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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.11.1898
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1898-11-04
- Erscheinungsdatum
- 04.11.1898
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- Deutsch
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Die "^utrnnv kudlisIiivK 8ea8vn" 1898. Von Th. Wohlleben. London, im Oktober 1898. In England sind die sogenannten Bücher-Saisons (Look-Zsssons) weit ausgeprägter als bei uns in Deutschland. Es giebt deren zwei, die Frühjahrs- und die Herbstsaison Die letztere ist schon deshalb bedeutender, weil während der selben alle Weihnachts-Neuigkeiten erscheinen. Aber auch aus anderen, auf der Hand liegenden Gründen ziehen die Ver leger vor, schwere Neuigkeiten für die Herbstsaison zurückzu halten, und nicht selten kommt es vor, daß ein bereits im Juni vollständig hergestelltes Werk erst Anfang Oktober auf den Markt geworfen wird. Die zu erwartenden Neuigkeiten werden von den Ver legern durch ihre »löst» ok »SV Lvä kortkoowiiiß bootcs«, die zuerst an die litterarische Presse und dann an das Sortiment und Publikum versandt werden, zur Kenntnis der Inter essenten gebracht. Nur in den seltensten Fällen sind diese Listen in irgend welcher Weise geordnet; alles steht wie Kraut und Rüben durcheinander. Oft findet man unter an gekündigten Neuigkeiten Bücher, die bereits erschienen sind oder solche, an deren Erscheinen in den nächsten sechs Monaten nicht zu denken ist. Jeder will natürlich seine Liste so lang wie möglich machen. Das Sortiment sah gerade der diesjährigen Saison sehr erwartungsvoll entgegen. Hörte man doch während der Sommermonate nichts als Klagen über den ungewöhn lich schlechten Geschäftsgang, denn in der That ist das Ge schäft seit längerer Zeit nicht so still gewesen, wie in den letzten vier Monaten. In Nachstehendem habe ich einen Versuch gemacht, das, was unter den heurigen Ankündigungen von allgemeinerem (d h nicht rein englischem) Interesse erscheint, herauszulesen; doch mache ich auf Vollständigkeit keinen Anspruch. Auf dem Gebiete der allgemeinen und schönen Litteratur fällt mir zunächst eine größere Anzahl Literaturgeschichten auf. Es sind in Vorbereitung: Professor Saintsburys kurze Geschichte der englischen Litteratur (uniform mit der bekannten Greenschen Geschichte des englischen Volkes); — Aston, Ge schichte der japanischen Litteratur; — Macdonell, Geschichte der Sanskrit-Litteratur; — Zoltan Beöthy, Geschichte der ungarischen Litteratur; — Brandes, Geschichte der skandi navischen Litteratur; — Professor Herefords Geschichte der deutschen Litteratur; — Henderson, Geschichte der schottischen Bolkslitteratur; — dann eine litterarische Geschichte Irlands von vr. Douglas Hyde und eine englische Ausgabe von Brandes, Hauptströmungen der Litteratur des 19. Jahr hunderts. — Eine interessante Neuigkeit ist der Band wieder ausgefundener Erstlingsgedichte Percy Bysshe Shelleys der von vr. Garnett, Oberbibliothekar im British Museum, heraus gegeben wird. Die Geschichte des Bandes ist interessant genug, um hier wiedergegeben zu werden: Unter dem Titel: Orixivsl ?ostr)' bx Victor smä 6^irs er schien im Jahre 1810 bei dem Verleger Stockdale ein Band Ge. vlchte von P. B. Shelley (Pseudonym: Victor) und seiner Schwester Elisabeth (Pseudonym: Cazire). Shelley sandte die ganze Auslage von 1480 Exemplaren an Stockdale zum Verkauf. Dieser fand, nachdem er eine kleine Anzahl Exemplare an die Presse versandt hatte und sich dann das Buch mit Mutze durchsah, datz es ein Gedicht von M. G. Lewis, dem Verfasser von,,'I'li« Novk", enthielt. Als er Shelley am nächsten Tage darauf aufmerksam machte, war dieser so aufgebracht darüber, datz ihn seine Schwester Untergängen hatte, datz er die ganze Auflage sofort vernichten "eh. Diese Thatsachen fand vr. Garnett in einer bet Stock- oale im Jahre 