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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.05.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-05-22
- Erscheinungsdatum
- 22.05.1915
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- Deutsch
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BSrIentlatt s. d. Dtschn. Buchyand-V Redaktioneller Teil. /1k 11k, 22. Mai ISIS. Es ist bekannt, in welcher Weise Khrieleis seiner Fälschung überführt wurde: Er hatte bei einem Buche, das er ebenfalls mit einer handschriftlichen Widmung Luthers versah, zu seinem Miß geschick übersehen, daß dieses Buch erst ein Jahr nach Luthers Tode veröffentlicht worden war. Der Columbus-Brief hat »och lange Jahre die Gerichte beschäftigt. Er wurde durch den Londoner Buchhändler Ellis schließlich an den amerikanischen Sammler Kalbfleisch verkauft, aber ausdrücklich mit der Verwahrung, daß er für die Echtheit nicht aufkommc. Nach dem Tode von Kalbfleisch wollte der Käufer der hinterlassenen Bibliothek durch die. Gerichte Ellis zur Rücknahme des Columbusbriefes zwingen, von dem nunmehr bekannt geworden war, daß er eine Fälschung war. Ellis gelang es nach vieler Mühe, ein obsiegendes Urteil zu erzielen. Leo Liepmannssohn war ein bescheidener und zurückhaltender Charakter, der sich nicht gern an die Öffentlichkeit wagte, und er ist deshalb auch in der Öffentlichkeit des Buchhandels niemals hervorgetreten. Er hat aber stets ein warmes Herz für seinen Beruf und seine Kollegen gehabt, und er ist auch noch nach Ver kauf seines Geschäfts bis zu seinem Tode Mitglied der Korpora tion der Berliner Buchhändler und, wenn ich nicht irre, auch des Vereins Berliner Buchhändler geblieben. Dagegen war er ein Freund geselligen Verkehrs, und er hat sowohl in seiner ersten als in seiner zweiten Berliner Periode Umgang in den weitesten Kreisen gesucht, wo er immer gern gesehen war, namentlich auch seines schönen musikalischen Talents willen, mit dem er gern und ohne Ziererei, wenn er gebeten wurde, erfreute. Liepmannssohn war eine durchaus musikalische Natur und meisterte das Klavier nicht wie ein Dilettant, sondern wie ein Künstler. Namentlich Beethoven und Schubert wußte er in einer Weise zu Gehör zu dringen, wie ich es sonst nur von großen Künstlern gehört habe. Man vergaß bei seinem Spiel, daß man ein Instrument vor sich hatte; das Klavier sang unter seinen Fingern; die Töne perlten ohne störende Intervalle, genug, es war ein Genuß, an den ich heute nach den langen Jahren, die dazwischen liegen, wo ich ihn gehört habe, noch mit Freuden und Andacht zurückdcnke. Ich habe Beethovens Sonaten von Hans von Bülow und kurze Zeit darauf von Liepmannssohn spielen hören, und ich könnte nicht sagen, welche Leistung mich mehr ergriffen hat. Leo Liepmannssohn hat spät geheiratet. Nicht als ob er dem weiblichen Geschlecht keine Zuneigung entgegengebracht oder daß er den Frauen keine Syinpathie eingeflößt hätte: das Gegenteil war der Fall. Er war überall beliebt und, wie man zu sagen pflegt, bei den Damen »Hahn im Korbe«. Er war aber vielleicht ein zu guter Kamerad, und so hat er bis zu seinem 41. Jahre gewartet und dann Fräulein Hedwig Pieck die Hand zum Ehebunde gereicht, einer Dame, mit der er auch schon lange Jahre genau bekannt war. Wie er mir einmal erzählte, habe er ihr bei der Verlobung gesagt: »Das hätten wir auch 10 Jahre früher tun können«. Dem Ehebunde ist wiederum etwa 10 Jahre später, nämlich im Jahre 1890, eine Tochter Susette entsprossen, die die ganze Freude seines Alters gewesen ist und die die Liebe des Vaters in gleicher Weise erwidert hat. Mit ihrer Mutier trauert sie ob des unersetzlichen Verlustes, der sie betroffen hat. Der Tod Leo Liepmnnnssohns erinnert mich an meine Jugend und an die vielen frohen Stunden, die auch ich in den Häusern verlebt habe, in denen Liepmannssohn verkehrte. In den sech ziger bis achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, in denen noch die zwanglose Berliner Gastlichkeit herrschte, wo man stets willkommen war und wo auch die Hausfrau keine Umstände machte, habe ich vielfache Anregung gefunden: ich will hier nur die Namen Hermann Gerson, dessen Frau Ernestine Albert Cohns Schwester war, Daniel Collin, dessen Witwe Therese noch heute unter uns weilt, nennen. Nun ist auch Leo Liepmannssohn in das Land gegangen, aus dem kein Wanderer wiederkchrt. Am 13. Mai, an einem schönen sonnigen Tage, an dem alles sproßte und blühte, haben wir ihn zur letzten Ruhe gebettet. Eine Anzahl Berliner Kollegen und auch ein Leipziger haben ihm die letzte Ehre erwiesen. Mit ihm ist ein ganzer Mann und ein ganzer Buchhändler zu Grabe getragen worden. Sein Andenken wird von seinen Berufs genossen stets in Ehren gehalten werden. 