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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.03.1928
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- 1928-03-01
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- 01.03.1928
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X» 52, 1. März 1926. Redaktioneller Teil. hängt farbige Draperie mit einem werbenden Text in großen Let tern. Die beiden Verdecke des Wagens, vor und hinter dem Buche, belebt ein lustiges Völkchen: Gestalten aus der Literatur. Die waren nicht leicht zu wählen. Aus modernen Nomauen und Dramen konnte nichts genommen werden, Menschen im heutigen Zeilkostiim wirken nicht auf einem Faschingswagen. Es mußten also bekannte Gestalten aus der älteren Literatur geholt werden. In feurigem Kostüm tcufelt Mephisto herum, Gretchen tanzt ab und zu mit ihm: Max und Moritz treiben auch hier ihr Unwesen, die fromme Helene freut sich, ohne jede einschränkende Aufsicht zu sein: Winnetou (Kostüm vom Karl May-Verlag gestellt) findet sich vergnügt in diese neue Art des Kriegspfades, Tante Frieda mit ihrer Handtasche — wieder holt aus dem Publikum angerufen — wahrt nach Möglichkeit ihre Würde, aus Ganghofers Romanen hat sich eine Miesbacherin in echtem Kostüm eingestellt, aus dem Lustivoglbuch der Jagadorl: die Musik hat sich in weiblicher Gestalt (natürlich) in einem Phantasie- Kostüm allegorisiert, und der Druckfehler-Teufel beweist durch seine lustige Anwesenheit, daß ohne ihn nicht auszukommen ist. Der Wagen zieht langsam vorüber. Allerlei Zurufe werden von seinem Völkchen lustig beantwortet. Einer nach dem andern dort oben verschwindet in das Innere des Buches, bringt etwas heraus, und aus vollen Händen wirbeln dann — Bierfilzeln (Bierglas- Untersetzer) über die Menge. Großes Begehren ist darnach: »Noch, noch!« Und mit den Bierfilzeln fliegen, als wirklich geflügelte Worte, Buchsprüche in die Menge. Am Schlüsse des Wagens thront als Puppe der Struwwelpeter, von seinen Pflegeeltcrn Mitten und Loening auf Fasching beurlaubt, links und rechts vom Wagen schrei ten Palmianer. in große Duchattrappen gekleidet, der Noman, Ge dichte, das BGB, das Kochbuch. Man darf nicht behaupten, daß alle Zuschauer das heitere Bild des Wagens, dessen Durchführung der »Palm« übernommen und geleistet hat, verstanden haben. Das gilt auch für viele andere Grup pen politischer und kultureller Art. Die Menge, die bei solchen An lässen zusammenläuft, ist zu gemischt. Aus vielen Zurufen konnte man aber entnehmen, daß unser Wagen von allen etwas Belesenen verstanden wurde. Er hat viel Gefallen und Heiterkeit erregt. Ob eine Werbewirkung mit der Teilnahme des Buch- und Musikalien- handels an dem Faschingszug verbunden war, ist nicht ganz sicher und schwer feststellbar. Der Buchhandel kann so starke Wirkungen nicht erzielen wie etwa die Loöcnfirma Frey, die sich von Hagpnbeck fünf Kamele kommen und im Zug, mit Werbetafeln aus den Höckern, mitgehen ließ, von Beduinen geführt (was hätten wir dem an die Seite zu stellen?). Der stilleren Ausmachung, wie sie uns geboten ist, bleibt solche Wirkung versagt. Was geleistet werden konnte, ist geschehen. Daß der Buchhandel sich bei diesem heiteren Anlaß auch gezeigt hat, wird immerhin eine günstige Wirkung gehabt haben. Die gemachten Erfahrungen werden im nächsten Fahre eine nach Möglichkeit noch stärkere Wirkung erreichen lassen. A. Schr. Buchhändlcrverein »Rübezahl« in Breslau. — Oans Moansvolk vom Nübezoahl! Zum bunnte Obend »Lädig und Gemoahl« Do sollt'r kumma ei's »Scholze Lokoal«,,, Uff'n sechsundzwanzigst'n Februar, boal, Schun't um a Scchse, seid's pünktlich amoal. Ihr ward' ja wull' findoa doa kleene Soal, Wu Ihr treibt ansnnsten Witz und Skandoal. Kummt