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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.10.1898
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1898-10-11
- Erscheinungsdatum
- 11.10.1898
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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Preise des Verzeichnisses noch möglich und lohnte sich wohl auch in einer Zeit, wo der einzelne Gelehrte ein besserer Bacherkäufer war als jetzt bei dem Aufblühen und der guten Ausstattung der Bibliotheken. Durch die Versendung guter Kataloge blieb der Sortimenter in steter Berührung mit der Gelehrtenwelt und beherrschte so gewissermaßen sein Publikum, dem damals noch nicht, wie heute, die reichen bibliographischen Mittel zur Orientierung über die Litteratur seines Spezial faches zu Gebote standen, sondern das mehr auf die Auskunft- erteilung der Buchhändler angewiesen war. Die Zahl der Bücherkäufer war natürlich bedeutend geringer als jetzt bei der größeren Verbreitung wissenschaftlicher Bildung, aber ge rade deswegen war auch das Verteilen von Katalogen nicht so kostspielig. An Konkurrenz fehlte es dem jungen Unternehmen natürlich auch nicht; noch lange Zeit kursierte der Weidmann'sche Meß katalog unter den Bücherliebhabern Auch neue Kataloge erschienen, die den Hinrichsschen in Anordnung und Bearbei tung sehr ähnlich waren, und die in lauterem oder unlauterem Wettbewerb Hinrichs wieder aus dem Sattel heben wollten, wie anderseits Hinrichs ja auch ganz gern den vielen Sorti- timentskatalogen das Lebenslicht ausgeblasen hätte. So er schien z. B. Ostermesse 1803 in der Junius'schen Buchhand lung in Leipzig in gr. 4". ein Jahreskatalog unter dem Titel: »Repertorium aller während des Jahres 1802 im deutschen Buchhandel wirklich erschienenen neuen Schriften mit genauer Angabe der Verleger und Preise und einer wissenschaftlich geordneten Uebersicht«, das als Konkurrenz unternehmen wohl zu fürchten war. Im Anhang dieses Kataloges finden sich noch Buchhandlungs-Veränderungen und Todesfälle von Buchhändlern, Aufenthaltsveränderungen von Gelehrten und Künstlern, und für die Folge versprach die Verlagshandlung noch mehr solcher Rubriken, so daß der Buchhändler darin ungefähr alles finden könnte, was heute das Börsenblatt bietet. Ob der Plan zur Ausführung ge kommen ist, ließ sich nicht feststellen. Eine Original-Idee war es aber von der Juniusschen Buchhandlung ebenfalls nicht; ihre Vorgänger waren auch hierin die Herren Reinicke und Hinrichs, die nach einer nur handschriftlich vorhandenen, von der Jubilatemesse 1799 datierten Ankündigung, also schon vier Jahre vorher, einen solchen Plan gehabt hatten und eine »Leipziger Buchhändlerzeitung« gründen wollten Nach dieser Ankündigung hatten sie sich den Inhalt ungefähr in folgender Weise gedacht: 1. Vollständige Anzeigen von den neuesten Schriften ohne alle Ur teile über ihren Wert. 2. Anzeigen von Originalwerken und Uebersetzungen, die in den nächstfolgenden zu bestimmenden Messen erscheinen werden. 3. Anzeigen und Anfragen, die in den Kunst- und Buchhandel ein- schlagen. 4. Antikritiken von Schriftstellern und Verteidigungen von Buch händlern. 5. Bekanntmachung von zu haltenden Auktionen. 6. Bekanntmachung einzeln zum Verkauf ausgebotener Bücher, Kupferstiche, Landkarten. 7. Mitteilung des Inhalts solcher Schriften, die ihrer Seltenheit und Kostbarkeit wegen nicht in eines jeden Hände kommen können 8. Kleinere Schriften nach ihrem Inhalte. 9- Amtsveränderungen, Todesfälle und andere Merkwürdigkeiten. Das Blatt sollte wöchentlich erscheinen, die »Avertisse ments« aber in einer besonderen Beilage, sobald Material für einen halben Bogen vorhanden wäre. Es müssen sich aber irgend welche Schwierigkeiten erhoben haben, das Blatt ist damals nicht ins Leben getreten; wahrscheinlich scheiterte es an der Lauheit und Interesselosigkeit des Buchhandels. Weil der größte Teil des geplanten Inhalts mit dem unseres heutigen, erst 34 Jahre später gegründeten »Börsen blattes« übereinstimmt, ist etwas näher auf diesen Plan ein gegangen worden, die weitere segensreiche bibliographische Thätigkeit der Hinrichs'schen Buchhandlung kann auf Grund Züusuildsechzigster Jahrgang. der Einleitung zum Jubiläumskatalog hier aber nur nach Daten geschildert werden. 