4836 »örsuldlalt s. d. Drjchn. Buchharchel. Künftig erscheinende Bücher. .ir 160. 12. Juli 1917. T> Demnächst Ein neuer österreichischer Dichter! Emil Hadina Kinder der Sehnsucht Gehestet 3 Mark Novellen Gebunden 4 Mark Nächte und Sterne Gehestet 2 Mark Gedichte Gebunden 3 Mark E Sehr geehrter Herr Kollege! s erfüllt mich mit tiefempfundener Freude, durch obige Werke dem Leserkreis meines Verlages einen außer halb Österreichs noch wenig bekannten Dichter zuzuführeu. Hadina gibt in seinem Novellenband Kinder der Sehnsucht ein farbenfunkelndes! Werk, durch dessen schimmerndes Sprachgewand das glühende Herz eines echten Dichters leuchtet. In reicher von der quellenden Fülle inneren Schauens geformter Schale offenbart sich ein noch reiche res Menschentum, das den Leser leuchtend und wärmend umfängt. Es ist ein Buch des Glückes und der Lebensbejahung, die Sehnsucht als Befreierin innerster Glücksmöglichkeit, selbst da, wo sie zunächst durch schmerzlichen Verzicht hindurch muß. In der Gedichtsammlung Nächte und Sterne offenbart Hadina das gleiche innige, echt deutsche Empfinden, eine sichere gesunde Kraft und feinstes Formgefühl. Lied für Lied ist der Ausbruch eines reinen echten OichterherzenS, das singen und sagen muß, was in seinem Inneren nach Worten der Befreiung drängt. Als vollendeter Meister des Sprache, als gestalten- und bilderreicher Herrscher über die Form weiß der Dichter bald hymnenartige ernste Töne, bald weiche lnrische, fast volksmäßige Weisen erklingen zu lassen. Aus obigen Worten werden Sie, verehrter Herr Kollege, unschwer entnehmen, daß Hadina kein Schriftsteller für die große Menge ist. Tausende werden Ihnen jedoch Dank wissen, wenn sie von Ihnen auf diese beiden Neuschöpfungen hingewiesen werden. Ich bitte Sie daher um Ihre tätigste Verwendung für die beiden Bücher und werde das Meine zu ihrer Bekanntmachung tun. Bestellzettel liegen bei. Wiederholte Bestellungen werden nur einmal erledigt. 16V, 12. Juli 1917. Künftig erscheinende Bücher. «Srjeildwi? I. d, DUchn. Buchbondkl 4637 erscheinen: T Ein neuer köstlicher Band Plaudereien! Horst Schöttler Plaudereien in Grau und Blau Umschlag von Erich Hoffmeister Kartoniert Mark 2.SO Erstes bis siebentes Taufend Verfasser der „Finessen" ist auch als Soldat und Matrose das geblieben, was er war: ein Lebens- künstler, der allen Ereignissen die köstlichsten Seiten abzugewinnen weiß. Ob er nun in der Kaserne auf Stroh schläft, oder im Torpedoboot die Nordsee durchquert: er lacht dabei über sich selber und erzählt den anderen mit warmer Menschenliebe ergötzliche Geschichten. Wer fein Buch liest, wird froh; wer mit seinen Augen sehen lernt, wird glücklich. Mitten im Waffengeklirr weiß Schöttler noch von schönen Frauen, von Liebe und Trompetenblasen, von Othello, Heugeigen, Kognak und hunderterlei mehr zu plaudern. Und wie zu plaudern! In ein paar Zeilen gibt er einen ganzen Roman, der zu tiefem Nachdenken reizt; mit ein paar Strichen zeichnet er die merkwürdigsten Menschen. Solch.' Plaudereien sind selten, sie nehmen in der deutschen Literatur einen ganz besonderen Abschnitt ein und gehören unabhängig von den Zeitereignissen zu den Liebltngsbüchern aller Gebildeten. As wird Ihnen, sehr geehrter Herr Kollege, nicht entgangen sein, daß Horst Schöttlers Büchern zwar kein ^ lauter, aber ein desto nachhaltender Erfolg beschieden gewesen ist. Besonders in letzter Zeit zeigte sich eine durch keinerlei Reklame, sondern nur durch den eigenartigen Gehalt der Bücher zu erklärende steigende Nachfrage. Schöttlers Bücher find in fünfzigtausend Exemplaren aufgelegt! Der Verfasser der „Finessen" hat bisher Wert darauf gelegt, immer wieder davor zu warnen, seine Bücher in jedermanns Hand zu geben. Er schrieb nur für reife Menschen. Wir Buchhändler können es deshalb freudig begrüßen, daß Schöttler diesmal jede Einschrän- s kung fallen ließ und uns in den „Plaudereien in Grau und Blau^ ein Werk gab, das man unbe denklich allen Käufern überlassen darf. Ich möchte Sie daher bitten, für das Buch eine möglichst allgemeine Weiterempfehlung > einzuleiten und zugleich das Lager mit den früheren Bänden von Schöttler zu vervollständigen, da zur 1 jetzigen Neise- und Erholungszeit dieselben viel verlangt werden. L. Staackmann Verlag / Leipzig IHochachtungsvoll und ergebenst