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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.03.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-03-15
- Erscheinungsdatum
- 15.03.1910
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19100315
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191003155
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1910
- Monat1910-03
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Z268 Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Künftig erscheinende Bücher. 15. März 1910. Ein Buch, dem nach der Äeransgeberin und unserer Ansicht ein Erfolg besckieden sein kann — — ähnlich dem der „Briefe, die ihn nicht erreichten". Z) Demnächst erscheint: Kreuzträgerin Aus dem Tagebuch einer Verstorbenen Roman aus dem Leben von -i- -i: Das nebenan wörtlich abgedruckte Vorwort dürfte den Herren Kol legen einen ungefähren Begriff vom Inhalt der „Kreuzträgerin" geben, der Erfolg bei diesem Buch muß kommen und wird nicht ausbleiben. Es ist mit Herzblut ge schrieben und es ist weder im Gefühlten noch im Erlebten irgend etwas Erdichtetes darin. Wer das Buch liest, wird zu der Überzeugung kommen, daß alles aus dem Leben gegriffen ist und daß nur aus per sönlicher Rücksicht (die ganze Lebenstragödie spielte sich in einer bekannten Aniversitäts- profefforen-Familie ab) kleine Abänderungen der Wirklichkeit, Wahl anderer Namen usw. vorgenommen wurden. Wir vermuten, daß sehr viele Kollegen dieses Buch selbst werden lesen wollen. Wir bitten da rum, und liefern ein beschnittenes broschiertes Leseexempl. zum eigenen Gebrauch für nur 75 Pf., sofern auf mitfolgen dem Verlangzettel be stellt. Wer das Buch gelesen hat, wird ver stehen, es zu empfehlen, und wird damit reich lich verdienen! Das Vorwort der Herausgeberin lautet: „Vor vier Wochen habe ich meine Schwester begraben. Eine so sehr geliebte Schwester. Von der Natur mit allen Gaben ausgestaltet, schön, voll Geist und Gemüt, geliebt von denen, die sie näher kannten, bewundert von den Fernstehenden, ist sie, die für ein lachendes, strahlendes Glück bestimmt schien, ihr ganzes Leben eine Kreuzträgerin ge wesen. Sie sah aus wie eine Königin, frei und stolz trug sie den klugen, feinen Kopf, mutvoll blickten die dunklen Augen, und dennoch, jetzt, wo alles zu Ende ist, wo es der brutalen Faust des Schicksals gelungen, langsam und erbarmungslos dies große, schöne Lerz zu zermalmen, jetzt will es mir scheinen, als sei der erste Grund ihres Anglücks eine zu große Bescheidenheit gewesen. Während sie für andere unwiderstehlich beredt ward, konnte sie nie, schon als Kind nicht, für sich etwas fordern. Ich habe sie bei einem Ge schenk ihres Verlobten blutrot werden sehen; nur weil es ihn gekränkt hätte, trug sie die obligaten Schmucksachen, die ein Brautstand mit sich bringt. Ebensowenig fand sie je ein Wort der Ver teidigung Der Angerechtigkeit und Brutalität setzte sie wehrlos ein starres, erschrockenes Schweigen ent gegen, das den Angreifenden wohl in dem törichten Wahn ließ, er sei Sieger geblieben. Er ahnte nicht, um was er sich soeben gebracht Denn scheu floh von nun an für immer in ihre Seele zurück, was eine kluge, gütige Hand sich selbst zu höchster Wonne hätte auslösen können. And der Liebe gegenüber hatte sie keinen Willen. „Die Unterlassungssünden stnd die aller schlimmsten", sagte sie, wenn sie wieder einmal einem bittenden Blick nicht widerstanden. „Nicht geben ist viel abscheulicher als Nehmen.—" Dabei war sie von schwächlicher Sentimentalität weit entfernt Lange, lange erhielt sich ihr köstlicher Humor. And später, als ihr vornehmes Herz den viele Jahre schamhaft verborgenen Kampf der Öffent lichkeit preisgeben mußte, da fand sie in stunden langen, peinvollen Unterhandlungen und Er örterungen Worte von blendender Klarheit, voll heiligen, gerechten Zorns und ergreifender An klage. Ich habe alle sie bewundern, den Zerstörer ihres Lebens klein, weinend, bittend, mit gerungenen Händen, fast auf den Knien vor ihr gesehen — helfen konnte ihr keiner — sie mußte ihr Schicksal tragen, bis sie erlag. Ehe sie starb, hat sie mir diese Blätter gezeigt. „Es ist eine Art Tagebuch", sprach sie „Wenn du meinst, daß meine Erlebnisse und Erfahrungen auch nur einer unserer Mitschwestern als Wegweiser und Warnung dienen können, versuche nach meinem Tode, ob du für diese Aufzeichnungen einen Ver leger findest. Es soll keine tränenreiche Aufzählung von Schicksalsschlägen sein, keine Teilnahme suchenden Klagen — es soll ein Warnruf sein an alle: Lernt den Mann kennen, bevor ihr ihn zum Herrn über Leib und Seele macht. Gebt euren Kindern keinen Vater, der euch Furcht einflößt, dem ihr euch unterwerft, weil das sein Recht und eure Pflicht ist. Schließt keine gleichgültige oder erzwungene Ehe. Tut es nicht, ihr Blinden, Törichten, tut cs nicht! Ich habe einen Verleger gesunden, sehr bald sogar. And heute, acht Wochen nach ihrem Tode sollen ihre Bekenntnisse dem Druck übergeben werden. Ich habe geschwankt, ob ich feilen, durcharbeiten sollte, aber ich bin zu dem Entschluß gekommen, jedes Wort einfach, wahrheitsgetreu so, wie sie es geschrieben, soll stehen bleiben Möglich, daß eine berufene Land flüssigeren Stil, dramatischere Effekte erzielt hätte - doch an einem mit Herzblut geschriebenen Nachlaß soll m n nicht künsteln. So mögen denn diese Blätter als Buch ! hinausgehen in die Welt! And mögen sie sein, > was die Verstorbene wünschte: ein Warnruf für ! Weib und Mann!" Preis drosch- M. 2.— ord, M. 1.20 bar;s -Partie 11/10. eleg. ged. M. 3.— ord., M. 2.— bar. < Zur Einführung, wenn bis 15. April 1910 bestellt, je 1 Probeex. u. 1 Probepartie 7,6 mit 50°/o- Verlangzetlel anbei! Berlinm 87, 10. März 1910. Verlag: Schweizer «k Co. G. m. b. H.
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