Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.02.1914
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- 1914-02-05
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- 05.02.1914
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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^ 29, 5. Februar 1914. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Kinderlesehallen nur in den Gegenden errichtet werden, wo die minderbemittelte Bevölkerung wohnt, so werden sich auch haupt sächlich Kinder aus den Gemeindeschulen an den Kinderlese hallen beteiligen, und zwar vorzugsweise aus den Kreisen, wo sie infolge der schlechten Wohnungsverhältnisse keine Stätte haben, Bücher, die sie von der Bibliothek mitbringen, zu lesen. In bezug auf die Bücher ist es Aufgabe der Pädagogen und der Jugendschriftenverbände, ihre Meinung hier zum Ausdruck zu bringen. Die öffentliche Bibliothek und Lesehalle in Berlin 80. hat ihr 14. Geschäftsjahr beendet. Das Institut wurde seinerzeit zugunsten der Arbeiterschaft Grotz-Berlins ge gründet, und man konnte feststellen, daß 55 Prozent der Leser aus gewerblichen Arbeitern und Arbeiterinnen bestanden. Die Handelsangestellten beiderlei Geschlechts bilden 22 Prozent der Benutzer, während die restlichen 23 Prozent des Leserkreises sich auf die liberalen Berufe, Beamte, Lehrer, Studenten und Per sonen ohne Beruf verteilen. Die Zahl der seit Eröffnung der Bibliothek ausgestellten Lesekarten beläuft sich auf 23 654 Stück, von denen im Berichtsjahre 4411 in Benutzung waren. Wie die statistische Übersicht ergibt, ist die Nachfrage nach belehren dem Lesestoff gegen das Vorjahr wiederum gestiegen. Dieser Erfolg dürfte zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß die Verwaltung es sich angelegen sein läßt, einen Kontakt mit den Lesern zu schaffen und diese durch entsprechende Hinweise zu nutzbringender Lektüre anzuregen. In der Ausleihbibliothek wurden im 14. Betriebsjahre 70 899 Bände nach Hause ver liehen gegen 69 012 Bände im Vorjahr. In Verlust geraten sind 19 Bände. * * * Von neuen Zeitschriften erwähne ich: »Frauenka - pital — eine werdende Macht«, die einem interessanten wirtschaftlichen Experiment als Propaganda dienen soll: der neugegründeten »Berliner Frauenbank«, einem Institut, das bankmäßige Geschäfte jeder Art vermitteln, insbesondere wirtschaftlich unerfahrene Frauen bei ihrer Vermögensverwal tung beraten will. Als eine Kampfzeitschrift präsentiert sich der »Litera rische Ratgeber«, Halbmonatsschrift für die schriftstelle rische und journalistische Praxis (Verlag Carl Haase, Berlin). Er wendet sich gegen die Hirschfeldsche »Feder«. Die Diffe renzen, die zwischen beiden bestehen, entziehen sich meiner Be urteilung und dürften auch an dieser Stelle kaum interessieren. Wichtig erscheint mir nur diese Neugründung als ein weiterer Beitrag zur wirtschaftlichen Organisation der Künstler. »Der Stein der Weisen«, Illustrierte Zeitschrift zur Verbreitung naturkundlichen und technischen Wissens, ist der Titel einer seit Anfang Januar im Atlasverlag (Buchdruckerei Otto Elsner), Berlin, erscheinenden Wochenschrift, die neben dem Sortiment hauptsächlich für den Bahnhofs- und Kolpor tagebuchhandel Interesse bieten dürfte. Das mir vorliegende .Heft bringt eine Reihe hübsch illustrierter Artikel aus den ver schiedensten Wissensgebieten; ein durchlaufender Roman dürfte die Abonnenten fesseln. » * * Eine wirtschaftliche Transaktion, die auch den Buchhan del interessiert, ist der Übergang zweier Kaufhäuser der Firma W. Wertheim an A. Wertheim. Es handelt sich um die beiden Geschäfte in der Potsdamerstrahe und Leipzigerstraße. Das dritte .Haus der Firma W. Wertheim, das Passagekaufhaus in der Friedrichstratze, bleibt anscheinend selbständig bestehen. Des Todes von Georg Bath ist an dieser Stelle schon ausführlich gedacht worden. Die Größenverhältnisse Berlins bringen es mit sich, daß sich die Buchhändler verhältnismäßig selten sehen und namentlich die jüngeren nur bei Versamm lungen Gelegenheit haben, mit Berufsgenossen zusammenzukom men. So muß ich mich auch an dieser Stelle begnügen, darauf hinzuweisen, in wie geschickter, durch feinen Humor unterstützter Art Georg Bath die Versammlungen der Berliner Korpora tion geleitet hat. Franz Ledermann. Jahrbuch für Photographie und Repro duktionstechnik für das Jahr 19 lZ. