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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.04.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1913-04-22
- Erscheinungsdatum
- 22.04.1913
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- Deutsch
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4250 virs-nbl-u s. d, Dtlchn. Buchh-nd-1. Redaktioneller Teil. ^sr 91, 22. April 1913. Buchhändler-Lehranstalt zu Leipzig. Beginn des 61. Schuljahres Diens- lag nach Kantate, den 22. April, früh -/.7 Uhr. Die Extraner« (Vollschüler-) Abteilung mit ganztägigem Unterricht bereitet vor auf die praktische Lehre und erleichtert diese wesentlich. Buch« Handlungsgehilfen und junge Leute mit höherer Vorbildung haben nach erfolgreichem Besuch der öfsentlichen Fachschule Aussicht, später in hervorgehobene, besser bezahlte Stellen einzurücken. Für Volontäre bei hiesigen Firmen und sonstige Interessenten empfiehlt es sich, an dem Unterricht in einzelnen ausgewählten Fächern, wie Buchgewerbekunde, doppelte Buchhaltung usw., als Hospitanten teilzunehmen. Sprechstunde von Mittwoch an täglich von 9—12 Uhr vormittags. Leipzig, Deutsches Buchhändlerhaus. Ptawstraße 1a I. Direktor Or. Curt Frenzel. Literatur zum Jubiläum der Befreiungskriege. Von Adolf Bartels. Alle Schaufenster der Buchläden sind voll von Befreiungs kriegsliteratur, aber das Publikum steht vor ihnen und weiß nicht recht, was es wählen soll. Es ist auch keines wegs leicht, sich zu entscheiden, selbst für den Gebildeten nicht: Unsere Zeit hat bekanntlich außer Len »geschriebenen« Büchern auch noch die »gemachten«, d. h. die durch bloße Zusammenstellung entstandenen, aufzuweisen, und diese gemachten sind oft so ge schickt gemacht, daß man wirklich in Zweifel geraten kann, ob man sie nicht den in neuerer Zeit geschriebenen vorziehen soll. Zuletzt freilich, wenn man den Spielraum etwas weiter nimmt, dann bestehen die geschriebenen, und wenn mich einer auss Ge wissen fragte: Welches Buch soll ich mir zum Jubiläum der Be freiungskriege kaufen?, so würde ich antworten: Treitschkes »Deutsche Geschichte«. Ihre fünf Bände kosten freilich noch im mer 65 — ich halte es für eine der allergrößten Unterlassungs sünden der Deutschen Reichsregierung, daß sie dieses Werk nicht angekauft und zu billigem Preise bis in die entlegensten Lehrer wohnungen verbreitet hat —, aber wenigstens hat der Verlag S. Hirzel nun die Darstellung der Befreiungskriege zum Preise von 2 besonders herausgegeben, so daß eine Kostprobe weitesten Kreisen zugänglich geworden ist. Neben Treitschke hat sich der ältere Ludwig Häusser mit seiner »Deutschen Geschichte vom Tode Friedrichs des Großen bis zur Gründung des Deutschen Bundes« für diese Zeit immer noch behauptet — eben beginnt seine Darstellung der Freiheitskriege, herausgegeben von Max Mendheim, bei Reclam zu erscheinen. KarlTH. vonHeigels »Deutsche Geschichte vom Tode Friedrichs des Großen bis zur Auflösung des alten Reiches« (Cotta) und vonZwiedineck- Südenhorsts »Deutsche Geschichte von der Auflösung des alten bis zur Gründung des neuen Reiches« (ebenda) sollen als die neueren Werke neben Häusser und Treitschke wenigstens ge nannt sein. Die bekanntesten älteren Darstellungen der Freiheits kriege (für sich allein) sind jahrzehntelang die von Friedrich Förster und Heinrich Beitzke gewesen und auch heute noch nicht ganz vergessen: Eins der Schaffsteinschen Grünen Bändchen »Preußens Erhebung und Befreiungskampf 1813« ist nach För ster geschaffen, und aus dem Beitzke druckt der Verlag von Otto Zöphel, Leipzig, neu die Schilderung der »Völkerschlacht bei Leip zig« ab. Neuere kriegsgeschichtliche Werke über 1813—15 sind die von Friederich, von Janson, von von Lettow-Vor deck und von Colmar v. d. Goltz, die aber wohl alle nur für die Fachleute in Betracht kommen. Zu den Darstellungen der ganzen Zeit und des Kriegsverlaufes treten dann Werke über die hervor ragenden Persönlichkeiten. Napoleon-Literatur wird Wohl ein bewußt-nationaler Deutscher in diesem Jubiläumsjahre nicht kaufen (so groß auch das Angebot ist): von Werken über Fürst lichkeiten kommen so