MH 1Lc«^IL, 8^11 MV ^N^MVMO von vvvovk' scv^vov/ 111 Heiken rrncl 6 7a/e/n un<i einem Kau/i/an in O^Fina/Frö^e. 6ebuntien KV1 6.— vie rasetie LorwielLluvA äer k'unIcleetrnilL rur G 8V8rx>lVH8f»L rLm.L«8^c:«k: kiiivorri^LOLkX^L^ Die 2. ^uüaZe beKockel sioli in Vorbereitung unä vvirä vorsu88iebtIieb Luäe Juni au8geUetert. ^reis KM 13.56 Der Denker Ernst Krieck Unter üle/er Überschrift schreibt Sie ^Essener Notionalzeitung" am 2. S.3S: Cs ist auch heute noch so: wenn ein neues Buch von Ernst Krieck erscheint, öann nicken sich die „Auguren" der philosophischen Fachwelt verständnis voll zu, leiser Spott und weisheitsferner Hochmut sprechen das Vorurteil, dem sich dann der größte Teil öer scheinbar Gebildeten anschließt, die Front der gei stigen Beharrung bildend, gegen die dieser „irrationale Neuerer" vergeblich anrennen soll. So hoffen und glau ben jene Kärrner, die ihn nicht verstehen können oder wollen, jene Götzendiener einer alteingewurzelten Be griffswelt, die ihn und sein Werk teilweise nur so eu p3883nt kennen und mit seinen Buchtiteln gegen ihn gangenen wähnen und kein echtes Empfinden für die Größe des Lebenden besitzen. Nun, Krieck selbst kann die Stumpfheit ertragen, es haben ihr Größere getrotzt, und da er für die Kommenden schreibt und wirkt, wächst er offenen und geheimen. Daß er ein „Outsider" ist und in keine philosophische Richtung recht passen will, beweist sein neues und bisher reifstes Werk: „Leben als Prinzip der Weltanschauung und Pro blem der Wissenschaft", das in einer kleinen Aufsatzsammlung „Mythologie des bürger lichen Zeitalters" (Armanen-Verlag, Leipzig, 19ZY, broschiert 2,50 RM) in der Sinnlinie fortgeführt wurde, deren Inhalt eine eigene Besprechung verdient, weil sie in nuee mehr konstruktive Gedanken enthält als mancher Wälzer eines Fachphilosophen, der die Krise der Philosophie mit den Mitteln der formalen Logik zu überwinden versucht. Das Wort vom „bürgerlichen Zeitalter" ruft stets die Menge öer kleinen Geister auf den Plan, die sich irgend wo mitgetroffen fühlen und dann vergeblich versuchen, Tatsachen hinwegzudisputieren. Daß dieses Zeitalter nun aus der Säkularisation des spätantiken, christlich-mittel alterlichen Erlösungsmythos entstanden ist, erscheint ihnen zumindest fremd, und sie folgern eilig: ein höchst subjektiver Oeutungsversuch mit dem Geruch des Anti- christlichen, Nietzsche en miniature, „interessant", paßt aber nicht in die alten Schubladen der verschiedenen ... ismen. Wer die Gabe und Kraft der Anschauung im Denken nicht oder nur ungenügend besitzt, wer bereits so rationalisiert ist, daß es ihm an echter Empfindung, d. h. an Gefühl für das Lebendige in Natur und Ge schichte gebricht, wird von dieser Weltdeutung kaum berührt, geschweige denn angeregt oder bewegt werden. Krieck besitzt einen Blick und Spürsinn für geistige Zu scheinend verschiedenem, um die ihn mancher Logiker beneiden könnte. Oabei geht es Krieck immer um die Reinheit des deutschen Welt- und Menschenbildes - oft Masken von Ideologien, entlarvt Begriffe als Wort hülsen, die wir bislang als sicheres geistiges Eigentum der Deutschen betrachteten. im Erkennen auffordert, uns von bequemen Oenkschablo- nen befreit und zu einem totalen Weltanschauungs prinzip hinleitet, ist mehr als ein fruchtbarer „Anreger", 2193