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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.10.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-10-08
- Erscheinungsdatum
- 08.10.1918
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- Deutsch
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- Saxonica
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^ 235. 8. Oktober 1918. Redaktioneller Teil. hat. Doch bleibt es der dem Erlöschen vorhergehende» Hauptversammlung Vorbehalten, den dann herrschenden Zeitverhältnissen durch neue Beschlüsse Rechnung zu tragen. Zur Geschäftsordnung hat Herr vr. Ehlermann das Wort. Herr Hofrat vr. Erich Ehlcrmann (Dresden): Meine Her ren I Damit kein Mißverständnis entsteht, möchte ich doch noch mals darauf Hinweisen: wir können nicht an der Entschließung des Vcrlcgervereins etwas ändern, sondern die Versammlung kann nur von dieser Entschließung Kenntnis nehmen und nun ihrerseits sagen, was sie daran geändert zu sehen wünscht. Der Gang ist doch der, daß nun der Borsland des Börsenvcrcins aus Grund der heutigen Beschlüsse eine Vorlage ausarbcitcn wird, die die Grundlage der morgigen Verhandlung und Beschluß fassung bilden wird. (Sehr richtig!) In diese Vorlage wird dann natürlich die NolstandSordnung unter Berücksichtigung der Beschlüsse des Verlcgervereins und des heutigen Abends hinein- zuarbcitcn sein. Es wäre also meines Erachtens von Ihnen folgendes feslzulegen: erstens, daß Sie der Bedingung des Ver- legervcreins, daß unter gewissen Voraussetzungen Ausnahmen zugestanden werden können, zustimmen; zweitens, daß Sie auch mit der Befristung einverstanden sind, jedoch in der Form, wie cs jetzt Herr Hofrat Meiner beantragt hat, daß die Notstands- ordnung spätestens 2 Jahre nach dem letzten Friedensschluß mit einer Großmacht zu erlöschen hat, daß es aber der dem Erlöschen vorhergehenden Hauptversammlung selbstverständlich Vorbehal ten bleibt, den dann herrschenden Zeitverhältnissen durch neue Beschlüsse Rechnung zu tragen. (Zustimmung.) Außerdem würde aber auch noch auszusprechcn sein, daß die Ausnahmen von den in der Nolstandsordnung vorgesehenen Zuschlägen nicht nur von den Vorständen des Börsenvereins und des Verlcgervereins ge meinsam festgesetzt, sondern daß auch Vertreter des Sortiments, das heißt des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine, dazu her- angezogcn werden sollen. (Sehr richtig!) Vorsitzender: Also das ist dann Sache der Redaktion und kann nachher noch geändert werden. Nun liegt hier noch der Antrag von Paul Nitschmann vor. (Zum Schriftführer Herrn Bernhard Staar:) Ich bitte ihn ein mal zu verlesen. (Widerspruch und Zuruse: Nein, der ist doch erledigt!) — Ist der Antrag zurückgezogen? (Rufe: Nein!) — Dann muß er doch zur Abstimmung kommen. Zur Geschäftsordnung hat Herr Nitschmann das Wort. Herr Paul Nitschmann (Berlin): Meine Herren! Ich möchte empfehlen, in folgender Form vorzugehen, ähnlich wie es Herr vr. Ehlermann Ihnen vorgeschlagen hat, daß wir vielleicht morgen eine Entschließung Vorbringen — ich möchte sie heute abend nicht formulieren, weil es aus dem Handgelenk doch nichts Ordentliches wird — etwa folgender Art: Die Ver sammlung tritt der vom Vorstande des Verlcgervereins vorge legten Entschließung vollinhaltlich bei, jedoch mit folgenden Einschränkungen: 1. daß bei den sachlich gebotenen Ausnahmen von dieser Notstandsordnung außer den Vorständen des Bör senvereins und des Verlcgervereins auch die Vertretung des Sortiments gehört wird, und 2. daß die Notstandsordnung nicht l, sondern 2 Jahre nach dem letzten Friedensschluß mit einer Großmacht erlischt, daß cs jedoch dem Ermessen der dem Er löschen vorangehenden Hauptversammlung des Börsenvcrcins Vorbehalten ist, eventuell andere Entschlüsse zu fassen. (Zu stimmung.) — Wenn Sie also damit einverstanden sind, werden wir eine Entschließung ausarbeiten und Ihnen diese morgen vorlegen. (Zustimmung.) Vorsitzender: Meine Herren, ich glaube, daß wir diesen Vorschlag des Herrn Nitschmann annehmcn können. Ich werde also darüber abstimmen lassen, möchte aber bemerken, daß nur die Abgeordneten Stimmrecht haben; die Gäste bitte ich, sich der Stimme zu enthalten. Also diejenigen Herren, die für den soeben gehörten An trag Nitschmann stimmen wollen, bitte ich, aufzustehen. (Ge schieht.) — Ich bitte um die Gegenprobe: diejenigen Herren, die ihn nicht annehmen wollen, bitte ich, sich zu erheben. — Der Antrag ist einstimmig angenommen. (Lebhafter Bravo und Händeklatschen.) Meine Herren, ich freue mich, daß ich das letzte Jahr meiner Amtsführung im Vorstand des Verbandes der Kreis- und Orts- Vereine mit einem solchen Beschlüsse beginnen kann, der die Einigkeit zwischen Sortiment und Verlag wieder festigt, und ich danke Ihnen für diese Entschließung. (Bravo!