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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.10.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-10-28
- Erscheinungsdatum
- 28.10.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
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- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19201028
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Redaktioneller Teil. >6 243, 28. Oktober 1920. Anton Wcichsclbaum f. — In Wien ist Hofröt Prof. Or. Anton Weichselbanm, der bekannte Kliniker und Vertreter der pathologischen Anatomie an der Wiener Universität, infolge eines Krebsleidens ge storben. Er war einer der ersten, die die Bedeutung von Nob. Kochs Entdeckungen auf dem Gebiete der Bakteriologie erkannten, und wurde einer der Hanplvcrtreter dieser neuen wissenschaftlichen Richtung in Wien. Als Proseltor des Nudolfspitals machte er eine Reihe be deutungsvoller wissenschaftlicher Entdeckungen, so die des Erregers akuter Lungen- und Rippenfellentzündungen und die des Erregers der epidemischen Genickstarre. öpreüillilll. Das entlastete Gewissen. Die erste Liste (Bbl. Nr. 239) derjenigen Verleger, die freiwillig erklären, bei direkten Verkäufen an das Publikum neben dem Tene- rnngözuschlag auch die Besorgungsgebühr zu erheben, hat schon einen stattlichen Umfang. Das Sortiment wird dies dankbar anerkennen. Aber ich will auch gern hoffen, dass eine später anfznstellenüe Liste derjenigen Verlagsfirmcn, die sich zu dieser Erklärung durchaus nicht entschließen können, nur wenige, möglichst nicht einmal 29 Namen trägt. Nene Berechnungen möchte ich hier nicht anfstellen, sondern nur dabei helfe», den schweren Stein des Anstoßes vom Verlegergewissen fortzurollen. Der entflammte Kampf hat, falls er nicht das Ziel verfolgt, das Sortiment zugrunde zu richten, immerhin den Zweck des Preisabbaues. Deshalb sollte jeder Verleger, wenn er sich überhaupt zu einer direkten Lieferung an das Publikum entschließen kann und die Gewinne dabei so groß sind, daß sie nicht verantwortet werden können, die Bcsorgnngsgebühr von 10°/o oder, besser gesagt, das Auf geld der direkten Lieferungen besonders buchen und mit dem hierdurch erzielten außergewöhnlichen Gewinn den eigenen Verlagsteue- rungszuschlag abbauen. Damit würde wieder ein Teil des ge steckten Zieles erreicht und das sonst durch den erzielten angeblichen »Wnchergeirnin- schwer beladene Gewissen entlastet werden. Ein bei dieser Prozentrechnung etwa nicht unterzubringender, kkberschuß lönnte dem Unterstüßnngs-Verein Deutscher Buchhändler überwiesen werden, damit jedes Bedenken beseitigt wird. Der Unter stützungs-Verein wird den Betrag gern in Empfang nehmen, und es ist hiermit gleichzeitig eine zweite Möglichkeit gegeben, den durch Tene- rungsznschkag und Aufgeld erzielten Betrag einem guten Zweck zuzn- führen, für den Full, daß mein erster Vorschlag, den Verlagsteuerungs zuschlag abzubauen, nicht genehm ist. Ter Verleger steht znm Sortimenter in einem ähnlichen Verhält nis wie der Chef zu seinem Angestellten. Ter Chef kann wohl durch größere Tüchtigkeit und Erfahrung, durch Mehrarbeit und mehr Geist, durch bessere Waren- und Kundenkenntnis mehr leisten und mehr ver kaufen als der Angestellte. Aber wehe ihm, wenn er das dadurch zu erzielen sucht, daß er dem Kunden billigere Preise bietet als im Augen blick zuvor sein Angestellter. Dann verliert der Angestellte das Ge schäftsinteresse, die Lust zur Arbeit und am Verkaufen. Und der Kunde wundert sich, daß eine Ware zweierlei Preise in einem Ge schäft hat, und sucht das nächste Mal ein Geschäft ans, in dem feste Grundsätze herrschen. Kurz, der Chef schneidet sich doppelt ins eigene Fleisch. Sollte das einem Verleger nicht ähnlich oder ebenso gehen können? i Wo ein Wille, da ist auch ein Weg! Uns Sortimentern fällt es be stimmt schwer, die neue Notstandsordnung anzuerkennen: aber wir ziehen in diesen ohnehin schon schweren Zeiten es vor, uns das Weih nachtsgeschäft nicht durch ein etwa entstehendes Chaos gänzlich verder ben zu lassen. Das möge der Verleger anerkennen und die freiwillige Erklärung abgeben. Auch diese »verbesserte« Auflage der Notstands ordnung wird hoffentlich bald vergriffen sein und durch eine völlig neu bearbeitete, wesentlich vereinfachte überholt werden. Magdeburg. Friedrich Reinecke. Chaos. Wir lieferten kürzlich das XI. Jahrgangbnch des »Zwiebelfisch« aus und entsprachen, wie wir glauben, richtig der Bestimmung des Börsenvereins, wonach bei Gewährung von mindestens 35°/, Rabatt ans Neuerscheinungen ein Tcuerungszuschlag nicht mehr erhoben wer den darf. Nun erhalten wir zahlreiche Beschwerden von Abonnenten, ans denen wir eine besonders bezeichnende hier wiedergeben. (Die Urschrift liegt der Redaktion vor)*): *) Wird bestätigt. Red. »Gestern erhielt ich Zwiebelfisch XI. VorzugSauSgabe mit bei liegender Rechnung ... 