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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.01.1937
- Strukturtyp
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- 1937-01-14
- Erscheinungsdatum
- 14.01.1937
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- Deutsch
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Der Buchhändler soll die deutsche Sprache Pflegen In unserer Zeit fehlt es wahrlich nicht an Büchern, die mit gutem Erfolg über sprachliche Dinge belehren. Trotzdem verdienen zwei Büchlein* *), dem Buchhandel besonders genannt zu werden, und zwar jedes aus einem anderen Grunde. Bei dem Janckeschen Buch ist es die neuartige Form, in der hier sprachliche Belehrung erteilt wird. Iancke widerlegt die landläufige Auffassung, Sprachibllcher müßten un bedingt langweilig sein. Seine Darstellung ist ungemein lebendig und unterhaltend. Es sind keine trockenen, schulmeisterhaften Ab urteilungen, sondern reizende klein« aneinandergereihte Abschnitte, in denen der Verfasser im launigen Plauderton den verschiedensten Sprachsünden zu Leibe rückt. Das Buch belehrt in heiterer Weise, in dem es sich d«s Fehlers selbst bedient, um ihn gänzlich lächerlich zu machen. Der Verfasser nennt die Form seiner Darstellung Glossen, die jedoch nicht bloße Randbemerkungen, sondern zu selbständigen Sprachbetrachtungen ausgewachsen sind. Und gerade die spielerische Darstellung erhöht die Einprägsamkeit dieser kleinen Plaudereien. Der Reigen des »Verbogenen und Krummen« wird eröffnet durch die schauderhafte Umstellung Satzaussage — Satzgegenstand nach »und«, die immer noch im Kaufmannsdeutsch herumspukt. Dann geht Iancke eine lange Reihe von sprachlichen Unarten durch (Modewörter: voll und ganz, hundertprozentig, ganz groß u. a., Unterdrückung des Fürwortes »ich«, abgedroschene Redewendungen in Lebensläufen, miß verständliche Neubildungen wie be-inhalten, Gedankenlosigkeiten wie »furchtbar einfach«, schwankende Fügungsfälle u. v. a.) und betrachtet zum Schluß die Sprache der Buchwerbung, die uns hier besonders nahe angeht. Der Verfasser beklagt dabei den bedauernswerten Wider spruch, der uns in den Verlags-Bücherverzeichnissen oft genug ent gegentritt: einerseits geschmackvollste Ausstattung vieler dieser Heft chen, andererseits plumpe, marktschreierische Anpreisung in immer *) . . . und bitten wir Sie . ... Ernsthafte and heitere Glossen zur deutschen Sprache von Oskar Iancke. Verlag Knorr L Hirt, München 1936. 146 S. 8° Kart. RM 2.50, Leinen RM 3.20. Kampf der Papiersprache! Wege zu gutem Deutsch. Von Arnold Zelle. Mit einem Vorwort von vr. Rudolf Buttmann. Berlin, Carl Heymann 1935. 60 S. 8° RM 1.—. wiederkehrenden Sätzen wie: Dieses Buch muß jeder gelesen haben, der . . ., Man legt das Buch erst aus der Hand, wenn man die letzte Zeile gelesen hat . . ., Eines jener seltenen Bücher, die man in einem Zuge liest, usw. Auch das Büchlein von Zelle will den Leser anleiten, natürlich zu schreiben und alle jene sprachlichen Unarten (Steigerungssucht, Hauptwörterkrankheit, Modewörter, Nachlässigkeiten, Verdrehungen usw.) zu vermeiden, die vor allem für bas Papierdeutsch so bezeichnend sind. Denn es ist eine eigenartige Erscheinung, daß jeder, der sich mündlich sonst sicher und klar ausbrllckt, hölzern und steif im Aus druck wird, sobald er die Feder in die Hand nimmt und sich nun zu beobachten beginnt. Als Folge der Vielschreiberei stellt sich-MUN die Phrase ein. Unter Papiersprache versteht der Verfasser nicht nur das Zei- tungs-, sondern auch bas Behörden- und Gelehrtendeutsch. Sie ist hochtrabend und unpersönlich, ihr wesentliches Merkmal ist: erstarrte Formeln und Redensarten, in denen man ein Zeichen von besonderer Bildung sieht. Besonders wertvoll ist das Buch dadurch, daß es nicht nur ablehnt, sondern auch neue Wege zu gutem Deutsch weist in Ge stalt von »10 Geboten der Papiersprache«, in denen der Verfasser alles zusammenstellt, was zu vermeiden ist, wenn man der Papier sprache nicht verfallen will. Es ist dies: üble Papier-ausdrücke wie diesbezüglich, baldmöglichst u. a., Anhäufung von ung-Hauptwörtern, verblaßte Tätigkeitswörter wie erfolgen, stattfinden u. a., Bevorzugung der Leideform und der umschriebenen Hilfszeitwörter, Satzverschachte lung, Bandwurmwörter, Aküsprache usw. Auch dieses Buch ist völlig frei von aller Schulmeisterei, es geht rücksichtslos und mit beißendem Spott vor, und es ist eine reine Freude, es zu lesen. Den Mschluß des Buches bildet eine geistreiche Unterhaltung über Stilfragen zwischen einem Schriftleiter und seinem Freund. Der Gewinn solcher Bücher ist, daß man sie nicht aus der Hand legt mit dem Gefühl, nun erst recht der Sprache gegenüber befangen zu