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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.06.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-06-17
- Erscheinungsdatum
- 17.06.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. lanös, Frankreichs, Österreich-Ungarns, Italiens, Englands, Belgiens, der Niederlande, Spaniens und Portugals begrüßte, die Bedeutung der Federation für die Regelung des internationale» Ausstellungs wesens hervorhob und ans die Federation sowie die fremden Regie rungen trank. Namens der Delegierten gab Professor Busley-Berlin der Bewunderung für die Schweizerische Landesausstellung Ausdruck und wünschte ihr vollen Erfolg. Nationalrat Hirter trank auf die Annäherung der Völker durch das Mittel der Ausstellungen. Japan, Rußland und Dänemark hatten ihre Abwesenheit entschuldigt. Ein Syndikat für den deutschen Auslandsnachrichtcndienst. — Nach dem der Plan einer deutschen Welthandelsgesellschaft gescheitert war, hat man die Absicht durchgefllhrt, ein Syndikat für den deutschen Aus landsnachrichtendienst zu gründen. Die »Deutsche Export-Revue« bringt hierüber folgende Mitteilungen. Vor kurzer Zeit hat sich das Deutsche Syndikat für den Auslands nachrichtcndienst gebildet, das seine Tätigkeit Uber die ganze Welt aus dehnt und vor allen Dingen tendenziöse Nachrichten und Angriffe gegen Deutschland in geeigneter Form erwidern will. Die Organisation des Unternehmens ist derart festgesetzt, daß an ihrer Spitze ein Direk torium von drei Herren steht, nämlich die Herren Geheimrat v. Bor- sig, Landrat a. D. Rötger und Direktor Schacht von der Dresdener Bank. Daneben ist noch ein Verwaltungsrat eingesetzt, der vor allen Dingen Anregungen für den Ausbau der ganzen Art der Bericht erstattung geben soll. Ihm gehören u. a. an: Generaldirektor Heineken vom Norddeutschen Lloyd, Direktor Helfferich von der Deutschen Bank, Direktor Huldermaun von der Hamburg-Amerika-Linie, Direktor v. Langen von der Disconto-Gesellschaft, Geheimrat Rathenau von der A. E.-G-, Direktor Salomonssvhn von der Disconto-Gesellschaft und Gcheimrat v. Siemens. Es handelt sich bei dem Unternehmen vorläu fig um ein Syndikat auf drei Jahre, das später eine festere Form er halten soll. Der Jahresbeitrag für die Mitglieder beträgt mindestens 1000 Mark. Das Auswärtige Amt hat dem Syndikat einen Zuschuß von 250,000 Mark zugebilligt unter der Bedingung, daß von der Industrie die gleiche Summe aufgebracht werde. Diese Summe ist bereits durch die Mitgliedsbeiträge und freie Beiträge gezeichnet worden. Man ist ferner bemüht, den Beitritt der deutsch-ausländischen Wirtschaftsver eine zu erzielen. Jedoch sind die Verhandlungen darüber noch in der Schwebe. Der Konkurs der »Brücke«. — Uber die Gesellschaft »Die Brücke« ist jetzt, wie aus München gemeldet wird, der Konkurs eröffnet worden. Einspruch. — Gegen das in Nr. 135 d. Bbl. mitgeteilte öster reichische Verbot von Eduard Fuchs und Alfred Kind: Die Weiberherrschaft in der Geschichte der Menschheit (München, Albert Langen), das wir der Osterr.