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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.01.1938
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1938-01-27
- Erscheinungsdatum
- 27.01.1938
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- Deutsch
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nach ist der Durchschnittsbetrag, der für das einzelne Buch an gelegt wird, RM 4.23. Dieser Betrag wird nach den in den Groß- und Kleinstadtberichten genannten Zahlen dort im Durch schnitt etwas überschritten, wogegen er in den Mittelstädten im Durchschnitt darunter bleibt. Erfreulich ist aber die immer wiederkehrende Feststellung, daß es in diesem Jahr bedeutend leichter war, auch im Preise höher liegende Bücher zu verkaufen, als das noch 1938 der Fall war. Ein paar Äußerungen mögen das noch näher zeigen: »Es war auffällig, daß das teurere Buch anstandslos gekauft wurde. Im Verhältnis zu den Vorjahren wurde zum Buch über 6 RM viel leichter gegriffen als sonst und auch ein Preis von 10.— und 11.— RM wurde anstandslos bezahlt- (mitteldeutsche Kleinstadt). »Der Durchschnittsbetrag für die einzelnen Bücher lag verhältnismäßig recht hoch. Summen bis zu 10 RM oder 12.50 RM spielten überhaupt keine Rolle« (mitteldeutsche Kleinstadt). »Im Gegensatz zu 1936, wo haupt sächlich die billigen Ausgaben gekauft wurden, kaufte man 1937 durchweg Bücher von 3 bis 6 RM- (westdeutsche Kleinstadt). »Teure Bücher wurden bevorzugt, oder besser: beim wirklich be gehrten Buch spielte der Preis keine Rolle- (ostdeutsche Mittel stadt). »Das teurere Buch wurde wieder mehr gekauft im Gegen satz zum Vorjahre- (norddeutsche Großstadt). »Man hatte wäh rend der ganzen Weihnachtszeit das Empfinden, daß bei dem Käufer das Geld ,lockerer' saß. Es wurden viel Romane in der Preislage von 8 bis 10 RM gekauft- (norddeutsche Großstadt). »Im Durchschnitt wurden auffällig viele teure Bücher gekauft- (norddeutsche Großstadt). »Nach meiner Erfahrung spielt beim Weihnachtsgeschäft der Preis keine so große Rolle wie sonst im Laufe des Jahres. Es wurden ohne Schwierigkeiten auch Bücher für 10 und 12 RM bei Vorlage gekauft- (norddeutsche Groß stadt). »Im Verhältnis zu 1936 konnten in diesem Jahr Bücher in höherer Preislage leichter abgesetzt werden- (mitteldeutsche Mittelstadt). »Im Verhältnis zu 1936 ist in diesem Jahr ein bedeutend höherer Betrag für Bücher angelegt worden- (nord deutsche Großstadt). Bei alledem kann natürlich nicht übersehen werden, daß der Betrag, den weite Volksschichten für ein Buch, sei es zum eige nen Bedarf oder als Geschenk, anwenden können, weit unter dem oben errechnten Durchschnittsbetrag liegt. Glücklicherweise ist ja der deutsche Buchhandel in der Lage, die Wünsche und Bedürfnisse minderbemittelter Bolkskrcife nach guten, nützlichen und zugleich schönen Büchern in einem in den meisten andern Ländern unbekannten Maße zu erfüllen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß in den Weihnachtsberichten häufig die billi gen Sammlungen und Neudrucke älterer Werke zu den bekann ten Einheitspreisen als begehrte Geschenkartikel genannt werden. Die Frage, in welchem Verhältnis die Verkäufe vom Lager am Weihnachtsumsatz beteiligt sind, wurde in diesem Jahr ausgiebiger beantwortet als 1936. Wir können wohl dar aus schließen, daß jetzt eine größere Anzahl von Sortimentern in Erkenntnis ihrer Bedeutung für die Rentabilität des Ge schäfts Auszeichnungen darüber anstcllt. Das Ergebnis weicht zwar von dem vorjährigen um einige Punkte ab, das Verhältnis für Kleinstadt-, Mittelstadt- und Großstadtsortiment unterein ander bleibt aber fast genau das gleiche. Das Mittelstadtsorti ment schneidet wieder am günstigsten ab, denn es konnte im Durchschnitt 7ö"/° aller Verkäufe (im Vorjahre 79°/°) aus dem vorhandenen Lager befriedigen. Nach ihm kommt das Großstadt- sortiment, das den vorjährigen Prozentsatz der Lagerverkäufe von 68"/« auf 69.4°/° verbessern konnte. Von vornherein anders ist die Lage im Kleinstadtsortiment, in dem die Besorgungen einen verhältnismäßig großen Teil des Umsatzes ausmachen. Immerhin gibt es auch Kleinstadtsortimente, die bis drei Viertel der Verkäufe aus ihrem gut gewählten und stets ergänzten La ger ausfllhren konnten. In andern Geschäften sind jedoch die Verhältnisse weniger günstig, sodaß die Durchschnittszahl der Lagerverkäufe auf 64"/« (1936 60 °/°) sinkt. In je einem Fall in Mittel- und Kleinstadt überwiegen die Besorgungen die Ver käufe vom Lager, während ein ostdeutsches