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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.01.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-01-27
- Erscheinungsdatum
- 27.01.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redatitvueller Dell. X; 21, 27. Januar IS20. Dir Verkäuferinnen muhten Filzschuhe tragen, und mehrere von ihnen erfroren die Zehen. Sie tonnlen cs im Laden nur anshalten, wenn sie sich direkt an den Ösen siciitcn und hcihe» Tee tranken. Da L. als Geschäftsführer, der den ganzen Betrieb zu leiten hatte und namentlich im Bertausoraume anwesend sein muhte, sich nicht in ein geheiztes Zimmer znriiekziehen konnte, war er genötigt, den größten Teil des Tages in dem kalte» Laden zu verbringen und auch seine schristiichen Arbeiten dort zu erledige». Vorhalte, die er i» Gemeinschaft mit an deren Angestellten den Geschäftsinhabern wiederholt gemacht halte, waren erfolglos geblieben. Das Landgericht Leipzig sowohl wie das Sächsische LberlandeS- gericht in Dresden verurteilten den Angeklagte» zu erheblichem Scha denersah. Das Reichsgericht bestätigte das Urteil der Vorinstanz. tAktenzcichc» III. 248/19.) Spihbubensrechheit. — In der Buchhandlung von E. Heinickc, Halle a. S., Schutslrahe 2, wurde kürzlich nachts ein Schaukasten erbrochen und seines ganzen Inhaltes beraubt. In dem Kaste» wurde ein Zettel ausgehüngt, aus dem die folgenden Worte standen: »Tu altes Hans, wein dir nicht die Logen aus, deine Schwarte» sind in guter Hut, drum schlasc gut-. Unter diesen sinnvollen Versen befand sich di« Unterschrift »Ter Bund der MaStiericni- Darunter noch als Zeichen dieses nach geistige» Schätzen dürstenden Bundes: eine MaSle, ein Toich und ein Beil. Ans welchem Schundroman »löge» diese an- scheinend sehr jugendlichen »Helden- die Anregung zu ihrer Verbrecher- Phantasie »nd zu ihren Talen geschöpft haben! Hosfenttich Iaht brr dazugehörige »Detektiv- nicht lange aus sich warten und nimmt dem geheimnisvollen Bund seine Maske ab. Verbotene Druckschristen. — Ans Grund von 8 98 des Velagerungs- znstandSgesetzeS vom 4. Juni >851 sind die Herstellung und der Vertrieb der Broschüre »Das freie Land», kommunistischer Bauernkalender für das Jahr 1920, hcrausgegeben oo» der K. P. D., sowie der Che m. » i tz e r V ° l kS z e i t u n g in Chemnitz i» jeder CrscheinungSsori» vom Befehlshaber des Wehrkreises IV sür den Freistaat Sachsen verboten worden. Kür jeden ZuwiderhandlungSsail ist eine Gesängnisstrase bis zu 1 Jahr oder Haft oder Geldstrafe festgesetzt. PersüllalnachrMeil. Rudolf Knopf s. — In Bonn ist der Ordinarius fiir neutestament. liche Theologie in der evang.-theolog. Fakultät der dortigen Universität Prof. vr. Rudolf Knopf un Alter von 45 Jahren gestorben. Anher Kommentaren zn ncntestamentlichen Büchern verfaßte er Werke iibcr den ersten Clemens-Brief, ansgewählte Märtyreraktcn, das nachapo- stolische Zeitalter, Paulus und Hauptprobleme der Paulnsforschung. Sprechfaul. BerwÄtung deü ^Börsenblatts^ de. Der Zahlungsverkehr mit Österreich. Der Vorstand des Vereins der österreichisch-ungarischen Buchhänd ler hatte am 16. Oktober 1910 dem Vorstand des Börsenvereins und dem des Deutschen Verlegervereins eine Bekanntmachung cingcsandt, in der auf die Notlage der östcrcichischcn Sortimentsbuchhändlcr aufmerk sam gemacht wurde, die