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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.07.1917
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-07-12
- Erscheinungsdatum
- 12.07.1917
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Börsenblatt s. ö. Ln>«u. Buchhandel. Redaktioneller Teil. ^ 160. 12. Juli 1917. noch seine vornehmste periodische Erscheinung bilden. Männer wie Rassow, Küntzel, Eccius und Jaeckel sind ihre Heraus geber gewesen, und jetzt werden sie von Senatspräsident am Reichsgericht Predari und Kammergerichtsrat Schlegelderger geleitet. Dazu traten die »Entscheidungen des Bundesamtes für das Heimatwesen« und das »Jahrbuch für Entscheidungen des Kammergerichts«. Unter Gebhardts Leitung haben die perio dischen Unternehmungen des Verlages eine bedeutende Ver mehrung erfahren. Ich nenne hier nur die »Entscheidungen des Reichsmilitärgerichts«, die »Blätter für Rechtspflege im Bereich des Kammergerichts«, die von v. Rohrscheidt heraus gegebenen Archive: das »Gewerbearchiv«, das »Pfarrarchiv« und das »Volksschularchiv«, die »Rundschau für Gemeinde beamte« und vor allem das von Neumann gegründete und jetzt von Schlegelberger und v. Olshausen herausgegedene »Jahr buch des deutschen Rechts«, das »der Fortentwicklung des deut schen Rechts im Sinne deutscher Rechtseinheil und dem Zu sammenwirken von Wissenschaft und Praxis im ganzen Reiche dienen will«, und von dem bis jetzt 14 Bände erschienen sind. Die hier aufgeführten Unternehmungen bilden nur einen kleinen Ausschnitt aus dem umfassenden verlegerischen Schaffen des Heimgegangenen; sie lassen aber erkennen, daß es von großen Gesichtspunkten geleitet wurde, und daß alles Streben dahin ging, den Verlag in straffer Einheitlichkeit auszubauen. Als die Firma Franz Vahlen 40 Jahre bestand, 1910, ver öffentlichte Gebhardt einen ausgezeichnet bearbeiteten Verlags katalog, in dem allein die alphabetische Übersicht der erschienenen Werke 131 Seiten umfaßt. Ein großer Teil dieser Werke fällt in seine eigene, damals zwölfjährige Selbständigkeit; viel ist seitdem hinzugekommen, und wieviel hätte der nimmerrastende Mann noch schaffen können, hätte ihn der Tod nicht so plötzlich und viel zu früh dahingerafft! In einem Nachruf in den »Beiträgen zur Erläuterung des deutschen Rechts« sagen die Herausgeber: »Gerade das war das Kennzeichnende in dem Wesen des Entschlafenen, daß er die äußerste geschäftliche Tüchtigkeit mit einer Wärme des Gemüts verband, die sich wohltuend mitteilte und längere ge schäftliche Verbindungen, wie sie sich mit Schriftstellern und Herausgebern knüpfen, in das Verhältnis von Freund zu Freund umgestaltete«. Und in dem »Jahrbuch für Entscheidungen des Kammergerichts« heißt es: »In vornehmer Gesinnung, fern kleinlicher Denkungsart, hat er jeden Wunsch der Herausgeber verständnisvoll gewürdigt und stets das innere Gedeihen des Unternehmens über den äußeren Vorteil gesetzt«. Diese ehren den Worte legen Zeugnis ab von der vornehmen Denkungsart Gebhardts in geschäftlichen Dingen, die all sein Handeln lei tete, und die ihm die Autoren zu dauernder freundschaftlicher Gemeinschaft verband. Für den Verleger in besonders ehren voller Weise ist dies Verhältnis zum Ausdruck gekommen, als Exzellenz von Olshausen Gebhardt die im vorigen Jahre er schienene zehnte Auflage seines Kommentars zum Strafgesetzbuch mit den Worten widmete: »Seinem hochverehrten Verleger Friedrich Gebhardt widmet in herzlicher Freundschaft und auf richtiger Hochschätzung die zehnte Auflage seines Kommentars der Verfasser«. In seiner stillen Weise, die vor jedem Heraus stellen seiner eigenen Person zurückscheute, hat Gebhardt seine umfassende geschäftliche Tätigkeit geübt; aber er war dankbar dafür, wenn sie anerkannt wurde, und er fand darin immer einen Ansporn zu neuem Wirken. Die Arbeit war ihm Lebens bedürfnis. Die ihm Nahestehenden haben ihn oft 'gebeten, mit seinen Kräften hauszuhalten; aber sein Schaffensdrang kannte keine Grenzen, und wenn er an Ausruhen dachte, dann schwebte ihm eine noch ferne Zeit vor, in der er dankbar die Früchte seines Fleißes genießen wollte. Gebhardt war Mitglied der Königlichen Literarischen Sach- verständigen-Kammer, an deren Arbeiten er sich mit Eifer be teiligte. Noch kurz vor seinem Tode nahm er an einer Sitzung teil, und als der