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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.10.1903
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1903-10-09
- Erscheinungsdatum
- 09.10.1903
- Sprache
- Deutsch
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7912 Nichtamtlicher Teil. ^ 285, 9. Oktober 1903. Oioarck L Laan in Oarls. ^Isu^rv, Orseis äs äroit ususl. 12°. 4 Ir. Looistö bslxs <Zs librairis in Orüsssl. Os kLnät, I.-llb., Less-nx nrruoxiäs äss ?a.)'8 - 8ns st äss xn^s nvoisinnnts. Ooms IV. 8". 24 8-, Die »Ausschreitungen des Buchhandels«. Antwort auf die Denkschrift des Akademischen Schntzvereins. Von A. L. Prager. (Vgl. Börsenblatt Nr. 190, 198, 204, 211, 216, 223, 229.) VIII. Reisebuchhandel und Ratengeschäft. Auch der Reisebuchhandel findet nicht den Beifall des Herrn Professors. Namentlich sind ihm die Objekte des Reisebuchhandels, die in Enzyklopädien, großen Nachschlage werken und andern Sammelwerken bestehen, ein Dorn im Auge. Diese, meistens der Initiative der Verleger ihr Ent stehenden verdankenden Unternehmungen haben nun zeitweise eine solche Betriebsamkeit zuwege gebracht, 'daß in einzelnen Zweigen der Wissenschaft alles, was an deutschen Hochschulen die Feder führen konnte, eingespannt war und die eigentliche Forschertätigkeit darunter litt, wie sich deutlich an der Abnahme der monographischen Literatur in dieser Zeit erkennen ließ. Ja selbst ausländische Spezialisten wurden in den Dienst dieser Unternehmungen gestellt« (S. 187). Ein nicht sehr schmeichelhaftes Bild für die Universitäts lehrer, wie sie sich in den Frondienst einspannen lassen! Pegasus im Joche! Und mitten unter den Eingespannten Professor Bücher selbst, der sich ja auch an einem dieser Unter nehmungen, dem Handwörterbuch der Staatswissenschaften, hat einspannen lassen. Schade, daß Bücher uns die Gründe verschweigt, die ihn veranlaßt haben, diese Fron über sich ergehen zu lassen, denn die Begründung, daß die Mitarbeit sich aus der Furcht erklärt, »die Fachgenossen könnten aus dem Fehlen ihres Namens an einer Stelle, wo sie sich als Autoritäten zu betrachten gewöhnt haben, unliebsame Schlüsse ziehen« (S. 188), erscheint mir doch etwas lahm, und dürfte für einen Autor von der Bedeutung Büchers wohl nicht allzu schwer in die Wagschale fallen. »Ob diese Werke für die Wissenschaft ein Segen sind, mag dahingestellt beiden« (S. 188). Auch ich bescheide mich, hierüber ein Urteil zu fällen. Ich meine aber, daß diese ganze Fragestellung unglücklich ist. Die Verallgemeinerung, der Herr Bücher in dem ganzen besprochenen Buche huldigt, ist hier ganz besonders vom Übel. Daß ein wissenschaftliches Bedürfnis für solche Werke vorliegen kann, gibt Bücher selbst zu; es wird sich also immer darum handeln, zu entscheiden, ob ein solches wissenschaftliches Bedürfnis vorhanden ist oder nicht. Freilich dürften die Meinungen hierüber sehr häufig aus einandergehen. Nimmt man aber gegebenenfalls das Be stehen eines Bedürfnisses an, so ist der Vorwurf unver ständlich, daß diese Unternehmungen . . . »viel häufiger der Unternehmungslust findiger Verleger oder der Initiative betriebsamer Herausgeber ihre Entstehung verdanken, als dem freien Entschlüsse originaler Forscher und weite Wissensgebiete be herrschender Denker« (S. 188). Solche Unternehmungen können eben nicht von einem Einzelnen gemacht werden; es muß sich eine ganze Anzahl hervorragender Spezialisten vereinigen, wenn das Werk wirk lich hohen Ansprüchen genügen soll. Es muß ein Plan ent- ck. NallLNälsr iu Oaris. Ossoureslls, Iss äsux Ors-sAinss. 18°. 3 kr. 50 o. L. H^stpru^st in Oärvsu. koutbiörs, Wsotrioitö inäustrislls. II. 8°. 