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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.03.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-03-18
- Erscheinungsdatum
- 18.03.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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^ 83, 18. März 1914. Redaktioneller Teil. Entscheidung des Hanseatischen Obcrlandesgerichts, der zufolge der Buch- und Zeitschriften Handel auf den Statio nen derhiesigenHochbahn dem Eisenbahnbetrieb zugerech net wird, also der Verkauf auf den Stationen auch während der Zeit der Sonntagsruhe und des Ladenschlusses nicht ver boten ist. Nach wie vor hält der H.-A. B.-V. den Blick über die rot- weißen Grenzpsähle hinaus gerichtet und verfolgt alle Vor gänge beruflicher Bedeutung im Reiche draußen mit größtem Interesse. Durch Absendung von Delegierten zu den verschiede nen Tagungen, dürch Behandlung aller schwebenden Fragen in unseren Versammlungen und durch regen Briefwechsel halten wir die Fühlung mit dem großen Ganzen aufrecht. Über seine Teilnahme an der ersten China-Konferenz, an der Delegierten« Versammlung Kantate, an der Verbands-Versammlung in Gos lar und der Vorsitzenden-Besprechung in Leipzig hat Ihr Vor sitzender seinerzeit ausführlich berichtet. Das vergangene Jahre brachte die Gründung der Deut schen Bücherei. Der deutsche Buchhandel hat sich mit die sem großartigen Unternehmen ein unvergängliches Denkmal ge setzt. In den Kantate-Versammlungen 1913 wurde die neue Verkaufsordnung verabschiedet, Zeit und Praxis müssen ergeben, ob in der neuen Fassung für Sortiment und Verlag Licht und Schatten richtig verteilt sind. Angenehm würde jetzt eine gewisse Ruhe in diesem Teil der buchhändlerischen Gesetzgebung empfunden werden, sie würde unseres Erachtens sehr gefördert durch entgegenkommende Auslegung und Anwendung der Ver leger-Paragraphen seitens des Verlages, denn nicht in gegenseitiger Bekämpfung, sondern in verständigem Zusammen arbeiten liegt das Wohl unseres Berufes. Direkte Offer ten von Verlegern und ihrer Sortimente nach Hamburg haben uns auch dieses Jahr beschäftigt! bei derartigen Anzeigen an das Publikum sollte der Verlag aber seine Geschäftsfreunde die »Sortimenter« nicht ausschalten, sondern stets in irgendeiner Form auf die Bezugsmöglichkeit durch das ansässige Sortiment Hinweisen. Das Projekt der »Mi tt e lste ll e des Dürerbun- d e s« hielt den deutschen Buchhandel im verflossenen Jahre mo natelang in Atem. An dieser Stelle nochmals ausführlich dar auf zurückzukommen und genugsam Bekanntes wiederzucrzählen, würde zu weit führen, es genügt, auf die fast einmütige, erfolg reiche Abwehr des gesamten Buchhandels und im besonderen auf die kraftvolle Stellungnahme unseres Börsenvereinsvorstan des hinzuweisen. Auch unser Verein hat sich damals mit dem Projekt eingehend befaßt, und Ihr Vorstand hat die Meinung der Mitglieder in ausführlicher Weise dem Börsenvereins-Vor- stand zur Kenntnis gebracht. Im übrigen ist im Hamburger Buchhandel, wie Sie wissen, für die Verbreitung guter Literatur im Volke schon immer tätiges Interesse vorhanden gewesen. Wir halten es für angebracht, auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, daß für die an und für sich so wünschenswerte Ver sorgung der einfacheren Volks kreise mit guter billi ger Literatur nicht schlankweg jeder Sortimentsbuchhändler in Anspruch genommen werden kann. Geschäftslage und Kunden kreis sind dabei von entscheidender Bedeutung, es wird meist die besondere Aufgabe der Buchhandlungen in Vorstädten und Arbei ter- resp. Landbezirken oder der zu diesem Zweck zu gründenden Volksbuchhandlungen bleiben, ein aussichtsvolles und für die einfacheren Volksklassen segensreiches Wirken zu ent falten. An die harte Nuß der Wiederverkäufer- und Gros- sisten-Frage wollen wir uns heute nicht wagen, die kom menden Kantate-Versammlungen dürften Wohl neue Vorschläge in dieser schwierigen und solange schon bearbeiteten Frage bringen. Erfreulicherweise haben die Verhandlungen hinsichtlich des Vertriebes der General st abskarten zu einem guten Resultat geführt, es ist dieser wichtige Artikel dem Buchhandel erhalten geblieben. Noch in den ersten Stadien der Behandlung steht die von verschiedenen Seiten befürwortete gänzliche Abschaffung von Rabatt und Skonto an das Publikum. Ihr Vorsitzender hat es schon in Leipzig und Goslar zum Ausdruck