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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.06.1928
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- 1928-06-05
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- 05.06.1928
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Xr 128, 5. Juni 1926. Redaktioneller Teil. 3. Das belehrende Fuge nö-buch, seine Formen und Verwendungsmöglichkeiten: Paul Wagner, Leipzig. Die freie geistige Arbeit in der Arbeitsschule schien das Buch zunächst zuTiickzudrängen. Namhafte Vorkämpfer der neuen Schule traten aber von Anfang an dafür sin, die Schiller an selbständige Arbeit mit dem Buche zu gewöhnen. Scharrelmann bezeichnet die Arbeitsschule als eine Schule, die zum Gebrauch der Btl-dungsmittel erzieht, und Gaudig schreibt: »In der Arbeitsschule, wie sie mir vor schwebt, wird vom ersten bis zum letzten Schultage dahin gewirkt, daß der Schüler lernt, die Kultuvkrast des Buches für seine Bildung zu entfalten und sich den Brunnen zu erschließen, aus «dem unsere Zeit doch überiviegend ihr geistiges Leben gewinnt«. In der Schule der Gegenwart ist das belehrende Ganzbuch sine Notwendigkeit geworden. Bücher, die in schöngeistiger Form neben bei Belehrung bieten, sind ebensowenig Sachbücher im engeren Sinne als Bücher, die bewußt belehren, aber die Belehrung mit einer Erzäh lung verknüpfen. Von den Büchern der ersten Art sagt Wolgast, daß die Kinder durch sie nur schwer den Ernst der Wissenschaft schätzen lernen, und die Bücher der zweiten Art sind bis ans wenig Aus nahmen mißlungen und werden deshalb auch von den Kindern ab gelehnt. Die reinen Sachbücher wollen von vornherein nur belehren, Er kenntnisse Vermitteln und dom Kinde selbständige Wege zur Bil dung zeigen. Sie gruppieren sich nach den Geistes- und Naturwis senschaften und können in den verschiedensten Formen aus treten: Quellen, Chronik, Lebensbeschreibung, Brief, Bericht ufw. Die Ver wendbarkeit des reinen Sachbuches ist problematisch und im wesent lichen eine schulpraktische Frage. Die Reihe der ohne weiteres in der Volksschule brauchbaren Sachbücher ist nicht sehr groß. Ihre zweckmäßige Eingliederung in die einzelnen Unterrichtsgebiete ist schwierig, aber ausschlaggebend sür den Erfolg. Es empfiehlt sich, von der Schulbücherei eine kleine Arbeitsbüchern abzugliedern und diese den Schülern der Oberstufe zugängig zu machen. Der Redner betont, daß er keine abschließenden Ergebnisse, sondern nur Anregun gen geben will, die 'durch die Praxis erprobt und vertieft werden möchten. Deshalb hat er auch von der Aufstellung von Richtlinien abgesehen. Es wird beschlossen, den Grundstock zu einer Arbeitsbiicheroi für die Volksschule zusammenzustollen. Damit steht in Verbindung die nächste Verbandsaufgabe der sächsischen IugendschriftenMus- schlisse: »Wie habe ich ein bestimmtes belehrendes Ganzbuch in meiner Klasse verwertet?« Zlus den über dieses Thema eingehenden Evnzel- berichten sollen bestimmte Hinweise über die Verwendung des reinen Sachbuches in der Volksschule erarbeitet werden. 4. Heimatliche Lesestoffe in der Schule: A. Zirkler, Dresden. Neben Wanderungen und Lichtbildern sind heimatliche Lesestoffe ein wichtiges Mittel zur Heimaterziehung durch die Schule. Diese Lesestoffe müssen wissenschaftlich einwandfrei und dabei kindertüm- lich sein. Sie gliedern sich in Beiträge zur Landeskunde (Heimat ort, kleiner Bezirk) und Beiträge zur Landeskunde (landschaftliche Einheiten, Gesamtdarstellungen). Die sür beide Gruppen vorhan dene Heimatliteratur wird genannt und nach Inhalt und Wert charak terisiert. Neben dem größeren Einzelbuch für Schule und Haus, neben größeren Heimatbüchern für die Fugend sind von Wichtigkeit billige, nicht zu umfangreiche Schriften, die als Klassenlesestoffe die nen können. Die Herausgabe heimatlicher Lesestoffe zur engeren Heimatkunde soll nach wie vor den Bezirksvereinen 'des Sächsischen Lehrervereins oder einer ihrer Unterabteilungen überlassen bleiben. Die örtlichen Fugendschristen-Ausschlisse müssen dabei Mitarbeiten und dahin wir ken, daß diese Schriften literarisch wertvoll sind. Klassen lese stoffe zur Landeskunde sind möglichst von einer zen tralen Stelle herauszugeben. Die Versammlung stimmt den Ausführungen des Vortragenden zu und beauftragt die Hauptstelle, dafür zu sorgen, daß 'der Einfluß der Fugendschristeu-Ausschüsse bei der Herausgabe heimatlicher Lese stoffe für die Hand der Schüler gewahrt wird. 5. Verzetchnisarbeit: Eommlich. Die Fugendschrrften-Ausschüsse Dresden-Stadt und -Land stellten den »Grundstock zu einer Schüler büche re i für die Volksschule« zusammen, der in der Literarischen Beilage der Sächsischen Schulzeitung veröffentlicht worden und von der Haupt- stelle Dresden gegen Einsendung von Mk. —.15 zu beziehen