11avo, pia anima, Kava! Kleine Mitteilungen. Berlin und das neutrale Ausland. — Wie bekannt, versendet das Nachrichtenamt der Stadt Berlin seit Beginn des Krieges an eine große Anzahl von Städten des neutralen Auslandes Berliner Zeitungen. Zweck dieser Zustellungen ist, die Behörden der neutralen Staaten über die Kriegslage wahrheitsgemäß zu unterrichten, da durch die Blätter des feindlichen Auslandes die Kriegslage zumeist entstellt wiederge geben wird. Seit dem 19. Mai hat das Nachrichtenamt die Versendung der Zeitungen an die italienischen Stadtverwaltungen eingestellt. Ein skandinavischer Kulturbund. — In Gothenburg wurde vor einiger Zeit von Vertretern akademischer und kaufmännischer Kreise in dem Saale der Hochschule ein Verein zur Förderung der gemein samen Kulturarbeit der drei nordischen Reiche gegründet. Professor- Otto Nordcnskjöld cröffnete die Versammlung. Dozent Celander legte die Zwecke des geplanten Vereins dar, der ohne jeden politischen Cha rakter sich dem kulturellen Skandinavismus widmen werde. Zum Vor steher des Vereins wurde der Rektor der Hochschule 1)r. Nurik Holm ge wählt. 120 Anwesende traten als Mitglieder sofort dem Verein bei. Neue Verordnungen des Bundesrats über die Protcstfrist. — Un mittelbar nach Ausbruch des Krieges hat der Buudesrat durch Verord nung vom 6. August 1914 die Fristen des Wechsel- und Schcckrechtes um dreißig Tage verlängert. Dadurch sollte der Störung des Verkehrs- uud Wirtschaftslebens, die der Krieg mit sich brachte, Rechnung getragen werden. Inzwischen sind außerhalb der Grenzbezirke, für die beson dere Vorschriften bestehen, wieder normale Verhältnisse eingetrcten, sodaß den Wechselinhabern die Einhaltung der Fristen, besonders der in Art. 41, Abs. 2 der Wechselordnung vorgesehenen Protestfrist von zwei Werktagen, im allgemeinen ohne Schwierigkeiten möglich ist. Die Aufhebung tritt erst am 30. Juni in Kraft. Wenn die dreißigtägige Verlängerung vor diesem oder an diesem Tage abläuft, behält es dabei sein Bewenden. Ist die dreißigtägige Verlängerung vor oder an dem genannten Tage zwar schon in Lauf gesetzt, sind aber die dreißig Tage am 30. Juni noch nicht abgelaufcn, so findet eine Verlängerung über den 30. Juni hinaus nicht statt, vielmehr endet sie, wie das in der Ver ordnung besonders ausgesprochen wird, mit dem Ablauf des 30. Juni. In Fällen, in denen schon die ordentliche Frist erst nach dem 30. Juni oder mit diesem Tage abläust, greift eine Verlängerung überhaupt nicht mehr Platz. Für solche Wechsel oder Schecks, die in Elsaß-Lothringen, Ostpreußen und einigen Kreisen Westpreußens zahlbar sind, soll nach der Bundesratsverordnung vom 4. März d. I. die Frist, soweit sich nicht aus anderen Vorschriften ein späterer Ablauf ergibt, mit dem 31. Mai dieses Jahres enden. Der Bundesrat hat beschlossen, es hierbei für die in den westpreußischen Kreisen und in den größten Teilen des Regie rungsbezirks Königsberg zahlbaren Wechsel bewenden zn lassen. Für solche Wechsel, die in den vom Kriege mehr in Mitleidenschaft gezogenen Regierungsbezirken Gumbinnen und in den zum Königsberger Bezirk gehörenden Kreisen Gerdauen und Memel und in Elsaß-Lothringen zahlbar sind, hat der Bnndesrat die Frist dagegen nochmals in der Weise verlängert, daß sie erst am 31. Juli 1915 ablänft, soweit sich nicht aus anderen Vorschriften ein späterer Ablanf ergibt. Kriegstagung der sächsischen Presse. — Im Rathaus zu Dresden fand am 16. Mai die Hauptversammlnng des Landesverbandes der sächsischen Presse statt. Der Eröffnung wohnten zahlreiche Vertreter königlicher und städtischer Behörden bei. Nach Vorträgen von Or. Lier- Dresöen über »Krieg und Presse« und I)r. Geautoff-Leipzig wurde ein Antrag angenommen, der den Neichsverband her deutschen Presse ersucht, möglichst bald auf Grund der während der gegenwärtigen Kriegszeit gesammelten Erfahrungen auf diel Schaffung eines Kriegs zustandsgesetzes für die Presse hinzuwirken, das die Rechte und Pflichten der Presse in klaren und unzweideutigen Bestimniungen umfaßt. Ebenso sei die Einrichtung einer politisch-militärischc^l/ÄuAdMftsstelle für die Presse dringend notwendig. Prcisaufgabcn der Universität GreifswaldsDie am 15. Mai 1914 gestellten Preisaufgaben haben keineirjBeaweitcr gefunden. — Für das neue Studienjahr 1915—16 wurdey folgende Preisaufgabcu gestellt: Theologische Fakultät: 1. Zeitalter und .Hstlturbild in den drei Sprnchgruppen Prov. o. 1 — e. 9; e. 10 — e. 2^; -. 25 e. 31. 2. Die Quellenschriften zur diokletianischen Christenv.erfilgung sollen mitein ander verglichen und auf ihre Glaubwürdigkeit best untersucht werden. Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät:H Der Begriff der »öffentlichen Behörde« nach der Gesetzgebung Pre>'ßests und des Reichs. 2. Die Geltung der Reichsverfassung in den deutsheri:Sch»tzgcbieten. — Medizinische Fakultät: Die Veränderung des stiü«.erlichen Blutes wäh rend Schwangerschaft, Geburt und Wochenbetts^-Philosophische Faknl- 774
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