durch den plötzlich cingetrcteuen Kurssturz der Krone entstanden war. Während der Vorstand des Börsenvcreins diese Bekanntmachung warm befürwortend bereits am 29. Oktober 1019 im Börsenblatt zum Abdruck bringen lies;, hat der Vorstand des Deutsch»! Vcrlcgervercins sie — mit Hinweglasfnng des Datums der Zuschrift — erst in seiner lctztcrschienenen Nummer zum Abdruck gebracht. Er hat sie aber nicht befürwortet, sondern mit der Aufforderung eingeleitet, die Verleger möchten in Zukunft an die österreichischen Sortimenter nur mehr gegen bar liefern. Auch gelegentlich der außerordentlichen Hauptversammlung des Deutschen VcrlegcrvercinS. die am 21. Novem- ber 1919 in Berlin stattfaud, gab der erste Vorsteher LeS Deutschen Verlegervercins denselben Rat. Ich kann nur annehmen, daß diese beiden, jeder Rücksicht baren Kundgebungen auf vollständige Verkennung der tatsächlichen Verhält nisse in Österreich zurückzuführcn sind, und fühle mich gedrungen, des halb einige Aufklärungen zu geben, da ich nicht annchmen kann, bas; in einer Zeit, in der die ganze gebildete Welt — selbst in Entente kreisen — die aufrichtigste Teilnahme fiir die in Österreich herrschende Notlage bekundet, deutsche Verleger sich dieser Empfindung verschließen sollten, und zwar einem Stande gegenüber, der für sie in Friedenszeitcn von gar nicht abzuschätzender Wichtigkeit war. In meinem im Börsen blatt 1917 Nr. 272 erschienenen Artikel »Die Zukunft des deutschen Buchhandels in Österreich« hatte ich aus die große Bedeutung des öster reichischen Buchhandels auch für die Zukunft hingewiesen, und ich möchte denjenigen Verlegern, die sich zu dieser Erkenntnis noch nicht durchge- rungcn haben, empfehlen, diesen Artikel nachträglich zu lese». Ob nun die Sukzessionsstaaten fortfahren werden, ihre Länder mit einer chinesi schen Mauer zu umgeben, oder sich entschließen, endlich einen regel rechten Verkehr und Warenaustausch mit Deutschösterreich znzulasscn. oder ob der sehnlichste Wunsch fast aller Deutschen nach dem Anschlüsse an das Mutterland früher oder später in Erfüllung gehen wird, jeden falls wird der Buchhandel in Deutsch-Österreich in der Lage sein, Pionierarbeit im Osten auch in Zukunft zu leisten. Sollte nun wirklich der deutsche Verlagsbuchhandel nicht begreifen, daß es sein eigenstes Interesse sei, diesen österreichischen Sortimentsbuchhandel lebensfähig zu erhalten, und sollten sich wirklich deutsche Verleger finden, die den unverschuldet in Not geratenen Sortimentern ihre Rücksichtnahme ver sagen? Um solchen unorientierten Herren einigermaßen ein Bild zu geben, in welcher Notlage sich die österreichischen Sortimenter seit etwa einem Jahre befinden, will ich folgende Daten Mitteilen: Während die Kursschwankungen im Kriege noch eine gewisse Stabilität zeigten, ist plötzlich im zweiten Viertel des vorigen Jahres eine Unruhe entstan den, die bisher beispiellos gewesen ist. Der Preis der Mark, der noch im Anfang des Jahres X 2.— betrug, stieg im April schon auf X 2.59, im Mai auf X 1.80 und im Juli auf X 2.50. Anfangs Oktober kostete die Mark bereits X 3.— und stieg dann bis auf X 4.—, im November sank der Preis wieder ans X 3.