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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.04.1938
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1938-04-07
- Erscheinungsdatum
- 07.04.1938
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- Deutsch
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Das Buch im Vormarsch Film. Dichterpreis und Dichterlesung helfen mit! Wer heute die Faktoren aufzeichnen will, die den Absatz des Schrifttums fördernd beeinflussen, darf dabei nicht die Ver filmung eines Buches, die Verleihung eines Schrifttumspreises für ein Buch oder das Werk eines Dichters und die Dichterlesung vergessen. Nicht immer läßt sich der Einfluß, den diese Faktoren auf den Buchabsatz ausüben, in Zahlen festhalten, er ist aber unbestritten und in vielen Fällen größer, als gemeinhin angenommen wird. Oft aber wird der Verleger und der Buchhändler diesen Einfluß in Zahlen festhalten können, die schlagend den Umfang der buch- mittelnden Funktion feststellen, ähnlich wie das von verschie denen Seiten für die Besprechung eines Buches in Zeitung und Zeitschrift geschehen ist. Der Film ist eine Kunstform, die ihre eigenen Gesetze hat. Trotzdem bleibt die Tatsache, daß die Inhalte des Filmschaffens sich bis jetzt noch weitgehend vom Schrifttum nähren. Die Ver filmung von Büchern hat in den letzten Jahren so sehr zuge nommen, daß fast die Hälfte aller erscheinenden Spielfilme auf eine literarische Vorlage zurückzuführen sind. Die Abwandlung der literarischen Form für die Bedürfnisse des Films ist die selbstverständliche Voraussetzung für die Filmarbeit. Nie hat der Film den Zusammenhang zwischen Buch und Film so deutlich werden lassen wie bei dem Hamsun-Film »Viktoria«. Der Einfluß des Filmes auf den Absatz des Buches war deshalb auch ein ganz gewaltiger. Die Auslage der neuen Ausgabe der No velle war bei ihrem Erscheinen etwa sechzigtausend, heute, zwei Jahre nach der Aufführung des Filmes, beträgt die Buchauflage mehr als hunderttausend. Wenn nun getrost ein Viertel der Auflagesteigcrung einfach dem Erscheinen der neuen schmucken Ausgabe zugerechnet werden kann und muß, so bleibt doch ein gewaltiger Rest, der zum größten Teil der Arbeit des Films zugeschrieben werden muß. Nicht immer ist die Auflagesteigerung so hoch, sie wird — und das ist bemerkenswert — wesentlich be einflußt durch die Qualität des Filmes. Dieses eine Beispiel muß hier für viele Dutzend andere Fälle stehen. Der Betrachter eines Buchschaufensters wird häufig feststellen können, daß ihm Schriftstellernamcn und Büchertitel durch den Film vertraut ge worden sind. Der Buchhändler, der diese Beziehungen erkannt hat, läßt die neuen Werbemöglichkeiten auch nicht ungenützt. Meist genügt für ihn eine kleine Hinweiskarte, daß ein ausgestelltes Buch zu einem Film die Vorlage gewesen ist, in besonderen Fäl len, d. h. bei wichtigen Filmen, wird er in seiner Werbung die Beziehungen zwischen Buch und Film in stärkerem Maße aus werten. So wurde uns bestätigt, daß die Verfilmung der No velle von Kilian Koll »Urlaub auf Ehrenwort» in verschie denen Buchhandlungen einen gesteigerten Absatz zur Folge hatte, weil die Schaufenster ausschließlich darauf eingestellt worden waren. Die Diskussion, die sich an die Verfilmung der Novelle anschloß und die durch verschiedene Tageszeitungen gegangen ist, gab dem Absatz des Bändchens aus der »Kleinen Bücherei» einen neuen Auftrieb. — Zusammengefaßt: der Einfluß eines guten Films auf das verfilmte Buch ist groß. Die Verfilmung eines Buches hat in den meisten Fällen zur Folge, daß das Interesse von Hunderttausenden von