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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.12.1937
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1937-12-31
- Erscheinungsdatum
- 31.12.1937
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- Deutsch
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Jubiläen am 1. Januar 1938 Hundertfünfundzwanzig Jahre Ed. Kaußler's Buchhandlung in Landau (Pfalz) wurde vom Urgroßvater mütterlicherseits des heutigen Inhabers und von dessen Bruder, deren Vorfahren bis dahin nur die Buchbinderei betrieben hatten, vor hundertfünfundzwanzig Jahren gegründet. Sein Großvater Eduard Kaußler gliederte der Buchhandlung eine Druckerei an und gründete eine Tageszeitung, die heute noch als »Pfälzer Anzeiger« besteht. Als er sich 1884 vom Geschäft zurückzog, übergab er seinem Sohn Eduard Kaußler die Buchhandlung und den beiden jüngeren Söhnen die Druckerei und den Zeitungsverlag. Von seinem Onkel Eduard Kaußler erwarb Herr A u g u st Noediger im Jahre 1908 die Buchhandlung. Er feiert im Jubiläumsjahr seinen sechzigsten Geburtstag und kann gleichzeitig auf eine dreißigjährige Jnhaber- schast der angesehenen Firma, die Buch- und Musikalienhandlung so wie Leihbücherei umfaßt, zurückblicken. Hundert Jahre Am 1. Januar feiert die Buchhandlung Alb. Stichtenoth N a ch f. in Wolfenbüttel ihr hundertjähriges Bestehen. An diesem Tage vor hundert Jahren ging lt>. einer Bekanntmachung des Buchhändlers C. H. Hartmann in dem »Braunschweigischen An zeiger« seine Buch-, Kuust- und Musikalienhandlung mit Leihbücherei an Frau A. Holle und ihren Sohn L. Holle über. Der eigentliche Gründungstag, der nicht mehr zu ermitteln ist, liegt also noch weiter zurück. L. Holle war ein sehr erfolgreicher Musikalienverleger^und um sich diesem Geschäftszweig eingehender widmen zu können, trat er 1856 die Sortimentsabteilung an seinen Geschäftsführer Albert Stichtenoth ab. Von dessen Erben erwarb der jetzige Inhaber Herr Hugo Schumacher im Jahre 1905 das Geschäft. Mit dem neuen Inhaber zog auch ein neuer Geist in das hinter der Entwicklung etwas zurückgebliebene Sortiment ein. Es erhielt eine bessere Lage und kam 1926 in die Räume der bisherigen Buchhandlung Otto Leue, die Herr Schumacher feinem Geschäft angegliedert hatte. Der Inhaber war einer der ersten Sortimenter, die nationalsozialistisches Schrifttum offen propagierten; er ist auch der Gründer der ersten Ortsgruppe der NSDAP, in Niedersachsen-Bvaunschweig. Trotz zahl reicher Gegnerschaft, die ihm seine Haltung von links und von rechts einbrachte, ist es ihm gelungen, seine Buchhandlung auf beachtlicher Höhe zu halten; nach dem Umsturz konnte er sie zu dem heutigen Umfang führen. Ebenfalls hundert Jahre besteht am 1. Januar die Buchhand lung F. Wassermann in Reval. Gegründet wurde sie von F. I. Koppelson und Patzner, die am 1. Januar 1838 mit der schon früher erworbenen Leihbücherei A. F. Hiekisch ein Sortiment ver banden. 1852 verkaufte Koppelson, nach dem baldigen Ausscheiden Patzners alleiniger Geschäftsinhaber, die Buchhandlung an Ferdinand Wassermann aus Kreutzburg, der sie unter seinem Namen zur Blüte brachte. Nach seinem Tode im Jahre 1877 übernahm sein Sohn Alfred Wassermann das Geschäft. Er konnte es nur sechs Jahre leiten, in denen es einen weiteren Aufschwung nahm und sich auch eine neu gegründete Verlagsabteilung erfolgreich einführte. Seine Witwe und später seine Tochter führten nach ihm die Buchhandlung weiter, die 1888 in das heutige Gebäude übersiedelte. Im Jahre 1899 ver kaufte die Tochter Alfred Wassermanns die Firma an die Inhaber der Buchhandlung Kluge L Ströhm, der ältesten Revals. Die Herren Robert Weiß und Generalkonsul ArthurStröhm ließen reichten bis zum Weltkrieg einen raschen Aufstieg. Nachdem die Zu fuhr aus Deutschland fast vier Jahre völlig abgeschnitten war, be gann das deutsche Buch von 1918 an mit dem Einzug der deutschen Truppen in Reval wieder die gleiche überragende Rolle zu spielen wie früher. Die alte Firma, in die 1923 die Söhne der Besitzer, Kurt Weiß und vr. Bernd Ströhm, als Mitinhaber ein traten, widmete ihre besondere Aufmerksamkeit dem Ausbau eines Netzes von Wiederverkäusern in den Provinzstädten, um so das deutsche Buch möglichst tief ins Land hineintragen zu können und ihre vor nehmste Aufgabe, Mittlerin deutschen Geistesgutes im äußersten Osten des mitteleuropäischen Raumes zu fein, zu erfüllen. Das hundertjährige Bestehen der Firma F. Wassermann und das hundertfünfundzwanzigjährige Bestehen der Schwesterfirma Kluge L Ströhm liegen nur wenige Wochen auseinander. Wir werden, weckn sie ihr Doppeljubiläum feiern werden, auf dieses für das deutsche Buch im Ausland wichtige Ereignis noch einmal zurückkommen. Auf ein hundertjähriges Bestehen im Jahre 1938 kann ferner die 'Buchhandlung Franz Bücher in El Iwan gen (Jagst) zurückblicken. Sie führt seit 1905 die jetzige Bezeichnung; damals er warb Franz Bücher die Firma I. Heß. Seit 1925 ist Frau Anna Bücher Inhaberin. Fünfundsiebzig Jahre Am 1. Januar kann die Firma Theodor Wanderer, Inh. Meta Müller in K u l m b a ch ihr fünfundsiebzigjähriges Bestehen feiern. Sie war von Franz Blumröder gegründet und 1870 von dessen Witwe an Theodor Wanderer verkauft worden, der das Geschäft mit steigendem Erfolg unter seinem Namen führte. 