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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.02.1931
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1931-02-03
- Erscheinungsdatum
- 03.02.1931
- Sprache
- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1931
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28, 3, Februar 1931, Redaktioneller Teil. Dame» usw. ist unten in einer Probe angeführt. Ich Haie hier bewußt zwei kleine Schriften gewählt, denn ich wollte doch auch dieser kleinen Anzeige die rechte Beachtung sichern. Schließlich die Weihnachtsanzeige. Hier habe ich mit dem Setzer sehr gut zusammengearbeitet, er hat durch die dicken schrägen Balken das Inserat aus der Fülle der anderen zum Teil beträchtlich größe ren gut hervortrelen lassen. t sin Os8Lnigbuob> 6lU8tLV Ki'LU86, IVIst'kt 13. Weshalb soll der kleine Sortimenter inserieren? Bei nähe rer Betrachtung des Kleinstadtpublikums kann man die Kund schaft ganz allgemein in drei Gruppen teilen: l. Die Bildungs hungrigen, 2. die Gebildeten, 3. die Richtleser. Die Bildungs hungrigen, der Stamm des Kleinstadt-Sortiments, bilden immer nur eine kleine Anzahl, auch ist deren Kaufkraft selten ebenso stark als ihre Kauflust. Für sie braucht man nicht zu inserieren, denn sie kommen ja sowieso ins Geschäft. rum Krultte. Narlll 1Z. rlsclsk' OsMscsls mülZts ktti öllk'gSI'iiL^SS kssNrsii 6ustsv Xi'Ltlss, öucridstiancilunig, lVIat'Kt ?ür clls Linäsr: Lllcksi-düoksi- Usrollsudilottsr Lxisls Usrki IS Die Gebildeten sind meines Erachtens die schwierigste Gruppe. Geborgte Bücher lesen sie zur Not, aber kaufen? nee! Denn mit dem bestandenen Staatsexamen und mit der festen An stellung hört bei vielen das Streben nach geistigen Dingen meist ganz auf. Aber dabei darf man es ihnen bei Gott nicht sagen, daß man auch Bücher kaufen könne! Ein Appell an dieses Pu blikum ist zwar nicht immer von sofortigem Erfolg, aber man wird dann in diesen Kreisen als: »rührig- bekannt. Die Wir kung der Inserate tritt also erst viel später ein. Die dritte Abteilung, die Nichtleser, ist eigentlich das dank barste Gebiet des tüchtigen Buchhändlers. Selten zwar lesen sie etwas anderes als die Tageszeitung. Aber auf diese hören sie. 84 Ruft man ihnen durch die Zeitung zu: Kauf' für dein Kind ein Bilderbuch!, dann tun sie es. Sie können zwar heute nur wenig Geld ausgeben, aber sie kaufen doch wenigstens. Vor allem bei der konservativen Landbevölkerung habe ich gefunden, daß das ständige Inserat immer wirkt. Und die »kleinen» Leute kaufen nicht nur, sondern sie bezahlen bar! Endlich sei mir noch ein Hinweis gestattet. Das Verhältnis zwischen Buchhandel und Presse würde bestimmt viel harmoni scher sein, wenn der Sortimenter ein guter Kunde der Zeitung wäre. Die Ortspresse, auch der Kleinstadt, ist eben eine Macht, mit der man rechnen muß. Denken wir nur einmal an den Tag des Buches! Wie ganz anders würde der heimische Sortimenter empfangen, wenn er als Inserent der Zeitung bekannt wäre! Die vorstehenden Zeilen sollten anregcn, daß der Sortimen ter schlechthin inseriere. Nun will ich noch mit dem persönlichen Bekenntnis schließen, weshalb gerade i ch soviel inseriere: Es ge schieht aus dem Grunde, weil mein Geschäft eine eminent schlechte Lage aufweist. Abseits von der Lausstraße in einer verträumten stillen Ecke befindet sich seit zwölf Jahrzehnten mein väterliches Sortiment. So bin ich einfach gezwungen, mich regelmäßig der Öffentlichkeit zu zeigen. »Gustav Krause, Markt 13» ist der immer wiederkehrende Refrain, der den Delitzschern zugerufen wird. Und ich habe durch meine Inserate bisher immer mein Ziel erreicht: Das Publikum weiß, daß Gustav Krause, Delitzsch, Markt 13, noch lebt! Delitzsch. GeorgKrause. Freusburg-Freizeit 1V3V des Kreisvereins Rheinisch-Westfälischer Buchhändler. Eine Tagung zu veranstalten, gehört heute zum Programm eines jeden Verbandes, der seine Notwendigkeit der Welt eindringlich be weisen muh durch eine möglichst große Zusammenballung von Men schen, durch eine geschickt inszenierte Garnitur von feierlichen Reden, die schließlich — denn wozu hat der Mensch einen freien Willen — münden in eine flammende Entschließung an das Volk oder gleich an die Menschheit: »Wir fordern . . . wir warnen . . . nicht überspan- nen . . . wir sind gewillt, nicht eher zu ruhen bis . . .« bis dann die Bowle kommt und alle Energien zusammengefaht werden zur Rettung der bedrohten Winzer. Wenn man diese anscheinend durch das Wesen des deutschen Vereinslebens tief bedingte gastronomische Entwicklung des öfteren mitgemacht hat, dann wundert man sich, plötzlich in einen Kreis junger Menschen gestellt zu sein, dem es tat sächlich ernst ist um Berufswissen und Standesförderung, um Bin dung und Verantwortung. Und der dabei nicht griesgrämig hinter mit Schlagern beladenen Ladentischen steht und in »geistigen Werten« macht, sondern mit dem wirtschaftlich notwendigen Geschäft das ernste Bemühen vereint um die Erkenntnis kultureller Notwendigkeiten und deren tatkräftige Förderung. Solchem Kreis von jungen Buchhändlern und Buchhändlerinnen, aber auch älteren Semestern vom »Stift bis zum Handelsherrn« hatte es der Kreisverein Rheinisch-Westfälischer Buchhändler ermöglicht, acht Tage auf der hoch über der Sieg thronenden Freusburg zu verleben in äußerlicher Einfachheit und »naturgemäßem Leben«, be treut und geleitet von unserem verehrten Freizeitleiter Herrn Erich Haake aus Essen. Man mühte als gewissenhafter Chronist allein ein Kapitel schreiben über diesen »Zwingherrn von Celebes«, denn wenn er es nicht verstünde, durch »lockendes Spiel und leisen Zwang«, durch Beispiel und Aufmunterung die Kumpanei herbcizurufen, sähen die Dozenten vor leeren Bänken, derweil die »Ju'-Bu's (Jungbuch händler) friedlich »hinter der Mauer« grasen würden (die Freus- burger wissen Bescheid!). Aber was liegt alles vorher? Er hat einen wohllöblichen Vorstand zu bearbeiten, bis der in den Beutel greift und einen Zuschuh leistet. Er soll einen Ort finden, der fern von dem Lärm der Straße liegt und doch wiederum von allen Punk ten des großen Verbandsgebietes leicht zu erreichen ist, denn wir hatten Teilnehmer von Aachen bis Oeynhausen, von Bonn bis Dins laken und den dazwischen liegenden Städten. Der Tagungsleiter soll ferner — o größte Verantwortung! - Dozenten, Redner, Men schen finden, die einmal aus der Fülle ihres Wissens etwas mit- zutcilen verstehen, dann aber auch ihre Persönlichkeit einordnen und einstigen können in diese Gemeinschaft als Glieder eines Kreises. Der Freizeitleiter selbst soll die Teilnehmer untereinander näher
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