Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.01.1937
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- 1937-01-30
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Autoren, deren bloße Existenz, von ihrer Wirkung ganz abgesehen, Raub am deutschen Wesen war. Und vergessen wir nicht, daß noch kurze Zeit vor dem Umschwung jenes freche Wort vom »total Platten Land- unter dem nicht minder frechen Beifallsgeheul der jüdischen Kritik von der »deutschen« Dichterakademie aus ins Volk hineingsrufen werden konnte. Dann kam das Frühjahr 1933 und es kam mit ihm die große Reinigung, die alle guten Deutschen so leidenschaftlich herbeigesehnt hatten. Die Änderung geschah zunächst durch einen nachhaltig wir kenden Akt der Selbstreinigung, die in der Emigrierung der schlimmsten Verbrecher des deutschen Geistesgutes ihren Ausdruck fand, um später durch die entsprechenden Ausbürgerungen die end gültige Form zu gewinnen. Wo die Selbstreinigung nicht genügte, da halfen Staat und Partei in eindrucksvoller Weis« nach. Dieser erste Abschnitt der Entwicklung schloß ab mit der symbolischen Hand lung der Bücherverbrennung durch die Studenten. Die jüdische Dichtung ist für uns heute kein Problem mehr. Sie fehlt in den maßgebenden Literaturdarstellungcn oder wird dort unter Zurccht- biegung der Begriffe das genannt, was sie ist. Die Abrechnung mit Heinrich Heine als dem Manne, mit dem der jüdische Einbruch in das deutsche Geistesleben auf dem Gebiete der Dichtung und des Journalismus begann, darf als abgeschlossen angesehen werden. Bei aller Wichtigkeit dieses großen Reinigungsaktes müssen wir feststcllcn, daß noch wichtiger selbstverständlich die Förderung des Guten, des unserem Wesen Gemäßen, des arthaft Deutschen ist. So wurden kurze Zeit nach dem Umschwung eine Reihe von deut schen Dichtern in die Dichter-Akademie berufen, die bis dahin eine Anerkennung durch den Staat nicht gefunden hatten. Es wurde der Nationalpreis für das deutsche Buch verkündet, der später den Namen Slefan-George-Preis bekam. Zu diesem Staatspreis trat 193S der große Fördcrungspreis der NSDAP.: Fünf Dichter kamen seither in den Genuß dieser beiden großen, ehrenden Preise, die immer eine Auszeichnung vor der ganzen Nation darstellen. — Die Errichtung der Rcichskulturkammer brachte für alle auf dem Gebiete des deutschen Schrifttums Tätigen die Zusammen fassung in der Reichsschrifttumskammer, an deren Spitze heute der Dichter Hanns Iahst steht, der zugleich Präsident der Dichter- Akademie ist. Diese äußeren Zeichen dieser Entwicklung sollten nur kurz angcdeutet werden. Wichtiger sind die inneren Vorgänge, deren Ausdruck sie darstellen, denn aus ihnen erwachsen jene Leistungen, die in die Zukunft weisen. Das Wesentlichste an diesen inneren Vorgängen ist, daß die neuen Anschauungen, die der Nationalsozialismus zum Durchbruch gebracht hat, für das Volk allgemein verbindlich geworden sind, — die Paar ewig Gestrigen, die von der Vergangenheit nicht mehr frei zu werden vermögen, brauchen uns nicht zu kümmern. Das »total Platte Land« der Dich tung ist heute im Volk zu allgemeiner Anerkennung gekommen. Die Maßstäbe, die an die Erscheinungen des künstlerischen Lebens angelegt werden, sind andere geworden. Die Dichtung ist wie dis übrigen Künste aus ihrer Isolierung herausgetreten und mitten hinein in das Leben des Volkes gestellt. War die soziale Frage früher eine Angelegenheit, mit der der Schriftsteller überlegen kokettierte, die er interessant fand, ohne in ihren Kern vorzudrin gen, so beobachten wir heute, daß unsere Dichter über die soziale Frage hinausgekommen, aber ins Volk hineingegangen sind. Seit Jahren stellen sich, um nur ein Beispiel zu nennen, deutsche Dichter, die früher nur ausgewählte Kreise zu sehen bekamen, dem deutschen Arbeiter vor, oder um ein anderes anzudeuten, deutsche Dichter fahren mit deutschen Arbeitern über die Meere, um ge meinsam mit ihnen zu erleben und ihnen die Gestaltung dieses Er lebens in unmittelbarer Verbindung weiterzugeben. An die Stelle weichlichen Gcnießectums ist die harte Arbeit getreten. Der Dichter steht im Braunhemd vor seinen Kameraden, er hat jenes Du und Wir gefunden, das durch die Jahrhunderte als unerfüllte Sehn sucht klagte. Mit den Maßstäbcn sind die Aufgaben und die For derungen, die wir heute an die Kunst stellen, und die die Kunst an uns stellt, andere geworden. Das Volk hat Vertrauen zu seinen Dichtern bekommen, die trennenden Wände sind eingerisscn, das künstlerische Leben ist aus dem früher ängstlich gehüteten ungesun den Zwielicht herausgetreten. Es ist alles klarer, reiner, sauberer, härter, sicherer geworden. Die Verkrampfung, die