—, und man hoffte nun auf ein weiteres Fallen dieses Kurses. Allein im November und Dezember stieg der Kurs wieder auf X 3.70 und hat heute am 15. Januar bereits die Höhe von X 4.55 erreicht. Da mir nach unserer Verkanfsordnnng ver pflichtet sind, die Mark zum jeweiligen Tageskurse zu verkaufen, müs sen wir Bücher, die wir zum Umrechnungskurse von 1 — X 2.— verkauft haben, heute zum Umrechnungskurse von 1 — X 4.50 be zahlen, würden also bei jeder Mark X 2.50 verlieren. Selbst bet Büct-ern, die wir in der Weihnachtszeit verkauft haben, würden wir noch bei jeder Mark eine Krone verlieren. Aber auch wenn wir jetzt genötigt wären, Bücher gegen bar zu kaufen, würden für uns bei sol- cheu, die für das Lager bestellt werden, eventuell Verluste entstehen, wenn endlich einmal die Valutaschmankungen aushören und di« Mark zu billigerem Preise erhältlich sein wird. Wir müßten vielleicht Bücher, die bei dem heutigen Umrechnungskurse 1 — X 4.50 gekostet haben, zum Umrechnungskurse von 1 ./k — X 3.— oder noch billiger verkaufen und würden demnach bei jeder Mark X 1.50 bis X 2.— verlieren. Solche doppelte Verluste kann natürlich auch der bestfundierte Sorti menter nicht ertragen, und es bleibt ihm deshalb nichts anderes übrig, als den Bezug von Büchern von solchen Verlegern einzustellen, die es nicht über sich bringen können, einem in Not geratenen Sortimenter gegenüber Geduld zu üben und auf Zahlung zu warten, bis eben die Mark wieder billiger geworden ist. Es ist ja gar nicht anzunehmen, daß diese anormalen Verhältnisse von langer Dauer sein können, da selbst der erbittertste Feind der Mittelmächte eingesehen hat. daß Oster- reich nicht zugrunde gehen darf, wie ja auch die Sukzessions-Staaten schließlich einsehen werden, daß das so jämmerlich zertrümmerte Öster reich doch auch für sie eine schöne Einrichtung gewesen ist. Ich will diese Zeilen nicht schließen, ohne ausdrücklich zn bemer ken und hervorzuhcben, das, ich nicht entfernt daran gedacht habe, sie für solche Firmen zu schreiben, die immer nur bestrebt waren, bei den Verlegern Vorteile für sich herausznschlagen, aber mit der Erfüllung ihrer Verpflichtungen denselben Verlegern gegenüber ungebührlich lange gewartet haben. Ich habe diese Zeilen nur im Interesse jener Firmen geschrieben, für die die Erfüllung eingegangener Verpflich tungen stets eine Ehrcnsack;« gewesen ist, die aber ausnahmsweise ge nötigt waren, unter den gegenwärtigen anormalen Verhältnissen au die Geduld der Verleger zu appellieren. Es kann ja sein, das; gelegentlich der Debatte über diesen Gegen stand in der Generalversammlung vom 21. November eine auf solche pünktlich zahlende Firmen bezügliche Einschränkung des Vorschlages, nur mehr gegen bar zu liefern, gemacht worden ist. AuS dem bisher erschienenen kurzen Protokoll wie auS den einleitenden Worten in den Mitteilungen, wo sie am Platze gewesen wäre, ist das nicht zu sehen. ES kann auch sein, daß man daS überhaupt für selbstverständlich ge- halten hat, immerhin glaube ich, daß vorstehende Schilderung der tat- sächlichen Verhältnisse den deutschen Verlagsbuchhandel interessieren dürfte. Wien, 15. Januar 1020. Wilhelm Müller. Beraniworiltchcr Redakteur: Emil ThomaS. - Beklag: Ter B ü r s e n v c r c i n der Deutschen Buchhändler »u Leipzig, Deutsche» Bnäihändlerhau». Druck: Seemann. Sämtlich in Leipzig. - Adrette k,r Bcdaltion uud Srvcdiiion: Leipzig. eSerichlSwea ?« IBnchhanülerhanv;. 68
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