1819: Feststellung des Prinzips, Titelaufnahmen nicht allein auf Grund von Ankündigungen zu machen. -Auf bloße Novitäten zettel kann, der Unzuverlässigkeit wegen, ferner nicht Rücksicht genommen werden-. 1834: Mit Beginn des Börsenblattes Lieferung der bekannten Bibliographie für dieses. 1836: Aufforderung der -Deputierten des Buchhandels zu Leipzig-: Von allen neu zu verlegenden Schriften und neuen Auflagen, ganzen Werken, wie einzelnen Teilen, sofort nach Erscheinen ein Exemplar zur Ausnahme in die Bibliographie des Börsenblattes an die Hinrichs'sche Buchhandlung einzusenden. Die Befolgung dieser Aufforderung befreite von lästigen Verpflichtungen gegen das Censurkollegium. 1842: Erstes Erscheinen des -Wöchentlichen Verzeichnisses-, das in der Folgezeit verschiedene Wandlungen durchmachte und, erst 1893 unter dem ursprünglichen Titel wieder zu Ehren gekommen, jetzt vom Sortiment wohl nicht wieder entbehrt werden möchte. 1843-49: Ausgabe einer monatlichen Ausgabe der Bibliographie, nachdem damit bereits 1832 ein Versuch gemacht worden war. 1846: Beginn des -Vierteljahrskatalogs aller neuen Erscheinungen rc.- Es begannen dann ferner: 1849: Der Weihnachtskatalog; 1853: Die vierteljährlichen Fachkataloge; 1386: Die monatliche -Wissenschaftliche Uebersicht bedeutenderer Er scheinungen- (seit 1875 auch in 8°.-Format u. d. T. -Monatliche Uebersicht rc.-); 1856: Der -Fünsjahrskatalog-. (1862 wurden vom ersten Katalogs arbeiter vr. Albrecht Kirchhofs dessen zwei erste -Fünfjährige Bücherkatologe- angekauft). 1871: Ankauf der Baldamus'schen Fachkataloge; 1875: Ankauf des nach Wissenschaften geordneten Repertoriums zu je 10 halbjährigen oder einem Fünsjahrskatalog, das Adolph Büchting ins Leben gerufen hat. Aus diesen trockenen Daten erhellt schon deutlich, wie unermüdlich die Firma I. C. Hinrichs bemüht war, dem Gesamtbuchhandel durch ihre bibliographische und Verlags- thätigkeit zu dienen. Viel unsägliche Mühe und große pe kuniäre Opfer mußte die Firma zuweilen auf sich nehmen, ehe ein solches neue Unternehmen rentabel wurde und die Weiterfahrung sich lohnte. Auch manche bittere Enttäuschung und Konkurrenzsorgen blieben der Firma bei ihrer eifrigen biblio graphischen Thätigkeit wohl nicht erspart. Das Erscheinen der zweihundertsten Fortsetzung des »Halbjährlichen« ist ein Zeit punkt, an dem die Verlagsfirma und mit ihr der deutsche Buchhandel mit Stolz auf unsere »amtliche« Bibliographie, wie sie ja oft genannt wird, blicken kann. Gerade in den letzten Jahren haben die verschiedenen Hinrichs'schen Biblio- graphieen, die fünfjährige, die halbjährliche und die wöchent liche und monatliche, wieder mannigfache und wertvolle Ver besserungen für die Praxis erfahren — wir führen sie hier nicht alle auf, da der jetzige Buchhandel sie mit erlebt hat —, daß das Arbeiten mit den Hinrichs'schen Katalogen dem Buchhändler jetzt ein wahres Vergnügen ist. Besonders, auch das Jubiläumskind, das halbjährliche Bücherverzeichnis, hat mit seinen genauen und ausführlichen Titelangaben an Wert und Bedeutung gewonnen und wird sich wohl immer noch mehr die Gunst des Buchhandels erwerben, jetzt wo der »Heinsius« — wir müssen sagen: leider — verstummt zu sein scheint. Daß ihm dies für fernere Zeiten immer noch mehr gelingen möge, ist unser Wunsch zu seinem Jubiläum. Es verdient sie und wird sich ihrer durch Zuverlässigkeit und praktische Anordnung sicher immer würdig erweisen, des sind wir bei der jetzigen Leitung des Verlags gewiß. Einem Jubiläumskinde im Festgewande tritt man nicht gern kritisch entgegen, nicht etwa als ob es die Kritik zu fürchten hätte, nein, man freut sich, daß es da ist, und läßt seine Blicke zurück schweifen in vergangene Zeiten und in seine Entwickelungsjahre. Das haben wir nun etwas reichlich gethan, weil ein Jubiläums katalog, auch rein äußerlich betrachtet, eine größere Besprechung verdient und die Hinrichsschen Kataloge die dem Rezensenten schon bekannte -üble- Eigenschaft haben, daß man nur bei langem zeit raubenden Studium ihnen vielleicht einmal etwas am Zeuge flicken kann. 998
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