Literaturpreis erhielten 1937 Hans Ehrke Urteile über sein Buch: Der Stumme In Leinen 2.20 RM Gutachten der Reichsstelle zur Förderung de« deutschen Schrifttum«, Berlin: Diese Erzählung Ehrkes ist über ihre dichterische Leistung hinaus vor allen Dingen als eln Zeugnis menschlich sittlichen Wertgefühls anzusprechcn. An der Lebensgeschichte und dem Schicksal eines ostpreußischcn Bauern, der sich durch einen Fluch an dem Tode seiner Frau und seines KindcS schuldig fühlt, und der sich freiwillig dazu verdammt, heimatlos und stumm zu sein, läßt uns der Dichter an einem charakteristischen Leben voll Kampf und Überwindung die Kraft und die Unerbittlichkeit ursprünglicher sittlicher Gesetzte erkennen, für die cs für eine begangene frevelhafte Tat als Buße nur die ganze Selbsthingabe des Menschen gibt. In diesem Bauern Frohner hat Ehrke ein Beispiel religiös sittlicher Lebenshaltung geschaffen, das in seiner Härte und Gerech tigkeit erschüttert. — Das Buch wird empfohlen. Nordisch« Rundschau, Kiel: Der Alemanne, Freiburg: Ein schlichtes, wunderbar feines Scelengemälde, wie es eigentlich nur ein Niederdeutscher sehen, erleben und schaffen kann. Es ist eln ernstes Lebensbild, mit zarten, reinen und zugleich milden Farben gemalt. Jedenfalls hat Hans Ehrke nach diesem großen und liefen Wurf Anspruch darauf als meisterlicher Schöpfer unter den großen deutschen Erzählern genannt zu werde». Darauf dürfen wir mit ihm stolz sein. Um ein kleines Bauernschlcksal aus dem östlichen Deutschland schlingt sich die bewegte Handlung. Das uralte Problem zwischen Schuld und Sühne hat Hans Ehrke hier kn männlich starker, aufrechter Weise dargestellt. Das Schicksal des Stummen ergreift um so mehr, als es dem Verfasser gelang, die Fülle des Herzens, von der der Mund nicht zeugen kann, so unüber trefflich zu meistern. Verlag Georg Westermann / Braunschweig, Berlin, Hamburg 14»S