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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.07.1916
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1916-07-22
- Erscheinungsdatum
- 22.07.1916
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- Deutsch
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S 188, 22. Juli 1918. Redaktioneller Teil. Lehrern an Volks- und Mittelschulen (inkl. Gymnasien), Seininaricn, Instituten und deren Lehrern wird der Auf schlag nicht in Abzug gebracht; dagegen können ihnen aus alle, auch die kleinsten Bezüge, in Rechnung wie gegen bar, von den zum Tarife von 1874 berechneten Büchern deutschen Ursprungs und den deutsch-schweizerischen 68h Skonto gewährt werden. Aus Zeitschriften, die zwölfmal im Jahrs oder öfters er scheinen, darf kein Skonto gegeben werden. Freiexemplare, die der Verleger bei Partiebszug bewilligt, kann im gleichen Verhältnis der Sortimenter auch seinem Besteller auf Verlangen liefern. Aus diese Partien darf ein Skonto nicht gewährt werden. Nur gegenüber Schulbehörden und Instituten, die einen jährlichen Schulbücherbedars von mindestens 1000 Fr. haben, ist außer den Freiexemplaren auch der sonst übliche Skonto zulässig. Also Freiexexemplare und Skonto! — Auch Brandenburg gibt 5HH. Also, meine Herren, ich möchte nur wiederholen, was Herr Nitschmann schon gesagt hat: so schwarz sind wir nicht; wir scheinen so schwarz, und die andern sind es, das ist der einzige Unterschied. Und dann wird gerade Kollege Siegismund, der die Berliner Ver hältnisse doch auch kennt, wohl zugeben, daß wir unter ganz be sonders schwierigen Verhältnissen arbeiten. Wir haben z. B. außer dem, was Herr Nitschmann schon angeführt hat, vor allem die Reise buchhandlungen, durch die eine ganze Masse neuer Bücher anti quarisch in den Handel kommen. Mir ist z. B. der Fall passiert mit dem Handwörterbuch der Staatswissenschaften, nachdem soeben erst der letzte Band erschienen war. Da kommt ein russischer Kunde und sagt, er möchte das Werk antiquarisch haben. Ich sage: Das gibt es noch nicht. Ja, meint er, kann ich es nicht für 125 bekommen? — Der Ladenpreis ist 175 .K. Mein Prokurist sagt: Wir wollen es doch mal versuchen, ob wir es nicht zu diesem Preise bekommen können, und was soll ich Ihnen sagen: wir haben nicht bloß ein, sondern acht Exemplare innerhalb 14 Tagen allein in Berlin an- gelaust! Sodann haben wir in Berlin die Abzahlungsgeschäfte und, was das Allerschlimmste und Gefährlichste ist, die Leihinstitute, die Miet- büchereien. Ich habe mir seinerzeit die möglichste Mühe gegeben, die Sache in der Verkaussordnung zu regeln; es ist mir aber nicht ge lungen, und mein guter Freund Karl Siegismund ist ebenfalls um gefallen, als Herr Sellier auf der Bildsläche erschien und Herr Ganz aus Köln. Meine Herren, schaffen Sie alle diese Dinge ab, dann werden wir auch den Rabatt abschaffen. — Außerdem möchte ich bemerken, daß wir durch die Rabattgrenze von 6 erreicht haben, daß in Berlin im gesamten Ladenbuchhandel einschließlich der wissenschaftlichen Buchhandlungen fast kein Rabatt mehr gegeben wird; er fällt einfach automatisch weg. Daß in Berlin geschleudert wird, gebe ich Ihnen zu; aber durch diese Schleuderei ist der Berliner Sortimentsbuchhandel mehr geschädigt, als Sie geschädigt sind, und daß wir alles dagegen tun werden, was möglich ist, dessen können Sie sicher sein. Herr Schmersahl hat das Wort. Ernst Lchmersahl -Berlin): Ich stehe als Berliner vollkommen aus dem Standpunkte der Herren Siegismund und Schöpping: der Kundenrabatt muß sollen, auch in Berlin, und er wird sallen! Wenn wir allerdings nicht den augenblicklichen Zeitpunkt ergreifen, um ihn abzuschafsen, dann wird es später sehr schwer sein. Das Publikum ver steht es schon jetzt nicht, daß in der heutigen Zeit, wo überall, in allen Betrieben sogar Teuerungszuschläge erhoben werden, der Buch handel allein in der Lage ist, auch weiterhin Rabatt zu geben. Das Publikum muß dadurch doch die Überzeugung gewinnen, daß der Buchhandel in seinen Berdienstmöglichkeiten viel besser gestellt ist als alle anderen Gewerbe. Ich glaube aber, Ihnen die Versicherung geben zu können, daß Berlin sehr bald den Rabatt abschasfen wird. Wir haben dieserhalb schon verschiedene Besprechungen gehabt, und nur noch geringe Schwierigkeiten sind zu überwinden; es sind noch einige Kollegen dagegen, die überwiegende Mehrheit ist aber dafür. Die ein leitenden Schritte sind also bereits unternommen worden, und ganz kurz nach der Ostermesse werden wir wieder Zusammenkommen; wir wollten nur erst einmal abwarten, was wir bezüglich der Frage des Rabatts und des Teuerungszuschlages hier Neues bei den Verhand lungen erführen. Ich habe die feste Überzeugung, daß der Rabatt schon in