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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.04.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-04-23
- Erscheinungsdatum
- 23.04.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1914
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82, 33. April 1914. Redaktioneller Teil. B»r,e»bl»It,. d. Mich». vuchh-»d-I. Veruntreuungen) Verschleierungen oder frisierte Bilanzen, sowie auch die Entlastung des buchführenden Teiles eine die Aus weise bis ins kleinste gebende Buchhaltung. Wenn nicht eine sehr weitgehende Kontierung gewählt wird oder notwendig ist, so leistet die amerikanische Buch führung gleichermaßen gute Dienste für einen Buchverlag, für einen Buch- und Zeitschriftenverlag oder auch für eine mit technischen Betrieben verbundene Verlagshandlung, für reine Sortimente wie auch für solche mit Nebenzweigen, für Anti quariate, Reisebuchhandlungen, Bahnhofsbuchhandlungen und Lehrmittelhandlungen. Es ist dabei ohne Belang, ob es sich um eine Einzelinhaber-Firma, um eine stille Gesellschaft, offene Handelsgesellschaft, Kommanditgesellschaft, Gesellschaft m. b. H. oder Aktiengesellschaft handelt. Die Ausweise, die die Beteiligung fremden Kapitals verlangt, gibt die ameri kanische Buchführung ohne weiteres. Bei stillen Gesellschaften kommt die Beteiligung buch halterisch nur durch ein besonderes Konto im Hauptbuch oder dessen Stellung unter den Kontokorrentkonten sowie durch Gewinnbeteiligung und -Verteilung zum Ausdruck. Offene Handelsgesellschaften bedürfen statt des einen Privat- und Kapitalkontos des Einzelinhabers deren für jeden Gesell schafter eines. Auch die Entnahmen der einzelnen Gesell schafter während des Jahres und die Verzinsung dieser Posten sind mit Sicherheit und Klarheit zum Ausdruck zu bringen. Bei Kommanditgesellschaften bildet die Trennung der Konten für Komplementäre und Kommanditisten buchhalterisch keine Schwierigkeit. Haftpflichtgesellschaflen in ihren verschiedenen Formen, wie Gesellschaften m. b. H., Gesellschaften m. u. H. usw., benutzen vielfach die amerikanische Buchführung. Es ist dabei gleichgültig, ob eine Gesellschaft nur aus wenigen An teilen besteht oder ob sich eine größere Anzahl Gesellschafter in den Besitz teilt. Jedem Gesellschafter ist ein besonderes Anteilkonto einzuräumen. Die geschäftsführenden Gesellschafter erhalten außerdem Privatkonten. Nachschüsse, Zurückzahlungen, Unterbilanzen lassen sich in einfacher und übersichtlicher Weise buchhalterisch behandeln. Selbst Aktiengesellschaften, wenn es sich nur um mäßig große Betriebe handelt, verwenden die amerikanische Buchführung mit Vorteil. Auch die bei Aktien gesellschaften vorkommenden besonderen Buchungen, wie über Erhöhung oder Herabsetzung des Aktienkapitals, usw., sind ebenfalls bei diesem Buchsllhrungssystem sicher und klar aus- zusllhren. Die der amerikanischen Buchführung eigenen weitgehenden Vereinfachungen werden noch von anderen Methoden zu über treffen gesucht. Bücherrevisor Karl Pöttschacher, Eisenach, bietet mit seiner »Deutschen doppelten Buchführung« ein System, das sich unter Beibehaltung der Tabellenform in der Hauptsache in zwei Punkten von dem amerikanischen unter scheidet: Es bereinigt teilweise mehrere Konti in einem und vermeidet bei den täglichen Aufzeichnungen die sofortige Gegenbuchung. Erst am Monatsschluß erfolgt die Gutschrift oder Belastung des Gegenkontos in der Gesamt-Monatssumme. Durch seine Anordnung und durch das dadurch notwendig werdende »Ausziehen« vieler einzelnen Posten am Monatsschluß legt sich das System Pöttschacher von vornherein auf die Ver wendung in nur kleineren Betrieben fest. Das gleiche trifft zu bei dem von der Geschäftsbücherfabrtk Rudolf Fürrer Söhne, Zürich, herausgebrachten »Reform-Journal«. Es beschränkt sich daraus, ein Kassabuch und ein tägliches Ver zeichnis der übrigen Wertveränderungen eines Geschäftes zu sein. Diese letzteren Bewegungen finden jedoch hinsichtlich der Beträge keine Kolonneneinteilung, sondern werden je nach Vorkommen unter Angabe des gebenden und des nehmenden Kontos in einer Spalte eingetragen. Von hier aus erfolgt Weiterverbuchung auf den Hauptbuchkonten, wie Debitoren-, Kreditoren-, Waren-, Wechselkonto usw., ohne Wiederholung des Buchungstextes nur mit den Zahlen. Eine Verwendung dieser Journaleinrichtung erscheint nur für einfache Geschäfts- Verhältnisse angebracht. In ähnlicher Weise ist Drehers Journal »Infinitum« (Infinitum-Verlag Georg Dreher, G. m. b. H., Berlin IV. 57, Potsdamerstr. 