-ungar. Buchhändler-Correspondenz ent nahmen, wendet sich eine Zuschrift der Verlagsfirma Albert Langen. Es sei nicht das zweibändige Hauptwerk verböte» worden, sondern ein kleines österreichisches Provinzgericht habe nur den Ergänzungs- band beanstandet, wogegen sofort Einspruch erhoben worden sei. Vom Wcßlarcr Lottchaus. — Das Geburts- und Wohnhaus Char lotte Buffs in Wetzlar, das durch Goethes »Werther« zu einer Stätte von klassischer Bedeutung geworden ist, wird gegenwärtig einer gründ lichen Wiederherstellung unterzogen, die den Bau des denkwürdigen Hauses für lange Zeiten sicher» und seinen Räumen ein der Werther- zeit möglichst entsprechendes Gepräge wiedergeben soll. Da diese Ar beit mit erheblichen Kosten verbunden ist, wird von Wetzlar aus an alle Goetheverehrer die Bitte um Beiträge gerichtet, die au das Bür germeisteramt Wetzlar einzusenden wären. Es hat sich eine »Vereini gung der Freunde und Freundinnen des Lottchauses« gebildet, die auch auswärtige Mitglieder aufnimmt. Anmeldungen mit Angabe des Jahresbeitrags nimmt das Bankhaus Otto Kellner in Wetzlar entgegen. Zu weiteren Mitteilungen ist Oberlehrer a. D. Seher in Wetzlar gern bereit. Balneologischc Tagung in Baden bei Wien. — Vom 6. bis 0. Ok tober wird in Bade» bet Wien eine bedeutsame balneologischc Ver sammlung stattfinden; der Zentralverband der Balneologen Österreichs wird sich mit der Zentralstelle für Balneologie zu einer gemeinsamen Tagung unter dem Vorsitz der Herren Geheimer Obermediztnalrat Prof. Dietrich und Hofrat Hans Horst Meyer vereinigen. In der Er öffnungssitzung werden Hans Horst Meyer und Zuntz Vorträge halten. Eine besondere Sitzung bleibt für die naturwissenschaftlichen Grund lagen der Balneologie Vorbehalten, in der die Herren Ncmberg-Berltn, Wiechowski-Prag, Franz Müller-Berlin n. a. sprechen werden. Das .V 137, 17. Juni 1914. Referat Liber die balneo-therapentische Behandlung der Harnorgane hat Posncr-Berlin, das über die der Hautkrankheiten Luithlen-Wien über nommen. Über die gesetzlichen Maßnahmen in den Kurorten und für dieselben werden Glax-Abbazia, Röchling-Misdroy und Kanffmann- Berlin referieren. Anläßlich der Tagung veranstaltet das Deutsche Zentralkomitee für ärztliche Studienreisen eine Studienreise nach Wien, Baden und dem Semmering, die am 2. Oktober in Wien beginnen wird. Deutscher Armenpflege-Kongreß. — Der diesjährige deutsche Ar- menpflege-Kougreß findet in Münster i. W. vom 14. bis 17. Sep tember statt. Auf der Tagesordnung stehen zwei Themen: Die Auf sicht über die öffentliche Armenpflege und ihre Regelung im Reichs armengesetz (Berichterstatter: Direktor Or. Blaum-Straßburg, Stadt rat Kaftan-Flensburg) und Die Wohlfahrtspflege, ihre einheitliche Organisation und ihr Verhältnis zur Armenpflege (Berichterstatter: Beigeordneter Or. Greven-Köln, Frl. Or. Baum-Düsseldorf). Personaltiachrichteil. Carl Schünke -s. — Zu dem bereits in Nr. 134 kurz gemeldeten Tod des Herrn Schünke geht uns aus Berlin folgender Nachruf zu: Am 9. Juni 1914 wurde Herr Carl Schünke zu Berlin-Schöneberg, Feurigstr. 18, mitten aus der Arbeit heraus, seinem Wirkungskreise, den er durch 48 Jahre in der Amelang'schen Sortiments-Buchhandlung, Berlin, und unter deren Rechtsnachfolgern in Ehren ausgefüllt hat, durch einen unerwarteten Tod im 68. Lebensjahre entrissen. Schünke begann seine Laufbahn unter dem unvergessenen Rudolf Gärtner, der frühzeitig seine vortrefflichen Eigenschaften erkannte. Das in ihn gesetzte Vertrauen hat er durch rastlose Arbeit und vorbildliche Pflicht erfüllung in den vielen Jahren gerechtfertigt, in denen