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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.01.1938
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- 1938-01-25
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- 25.01.1938
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Arbeitsfront ist. Die Durchführung des Reichsberufswettkampfes der deutschen Jugend ist Aufgabe der Jugendabteilung der je weiligen DAF.-Dienststelle. Von hier aus wird zugleich die prak tische Verbindung zu den Formationen der Hitler-Jugend her gestellt, die die innere Aktivierung der Jugend für das politische Ziel der beruflichen Leistungssteigerung übernimmt. Das fach liche Arbeitsinstrument bilden die Wettkampfleitungen der Reichsbetriebsgemeinschaften. Für die organisatorische Durchführung des Wettkampfes ist bemerkenswert, daß die Reichsgruppe Industrie die Industrie- Abteilungen und Wirtschaftsgruppen ausgefordert hat, den Wett kampf in jeder Weise zu unterstützen, nicht zuletzt durch die Mit arbeit fachkundiger Persönlichkeiten, die Bereitstellung von Werk stätten, Räumlichkeiten, Maschinen und Rohmaterialien. Der Leiter der Reichswirtschaftskammer bemerkte in einem besonde ren Rundschreiben, daß eine Anrechnung der ausfallenden Ar beitszeit auf den Urlaub ausgeschlossen sein muß. In verschiede nen Wirtschaftsgruppen haben es sich die Verantwortlichen Lei ter nicht nehmen lassen, in.besonderen Aufrufen die Betriebe auf die Pflicht, den Lohnausfall zu übernehmen, hinzuweisen, so z. B. die Wirtschaftsgruppen Bekleidung und Leder, Druck, Banken und Versicherungen. Zur Lösung der Materialfrage hat sich das Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe beim Beauftrag ten für den Vierjahresplan bereit erklärt, die Materialanforde rungen zur Durchführung des Reichsberufswettkampfes weit gehend sicherzustellen. Nicht unerwähnt bleiben darf schließlich eine Verfügung der Deutschen Reichspost, die den Teilnehmern am Rcichsberufswettkampf bei Benutzung der Kraftpost zum Wettkampfort eine Fahrpreisermäßigung von 00 Prozent ge währt. Das Kernstück der Aufgabenstellung bildet die berufs- Praktische Arbeit. Die Höchslbeschäftigungszeit für die prak tische Arbeit beträgt im allgemeinen vier Stunden, mit Aus nahme einzelner Berufe in der Wcttkampfgruppe Eisen und Metall. Als bcrufstheoretische Ausgaben erscheinen ein heitlich fachberufliche Fragen, Fachrechnen und Aufsatz; bei allen Wettkampfgruppen sind fünf berufskundliche Fragen vorgesehen. So wird sich eine Frage mit Werkstoffkunde, eine weitere mit Werkzeuglunde, mit der Schilderung eines geschlossenen Arbeits vorganges, mit einer auf den Bierjahresplan bezogenen Auf gabe und schließlich eine letzte Frage mit der Sozialpolitik be fassen. Eingeleitet wird der Reichsberufswettkampf durch den Sportwettkampf. Die sportliche Leistungsprüfung stellt eine Min destforderung; die Bestimmungen sind so angesetzt, daß sie jeder gesunde, körperlich ausgeglichene Mensch erfüllen kann. Die tech nische Abwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Reichs bund für Leibesübungen, mit dem Amt für Leibesübungen der Reichsjugendführung und dem Sportamt der DAF. Es besteht kein Zweifel, daß die Wirtschaft dem Wettkampf immer mehr Interesse und praktische Unterstützung entgegen bringt. Die Betriebsführer industrieller Werke von bestem Namen und ehrenvollster Tradition haben dem beruflichen Wettkampf werk der nationalsozialistischen Bewegung die höchste Anerken nung ausgesprochen. Immer wieder wird der Reichsbcrufswett- kampf vor allem unter dem Gesichtspunkte der Auslese und Förderung gewürdigt. Diese grundsätzliche Anerkennung be stätigt sich in einer vielgestaltigen Initiative im Rahmen der praktischen Förderungsarbeit. Es besteht kein Zweifel, daß diese Maßnahmen in breitester Form Schule machen werden. Der Reichsberufswettkampf wird von Jahr zu Jahr in stärkerem Maße die höchste Nutzbarmachung und Förde rung jeder Arbeitskraft im Dienste der Allge meinheit sicherstellen. Ein Gang durch das Plantin-Moretus-Museum in Antwerpen Beschrieben von