natürlich vor allem die über die Königin Luise in Betracht: der alte Adami, der sich noch immer ge halten hat und auch in wohlfeiler Ausgabe existiert, H. v. Petersdorff, A. Lonke. Klassischen Ruf haben Pertzs »Leben des Ministers Freiherrn vom Stein«, Rankes »Harden berg und die Geschichte des preußischen Staates von 1793—1813«, Troysens »Uorck von Wartenburg« und Hayms »Wilhelm von Humboldt«. Ihnen reihen sich von Werken Neuerer an: ein neuer »Freiherr vom Stein« und »Scharnhorst« von M. Leh mann, Hans Delbrücks »Leben Gneisenaus«, Blasen - dorss und W. v. Ungers »Blücher«, »Das Leben des Gene ralfeldmarschalls H. v. Boyen« von Fr. Meinecke und K. Schwarys »Das Leben des Generals von Clausewitz«. Das am besten geschriebene Werk von allen diesen ist doch Wohl des alten Droysen »Uorck«. Sehr ausgebreitet ist, wie man sich denken kann, die Me moiren- und Briefliteratur aus der trüben wie aus der großen Zeit. Den Briefwechsel der Königin Luise und Friedrich Wil helms m. mit Kaiser Alexander I. hat P. Bailleu im Jahre 1900 herausgegeben, andere Briefe schon früher Martin. Von den Memoirenwerken über das Königspaar ist das der Gräfin Votz »Neunundsechzig Jahre am preußischen Hofe« das inter essanteste, wenn es auch historisch nicht absolut zuverlässig ist. Eine weite Perspektive eröffnen dann die Briefe von Wilhelm und Caroline von Humboldt, herausgegeben von Anna v. Sydow (E. S. Mittler L Sohn), die von 1787—1819 rei chen und deren 4. Band die Zeit der Befreiungskriege umfaßt. Eine Auswahl aus den Briefen und Denkschriften Gneise naus hat W. Capelle (Deutsche Charakterköpfe; Teubner) veröffentlicht. Von den Memoiren preußischer Generale der Zeit sind die von Müffling (»Aus meinem Leben«, 1831), von derMarwitz (»Aus dem Nachlaß« 1852, jetzt neu), Reiche (1857), LudwigvonWolzogen (1851), I. L. v. Wach - holtz (»Tagebuch«, 1843) und besonders die »Erinnerungen aus dem Leben des Generalfeldmarschalls Hermann von Bohc n«, herausgegeben von Fr. NiPPold, Leipzig 1889/90, wichtig — die Wolzogens sind jetzt in den Diesterwegschen Schul ausgaben zu haben. Zu diesen Preußen kommt dann ein Russe, der General von Toll, dessen »Denkwürdigkeiten« Bernhardt herausgegeben hat. Manches auf das Soldatenleben der Zeit Bezügliche enthalten auch die »Lebenserinnerungen« des Geo graphen Karl Friedrich von Klöden, die zuerst sein Enkel Max Jähns veröffentlicht hat, und die jetzt in den Wiesbadener Volksbüchern sind. Mehr »diplomatisch« sind Friedrich von Räumers »Lebenserinnerungen und Briefwechsel« (1861), während dessen Bruder Karl von Raumer in den »Erinnerungen aus den Jahren 1813 und 1814« (jetzt in Voigtländers Quellenbllchern, Hrsg, von Karl Linnebach) die Kriegsereignisse vom Hauptquartier Blüchers aus geschildert hat. Friedrich von Müllers, des Weimarischen Kanzlers, »Erinnerungen aus den Kriegszeilen von 1806—1813« (jetzt im Insel-Verlag) sind wieder wesentlich diplomatischer Natur. — Kommen wir darauf zu den Erinnerungen der Schlichtbürgerlichen, so sind Nettelb ecks Lebensbeschreibung (jetzt bei Reclam) und Ernst Moritz Arndts »Wanderungen und Wandelungen mit dem Freiherrn vom Stein« und »Erinnerungen aus dem äußeren Leben« (viele Ausgaben) unbedingt an die Spitze zu stellen. Mit wichtigen Episoden kommen die Er innerungen Steffens', Südens, Rellstabs, Gubitzs, Ludwig Grimms, des Malers (bei Hesse), Kügelgens, Ludwig Richters, Rietschels, selbst noch Holteis »Vierzig Jahre« in Betracht. Das Milieu der Stadt Leipzig während der Völkerschlacht hat Fr. Rochlitz in den von Goethe gepriesenen »Tagen der Gefahr« (neue Ausgabe Insel-Verlag) dargcstellt, die Hamburger Schreckenszeit schildern Wilhelm und Agnes Perthes (»Aus der Franzosenzeit in Hamburg«, Ham burger Hausbibliothek, Alfred Janssen), schlesische Lokalerinne rungen gibt August Knötel in seinem Buche »Aus der Fran zosenzeit« (1896). Persönliche, Soldatenschicksale bringen die Erinnerungen des Oberstleutnants Friedrich Baumann »Meine Erlebnisse« (Halle 1912) und Johann Jakob Röhrig (»Unter der Fahne des 1. Napoleon«, Altenburg 1906 und 1908),
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