sein, sondern fortan sich frischer und freier, mit vertieftem Ver ständnis in seiner Sprache bewegen wird. Joh. Weinbender. Buchhändlern wird der Verkauf von Papier untersagt Der Leipziger Buchhändler Gottfried Lebrecht Crusius hatte seinen Laden im »Pauliner Collegio«. Auf Bitten der Studenten hatte er sich neben seinem Buchverkauf auch einen Handel mit »rohem Schreib-, Druck- und anderem Papiere zugelegt«, was den Kramermeistern auf die Dauer nicht verborgen bleiben konnte. Sie beschlossen, Crusius des verbotenen Handels zu überführen, kauften vo-n ihm »des Beweises halber ein Buch fein Papier zu 16 Groschen« und erstatteten Anzeige beim Rate der Stadt, von dem sie ver langten, daß er den Buchhändler in Strafe nehme. Am 11. Juli 1769 erscheint Crusius vor dem Leipziger Rate, wo er zu Protokoll erklärt: »Er gestehet, daß er ein Buch Papier verkaufet habe; es sey aber dergleichen Papier, welches allhier in Leipzig nicht zu be kommen wäre, auch habe er solches zu seinem eigenen Gebrauche anfertigen lassen, auch niemals Handlung damit zu treiben gesuchet, sondern nur dann und wann einem guten Freunde bittweise ein Buch Papier käuflich überlassen, weshalb er nicht glaube, daß er dadurch nach denen Crahmer-Articuln zu beurtheilen sey « Die Herren Kramermeister erklären, baß die von Crusius den Studenten verkauften Papiere bei allen Papierhändlern zu haben seien. So führe der Kramer »Wilhelm! Papiere mit eben diesen Zeichen, nicht allein diese feine Sorte, sondern auch andere schlechtere...« Am 3. August 1769 erscheint Crusius abermals vor dem Rat, der ihm erklärt, daß er für dieses Mal »mit der Strafe verschonet werden solle, vors Künftige aber habe er sich des Verkaufes solchen Papiers bey der in denen Crahmer-Jnnungs-Articuln darauf ge setzten Strafe zu enthalten.« Ohne Widerrede erlegt er die Kosten des Streitverfahrens in Höhe von 2 Talern 4 Groschen. Im Jahre 1784 versuchte der Buchhändler Johann Gottlob Beygang abermals, neben seinen Büchern auch Papiere für die Studenten zu verkaufen. Er hatte wiederholt in der Leipziger Zeitung inseriert, daß in seinem Laden »die verschiedensten Sorten aus ländischer Papiere« zu haben seien, so u. a. »braune holländische Packpapiere, gröbere und mittlere Sorten, feine holländische Zeichen-, Schreibe- und Postpapiere«. Der Rat untersagt ihm diesen Verkauf, und damit hat es sein Bewenden. Der Papierverkauf war damals eben ausschließliches Privileg der Kramer- und Buchbinderinnung. Arno Kapp, Leipzig. Winterhilfsspende des deutschen Buchhandels Aus der Winterhilfsspende des deutschen Buchhandels ist dem Hilfsbund der Deutsch-Österreicher gelegentlich seiner Weihnachtsfeier eine Anzahl Bücher übergeben worden. Auch dort hat die Spende große Freude ausgelöst. Verkehrsnachrichten Warenverkehr mit Rumänien Die rumänische Posdverwaltung hat jetzt mitgeteilt, daß für den Warenverkehr in Postpaketen nach Rumänien die »Internationale Anmeldung für das Zollamt« nicht erforderlich ist. Auch eine Be glaubigung der üblichen Zollinhaltserklärungen durch das Zollamt (am Herkunftsort der Ware) oder eine Grenzzollstelle ist nicht er forderlich. Die Außerkurssetzung der Neichsstlbermünzen Der Reichsminister der Finanzen hat durch Verordnung vom 29. Dezember 1936 die alten 1-Mark-, 1-Reichsmark- und 5-Neichs- mark-Stücke außer Kurs gesetzt. Ab 1. April 1937 gelten sie nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel. In den folgenden drei Monaten, und zwar bis zum 30. Juni 1937 einschließlich, werden diese Münzen von den Reichs- und Landeskassen noch in Zahlung genommen und gegen andere Zahlungsmittel umgewechselt. Ab 1. Juli 1937 hört die Einlösungspflicht auf. Die Münzen haben dann nur noch ihren Metallwert. Die Außerkurssetzung umfaßt alle 1-Mark- und 1-Neichsmark- Slttcke aus Silber und die alten großen 5-Reichsmark-Stücke. Die zur Erinnerung an besondere Begebenheiten geprägten 5-Neichsmark- Stücke sind von der Außerkurssetzung nicht ausgenommen. In Kurs bleiben demnach von den I-Reichsmark-Stücken nur die aus Nein nickel geprägten Münzen und als 5-Reichsmavk-Stücke nur die neuen lleinen 5-Neichsmark-Stücke. Hauptschriftleitcr: Or. Hellmuth Langenbucher. —Stellvertreter des Hauptschrtftletters: Franz Wagner. —Verantw.Anzeigenletter: Walter Herfurth, Leipzig. Verlag: Verlag des Börsen Vereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig. — Anschrift der Schriftlettung und Expedition: Leipzig 6 1, Gerichtsweg 26, Pvstlchlteksach 374/78. — Druck: Ernst Heürtch Nachf., Leipzig 6 1, Hospttalstraste 11a—lg. — DA. 7060/XII. Davon 6660 d. m. Angebotene und Gesuchte Bücher. *1 Zur Zeit ist Preisliste Nr 8 gültigI 40
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