2ur LräKnunA 6er ^V88HI.VNQ Berlin iyz8 ersckeint: Ällt Äclell' uiid du mußt waiidern Mln^und Bot>Ln Dlu6'og Niu'rH^a^Ll-irfkcrü? (Kosicn^ Zn Zgraf.pergamenl gebunden, 180 S., 46 zeit genössische Bilder, Format 19x25 cm, IM 6.75 Ein Werk, das auch weit übev chandwevkev- kveise hinaus als kulturgeschichtliches Zeitbild fesseln wird und die Literatur des Zeitalters dev Romantik «m ei« neues reizvolles Schmuck stück beveichevt. Leseexemplar und Dorzugsangebot auf dem Zettel Z) Blut und Boden Verlag GmbH. Netchsbauernstadl Goslar MiL Gunst! Wie oft ist nicht der deutsche Handwrrks- bursche von unsern Künstlern und Dichtern durgestellt und besungen worden! Ureigenste Seiten deutschen Wesen« stillten wir in seinem Bild verkörpert. Die Jahre der Wander- schufl bildeten von jeher die porstevolle Früh lingszeit im leben de» Handwerker», und der wundernde Geselle ist seit den Lagen der deutschen Romantik geradezu rin Sinnbild deutscher Wanderlust geworden. Und doch besaßen wir im Grunde nur sehr wenig un mittelbare Zeugnisse von seinem wirklichen leben und Erleben. Deshalb bedeutet da» hier herausgegrbene Reisehandbuch de» wandernden leineweber- grsellen Benjamin Liedel in mehr als einer Hinsicht einen Fund von unschützbarem Werte. Hier haben wir in einem einzigartigen Denk mal den deutschen Handwrrksburschen so im Urbild, wie wohl kaum in einem anderen Werk de« deutschen Schrifttums. In einem der bewegtesten und bedeutungsvollsten Ab schnitte der deutschen Geschichte, in der Zeit der Befreiungskriege, wanderte Liedei mehr als zwölf Jahre lang durch alle deutschen Gaue und dir angrenzenden Gebiete Polen», Lutzlands, Asterreich» und der Schweiz. Fried liche und kriegerische Abenteuer erlebte er in Fülle So wird er 1807 einmal von den Kosaken verhaftet und wochenlang in Lutz lend verschleppt. Es ist zugleich die letzte Blütezeit der alten deutschen Handwerkskünste, Kur; vor einschneidenden Umwälzungen. Noch hat die Maschine die Vorherrschaft nicht über nommen. Doch kühlt sich der Handwerker selbstbewusst als eigener wichtiger Stand und noch rankt sich das alte Brauchtum als lebendige Lomanlik um sein leben. so ist diese» Buch — rin farbenreiche» Spiegelbild vom leben, den Sitten und der Denkweise der werktätigen Volksschichten jener Zeit - gerade in unseren Lagen, wo das Haudwerk wieder bewusst standesgeflihl und Lradiiion Pflegt, von tiefer Bedeutung. Und wie packend kann Meister Liedel er zählen! Ls wird jeden überraschen und fesseln durch die okl wahrhaft dichterische Sprach- grwali und Gestaltungskraft, durch das tiefe NalurgesLHI und seine echte Lreuherzigkeit. L» bringt uns die Stimmung und den lebens kreis nahe, aus denen einst die Lieder Ejchrn- dorffs und de» „Wunderhorns" aufblllhten. Alle wanderfrohen deutschen Herzen werden ihre Helle Freude daran haben. Rr. 1A Sonnabend, den 28. Mal 1SS8 sovs