Film besuchern auch auf das Buchwert gelenkt wird. Ein ganz ähn licher Vorgang erfolgt durch die Bekanntgabe der Ver leihung wichtiger Dichterpreise in der Tages- und Zcitschriftcnpresse. Wie so oft arbeiten hier Buchhandel und Presse in engster Weise zusammen. Der Einfluß von Aufsätzen über preisgekrönte Bücher oder über die Gesamtwerke eines mit einem Preis ausgezeichneten Dichters ist unverkennbar und durch nichts zu ersetzen, besonders dann, wenn der örtliche Buch handel nach der Preisverleihung sofort die ihm dadurch gegebe nen Möglichkeiten aufgreift. Wenn auch die Veröffentlichung über die Preisverleihung heute noch häufig im Feuilleton oder im Unterhaltungsteil der Zeitung erfolgt, so ist die Zahl der dadurch Erreichten nicht viel kleiner als die Zahl der Leser einer Zeitung überhaupt. Wie im ersten Abschnitt dieser Arbeit könnten auch hier zahlreiche Fälle angeführt werden, die das Gesagte erhärten. So wissen wir, daß z. B. die Verleihung des Nationalen Buchpreises an Eberhard Wolsgang Möller, Gerhard Schumann und Richard Euringer eine wesentliche Auflagesteigerung der ausgezeichneten Bücher zur Folge hatte. Das ist besonders hervorzuheben, weil cs sich in allen drei Fällen um lyrische Schöpfungen handelt, die sonst viel langsamer ins Bewußtsein der Öffentlichkeit treten, als das bei einem Roman der Fall ist. Es ist in der letzten Zeit häufiger vorgekommen, daß Erst- oder Zweitwerke eines jungen Dichters durch einen Preis ausgezeichnet worden sind, so z. B. Hermann Stahls »Traum der Erde», Veit Bürkles »Bis zur Heim kehr im Sommer». Solche Verleihungen haben den Büchern der 24. kevruar 1920 Bei der Verkündung des Partei programms der Nationalsozialisti schen Deutschen Arbeiterpartei gibt Adolf Hitler als ersten Punkt be kannt: »Wir fordern den Zusammen schluß aller Deutschen auf Grund dcs Selbstbestimmungsrechts der Völker zu einem Groß-Deutsch- land.« 12. Wrr 1938 In Linz nimmt der Führer zum ersten Male im befreiten Österreich das Wort: »Ich habe an diesen Auftrag ge glaubt, habe für ihn gelebt und ge kämpft, und ich glaube, ich habe ihn jetzt erfüllt! Ihr alle seid Zeugen und Bürgen dafür!« Betreffenden zum Durchbruch verholfen. Die Bekanntgabe der Preise, die meist feierliche Form der Übergabe sind Gesichts punkte, deren Bedeutung für den Absatz der Bücher heute von keiner Seite mehr unterschätzt wird. Sind die Verfilmung eines Buches und die Verleihung eines Dichterpreises Dinge, die einer großen Anzahl von Menschen rasch bekannt werden, so bleibt der Dichter abend, der Dichtervortrag im Verhältnis dazu auf einen kleineren Teil beschränkt. Äußerliche Gründe, wie Anzahl der Lesungen, Größe der Bortragsräume spielen dabei keine unwesentliche Rolle. Die Wirkung aber ist, prozentual gesehen, sicher keine ge ringere. Es ist in den letzten Jahren üblich geworden, daß den Besuchern eines Dichterabends gleichzeitig die Möglichkeit des Bucherwerbs gegeben worden ist. Buchhandlungen, die solche abendliche Ausstellungen und Verkäufe durchführten, bekunden übereinstimmend die gute Wirkung der Dichterlesungen für den Buchabsatz. Hier kommt dem Absatz die unmittelbare Einwirkung des dichterischen Wortes aus die Zuhörer zustatten. Auch die Möglichkeit, ein gekauftes Buch mit dem Namenszug des Dich ters als eine Erinnerung an den Abend zu besitzen, wird immer wieder gerne ergriffen. Eine Berliner Buchhandlung bestätigt uns, daß allein der Einfluß eines Dichterabends auf den Absatz der Werke des Dichters mehr als sechsmal so groß gewesen sei Nr. 82 Donnerstag, Len 7. April 1SS8 287
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