A. Thalacker Man ist in der alten Scheldestadt stolz auf die großen Bür ger, deren Ahnherr Christoph Plantin nach nicht ganz sicheren Zeugnissen Franzose gewesen ist. Er wurde als Sohn einfacher Leute etwa 1520 geboren und lernte als Buchbinder und Ga- lanteriearbciter. Seine Meister erkannten sehr rasch seine Fähig keiten, die den ehrgeizigen Knaben zu höchsten Leistungen an- sporntcn. Seine Wanderjahre führten ihn nach Caen, Paris, Lyon und schließlich ließ er sich etwa 1549 in Antwerpen, der zweiten Hauptstadt Flanderns, die seit Beginn des 16. Jahr hunderts den geschäftlichen und geistigen Mittelpunkt für den ganzen Norden Europas bildete, nieder. Diese Umstände mögen den vorwärtsstrebenden, klugen Mann bestärkt haben, gerade Antwerpen als Stätte seines Wirkens zu wählen. Trotz der bescheidenen Grundlage, auf der Christoph Plan tin seine Existenz aufbaute, schaffte er sich bald in Kaufmanns und Gclehrtenkreisen durch seine vorzüglichen Erzeugnisse in Einbänden und Schmucktruhen einen wohlklingenden Namen, der bis zu dem Statthalter des spanischen Herrschers vordrang. Bei Ablieferung einer Schmucktruhe an den Statthalter, die die ser dein König von Spanien schicken sollte, traf Plantin durch unglückliche Umstände ein Mißgeschick, für das er von einem Antwcrpcner Edelmann zur Wiedergutmachung erlittenen Un rechtes eine große Summe Geldes erhielt, die es ihm ermög lichte, sich einen Buchladen mit Buchdruckerei einzurichten. Seine geistige Überlegenheit wurde bald in allen Kollegenkreisen er kannt. Er konnte sich als Bürger eintragen lassen und erlangte in der St.-Lukas-Gilde als Buchhändler und Buchdrucker eine führende Stellung. Das erste Buch, das er verlegte, trug den Titel: lla institutiouo cki una kaneiulla natu nodiimente — Richt linien für die Erziehung einer vornehmen Jungfrau. Bei Plantin waren Bücher in allen Sprachen zu haben, auch war er in der Lage, in allen Kultursprachen zu drucken. Die Schriften lieferten ihm die bekanntesten Schriftschneider von 7Ä Paris und als ihm diese nicht mehr genug schaffen konnten, gründete er eine eigene Gießerei. Seine drei Schwiegersöhne unterstützten ihn im Auf- und Ausbau feines Unternehmens, das in den folgenden Jahren durch die Belagerung Antwerpens schwere politische und wirtschaftliche Krisen zu überwinden hatte. Die Jahre 1563 bis 1566 standen unter einem ganz besonders günstigen Stern, da er es verstanden hatte, trotz des Abfalls der Niederlande von Spanien, seine Beziehungen zum spanischen Hof aufrechtzuerhalten. Er fand im König einen geneigten Förderer und großen Bücherfreund, für den Plantin Ver trauensmann und Einkäufer von Meisterwerken der Buch druckerkunst gewesen ist. In dieser Zeit entstand auch die fünf sprachige Polyglotten-Bibcl, die mit Unterstützung des spanischen Hofes von Plantin gedruckt und verlegt wurde. Die Herausgabe dieses monumentalen, noch heute bewunderten Werkes brachte ihm höchste Anerkennung ein und er wurde mit Privilegien be lohnt, die ihm das Recht einräumten, sämtliche kirchliche Bücher und Breviere für alle Länder der spanischen Krone zu verlegen. Er erhielt den Ehrentitel »-Königlicher Drucker« und mußte die Buchproduktion der gesamten Niederlande überwachen. Beson ders interessant ist, daß mit diesem Amt auch die Festsetzung der Bücherpreise verbunden war, die Plantin auf Grund einer Prü fung des jeweils ersten und letzten Bogens bestimmte. Sein Ver lag nahm einen ungeahnten Aufschwung. Plantins Typen ge hörten zu den schönsten seiner Zeit und die künstlerische Aus gestaltung seiner Werke, auch die des Bucheinbandes, waren bis ins kleinste Erzeugnisse seines persönlichen Schaffens. Am l. Juli 1589 schloß Christoph Plantin seine Augen für immer und sein erster Mitarbeiter und Schwiegersohn Johannes Moretus <Jan Moerentors) führte in seinem Geiste das Werk fort. Auf Grund einer besonderen Klausel im Testament wurde diese Stätte gra phischen Schaffens in einer Art Majorat bis zum Jahre 1865 fortgeführt. Dann erwarb die Stadt Antwerpen für 1206 000
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