83 b) angelegt. In einem als Kassabuch dienenden Bande »L« finden sich drei nebeneinanderstehende Kontenrubriken: für Kasse, für Kontokorrente sowie ein Sammelkonto, neben dem jeweils das zu belastende und das zu erkennende Konto genannt werden mutz. Aus diesem Buche »L« werden die in dem Sammelkonto aufgenommenen Posten nur mit dem Betrage in ein zweites, mit »8« bezeichnetes Buch übertragen, das ebenfalls in Spalteneinteilung die einzelnen Konten enthält. Erst hier finden die Posten ihre endgültige Verbuchung. Einen Vorteil bietet somit auch diese Zweiteilung nicht. Einen Schritt weiter dagegen geht Prof. Th. Huber in seinem Buche »Die verbesserte amerikanische oder die kombinierte Buchhaltung« (Geschäftsbücherfabrik Carl Lauser, Stuttgart. 1.—). Durch die Verbindung der ameri kanischen mit der italienischen Buchführung hat er eine viel seitig verwendbare Form geschaffen. Die Nutzanwendung dieser Huberschen Buchsührungsweise für den Buchhandel ist in den vorerwähnten Artikeln des Börsenblatts gegeben. Für buchhändlerische Geschäfte bietet sich mit dieser erweiterten amerikanischen Buchführung ein genau arbeitendes Instrument mit weitgehenden Einzelausweisen. Überschreiten Betriebe in ihrer Größe ein gewisses Mittelmaß, so erhebt sich auch das Bedürfnis und die Not wendigkeit, die Buchführung diesem Wachstum anzupaffen. Die amerikanische Buchführung ist dann vielfach nicht in der Lage, der ins Einzelne gehenden Kontengliederung gerecht zu werden. So vorteilhaft die Tabellenkontierung des amerikanischen Journals ist, so hindernd kann sie aber auch werden, wenn bei Hinzukommen von Konten die leichte Benutzbarkeit durch Vergrößerung des Formats hin fällig wird. Die vielfach angewandte Schlußspalte »Ver schiedene Konti« sollte freilich nicht überladen werden, sonst gestaltet sich das Ganze leicht zu einem Flickwerk. Das darf aber eine Buchführung niemals sein, wenn sie ihre Zwecke in rechter Weise erfüllen soll. Einen Ausweg bietet hier die von W. van den Daele empfohlene Gruppenbuchführung (W. v. d. Daele, Die moderne Fabrikbuchhaltung, 2. Aust. Muth'sche Verlagshandlung, Stuttgart, geb. 8.—>. Diese Methode beruht auf dem amerikanischen System und ist dazu geeignet, auch größeren Betrieben die Vorteile dieser Buch führungsform zuteil werden zu lassen. »Die Eigentümlichkeit der Gruppenbuchhaltung liegt, wie ihr Name besagt, in der Anordnung von Kontigruppierungen, d. h. Zusammenfassung einer Anzahl Konti zu einer entsprechend benannten Gruppe.« Für den Verlagsbuchhandel umgelegt, ergibt sich z. B. folgende Gestaltung: Die Grundbücher, wie Kassenbuch, Memorial, Materialeingangsbuch, Bar- und Kommissionsbuch, bleiben ge trennt bestehen, die drei elfteren Bücher in tabellarischer Form mit den für Gutschrift oder Belastung in Frage kommenden Konti. Am Monatsschluß werden die Gesamtbeträge aller Bücher in ein Monatsbuch übernommen, nach dessen Einträgen dann die Probe auf Richtigkeit geschehen kann. Die einzelnen Tabellenkonten der vorgenannten drei Grundbücher nehmen alle für eine Kontigruppe gemachten Aufwendungen auf, so z. B. das Hersiellungskonto sämtliche für die Herstellung von Artikeln des Buch-, Kunst-, Musikalien-, Zeitschriften-Verlages usw. geschehenden Ausgaben in einer Spalte. Der eigent liche Kern dieser Buchführungsmethode liegt in dem Gruppen abschlußbuch. In diesem erhält jedes Gesamtkonto eine tabellenförmige Einteilung der Herslellungs - Unterkonten. Das erwähnte Herstellungskonto z. B. würde sich dann etwa so gliedern lassen. (Tabelle siehe nächste Seite.) Um diese Einzelzahlen zu gewinnen,. ist es notwendig, monatlich an Hand der Grundbücher eine Ausscheidung und Trennung der darin enthaltenen Posten vorzunehmen. Eine Wiederholung des Buchungstextes ist nicht notwendig, wenn der Verweis auf das betr. Grundbuch und den Buchungstag erfolgt. Diese Zergliederung kann sehr leicht und zweckmäßig geschehen, wenn jedem Unterkonto eine feststehende Nummer gegeben wird, die beim Eintrag in die Grundbücher mit an- zusühren ist. 611
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