9 kr. III. 8°. 3 kr. morsen, die Absatzbedingungen geprüft, die Herstellungskosten festgestellt, der Stoff und der Umfang, den ein Artikel haben darf, muß bestimmt, die einzelnen Kräfte müssen zur Mitarbeit aufgefordert werden. Dies wieder kann aber nur ein Einzelner tun und tut am besten ein »findiger- Verleger oder Heraus geber, nämlich ein solcher, der imstande ist die rechten Leute zu finden und zu diesem Werke zu vereinigen. Wollte man warten, bis aus der natürlichen Anziehung der Kräfte sich eine Anzahl Fachgelehrter von selbst zusammenfindet, also gewissermaßen selbst »findig« wird, so würden Werke, wie ein Konversationslexikon, wie das Handwörterbuch der Staats- wisienschaften, Eulenburgs Realenzyklopädie niemals zustande gekommen sein. Bücher stört auch das Gewicht der Bände; die 19 Kilo, die das Handwörterbuch insgesamt wiegt, machen ihm Pein, ebenso der fünfpfündige Band von Luegers Lexikon der gesamten Technik; aber auch diese Gewichte haben ihr Gutes, wenn man sich bemüht, an jeder Sache auch die günstige Seite zu sehen: der vielbeschäftigte geistige Arbeiter kann bei fleißigem Gebrauch dieser Bände der gerade Ge lehrten nicht genug zu empfehlenden Hantelübungen entraten! Daß manche dieser Unternehmungen reinen Buchhändler spekulationen ihr Dasein verdanken, braucht nicht geleugnet zu werden. Der Verleger ist eben doch auch Kaufmann, und im Buchhandel gibt es, ebenso wie im übrigen Handel, Geschäftsleute, die den Nutzen höher achten als rein ideale Gesichtspunkte. Daß dies aber im Buchhandel im über wiegenden Maße der Fall ist, wäre erst zu beweisen. Herr Bücher hat diesen Beweis nicht angetreten. Als Beweis dagegen kann aber gelten, daß man vom Scheitern derartiger Unternehmungen wenig gehört hat. Die Kostspieligkeit der Herstellung solcher Werke bedingt stets einen Massenabsatz. Ein Massenabsatz ist aber nur zu erreichen, wenn ein Bedürfnis vorliegt. Auch der Reisebuch handel ist nicht imstande ein Bedürfnis zu schaffen; er kann es lediglich wecken und großziehen. Ohne das Vor handensein eines Bedürfnisses ist ein solches Unternehmen rettungslos verloren. Die »Findigkeit« des Verlegers besteht gerade darin, ein noch nicht befriedigtes Bedürfnis zu ent decken und zu befriedigen. Ich erinnere mich eines kunst gewerblichen Unternehmens, das textlich und bildlich vor züglich ausgestattet und dessen Verleger seiner Verbreitung durchaus gewachsen war. Der Fehler war nur, daß der Verleger seiner Zeit vorausgeeilt war, daß ein Bedürfnis nicht vorhanden war; das Unternehmen hatte keinen Be stand. So erklärt sich der von Bücher »kaum für möglich gehaltene« Erfolg des Handwörterbuchs der Staatswissen schaften, der sofort nach Fertigstellung der ersten Auflage eine zweite nötig machte. Es war eben ein Bedürfnis. Ich kann Herrn Bücher verraten, daß ich dieses Bedürfnis seit mehr als zwanzig Jahren empfunden habe; Überhäufung mit andern Arbeiten und auch die Nötigung, mit meinen Mitteln hauszuhalten, haben mich zu einer Ausführung dieses Ge dankens nicht kommen lassen. Nimmt man noch Büchers eignes Zugeständnis, daß die Verleger, um die Werke mög lichster Vollkommenheit zu nähern, selbst ausländische Spezialisten »in den Dienst dieser Unternehmungen stellten«, daß an der Ausstattung nicht gespart wurde, daß die Werke gleich in soliden Halbfranzbänden auf deu Markt kamen, und daß selbst »das Mitarbeiterhonorar für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich reich bemessen« war (S. 187), so bleibt von den Vorwürfen nicht mehr viel übrig, als daß
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