1826/27 erschienenen etwas erotischen Zeit- ichnst: »Stockoale's Budget-, als im Jahre 1859 ein Exemplar weses seltenen Budgets für das Museum erworben wurde. Sett- vern suchte man vergeblich nach einem Exemplar des ersten Bandes Shelleyscher Gedichte, bis ein Mr. Hussey, ein Grohneffe von Harriet Grove, einer Nichte Shelleys, der eine Anzahl seiner Gedichte ge widmet sind, ihn, mit einer Anzahl von Byrons Werken zu sammen in einen Band gebunden, in der Bibliothek seines Groß vaters auffand. Ein anderer Beitrag zur Shelley-Litteratur ist unter dem Titel: »Die letzten Tage P. B. Shelleys, aus unveröffent lichten Dokumenten von vr. G. Biaji« angekündigt. Von den bekannteren modernen Schriftstellern sind folgende Neuigkeiten zu erwarten: Rudyard Kipling, das Tagewerk, — Jan Maclaren, »Später« und andere Ge schichten; — Stanley Weyman, die Schloß-Herberge; — Frankfort Moore, das verhängnisvolle Geschenk; — Grant Allen, Linnet; — Fr. R. Stockton, die Gesellschaft der Ein siedler; — Rider Haggard, Schwalben, und Edna Lyall, die Hoffnung des Einsiedlers. Von Uebersetzungen sind die Romane Gabriele d'Annunzios und Hauptmanns Weber zu erwähnen. — Neudrucke klassischer Werke sind in den letzten zwei Jahren mehr als reichlich erschienen. Am geschmackvollsten und gediegensten sind die handlichen Bändchen der Dewpls-Vlaseiee, und in dieser Serie sind zu erwarten: Waltons Biographien, Byrons 6bilä llarolä, Carlyles 8artor ksssrtu'z, Browns Gedichte und Brownings Paracelsus; ferner wird, uniform mit dem Temple Scott, ein Temple Dickens erscheinen. Geschichte und Kulturgeschichte. Von der bekannten Geschichte Aegyptens von Professor Flinders Petrie sind zwei neue Bände (Band 4: Das rö mische Aegypten und Band 5: Das Aegypten der Ptolo- mäer) in Vorbereitung. — S. Mutman, der Verfasser von »Das Kaiserliche Deutschland« bringt eine Geschichte Oester reichs. Ferner sind folgende Werke bemerkenswert: Head- lam. Die Begründung des Deutschen Reichs 1815—71; — Justin McCarthy, Geschichte der Vereinigten Staaten; — Ramsay, Geschichte Englands bis zum Tode Stephens; — Stanley Lane Pools, die orientalische Frage; — Cheyne, das religiöse Leben der Juden nach dem Exil; — Knapp, das feudale und moderne Japan; — Professor Douglas, Geschichte Chinas; — Abercromby, das prae- und proto- historische Finland; — Armstrong und Hume, Spaniens Größe und Verfall; — Grant, die französische Monarchie 1483—1789, und Stillmann, die Einigung Italiens 1815 —1895. Biographieen und Autobiographieen sind stets sehr zahlreich in den Neuig keitenlisten vertreten. — Jeder Staatsmann zweiter und dritter Klasse, jeder Bischof, jeder adelige Engländer, der einmal eine größere Reise nach dem Orient gemacht oder ich längere Zeit in Indien aufgehalten hat, wird, wenn er nicht selbst ein Manuskript hinterläßt, von seinen Erben oder Freunden biographisch verarbeitet, meistens — zu Ehren der englischen Verleger sei es gesagt — auf Kosten des be treffenden Herausgebers. — Von allgemeinerem Interesse dürften folgende Schriften sein: Die offizielle Biographie Gladstones von seinem Freunde John Morley; — Martin Luther, von Professor Jacob; — H. von Helmholtz, von Mekendrik; — Spinoza, von Pollock; — Faraday, von Pro zessor Silvanus Thompson; — Tennyson, eine kritische Studie von St. Gwynn; — eine neue Shakespeare-Biographie von S. Lee, und die englische Ausgabe von Bismarcks Ge danken und Erinnerungen, für die der englische Verleger, wenn die Nachrichten in den Tageszeitungen richtig sind, 200000 bezahlt hat Kunst und Kunstgeschichte. Auf diesem Gebiete sind einige gute und vielversprechende Neuigkeiten zu erwarten. Von besonderem Interesse für Ver leger dürften die beiden Werke von Jos. Pennell sein: »Me thoden und gegenwärtiger Stand der modernen Bücher- Jllustration« und: »Einige Kapitel über Kunst und Technik
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