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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.03.1940
- Strukturtyp
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- 1940-03-12
- Erscheinungsdatum
- 12.03.1940
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1. April 1940 ab gilt das Patentanwaltsgesetz in der Ost mark. Die bisher in Österreich eingetragenen Patentanwälte werden in die Liste der Patentanwälte beim Neichspatentamt übertragen. (Verordnung vom 15. Februar 1940, RGBl. I, S. 362.) — Verlaut barungen, die bisher in der »Wiener Zeitung« oder im »Amtsblatt zur Wiener Zeitung« zu veröffentlichen waren, können, soweit sie nicht in den amtlichen Verkündungsblättern des Reiches oder der Ncichsgaue der Ostmark zu veröffentlichen sind, vom 1. März 1940 ab mit gleicher Ncchtswirksamkcit im »Völkischen Beobachter Wiener Ausgabe« veröffentlicht werden. (Verordnung vom 27. Februar 1940, RGBl. I, S. 425.) Recht des Sudctcnlandcs. Das Erbhofrecht wird durch die Verordnung vom 27. Fe bruar 1940 (RGBl. I, S. 426 ff.) cingeführt. Gleichzeitig werden zahlreiche Augleichuiigsvorschriften dazu erlassen. Recht der ciiigcglicderten Ostgebiete Die G e w e r b e st e u c r, die Wandergewerbcstcuer und die Körperschastsstcuer werden durch Verordnung vom 24. Februar 1940 (RGBl. I, S. 418) eingeführt. Für die Gewerbesteuer vom 1. Februar bis 31. März 1940 ist die Lohusummc die Bcstcueruugs- grundlage. Für das Rechnungsjahr vom 1. April 1940 bis zum 31. März 1941 sind Bcsteuerungsgrundlagcn der Gewerbeertrag, das Gcwerbekapital und die Lohnsumme. — Ab 15. März 1940 treten in Kraft die Verordnungen über Preisbindungen und gegen Verteuerung der Bedarfsdeckung und die über die Preisbildung für ausländische Waren. Wer den Verordnungen zu widerhandelt, wird mit Geldstrafe und Gefängnis oder einer dieser Strafen belegt. (Verordnung vom 12. Februar 1940, RGBl. I, S. 393.) — Die S a m m l u n g s o r d n u n g der Nationalsozialisti schen Deutschen Arbeiterpartei wird mit der Verordnung vom 31. Januar 1940 (RGBl. I, S. 364) eingeführt. Eine Vorlesung W. H. Riehls über den deutschen Buchhandel 1854 Von Dr. Walther Linden Im Herbst des Jahres 1854 wurde Wilhelm Heinrich Niehl, der bisherige Schriftleiter der Cottaschen »Allgemeinen Zeitung« in Augsburg, als Professor der Staatswirtschaftslehre an die Univer sität München berufen. Seine erste Vorlesung im Winter 1854/55 war ein Gesamtüberblick über das Gebiet seiner Wissenschaft: »Enzy klopädie der Cameralwissenschaft«. Das Stichwortmanuskript dieser in vieler Hinsicht bedeutsamen, von der Forschung noch nicht aus- gcwerteten Vorlesung ist als einziges Kollegheft Niehls in dem von seiner letzten noch lebenden Tochter Hedwig Niehl in Erfurt be wahrten Nachlaß erhalten geblieben. Einer seiner wichtigsten Teile ist die im Dezember 1854 gehaltene Vorlesung über Organisa tion, Bedeutung und G e i st des deutschen Buch handels. Niehl geht hier wie in seiner »Naturgeschichte des deutschen Volks«, deren erste beide Bände damals bereits Vorlagen (1851 und 1854), von ganz neuen Gesichtspunkten aus. Die »Cameralwissen- schaft« ist für ihn keine bloße Steuer-, Finanz- und Verwaltungs wissenschaft, sondern vielmehr die Lehre von der Förderung und Pflege der Lebensgrundlagen des Volkes. Sie kann daher nur bei gründlichster Kenntnis der Landesverhältnisse, des Volkslebens, der Volkssitten und -gebräuche betrieben werden; Grundlage der Cameralwissenschaft ist die Landes- und Volkskunde. Der künftige Vcrwaltnngsbcamte muß mit den Bevölkcrungs- und Bodenverhält nissen des Landes nnd mit seinem wirtschaftlichen Leben in all seinen Teilen: Ackerbau, Gewerbe, Handel und Geistesarbeit aufs innigste vertraut sein. Zu seiner Kenntnis der Geistesarbeit nach ihrer wirt schaftlichen Seite gehört die Kenntnis der Organisationsformen, der Arbeitsweise und des für Deutschland kennzeichnenden Geistes des deutschen Buchhandels. In diesem für seine Zeit revolutionären Sinne macht der große Volksforscher seine staatswissenschaftlichen Studenten aufs ein gehendste mit dem K o m m i s s i o n s w c s e n des deutschen Buch handels bekannt. Er verweist auf die geschichtliche Entwicklung: »Früher kamen die Buchhändler persönlich zu den Messen nach Frank furt und Leipzig, um ihre Bücher auszutauschen. Im übrigen Jahre wurden weniger Bücher versandt — hohe Preise der Post usw. — daher Biicherschreiben zur Messe. Jetzt ist in den Kommissionsplätzcn ein Mittelpunkt