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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.01.1933
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1933-01-12
- Erscheinungsdatum
- 12.01.1933
- Sprache
- Deutsch
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X- lv, 12. Januar 1833. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. t>. Dtschn Buchhandel. einen Bestandteil seiner geschäftlichen Gesamtmanipulationen ohne weiteres äbwürgen, und das unter den heutigen drückenden Verhältnissen. Der Jugendschriftenverlag muß bei der nun einmal vor liegenden Struktur der Verhältnisse mit einer gewissen Einsicht des Sortiments seinen verlegepischen Belangen gegenüber rechnen (Konkurrenzverhältnisse, Bedürfnisse und Gewohnheiten des Pu blikums u. dgl. in., übrigens, nebenbei bemerkt, auch Bekämpfung minderwertiger Jugendliteratur). Dem ist ohne weiteres zuzu stimmen, daß das reguläre Sortiment in die Lage gesetzt werden muß, der eigentliche Träger des Jugendschristenvertriebs zu sein, mengen- und wertmäßig. Es kann doch aber auch nicht ernstlich behauptet werden, daß das nicht der Fall ist. Man nenne mir den Auchbuchhändler, der über ein wohlassortiertes Lager guter, führender Jugendschriften und Jugendjahrbücher verfügt. Es sind, wie gesagt, hauptsächlich die billigen Serienbändc u. dgl., die gewissermaßen außerehelich vertrieben werden, -und es muß hierbei zur Klarstellung angeführt werden, daß mit die Voraus setzung der Billigkeit, die ja immerhin den Absatz des Sortiments auch mitbedingt und mitträgt, die zusätzliche Absatzmöglichkeit durch die verhältnismäßig harmlosen und nicht allzu tiefen Nebenkanäle und Nebenkanälchen ist. Diese Erscheinung besteht übrigens nicht nur im Buchhandel, sondern in nahezu sämtlichen Handelszweigen, und sie wird sich, so lange nicht etwa Konzes sionszwang eingeführt wird, und auch dann schwerlich ganz be seitigen lassen. Es wird auch Aufgabe des Sortiments sein, seinerseits durch intensive Werbung und Vertriebsgestaltung mit dazu beizutra gen, das Jugendbuch wieder ausschließlicher zurückzuerobern. Es darf hierbei nicht unerwähnt bleiben — um die Sachlage von allen Seiten zu beleuchten —, daß das Sortiment vielfach dem Jugendbuch nur in den wenigen Wochen vor Weihnachten und vor Ostern besondere Beachtung schenkte. Jugendschristen in den Sortimentsschaufenstern waren außerhalb dieser beiden Zeit räume kaum zu sehen, Hins Mas laerimas! Ich stehe aber nicht an, es auszusprechen, daß hierin seit einiger Zeit ein erfreulicher Wandel eingetreten ist und daß das lebendige, modern geleitete Sortiment sehr dankenswerte Anstrengungen im Sinne einer ge schickten, sich über das ganze Jahr erstreckenden Werbung für das Jugendbuch zunehmend macht. Die Vereinigung der Jugend- schriftenverloger hat in dieser Beziehung systematisch anregend auf das Sortiment einzuwirken versucht und es ist mir aus Zu schriften des Sortiments selbst bekannt, daß die Einrichtung von Schmökereckcn für Kinder, die verstärkte Ausnützung von Konfir mationen, Geburtstagen und Ferien gute Früchte getragen haben. Hier liegt der Weg, auf den Sortiment und Jugcndschriften- vcrlag zu engerer, beiderseits befriedigender Zusammenarbeit kommen werden, hier liegt der Ansatzpunkt für eine Erfüllung der Wünsche des Herrn Reinecke. Zwischen Verlag und Sortiment muß nun einmal eine Art Vernunftehe bestehen und das gibt bekanntlich oft die besten Ehen. Zunächst läßt die Ehe wohl ab und zu noch zu wünschen übrig und sie hat mitunter einen etwas herben Charakter. Hoffen wir, daß es die Herbheit des Vorfrühlings ist. Or. Herbert Be ck. * Eine andere Zuschrift zu den »N c u j a h r s w I! » schcneincs Sortimenters- lautet: Nach den zehn Neusahrswitnsche» des Herrn Kollegen Reineckc »aus dem Gesichtswinkel des Sortimenters-, die allesamt dahin ausllingen, daß der »böse« Verleger allein das »Karnickel« ist, möge auch c i n Wunsch eines Verlegers, der — wenn auch nur aus einem kleinen, eug umschriebenen Spezialgebiet — auch Sortimenter ist, gehört werden. Dieser Wunsch geht dahin, daß die Herren Sortimenter die Lage nicht immer nur »ans dem Gesichtswinkel des Sortimenters-, sondern einmal auch aus dem des Verlegers zu betrachte» versuchen mögen. Das Bild wirb dann etwas anders anssehen. Folgender Fall möge dies erhärten: Ich hatte anfangs Dezember im Börsen blatt ein viertelseittges Inserat (also wohl kaum zu übersehen) ein- Ichalten lassen, in dem ich ein soeben in meinem Verlage in Liesc- "rnngen erscheinendes Spezialwerk, welches sichaberauchanei» gebildetes Laienpu-bltkum wendet — was tm Inserat 42 speziell hcrvorgehoben wurde — angeküitdigt. Der Bruttogewinn für den Sortimenter beträgt je Exemplar RM 12.