jede gesunde Ent wicklung hemmte,, ist gelöst. Die junge Dichtung, die unmittelbar aus der Bewegung hervorwuchs, steht kameradschaftlich Schulter an Schulter mit jenen Vertretern des einst verschmähten »total Platten Landes«. Im Reichskultursenat sitzt der junge Lyriker Ger hard Schumann neben dem Meister der deutschen Erzählung Emil Strauß, Eberhard Wolsgang Möller oder Heinrich Anackcr stehen neben Hermann Stehr. Das Kriegsgeschlecht, das durch Dichter und Männer wie Edwin Erich Dwinger und Richard Euringer ver treten ist, schlägt, wie im politischen Leben, auch hier sinnvoll und sinnbildlich die Brücke. Die junge Dichtung hat mutig zu neuen Formen gegriffen, gleichzeitig aber bewiesen, daß sie auch fähig ist, die überkommenen alten Formen mit neuen Inhalten zu erfüllen. Kurze, hämmernde Verse, in denen eine Welt von neuem Gefühl und politischer Wirklichkeit gefaßt ist, wie z. B. Gerhard Schu manns »Lieder vom Reich« oder Baldur von Schirachs kurze Strophen »An einen Arbeiter« (»Ich fasse deine harte Hand«) stehen mit gleicher Kraft und mit gleichem Recht neben den ersten mutigen Versuchen junger Dichter, den Inhalt unserer Zeit auch im epischen Kunstwerk zu gestalten. Wohin wir sehen, sehen wir neues Wachstum, neues Leben einer sicher in sich selber ruhenden, gesteigerten Kraft. Die Dichtung hat die Verbindung mit dem Leben des Volkes und empfängt aus ihm stets neue Antriebe. Die Stickluft, in der das Schrifttum vor vier Jahren lebte, ist gewichen. Der Ausblick ist klar und frei. Wir stehen stolz und zuversichtlich an der Schwelle zur zweiten Vier jahresperiode der nationalsozialistischen Volksführung, weil wir wissen, daß die deutsche Kunst und in vorderster Reihe auch die deutsche Dichtung bereit und fähig ist, in Treue zu ihrer Aufgabe und ohne ihr innerstes Wesen als Kunst zu verraten, in jedem Augenblick dem Ruf zu folgen, den der Führer an sie richtet. Fiinfundslcbzig Jahre Antiquariat F. Dörling in Hamburg Die Firma F. D ö r l i n g in H a m b u r g wurde am 3V. Januar 18S2 von Franz F. K. Darling als Antiquariat gegründet. Den Grund stock bildete das von ihm erworbene Antiquariat von F. H. Nestler L Melle, das, 1787 entstanden, in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eins der bedeutendste» in Deutschland war. F. 8. K. Dörling pflegt in erster Linie das wissenschaftliche Antiquariat, das sich gut entwickelte. Von 1882 bis 1828 war Conrad H. F. Dörling, der Sohn des Gründers, Inhaber der Firma. Cr führte das Geschäft in der bisherigen Form weiter, pflegte aber auch das bibliophile Antiquariat und als Besonderheit die Hamburgcnsie. Aus dieser Liebe zu Hamburg in Buch und Bild ging auch der Verlag hamburgischer Literatur hervor. Durch die Veranstaltung von Bücher- und Ham- burgensien-Auktioncn — zuerst im Jahre 1888 — wurde das Geschäft weit über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt. Seit 1. Januar 1830 ist, nach neunjähriger Tätigkeit als Prokurist, Herr Max 8. M. Bähr Inhaber der Firma, der ihre Tra dition in jeder Hinsicht wahrt. Aus persönlichem Interesse widmet er sich der Pflege des Bild- und Schrifttums Niedcrsachsens, vor allem Schleswig-Holsteins. In den flinsundsiobzig Jahren ihres Bestehens hat die Firma 127 Antiquariats-Kataloge und 5l> Auktions-Kataloge herausgegeben, die iusolge der Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit ihrer Bearbeitung nicht zuletzt dazu beigetragcn haben, den guten Ruf der Firma in weite Kreise zu tragen. Die Geschäftsräume befinden sich von jeher in der Innenstadt, seit achtundfünfzig Jahren am Speersort. Der heutige Inhaber kam 1818 nach Hamburg, nachdem ihn seine Wandcr- iahrc von Hildburghausen aus in den wissenschaftlichen Sortiments- uud Anliquariatsbuchhandel nach Atürzburg und Bonn geführt hatten. In Hamburg nahm er zunächst teil an der Umgestaltung und dein Aufbau der Buchhandlung Kloss und setzte sich gleichzeitig mit großer Energie für die wirtschaftliche Besserstellung der Angestellten im Buchhandel ein. Seit mehreren Jahren gehört Herr Bähr der Kom mission snr die Gehilsenprüfung an. Hauptschrtftlettcr: vr. Hellmuth Langenbuchcr. —Stellvertreter des HauptschrtftlcitcrS: ffranz Wagner. —Berantw.Anzctgcnleitcr: Walter Herfurth, Leipzig. Verlage Vertag des Bürten Vereins der Deutschen Buchhändler IN Leipzig. - ÄnlchrifI der Schrtftlettung und Erpcbtttoii: Leipzig 0 1, Gerichtsweg 28, PalclchNelitach 274/75. - Druck: Ernst Hrdrtch Nacht.. Leipzig <2 l. Hospital »ratze II»—IS. — DA. 7W0/LII. Davon MSt> d. m. Angeboten-und Gesuchte Bl-ch-r. »> 8ur Z-t, tl, Preisliste Nr. s gltlttgl 8«
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