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von Hofrat vr. Josef Maria Eder, Professor an der Technischen Hochschule in Wien. 1913. Halle«. S., Druck und Verlag von Wilhelm Knapp. Preis 8 ^ ord. Von diesem bedeutenden und allgemein geschätzten Werke ist jetzt der dreiunödreitzigste Jahrgang erschienen, der wie seine Vorgänger eine außerordentliche Fülle wertvollen Materials von dem durch das Jahr buch bebauten Gebiete enthält und über alle in jüngster Zeit auf dem selben gemachten Entdeckungen und Fortschritte mit peinlichster Sorg falt und Sachkunde berichtet, sie in seinem dickleibigen Bande von nahe zu 700 Seiten für alle Zukunft aufspeichernd. Diese Berichte sind, so weit sie bisher unbekannte Neuheiten betreffen, zu ihrem vollen und leichten Verständnis durch 193 Abbildungen illustriert, und 13 Kunst beilagen geben uns Beispiele von den Ergebnissen der wichtigsten Fortschritte in der Reproduktionstechnik. Zu den mehr als 40 Mitarbeitern gehören A. und L. Lumiere in Lyon, Prof. Or. A. Miethe in Berlin, F. F. Renwick in Brennwood (Eng land), Prof. A. W. llnger in Wien, Prof. Eduard Valenta in Wien, Prof. Or. L. Wieöemann in Erlangen und zahlreiche andere Auto ritäten auf photographischem Gebiete. Die Zahl der selbständigen Ori ginalartikel übersteigt ebenfalls vierzig, sie sind natürlich vorzugsweise der Photographie und den ihr nahe verwandten Künsten gewidmet. Den Buchdruck geht nur eine Minderzahl direkt an, und da stehen in erster Linie A. C. Angerer in Wien, Über Farbenlichtdruck, und Prof. Arthur W. kluger in Wien, Ein Ersatz für die Galvanoplastik usw. Von den Kunstblättern ist zuerst zu nennen das Bild des Kaisers (als Titelbild) in Tiefdruck, vorzüglich geätzt und gedruckt von Fischer L Willig in Leipzig; sodann ein Porträt in Mezzotinto-Gravüre und Druck von F. Bruckmann in München, ferner ein Kupfertiefdruck von E. Baensch jun. in Magdeburg, ein Rotationstiefdruck der Deutsche» Photogravur-Aktien-Gesellschaft in Siegburg bei Köln, ein Farben buchdruck in 6 Platten von Angerer L Göschl, sodann noch Drei- und Vierfarbendrucke, Duplex- und Kupfer-Autotypien und eine Landschaft in Metatonfarben. Das Edersche Jahrbuch bildet stets, wie alljährlich, eine der inter essantesten und wertvollsten Neuerscheinungen auf graphischem Gebiete. Theod. Goebel. Kleine Mitteilungen. Italienische Zumutungen au den ausländischen Buchhandel. — In de» »Leipziger Neuesten Nachr.« vom 3. Februar schreibt der römische Mitarbeiter dieses Blattes: Seit einigen Tagen schwebt ln Rom eine Angelegenheit, die wegen ihrer internationalen Bedeutung auch für das Deutsche Reich eine Erwähnung verdient, weil darin wohlerwor bene Rechte willkürlich verletzt werden könnte. Das italienische Ge setz über Druckerzeugnisse bestimmt, daß von jedem in Italien gedruckten Buch drei Exemplare an die italienische Staatsregierung abzuliefern sind, die, falls dazu strafgesetzliche Ursachen vorliegen, die Verbreitung des Buches verhindert und im übrigen die Exemplare als Pflichtexem plare für die Nationalbibliothckcn in Rom und Florenz verwendet. Nachdem jahrzehntelang über die Handhabung dieser Gesetzesbestim mungen keinerlei Zweifel entstanden waren, hat jetzt die italienische Regierung plötzlich angefangen, ihr eine neue Interpretation zu geben, indem sie ihre Anwendung nicht mehr auf solche Druckerzeugnisse be schränkt, die in Italien gedruckt werden, sondern auch ans solche Bücher ansdehnt, die im Auslände gedruckt und verlegt sind, sofern sie namentlich in Italien nicht durch die Sortimcntsbuchhändler, sondern durch die Filialen des ausländischen Verlagshauses in Italien ver trieben werden. Infolge dieser Auffassung hat die italienische Regierung zuerst an die römische Filiale des belgischen Verlagshauses Desclse in Tonrnat die Aufforderung gerichtet, Pflichtexemplare ihrer Druckerzeugnisse einzureichcn, und als die Firma dem nicht nachkam, die Pflichtexemplare durch eine polizeiliche Haussuchung konfiszieren lassen. Ungeachtet der sofort sowohl im gerichtlichen als im diplomatischen Wege erhobenen Beschwerden des belgischen Verlagshanses ist jetzt auch an die römische Filiale des bayerischen Vcrlagshauses Pustet in Regensburg die gleiche Aufforderung ergangen, und da auch dieses Vcrlagshaus zweifellos sich auf den Standpunkt der bisherigen Gesetzesintcrpretation stellen wird, so dürfte auch hier eventuell eine Haussuchung und Konfiskation zu gewärtigen sein. In Rom befindet sich dann noch die Filiale de? französischen Verlagshauses Manie in der gleichen Lage, ebenso wie 175
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