> — Herr Nilsch- mann wird Ihnen also morgen den Entwurf vorlegen. Wir gehen nun in der Beratung der Tagesordnung der Hauptversammlung des Börscnvereins weiter und würden zu Nr. 5 kommen: Beschlußfassung über die Annahme und Verwendung einer von Herrn Kommerzienrat Hermann Stilke in Berlin dem Börsenverein angcbotenen Stiftung von etwa 120 OVO. Wünscht dazu jemand das Wort? — Herr Siegismund! Herr Geheimer Hofrat Karl Siegismund (Berlin): Meine Herren! über die Zuwendung, die Herr Kollege Stilke dem Börsenverein zu machen die Absicht hatte, ist ja im Laufe der letzten Monate außerordentlich viel gesprochen und geschrieben worden. Es liegt nunmehr ein bestimmtes Angebot des Herrn Stilke vor, über das wir morgen Entschließung zu fassen haben. Ich bemerke von vornherein, daß ein Irrtum in der Tagesord nung des Börsenvereins sich eingeschlichcn hat, der Punkt 5 lautet: »Beschlußfassung über die Annahme und Verwen dung einer von Herrn Kommerzienrat Hermann Stilke in Bei- lin dem Börsenvercin angebotenen Stiftung von etwa 120 000«. Das ist ein Irrtum, insofern als der Hauptver sammlung auch über die Verwendung das Recht zugestanden werden soll. Das ist nicht der Fall. Die Stiftung ist dem Bör- senvereinsvorftand unter ganz bestimmten Bedingungen ange- boten worden, uüd zwar sind diese Bedingungen folgende: Herr Stilke ist bereit, einen Teil seiner Erträgnisse aus dem Feld buchhandel, die sich bis zum 1. Juli 1918 ergeben und etwa 120 000 voraussichtlich aber noch etwas mehr betragen wer- den, dem Börsenverein als Stiftung zuzuwenden. Daran hat Herr Stilke die Bedingung geknüpft, daß der Börsenvercinsvor- stand 30 000 ^ dem Unterstützungsfonds überweisen, daß er weitere 30 000 der Deutschen Bücherei zuwenden und über den Rest selbständig verfügen soll. Der Vorstand wird sich schlüssig werden, in welcher Weise, vorausgesetzt, daß die Stiftung an- genommen wird, nunmehr das Restkapital verwendet werden soll, ob er es thesauriert oder ob er die Zinsen oder auch das Kapital zu irgend einem, dem Vorstande recht scheinende» Zwecke, z. B. der Wohltätigkeit, verwendet. Nur unter dieser Bedingung ist die Stiftung angeboten, und die Hauptversamm lung hat infolgedessen lediglich darüber zu beschließen, ob sie bereit ist, unter diesen Voraussetzungen die Stiftung anzunch- mcn. Herr Stilke hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß er aus ganz bestimmten Gründen — und diese Gründe liegen ja nach den vorhergehenden Erörterungen klar vor uns — keine Diskussion über die Verwendung der Stiftung wünscht, und er beabsichtigt, wenn sich in irgend einer Weise Bedenken gegen die Annahme der Stiftung und gegen die Verwendung, wie er sie wünscht, erheben, das Geld einem anderen Zwecke, der außer halb der Buchhandels liegt, zuzuwenden. Also cs liegt im hervorragenden Interesse des Börscnvereins, morgen diese Stiftung dankbaren Sinnes gegenüber Herrn Stilke anzunehmen und sie durch den Vorstand ln der Weise verwenden zu lassen, wie Herr Stilke es wünscht. Herr Kommerzienrat Karl Schöppiug (München): Meine Herren! Ich nehme an, daß es mir trotz der Verwarnung, die darin liegt, daß morgen über die Sache nicht gesprochen wer den darf, doch wohl gestattet ist, heute hier ein paar ganz objek tive Worte zu sprechen. Sie werden ja aus dem Buchhändlcr- börsenblatt ersehen haben, in welcher Weise die Vorstandschaften des Münchener und des Bayerischen Buchhändlervcrcins in der damaligen Auseinandersetzung Stellung genommen haben. Die Meinung ging bei uns dahin, daß es richtig sei, der Annahme dieser Gelder für die Notleidenden unseres Standes zuzustim men, daß cs aber nicht wünschenswert scki, den Börsenvercin als* Empfänger und Verwalter eines Teiles der Gelder zu be stimmen. Eine nähere Motivierung dieser Stellungnahme unter lasse ich aus Gründen, die Sie selbst genau wissen. Ich bin be auftragt, das hier zu sagen, und wenn die Stimmung in der
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