— und ein Freiexemplar bei zehn Exemplaren, ist also bei den heutigen Zeiten nicht zu verachten. Ich stellte Exemplare bedingt zur Verfügung, dem Sortimenter erwuchs also -keinerlei Risiko. Der Erfolg des Inserates? Einfach beschämend — sür das SortinientI Von den rund 5000 Sortimenter» -meldeten sich alles IN altem ganze 17, also etwa ProzcntI Ein Kominenlar ist da wohl ganz und gar überflüssig! Dabei sind aber für bas Werk Interessenten relativ leicht zu gewinnen, wie der Erfolg einzelner Firmen beweist, die aus reine» Prospekt-Versand hin sechs und mehr Bezieher ge wannen. Ein Verleger, der sich durch die »Neujahrswllnsche» nicht gctrosfen sühlt. Weihnachten 1832. (Zu dein Artikel von Walter Weyhe in Nr. 4 vom 5. Januar 1L33.) Sehr geehrter Herr Weyhe, ich erinnere mich noch gern der lebhaften und geschickten Vcrkaufsgespräche aus der Praxis des Sortimenters, die Sie auf der Freizeit in Stolberg durchführten. Und ich Hobe mich gefreut, aus Ihrem Bericht im Börsenblatt vom 5. Januar zu ersehen, daß Sie nach den erprobten Richtlinien zu handeln ver stehen und dabei trotz der schlechten Zeit gut zu fahren scheinen. Trotzdem möchte ich auf die Feststellungen Ihres Berichtes einiges erwidern, weil Sie in verschiedenen Absätzen dem Eintreten der Presse für das Schrifttum bitter Unrecht tun. Gewiß nicht allen Zeitungen — das sei gern zugegeben —, denn es ist landkundig, wie stiefmütterlich das deutsche Buch, das geistige Gut unseres Volkes! bei manchen Zeitungen be handelt wird. (Aber Gottlob, man ist auch hier auf dem Wege der Besserung!) Aber auf der anderen Seite stehen Tausende von Blät tern, stehen Hunderte von lebendigen, aufgeschlossenen Schriftleitern, die aus ihrem inneren Verhältnis zum deutschen Schrifttum, aus der Erkenntnis heraus, welche aufbanenden Einflüsse von hier aus ins Volk zu bringen sind, sich in einer Weise immer wieder für das wesentliche Buch einsetzen, die wirklich ein anderes Urteil verdient, als Sie es glauben fällen zu müssen. Mir sebbst ist immer wieder aus Sortimenterkreisen bestätigt morden, daß sehr oft Bücher von Kunden verlangt werden, die noch gar nicht am Lager sind und für die noch keine Werbung durchgeführt wurde. Aber der Kunde kennt das Buch aus einem Hinweis in seiner Zeitung und verlangt es! (Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Leser und seiner Zeitung spielt hier als unwägbares Fluidum eine große Rolle!) Mit den »allgemeinen Redensarten 'der Waschzettel« stimmt es auch nicht so ganz'. Denn erstens bringen heute auch viele Provinz zeitungen eigene Besprechungen, die meistens ein Schriftleiter, der seinen Lesern genau bekannt ist, mit seinem Namen zeichnet. (Außer dem gibt cs Waschzettel — wenn auch nicht allguhänfig —, die wirklich so über ein Buch aussagen, daß man es tatsächlich nicht besser machen kann!) Zum zweiten ist es selbst -dann, wenn der Waschzettelwortlant benutzt wird, meines Erachtens besser, daß wenigstens dieser an die Leser herangebracht wird, als daß sie gar nichts von >dem oder jenem Buch hören. Und drittens ist ja doch auch der Sortimenter in zahlreichen Fällen 'bei seiner Empfehlung auf die Angaben des Waschzettels angewiesen, weil er einfach nicht dazu kommt, alles selber zu lesen! Sie selber erkennen ja dann grundsätzlich den Wert der Zeitungs besprechungen an, wenn Sie schreiben: »Bedenken Sie, um wieviel Sie sich die Arbeit erleichtern, wenn Sie schon vorher durch die Presse zu Tausenden gesprochen haben«! Daß Sie dabei an Besprechungen denken, die Sie selbst vornehmen, tut hier nichts zur Sache. Denn da müßte das Publikum erst einmal entscheiden, wem es in solchen Fällen mehr Vertrauen auf sachliches Urteil entgegenbringt: Lein Buchhändler, der ein direktes Interesse daran hat, Bücher zu verkaufen, oder dem geschäftlich unbeteiligten Zeitungsmann, dem in vielen wichtigen Dingen zu folgen es ge wohnt ist! Dann ein weiteres: warum wohl berufen sich sowohl Verleger wie Sortimenter bei der Empfehlung neuer Bücher immer wieder bei Anzeigen, Nuirdschreiben ufw. in solchem Umfange auf Arbeiten und Urteile, die in dieser und jener Zeitung erschienen sind? Wie oft auch bezieht in solchen Fällen der Sortimenter, wenn er ein Buch nicht selber gelesen hat, seine Kenntnis des Buches ans den Artikeln der Presse? ^ Und die Umfrage des Verlages Engelhorn sollte Ihnen doch auch zu denken geben. Das ist doch nicht Publikum im weitesten Sinne, um das es sich dabei handelt, sondern die Leser einer solchen
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