gebracht, daß wir uns mit Gleichstellung aller Kunden ohne Rücksicht auf Bedarf und Zahlungsweise nicht so ohne weiteres befreunden können und daß, sicherlich nicht nur in Hamburg, ein Verbot des Skontos von 27» von Buchhandel und Publikum als sehr unkaufmännisch und unzweckmäßig enrpfundcn werden würde. Eine solche Bestimmung würde, denken wir, auch im Widerspruch stehen zu dem im Gesamtgebiet des Handels gel tenden Grundsätze »der Gewährung eines Kassa-Skontos für prompte Zahlung«. Wir kommen zum Schlüsse. Weniger als je ist der Buchhandel, Verlag und Sortiment, auf Rosen gebettet. Die Lasten steigen unaufhaltsam, nur durch unermüdlichen Fleiß und streng kaufmännisches Rechnen kann der von den Konkurrenzen der Neuzeit bedrängte Sortimenter sein Geschäft halten und Nutzen aus ihm ziehen. Dem Verlage wird der Absatz seiner Artikel durch die steigende Überproduktion erschwert und durch den mit verramschter Literatur überfüllten Markt gemindert, der schwankende Geschmack des Publikums und auch die absolute Unmöglichkeit des Sortimenters, sich für alles einzusetzen, lassen manches gute Buch nicht zur Geltung kommen. So werden die Verhältnisse immer komplizierter, jeder Tag kann neue Aufgaben und Schwierigkeiten bringen. Da gi.lt es für den Einzelnen sowohl, wie für eine größere Berufsgemeinschaft, die Augen offen zu halten, nach dem Worte des alten Fritz »toujour» an vsckotto« immer »auf dem Posten« zu sein. Möge es unserm Hamburg-Altonaer Buchhändler-Verein vergönnt bleiben, auch im kommenden Vereinsjahr in dieser Weise im deutschen Buch handel weiter zu wirken und unserm schönen Berufe zu dienen, getragen von derEinigkeit und dem tätigenJnteresse seiner Mitglieder. Erweiterung der Reichsdruckerei Stenographischer Bericht über die Verhandlungen des Reichstags vom 6. März 1914. Der Vorstand des Börseiwerelns ist in wiederholten Ein gaben an bas Reichsamt des Innern lvgl. Nbl. 1811, Nr. 247 u. 1812, Nr. 2g8> mit dem Ersuchen herangetreten, von einer Übertragung der Herstellung amtlicher, bisher im Buchhandel erschienener und vertriebener Bücher und Zeitschriften an die Reichsdrnckerei abzusehen. Denn wenn auch diese Angelegenheit in erster Linie bas Buchdruckgewerbe .an geht, so ist doch bet den engen Beziehungen zwischen diesem und dem Buchhandel eine Interessengemeinschaft in dieser Krage umsomehr geboten, als der Buchhandel nicht nur an der Erhaltung einer leistungsfähigen Druckindustrie ein vitales Interesse hat, sondern auch aus seinem eigenen Gebiete von der staatlichen Konkurrenz bedroht ist. Zwar ist es dem tatkräf tigen Eingreifen des Vorstandes des Börsenvereins gelungen, die schweren Schädigungen, die dem Buchhandel aus der Errich tung staatlicher Vertriebsstcllen flir den Verkauf der preu ßischen Generalstabskarten zu erwachsen drohten, von ihm abzuwenden, doch zeigt gerade dieser Fall, daß Privat industrie und Handel die Augen offen halten müssen, wenn ihnen nicht über Nacht in den Organen desselben Staates, den sie als Förderer ihrer Interessen anzusehen gewohnt find, gefährliche Konkurrenten erwachsen sollen. Die Jahrhundertfeiern haben auch die Erinnerung an Männer wie Stein und Harden berg wieder wachgernfen, die im Gegensatz zu der damals herrschenden Strömung in Regierungskreisen die Freiheit und Selbstverwaltung des Bürgertums durchzusetzen suchten. Nachdem unser Volk durch die glänzenden Leistungen von Industrie und Handel der letzten Jahrzehnte seine Mündigkeit auf diesen Gebieten erwiesen hat, wäre es wohl an der Zeit, auch dem Staate gegenüber die berechtigten Interessen des Bürgertums zu vertreten und vor allem darauf zu dringen, baß das staatliche Übergewicht nicht zu einer erdrückenden Konkur renz der Privatbetriebe gemißbraucht wird. In seiner Antwort aus die Eingabe des Vorstandes des Börsenvercins hat der Herr Staatssekretär des Reichsamts des Inner» die Durch führung der der Reichsdrnckerei zugewiesenen Arbeiten unter «tunlichster Schonung« der bisher mit der Ausführung von Druckaufträgen betrauten Unternehmer zugesagt. Man wird daher nicht annehmen können, daß mit der Erweiterung der Räume der Reichsdrnckerei zugleich auch eine Erweiterung ihrer Arbeiten verbunden sei» wird. Gleichwohl wirb es sich empfehlen, wenn das Buchdrnckgcwerbe ein wachsames Auge auf diese Vorgänge hat, um vor unangenehme» Überraschungen
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