Hans Julius Beuecke Inhaber der Firma war. Aus kleinen Anfängen heraus ge staltete sich seine Stellung zu einer selbständigen und verantwortlichen als Leiter des der Buchhandlung angeglicderten Kommissionsgeschäftes. Diese Tätigkeit brachte ihn in nahe Beziehung mit vielen Mitarbeitern und Zöglingen der Amelang'schen Sortiments-Buchhandlung, die in späteren Jahren hochangcscheue Persönlichkeiten des deutschen Buch handels wurden und sich, soweit sie noch unter den Lebenden weilen, des ausgezeichneten Mannes gewiß gern erinnern werden. Auch zahlreiche Komittcnteu des In- und Auslandes werden seiner noch aus früherer Zeit gedenken. So hat Schünke mit nie versagender Freudig keit seinem von ihm verehrten Chef, bis zu dessen im Jahre 1888 er folgtem Tode ihm eng verbunden, mit großer Treue und Hingabe ge dient und auch unter dessen Nachfolgern, zuletzt tu der Kommissions abteilung der Firma F. Volckmar, Berlin, seine Tätigkeit mit Kraft und Umsicht ansgellbt. Als Veteran der drei großen Kriege hat »Vater Schünke« eine königstreue, echt vaterländische Gesinnung be tätigt und sich der besonderen Wertschätzung seines Batteriechefs aus dem Feldzuge 1870/71, des späteren Generalleutnants und Komman danten des Zeughauses von Ising, erfreut, der ihn wiederholt durch seinen Besuch im Kontor auszeichnctc; eine Kameradschaft, durch Blut und Eisen besiegelt, ein Vorbild für unsere Jugend. An seinem Grabe trauert eine Witwe, die 37 Jahre hindurch mit ihm Freud und Leid geteilt, und mehrere erwachsene Kinder. Er war der Treuesten einer! Ehre seinem Andenken! R. L. vr. Gustav Uhlig s. — Geheimrat Or. Gustav Ilhlig ist, 76 Jahre alt, in Schmicdeberg in Schlesien plötzlich gestorben. Mit ihm ist einer unserer bedeutendsten Schulmänner dahingegaugen. Er wurde am 9. Juli 1838 in Gleiwitz geboren. Nach Absolvierung seiner Stu dien (er promovierte mit Lmsnckationos ^pollontanno, 1862) betätigte er sich über sieben Jahre an ausländischen Anstalten, namentlich in der Schweiz, in Aarau, wo er einige Jahre als Redakteur der Jahres hefte des Vereins schweizerischer Gymnasiallehrer tätig mar. AnS einer gründliche» Kenntnis der verschiedensten anherdentschen Systeme heraus warnte er vor einer Überschätzung fremder Anregungen. Selbst bei der vielgerühmten schweizerische» »Einheitsschule« tadelte er die Überbürdung der Schüler, die darin ihren Grund habe, daß man trotz mangelhafter Vorbildung und geringerer Jahreskurse in den alten Sprachen immer noch mit Deutschland Schritt halte» wolle. Nachdem er in das Vaterland zurückgekehrt war, wurde er Gymnasial- direktor und gründete den Gymnasialvcrein, der die entschiedenen Hnmanisten in sich vereinigte. Er übernahm die Redaktion der Zeit schrift »Das humanistische Gymnasium«. Von wissenschaftlichen Arbeiten, die er verfaßte, sind bekannt: »Appendix urtis vionxsii«, »vionxsti Iluaeis ars Zrammntieg« und die erst 1910 erschienene »^potlonii Dyseoli de eonstruettons libri IV rse.«. Er ivar zuletzt ordentlicher Honorarprofessor in Heidelberg. Verantwort!. Red. t. V.: N i ch a r d A l b c r t t. — Verlast: Der Börsen verein der Deutsche» Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BuchhändleihauS. Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 2S (Buchhändlerbaus,. S80
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