Mittelstadtsortiment melden kann, daß infolge des gut gewählten und umfangreichen Lagers so gut wie nichts besorgt werden mußte. Eine ganze Reihe Großstadtsortimente konnte ebenfalls den weit überwie genden Teil ihres Umsatzes, in mehreren Fällen bis zu 90°/», von ihrem Lager bestreiten. Eine norddeutsche Großstadt-Buch handlung kennzeichnet die Lage folgendermaßen: »Der Kunde verlangt heute ein sehr reich sortiertes Lager. Er ist unzufrieden, wenn er Bücher, die er sich irgendwoher notierte, nicht vorrätig findet. Er will die Bücher genau so mitnehmen können wie andere Waren in anderen Geschäften. Das konnte in den letzten zwei Jahren besonders häufig beobachtet werden. Unser großes und gut sortiertes Buchlager hat bestimmt zur Umsaysteigerung erheblich bcigetragen. Naturgemäß schmälert aber ein immer größer werdendes Lager, das zwangsläufig gehalten werden muß, den Berdienst.« Vereinzelte Klagen im Laufe des Dezember über Verzöge rungen im Bestellverkehr veranlaßten uns, diesen nicht unwichtigen Punkt in unsere Rundfrage aufzunchmen. Dabei hat es sich herausgestellt, daß in einigen Fällen sonst nicht ge kannte Verzögerungen im Post- bzw. Bahnverkehr zu verzeich nen waren, die besonders in den letzten Tagen vor Weihnachten auftraten und an denen wohl' z. Tl. heftige Schneesälle die Schuld tragen. So heißt es mehrfach in den Berichten: »Die Post hat in diesem Jahr bei weitem nicht so gut funktioniert wie früher-, »die Verzögerungen, die durch den Schneesturm eintraten, sind bis Weihnachten nicht wieder aufgeholt worden-, »Pakete und Drucksachen aus Leipzig hatten oft mehrere Tage Verspätung», »zu klagen ist über Befördcrungsschwicrigkeitcn seitens der Bahn«, »der Bahnverkehr litt sehr unter Verspätun gen-, »die Leipziger Ballen kamen fast stets mit eintägiger, oft mit zweitägiger Verspätung an- u. ä. Immerhin überwiegen die Meldungen über das gute Funktionieren des Bcstellverkehrs bei weitem und in dem Bericht eines norddeutschen Großstadt sortiments heißt cs sogar: l»Dic an einigen Tagen eingetretenen Verzögerungen sind von der Kundschaft verständnisvoll hinge- nommcn worden. In keinem andern Berufszweig werden Be stellungen so schnell ausgcführt wie im Buchhandel, und das fin det mehr und mehr Anerkennung-. Das wäre nicht so ohne die in der Zentrale des Buchhan dels Leipzig vorhandenen Einrichtungen: Bestellanstalt, Kom missionsbuchhandel und Barsortiment. Ihnen wird in unfern Berichten uneingeschränktes Lob gezollt und wenn wir einige der Anerkennungen hier anführen, wie z. B. ausgezeichnet, vor bildlich, ganz erstklassig, hervorragend, sehr zu loben, reibungs los, vorzüglich, es klappte bis in die letzte Einzelheit u. ä., so haben wir wohl die lobenden Eigenschaftswörter so ziemlich vollständig beisammen. Eine seltene Übereinstimmung erbrachte unsere Frage nach den Verkäufen mit dem Vorbehalt des Umtausches. Die Antworten lauten fast durchgehend gleich: Es wird bei sehr vielen Verkäufen das Recht zum Umtausch ausbedungen, in Wirklichkeit wird aber fast kein Gebrauch davon gemacht. Im einzelnen heißt es l. aus dem Kleinstadtfortimcnt: »Ich lasse stets die Möglichkeit des Umtausches offen, es sipd aber nach dem Fest nur sieben Bücher umgetauscht worden: der Erfolg der persönlichen Empfehlung und Auswahl-, »der Umfang des Umtausches in einer kleinen Stadt hängt von der Tüchtigkeit des Verkäufers ab-, »fast jeder Kauf erfolgte mit dem Recht zum Umtausch-, »überhaupt kein Umtausch-, »Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Großzügigkeit in der Bereitwilligkeit zum Um tausch gegenüber den Kunden keineswegs eine höhere Umtausch quote zur Folge hatte. Ich hatte in der ganzen Zeit von Weih nachten bis Neujahr noch keine zehn Bücher umzutauschen, ob wohl ich doch gerade schwankende Kunden mit der Bereitwillig keit zum Umtausch oft zum rascheren Kaufentjchluß gebracht hatte-; 2. aus dem Mittelstadtsortiment: »Mit dem An gebot des Umtausches habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Der Kunde entschließt sich leichter zum Kauf. Der wirkliche Umtausch war minimal-, »Wir sind es gewohnt, daß bei jedem zweiten Kauf der Umtausch Vorbehalten wird. Tatsächlich sind von den vielen Tausenden zu Weihnachten verkauften Büchern bisher nur etwa zwanzig bis fünfundzwan zig getauscht worden. Verkauf mit Liebe und Bedacht vermindert die llmtauschnotwendigkcit-, »Ich habe mit dem Umtauschvor behalt die besten Erfahrungen gemacht«; 3. aus dem Großstadt- 78
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