36.59 Ar"/, Teuerungszuschlag ^ 7.39 ^43.80 von einer Berliner bekannten Versandbuchhandlung, durch die ich den Zwiebelfisch seit seinem Bestehen beziehe. Ich wies nun heute den Berliner Sortimenter auf Ihre Veröffentlichung im Buchhänd ler-Börsenblatt hin (Nr. 170 vom 2. VIII. 1920, S. 8346), wonach der Preis 30 (bar 23.40) ohne jeden weiteren Aufschlag be trägt, und erbat Aufklärung. Ter Sortimenter hat also an dem einen Buch 20 Gewinn. Ich teile Ihnen dies zunächst zur Orien tierung mit, da der Fall typisch ist. Die Sortimenter wollen vom früheren 20prozentigen Cortimen- terzuschlag nicht ablassen, sodaß größere Verlage bereits vielfach direkt mit dem Publikum in Verbindung treten, was ich als bisher sehr eifriger Bücherkäufer für verkehrt und die Interessen der Käufer wie Händler durchaus schädigend halte. Uber die Erwiderung meines Berliner Lieferanten werde ich Sie unterrichten und werde Ihnen die betr. Firma nennen, falls er den Teuerungszuschlag nicht fallen läßt. Unterschrift.« Auf alle solche Zuschriften erwiderten wir folgendes: Datum des Poststempels. Ew. Hochwohlgeboren. Zahlreiche Abonnenten des Zwiebelfisch beschwerten sich ähnlich wie Sie darüber, daß der Sortimentsbuchhandel einen Teuerungs zuschlag von 20<>/o auf die Preise von 12.50 bzw. 36.— be rechnete. Darauf erwidern wir, daß nach unserer Anschauung dieser Ausschlag nicht berechtigt ist, daß wir aber zurzeit nicht wis sen, ob unsere Nechtsauffafsung auch objektiv zutrifft. Der gesamte Buchhandel befindet sich zurzeit in einer schweren Krise, die ihren Ausdruck besonders in dem zwischen Verlag und Sortiment schwebenden Kampfe um Abschaffung oder Beibehaltung des Teuerungszuschlags findet. — Es ist nicht zu bestreiten, daß jede der beiden Parteien ungefähr gleich viel gute Gründe für ihre Auf fassung anführt. Wir Verleger können uns in diesem Chaos, für das von einer demnächst stattfindenden Versammlung Klärung erhofft wird, nur strikte an die zurzeit bestehenden Bestimmungen des Buchhändler- Börsenvereins halten, wonach unter gewissen Voraussetzungen, die beim Zwicbelfisch zutreffcn, ein Teuerungszuschlag nicht mehr er hoben werden darf. Diese Bestimmung wird aber von zahlreichen Buchhändlern nicht für gültig gehalten. In vorzüglicher Hochachtung Hans von Weber, Verlag des Zwiebelftsch. Die Vorzugsausgabe kostet nicht 36.50, sondern 36.— ord. Abgesehen davon, stellen wir fest: der Ladenpreis beträgt (richtig berechnet) 43.20, der Sortimenter bezieht zu netto 23.40, sein Gewinn ist 19.80. Also für die Halbjahrsarbeit des Herausgebers, für die verantwort liche Tätigkeit des Schriftleiters, für die Honorare der Mitarbeiter, für die gesamten Herstellungskosten (diesmal ca. 55 000 ^//) usw. erhält der Verlag23.40, der Sortimenter aber, der gerade beim Zwiebelfisch fast gar kein Risiko hat, beansprucht für Bestellung und Lieferung des von seinem Kunden bestellten Buches 19.80, also beinahe so viel, wie Verfasser, Mitarbeiter, verantwortlicher Schrift leiter, Papierfabrik, Drucker, Buchbinder usw. zusammen erhalten! Bei allem Verständnis für die berechtigten Klagen des Sorti ments können wir dieses Verhältnis nicht für objektiv gerecht halten. München 17, den 18. Oktober 1920. Hans von Weber, Verlag des Zwiebelfisch. Bar mit Nemissionsrechtl Die hohen Preise der Bücher, die vielen Unkosten veranlassen oft den Sortimenter, Ko in Missionssendungen ober bar mit Ne missionsrecht zu verlangen. Da wird sehr oft vom Ver leger einfach bar geliefert, und man muß dann wieder Ein lösungs-Auftrag nachsuchen, was Zeit und viel Geld kostet bet den augenblicklichen Verhältnissen. ES dürfte sich empschlcn, daß in solchen Fällen, wo mit N e m i s f i o n S r e ch t geliefert wird, ein Zettel der Faktur beigcsllgt wird, aus der alles Nähere für den Kommissionär bei späterer Rücksendung ersichtlich ist. Man würde dadurch die unnötigen schriftlichen Anfragen ersparen. N. Berantwortl. Red. l. V.: Richard A s b e r t i. — Berlaa: DerBiirsenoerein der Deutschen Buchhändler tu Lein,in. Deutsches Buchbändlerbau». Druck: Ramm tt Seemann. Sämtlich io L-intia. — Adresse der N-daltt-o und Urp-ditioa: Petit,lg. SertchtSwea SS lvnchdäodterdauSl. ISOt
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