I Januar 1931. Fertige Bücher. Börftublatt s. t. Dtlchn Buchhmrd-l. 343 In unserer ersten Börsenblatt-Anzeige von Ina Seidels „Wunschkind" sagten wir: „Wir zeigen hier ein neues Werk an, das zum Schönsten ge hört, was seit Jahren in deutscher Sprache erschien. Ina Seidels Wunschkind wird ein Lieblingöbuch der gebildeten deutschen Frau werden; es wird auch den Beweis dafür liefern, daß für gute und wertvolle Bücher auch heute noch gern an gemessene Preise bezahlt werden." Was wir Voraussagen ist eingetroffen. In wenigen Wochen sind von Ina Seidels Wunschkind, einem Buch im Preise von M 12.50, bezw. Ilk 16.— mehr als 10000 Exemplare fest verkauft worden. Wie ist dieser Erfolg mit den immer wiederkehrenden Klagen über die zu hohen Bücherpreise in Einklang zu bringen? Wer hat recht? Das Publikum hat recht, wenn es Preise von M 6.- bis 10.- für Romane, die nur der mehr oder weniger flachen Unterhaltung einiger Stunden dienen, als zu hoch ablehnt. Das Publikum hat aber ebenso recht, wenn es, ohne sich zu be klagen, Preise von M 12.50 und 16.— fmr Bücher bezahlt, die ihm, wie Ina Seidels Wunschkind, unvergängliche Lebenswerte in höchster künstlerischer Vollendung darbieten. Aufgabe des Sortimenters ift, diesen Unterschied zu erkennen und sich für Bücher einzusetzen, die ihren Wert in sich tragen und Käufer und Leser dauernd befriedigen. Der qroße Erfolg von Ina Seidels Wunschkind wird erst in diesem Jahr kommen, da jeder Leser das Buch beglückt und begeistert weiterempsiehlt. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart und Berlin 47*