Vorsitzende in der nächsten der Trauer über seinen Heimgang Ausdruck gab, rühmte er ihm nach, daß er mit eindringendem Verständnis an der Auslegung des literarischen Urheberrechts mitgearbeitet habe. Sein ganzes Herz gehörte 814 dem Buchhandel, und mit größter Teilnahme verfolgte er alles, was die Gesamtinteressen des Berufs berührte. In der Haupt versammlung des Börsenvereins hat er seit den achtziger Jahren nie gefehlt, und wenn er auch in der Öffentlichkeit nicht oft hervorgetreten ist, so wurde sein ruhiges Urteil doch überall geschätzt, und er gehörte sicher zu den beliebtesten Besuchern der Oslermesse. Güte, Wohlwollen, Freundlichkeit, das waren die Grund züge in Gebhardts Charakter. Als des Heimgegangenen im Verein Berliner Buchhändler gedacht wurde, konnte der Vor sitzende mit Recht sagen, daß Gebhardt zu den Menschen ge hört habe, von denen man annehmen dürfe, daß sie keinen Feind gehabt haben. Wer ihm in die freundlichen Augen sah, wußte, daß er es mit einem treuen Manne zu tun hatte, mit einem Manne von unbedingter Zuverlässigkeit, auf den man immer und überall bauen konnte. Das wußten auch seine Mit arbeiter im Geschäft, die in ihm einen Chef von höchstem Wohl wollen betrauern. Als Gebhardt 1883 nach Berlin kam, wurde er Mitglied des Vereins jüngerer Buchhändler »Krebs«, und hier schloß er sich einem engeren Kreise von Berufsgenossen an, der von da an bis heute in treuer Freundschaft zusammengehalten hat. Als sich die meisten von ihnen verheirateten, übertrug sich die Freundschaft auch auf die Familien, und Freud und Leid wur den gemeinsam gefeiert und getragen. Hier war er der Treue sten einer, und in diesen Kreis hat sein Tod eine nicht zu füllende schmerzliche Lücke gerissen. Am schwersten ist durch seinen frühen Heimgang seine Familie betroffen worden. Gebhardt hatte sich 1889 verheiratet, und seine Ehe mit Frau Agnes geb. Ritze wurde mit drei Söhnen gesegnet, von denen der älteste den tiefgebeugte» Eltern im August 1914 durch den Tod entrissen wurde. Der zweite trat bei Ausbruch des Krieges als Kriegsfreiwilliger in das Heer ein und hat bis jetzt in Flandern, Galizien, Ruß land, Serbien und dann wieder in Frankreich für unser Vater land gekämpft. Der jüngste Sohn besucht noch die Schule. Gebhardt hatte sich in Lichterfelde angesiedelt, und hier fand er, der neben seinem Geschäft nur seiner Familie lebte, nach des Tages Arbeit Ruhe und Erholung im beglückenden Frieden seines Hauses. Als in diesem Jahre der Frühling nach langem Warten mit überwältigender Pracht ins Land zog, da warf den immer gesunden Mann eine Lungenentzündung aufs Kranken lager, und nach acht Tagen, in der Frühe des Kantatesonntags, den er in Leipzig zu verleben gedachte, hat ihn der Tod aus seinem arbeitsreichen, gesegneten Leben abgerufen. Mit seiner tiefgebeugten Familie trauern seine Freunde, seine Mitarbeiter, der weite Kreis derer, die ihm im Leben nahegestanden haben, um den trefflichen Mann, dessen Andenken bei vielen unver gessen bleiben wird. vr. Ernst V o I l e r t. Deutsche Liebesarbeit im Weltkriege. Heraus- gegeben von Wilhelm Scheffen: — Wilhelm Scheffen, Die Liebesarbeit für unsere Feldgrauen; Die Arbeiten der Inneren Mission und verwandter Be strebungen. 8°, XVI, 260 Seiten und 24 Bildertafeln. Leipzig 1917, Quelle L Metzer. Ladenpreis in Pappbd. 4 20 H. Direktor Wilhelm Schesfen, langjähriger Geschäftsführer des Zen tralausschusses der Inneren Mission, ist den Lesern des Börsenblatts schon bekannt als Vorsitzender im Arbeitsausschuß des Gesamtaus schusses für Verteilung von Lesestoff an Heer und Flotte, dessen Be ratungen vom 16. Mai d. I. im preußischen Abgeordnetenhaus? zu Berlin zwecks Vorbereitung des Opfertages für Kriegs- und Lazarett- büchcreien hier mitgeteilt worden sind (vgl. Börsenblatt Nr. 128/126 vom 1. u. 2. Juni 1917). Er gibt in inhaltreicher und fesselnder Darstellung einen lehrreichen Überblick über die gesamte organisierte deutsche Liebesarbeit im Weltkriege. Sein Buch läßt den Leser einen tiefen Einblick tun in die vielfältige Verzweigung ihrer Organisatio nen und deren bewundernswert pflichteifriges Zusammenwirken zur Beseitigung oder doch Linderung bedenklichster Übel, die den Krieg begleiten und, ungehemmt, seine Schrecken vervielfachen würden. Daß
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