1909 erwarb es Hanns Wirth und baute es im Sinne seines Vorgängers weiter aus. Die jetzige Inhaberin, Fräulein Meta Müller, kaufte die Buch-, Kunst- uud Papierhandlung im Jahre 1936 von der Schwester des ein Jahr zuvor verstorbenen Hanns Wirth. In der kurzen Zeit ihrer Jnhaber- schaft hat sie das Sortiment bereits bedeutend erweitern können. Die Buchhandlung Friedrich Stock's Nachf. Karl Stropek in Wien wurde vor fünfundsiebzig Jahren von Karl Albert Stock gegründet, der, aus Halle gebürtig, von Olmütz nach Wien kam. Durch seine umfassenden Kenntnisse brachte er das Ge schäft zu einem bedeutenden Aufschwung. Er starb 1900 im Alter von dreiundsechzig Jahren. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Friedrich Stock, und nach dessen Tode im Jahre 1912 übernahm der jetzige Inhaber Herr Karl Stropek die Buchhandlung, in die er 1900 als Lehrling eingetreten war. Seit Ende des Weltkrieges, den er vier Jahre an der Front mitgemacht hatte, widmet er sich dem weiteren Ausbau des Geschäftes, das er umsichtig und zielbewußt im Sinne des Gründers führt. Dem Vorstand der Zwangsgilde der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienhändler gehört er als Ausschußmitglied der Fachgruppe des Buch-, Kunst- und Musikaliensortiments usw. an. Fünfzig Jahre Die Gründung der Verlagsanstalt Alexander Koch G. m. b. H. in Stuttgart, dieses weltbekannten Verlages für künstlerische Wohnungsgestaltung und Wohnkultur, fiel in eine Zeit, in der deutsches- Schaffen begann, die aus diesen Gebieten herrschende Verwirrung und Unsicherheit zu durchbrechen und eine neue Bau- und Wo-Hnform zu gestalten, die in der ganzen Kulturwelt führend wurde. Als Förderer dieser Bestrebungen in Bild und Schrift ist Alexander Koch an erster Stelle zu ^rennen. Geboren 1860 in Köln wurde er nach seiner Lehrzeit als Buchdrucker und Kaufmann Tapcten- fachmann und gründete 1888 in Darmstadt die »Tapeten-Zeitung« (heute als »Deutsche Tapeten-Zeitung« Organ der Fachgruppe Tapeten und Linoleum der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel). Damit setzte eine Verlagstätigkeit ein, die mit ihren Zeitschriften bald das ganze Ge biet der Kunst, des Kunstgewerbes, der Architektur und Wohnungs kunst umfaßte und auf die deutsche Kultur stilbildend und richtung weisend eingewirkt hat. Als Leitgedanke seiner Verlegertätigkeit läßt sich von Anfang an das Bestreben erkennen, als Mittler zwischen Künstler und Volk die Verbindung zwischen Kunst und Leben her zustellen und den Geschmack des Publikums zu bilden. Die 1889 ins Leben gerufene Monatszeitschrift »Jnnen-Dekoration« gehört zu den führenden internationalen Fachblättern für Wohnungskunst. Mit der wenige Jahre später erscheinenden Zeitschrift »Kunst und Dekoration« (seit 1932 im Verlag F. Bruckmann vereinigt mit »Die Kunst«) wurde eine völlig neue Form der Kunstzeitschrift geschaffen, die zum ersten Male in das Gebiet der Kunst auch die täglichen Gebrauchs dinge mit einbezog. Diese beiden großen Zeitschriften erlangten bald eine Verbreitung in der ganzen Kulturwelt. Sje wurden zu wichtigen Werkzeugen für die Weltgeltung deutschen Schaffens und haben im Inland durch ihre Veröffentlichungen die Arbeit der für eine neue Wohn- und Gewerbeform tätigen Künstler entscheidend gefördert. Die 1900 gegründete Zeitschrift »-Stickereien und Spitzen« erscheint heute unter dem Titel »Handarbeiten aller Art« und dient der Pflege und Veredelung künstlerischer Frauenhandarbeit. Zu den Zeitschriften kamen als Buchveröffentlichungen die Kochschen Monographien hinzu. Sie behandeln Einzelfragen neuzeitlicher Wohnungsausstattung und wurden in letzter Zeit im Sinne des billigen und praktischen modernen Bildbuches weiter ausgebaut. Im Rückblick auf sein Lebenswerk beim fünfzigjährigen Bestehen seines Verlages kann Herr Hofrat vr. k. c. Alexander Koch mit Ge nugtuung feststellen, daß seine Arbeit wesentlich mitgeholfen hat, das architektonische und raumgestalterische Können Deutschlands auf Nr. 803 Freitag, Len 81. Dezember 1987 1031
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