für die Zersplitterung des buchhändlerischcn Ver kehrs geschaffen«. Und nun wird im einzelnen geschildert, wie in den Kommissionsplätzen Frankfurt, Augsburg, Nürnberg, Stuttgart, Wien, Berlin, Köln und Leipzig die Kommissionäre sitzen, von denen jeder so und soviel Kommittenten in den kleineren Orten hat, wie der Kommissionär die für seine Kommittenten bestimmten Pakete empfängt nnd an diese weiterleitet, wie er auch die Zahlungen ver mittelt, wie cs sich mit Fuhrgewicht, Ballen, Bestellscheinen (fünfzig Bestellscheine ^ Bricfgewicht) verhält usw. Stuttgart ist der Zen tralplatz für Süddeutschland, Leipzig aber »der Zentralpunkt aller dieser kleinen Zentralplätze, verbindet Süd- und Norddcutschland, dann aber auch Deutschland mit der übrigen Welt«. Mit Genug tuung wird betont, daß von Leipzig jährlich fünf Millionen Bücher pakete ausgehen. Fünfzig bis sechzig Kommissionäre, von denen ein zelne neunzig Kommittenten haben, besorgen diesen Leipziger Ver kehr, dazu die Rechnungsabschlüsse usw. Da allein in Leipzig die meisten Buchhändler Vorräte ihres Verlages halten, so ist Leipzig »der Stapelplatz des deutschen Buchhandels«. »Daher persönliches Be ziehen der Leipziger Ostermesse, um die Vorräte zu revidieren usw.« Mit gleicher Anteilnahme verweist Niehl alsdann auf das buch- häudlerische Vereinswesen, auf das Verhältnis von Sortiment und Kataloge und die Organisation 'des »Börsenblatts für den Deut schen Buchhandel«. Ferner wird auf die ganz andere Organisation des Musikalicnhandels und die noch stärker abweichende des Kunst handels verwiesen. Auf diese eingehende Schilderung aller technischen Mittel folgt eine Darstellung des geistigen Aufbaus, der zu einem Loblied des deutschen Buchhandels wird. Niehl preist die Individualisierung des Geisteslebens in Deutschland und die damit zusammenhängende De zentralisierung des Buchchanöels, im Gegensätze zu Frankreich und England. »Der Buchhandel hat bei uns seine Sitze aller Orten. Fast alle Buchhandlungen stehen unter sich in unmittelbarer Abrechnung ohne Zwischenhändler.« Als erfreuliche Folgen ergeben sich: die »Gleichmäßigkeit der Bücherpreise durch ganz Deutschland« (man denke an das in neununddreißig Staaten zerrissene Deutschland von 1854!), »Leichtigkeit und Sicherheit der Verbreitung, Unabhängigkeit der Autoren von einzelnen großen Monopolisten des Verlags- Handels«, ebenso aber auch die Unabhängigkeit des Buchhändlers vom »Despotismus eines gefeierten Namens«. Daher »Lokalliteratur im Guten und Bösen«. Alle neuen Erscheinungen werden im ersten Jahre als Neuigkeiten versandt; der geistig Schaffende kann prüfen und vergleichen. Das Schlußurteil über den deutschen Buchhandel lautet kurz und schlagend: »Geist der echten Gel ehrt en- Ncpubli k«. Diese bisher noch unbekannte Niehlsche Vorlesung verdient einen Platz in der Geschichte der deutschen Buchhandelslehre. In ihrer gründlichen Darstellung der Organisationsformen und technischen Mittel des Buchhandels, in ihrer Schilderung der eigcndeutschen Ent wickelung und des artgemäßcn Geistes bnchhändlerischer Arbeit offen bart sie den Sinn des großen Volksforschers für die Wirklichkeit von Volk und Volkstum, sein Verständnis für die Wichtigkeit praktischer Fragen und Organisationsformen, die man zu seiner Zeit noch oft über die Achsel anzusehen pflegte. Man liest zwischen den Zeilen, daß Niehl im deutschen Buchhandel nicht nur den »Geist der echten Ge lehrten-Ncpublik« wahrnahm, sondern daß er in der gesamt deutschen Organisation und dem gesamtdeutschen Bewußtsein des Buchhandels seiner Zeit Zeichen und Vorbereitung kommender deut scher Einheit sah. Osterheft von „Buch und Volk" Bei der Werbung für den Osterverkauf darf eigentlich in keiner Buchhandlung das soeben erschienene Heft der Zeitschrift »Buch und Volk« fehlen, denn cs ist ein Heft so recht zum »Schmökern« im besten Sinn. Man blättert darin, liest mal da, mal dort, und am Ende steht der Wunsch, dieses oder jenes Buch, wenn nicht diese oder jene Bücher zu besitzen. Damit hat dieses schmale Heft seine Aufgabe vorläufig erfüllt. Es wird aber darüber hinaus noch weit über Ostern hinaus wirksam sein und beraten und auswähleu helfen. — Vom »deutschen Buch« spricht Georg Schmückle, vielen bekannt durch seine Romane. Er findet gute, stärkende Worte. Und dann kommen Erich Brautlacht und Bruno Nclissen-Haken mit humorvollen Beiträgen aus ihren neuesten Büchern, allerlei Ge-
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