allernächster Zeit in Berlin sallen wird, die Minderheit wird sich eben fügen müssen, und ich knüpfe daran die Hosfnuug, daß Leipzig sehr bald nachsolgen wird. -Bravo!) Bernhard Staar -Berlin): Meine Herren! Ich kann nur be stätigen, was Herr Schmersahl soeben gesagt hat: die weitaus größte Mehrzahl der Kollegen in Berlin ist für Abschaffung des Rabatts, und er wird in Kürze in Berlin fallen. Wir haben aber noch eine andere Rabattgewährung: das ist die Berlegerschleuderei, und da muh nun auch ernstlich Abhilfe geschaffen werden. Die rigorose Ausnutzung des Verlegerparagraphen geht entschieden zu weit. Wir haben ja gerade in letzter Zeit viel gehört von dem Geiste der Satzungen, der gesährdet sein sollte. Ich richte an den Vorstand des Verlegervereins, der sich ja so sehr als Hüter und Schützer des Geistes dieser Satzungen ein gesetzt hat, nunmehr die Bitte, auch dafür zu sorgen, daß der Ber- legerparagraph seinem Geiste nach richtig ausgelegt und durchgesührt wird. -Bravo! und Heiterkeit.) Kommerzialrat Wilhelm Müller -Wien): Meine Herren! Ich habe mir gedacht, ich würde einmal in einer Delegiertenversammlung nicht reden müssen. Nun zitiert mich mein Freund Prager, und da muß ich Ihnen aus den: »gelobten Lande« eine Kunde bringen -Heiter keit), die Freund Prager nicht mitgeteilt hat, nämlich die, daß wir schon seit langer Zeit bei Einkäufen bis zu 20 Kronen überhaupt keinen Rabatt mehr gegeben haben; wir haben ihn erst gewährt bei einer Ankausssumme von 20 Kronen ab, und später haben wir diesen Betrag auf 50 Kronen hinausgesetzt. Md nun kommt die weitere frohe Botschaft aus dem gelobten Lande: am 24. Juni d. I. werden wir den Rabatt ganz abschaffen. -Zuruf: Hoffentlich!) Wir haben nämlich sür diesen Tag unsere Generalversammlung einberufen, in welcher der Antrag gestellt werden soll: Abschaffung jedes Kunden rabatts mit Ausnahme des Rabatts an Behörden, die für 10000 Kronen Bücher kaufen. Tun Sie desgleichen, meine Herren; dann wird es besser werden. Keinem Kaufmann sällt es heute noch ein, Rabatt zu geben; jeder schlägt auf und muß ausschlagen, weil die ganze Lebens haltung, weil die Materialien usw. unendlich viel teurer geworden sind als früher. Bindsaden kostet heute beinahe das Fünffache von dem, was er früher gekostet, und so geht es weiter. Kümmern Sie sich nicht darum, wenn in einer Stadt die Kunden noch auf dem Standpunkt stehen, daß sie behalten müssen, was ihnen früher konzediert worden ist. Wenn Ihnen mal ein Kunde wegläust, so ist das geringfügig im Verhältnis zu dem, was Sie dann im ganzen mehr verdienen. Trösten Sie sich mit dem Gedanken, daß der nächste, der hereinkommt, von einem andern Kollegen weggegangen ist, weil der ihm den Rabatt versagt hat. So ist das ein virculus vitiosus. Schließlich kommt das Publikum aber dahin, daß es sagt: »Na, die Buchhändler sind endlich einmal gescheit geworden, sie geben keinen Rabatt mehr.« G. A. Böschlin -Bern): Meine Herren! Es ist auch hier von der Schweiz die Rede gewesen. Ich glaube, die Schweiz hat etwas andere Verhältnisse-Rufe: Aha!>, die mit den reichsdeutschen gar nicht ver glichen werden können. Wir berechnen die Mark zu 1.35 Fr. statt zu 1.25 Fr. Das sind die l-tz-, Rabatt, die wir bei größeren Bezügen in Abzug bringen. Es sind aber Anzeichen vorhanden, daß das auch noch mit der Zeit sallen wird -Zuruf: »Mit der Zeit!«), wenn wir wieder in gewöhnlichen Zeiten leben. Leopold Hageman»-Leipzig): Meine Herren! Wenn ich Herrn Nitschmann recht verstanden habe, so hat er vorhin uns Leipziger all gemein als »Schleudere!« bezeichnet. -Rufe: Nein! — Gegenrufe: Jawohl!) — Jedenfalls ist das Wort so gefallen, und ich möchte doch mit einigen Worten daraus eingehen. Ich sür meinen Teil und eine ganz große Anzahl Mitglieder des Sortimentervereins hier in Leipzig können die Versicherung abgeben: wir sind keine Schleuderer, und wir werden es auch nie werden. Es mag einmal ein einzelner schleudern, aber verallgemeinern kann man das nicht; man kann nicht sagen: ganz Leipzig schleudert. Sodann möchte ich kurz darauf zurllckkommen, warum wir die btzß in Leipzig einstweilen nicht aufgeben wollen. Wir haben hier eben in Leipzig ganz besonders schwierige Verhältnisse. Wir haben z. B. den Angestelltcn-Buchhandel; wir haben hier das Ratengeschäft in ausgedehntem Maße; wir haben vor allen Dingen in der Burgstraße, dem Thüringer Hos gerade gegenüber, eine Buchhandlung, wo man fast jedes Buch mit hohem Rabatt bekommen kann; wie der Mann das macht, weiß ich nicht, das ist seine Sache. Jedenfalls bitte ich, aus sol chen Einzelfällen nicht allgemein schließen zu wollen, daß Leipzig schleudert, und ich bitte Herrn Nitschmann doch, eines besseren überzeugt 98S
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