ist. Die nächste Ausgabe des sächsischen Hauptverzelchnisses »Gute Bücher für die Fugend« soll Ende Oktober 1938 in ibesserer Ausstattung und übersichtlicherer Gestaltung in einer Auflage von 608 50V00 Stück erscheinen. Der Inhalt einzelner Bücher soll, falls es nötig ist, durch kurze Kennworte bezeichnet werden. Der Gedanke, die Schulgenieinden für 'die Finanzierung des Verzeichn isses zir ge winnen, ist ln Fluß gekommen. Doch ist >der Erfolg so bescheiden, daß die Herausgabe des Verzeichnisses auch fernerhin durch die An zeigen von Verlegern sichergestellt werden muß, zumal die Vereini gung danach strebt, das Verzeichnis zu einem möglichst niedrigen Preise unter Schülern, Eltern und Lehrern zu verbreiten. Als Hauptstelle der sächsischen Fugendschriften--Ausschüsse wird wiederum Dresden gewählt. Vorsitzender: Oskar Gommlich. Ge schäftsstelle für gute Jugendliteratur: Dresdeu-N. 6, Markgrasen- strahe 35. Lkuspor. Dbsoäor: Die Holrsctinitte cke8 Peli-Ll'lismeistel's. Tin ki-itisekos VorLeioluris mit Tinleitung unä 28 ^bbilckun- 4« 1-^vck. dllr. 10.—. Hans Wetditz und kein Ende. Die neue Arbeit, ein« erweiterte Doktordis'sertation, bemüht sich, das ganze kunstvolle Gebäude Röt- tingers über den Petrarkameister wieder einzureißen und die Gleich stellung: der Augsburger Petrarkameister ist Hans Weiditz, umzuwerfen. Der Petrarkameister, so behauptet Musper, gehört ganz und gar nach Augsburg und hat mit dem Straßburger Künstler Hans Weiditz nichts zu tun. Er muß also weiter unter der Be zeichnung: der Petrarkameister geführt werden. Ob der Beweis dafür gelungen ist, steht dahin. Da die ganze Frage nach wie vor auf Vermutungen gestellt ist, wird die Diskussion darüber immer in der Schwebe bleiben, solange nicht durchschlagende Gründe oder archi- valische Funde beigebracht wenden können. So sind auch jetzt wieder die Meinungen gespalten; die «inen stimmen zu, andere lehnen ab. Der Fernerstehende hat die Empfindung, daß die neueren Klmst- historiker mit der Zuweisung und Aufteilung des anonymen graphi schen Werkes des 16. Jahrhunderts zu vorschnell bei der Hand sind. Daher die beklagenswerte Tatsache, daß, was heute aufgebaut wird, morgen schon wieder in Trümmern liegt. Schade, daß darunter die Glaubwürdigkeit .der Stilvergleichung empfindlichen Schaden leidet. Vielleicht sind dies aber nur die Kinderkrankheiten, die jede junge Wissenschaft durchzumachen hat. Der Hauptwert der vorliegenden Ar beit -beruht in dem umsichtigen Verzeichnis der Augsburger Holz schnitte, wie sie sorgfältige Stilvergleichung dem Petrarkameister zuschreiben möchte. München. Hans Schotten loher. Schlessing-Wehrle: Deutscher Wortschatz. Ein Hilfs- und Nachschlagebuch sinnverwandter Wörter und Ausdrücke der deutschen Sprache. 6. Ausl. Stuttgart: Carl Grllninger Nachf. Ernst Klett. XXVII.I, 537 S. Lwö. Mk. 10.—. Das iu breiten Kreisen ja seit langem viel benutzte Werk bringt bekanntlich im Nahmen eines Schemas von 1000 Wortfamilien den gesamten Wortvorrat unserer Sprache übersichtlich angeordnet und dazu ein alphabetisches Register, dessen Ziffern jeweils auf die Stelle Hinweisen, wo nun nicht nur das betreffende Wort selbst, sondern zu sammen damit auch alle gleichbedeutenden und sinnverwandten Wör ter aufgeführt sind. Wenn also jemand, wie es leicht vorkommt, für einen auszudrllckenden Begriff nicht den ihm vorschwebenden präzisen Ausdruck findet, so braucht^er nur einen verwandten Ansdruck auf zuschlagen und findet dann dort die ganze Fülle der in der Sprache dafür zur Verfügung stehenden Wörter. In der neuen Ausgabe ist der Herausgeber bemüht gewesen, auf die »zeitgenössische Bereicherung unseres Wortschatzes« Rücksicht zu nehmen, wie sie namentlich die Fortschritte der Technik, die Erlebnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit, sowie neue politische Einstellungen mit sich gebracht haben. (Bei Stichproben habe ich freilich, neben vielen Treffern, auch noch Lücken bemerkt. Auch nene geistige Be wegungen, wie die Psychoanalyse, die Thcosophie usw. könnten viel leicht noch ergiebiger ausgewertet werden.) Formal ist etwas störend, daß die Fremdwörter durchweg in eckige Klammern gesetzt sind — laut Vorrede, um vor ihrem Gebrauch dadurch zu warnen. Das wirkt meines Erachtens etwas bevormun dend und beeinträchtigt das Schriftbild. Auch sollte erwogen werden, ob sich das Buch Nicht — sei es auch unter Vergrößerung des For mates — ohne allzustarke Verteuerung in größeren Lettern Herstellen ließe; der kleine Petit-Druck erschwert namentlich bei Lampenlicht doch die Benutzung. Im allgemeinen aber ein brauchbares und gegen die vorige Auf lage verbessertes Werk, das jedem mit der Feder arbeitenden Beruf bestens empfohlen werden kann. vr. W. Borg ins.
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