Notgemeinschast der deutschen Wissenschaft wirkt, so unzulänglich erweisen sich die ihr znr Verfügung gestellten Mittel. Alle diese Erscheinungen sind um so bedenklicher, als die Forscher-- tätigkeit dcs einzelnen Gelehrten sehr stark gehemmt ist. Besonders gefahrdrohend gestaltet sich die Entwicklung und Erhaltung des wissen schaftlichen Nachwuchses an unseren Hochschulen. Zn der Schwächung der Wissenschaftsunternehmungen und des Nachwuchses tritt die Not lage zahlreicher anderer geistiger Arbeiter, der Wissenschaftlichen, künst lerischen, technischen Kräfte und zahlreicher freier Berufe, eine Notlage, die von Tag zu Tag fühlbarer wird. Alle diese Erscheinungen bedeuten eine schwere Erschütterung der ideellen und technischen Grundlagen unserer Kultur und eine Minde rung unserer Erzeugung.
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