bluß nich' ei'm Froacke, sust is' egoal, Es grißt Eich doas Fruvolk vum Nübezoahl! — und se koamen olle, de »Moansleut'«, jawull und se brauchten oach ihre Perschla und Madla mitte, damit se oach a kleen wing davon säh'n täten. War das ein lustiges Treiben! Ein derartiges Fa- schingsfest hatte unser KOjähriger Rübezahl doch noch nicht erlebt, und unsere Vereinsdamen haben sich selbst übertroffen. Die Damen hatten die Festräume in den Vormittagsstunden in künstlerischer Weise ausgeschmückt, und auf den festlich gedeckten, blumengeschmückten Tafeln brannten Hunderte von Kerzen: die elektrische Beleuchtung wurde während der Kaffeetafel ausgeschaltet, und so machte dies alles schon von vornherein einen sehr festlichen Eindruck. Die Tafeln barsten unter der Menge der von den Vereinsdamen selbst gebackenen Kuchen, Torten, schlesischen Streußelkuchen, Pfannkuchen usw., alles war in Menge vertreten. Die »Moansleute wurden vom Fruvolk« richtig satt gefüttert. Nach einer von Frau Meta Müller, Gattin des 2. Vorsitzenden, ln schlesischem Dialekt verfaßten und von ihr gesprochenen Will kommenrede, die sehr humorvoll war und viel Beifall fand, begann die Kaffeetafel, die aber bald durch einen von Fräulein Gerda Müller formvollendet gesprochenen Prolog unterbrochen wurde, wobei diese dem Vorsitzenden ein nachträgliches Geschenk der Damen zum 60. 242 Stiftungsfest, ein in Pergament gebundenes, von Fräulein Helga Schott, Tochter unseres Mitgliedes, künstlerisch ausgestattetes Gäste buch, ein kunstgewerbliches Prachtstück, überreichte. Nach der Kaffee tafel wurde zunächst ein Biedermeier-Singspiel aufgeführt, und zwar von den Damen Frau Dora Müller, Fräulein Käte Hosfmann, Fräu lein Vera Galla und Fräulein Gerda Müller, die musikalische Lei tung lag in den Händen von Frau Baumann. Eine heitere Szene, das bekannte Hobelbanklied, bei welchem fast alle Prominenten des Rübezahl, von Fräulein Helga Schott in Karikatur auf das Papier geworfen, besungen wurden, schloß sich an. Dann kam ein schlesischer Lichtcrabend (Spinnstube) zur Aufführung. Die Damen Frau Borr- mann, Frau Schaefer, Frau Kanty, Frau Parche, Frl. Golla, Frau Hasse, Frl. Hoffmann und Frl. Nieger, die 3 letztgenannten als Dauernburschen gekleidet, sprachen, sangen und tanzten und flochten in die Gesänge viel »Rübczahlerisches« hinein. Die musikalische Lei tung hatte Frau Dora Müller. Brausender Beifall zwang die- Darsteller zu einer teilweise,, Wiederholung. Als letzte Darbietung kam das immer wieder wirkende Katzenduett, das von Frau Tora Müller und Frau Kantn glänzend dargestellt und ebenso naturgetreu vormiau wurde, am Klavier Frau Baumann. Alle Darbietungen waren erstklassig, und es herrschte nur eine Meinung: ein so glänzend gelungenes Fest mit so vollwertigen nur von den Vereinsdamen ohne fremde Hilfe gebotenen Darbietungen gab es noch nicht in unserem Rübezahl. Fm Ncbensaal wurde während der Pausen und nach dem Vorfübrungen fleißig aetanzt. Am Montag darauf, in den Nach^ mittagstunden, fanden sich die Damen mit Kindern, klein und groß^ beim Täßchen Kaffee und zur Bewältigung der übrig gebliebenen Kuchenberge zusammen. Der Rübezahl hat, wie bei der Begrüßungs rede sehr schön gesagt wurde, seine Launen, aber bei diesem Fest zeigte er sich nur von seiner guten Seite. Carl Müller, 2. Vorsitzender. »Bastei«, Verein jüngerer Buchhändler, Dresden. — Wir laden unsere Mitglieder zur Hauptversammlung am Freitag, dem 2. März^ abends 8 Uhr, im »Löwenbräu«, Moritzstraße, Basteizimmer, ein. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Vorstands wahl. 4. Verschiedenes. Anschließend geselliges Beisammensein. Ferner machen wir unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß unsere Zusammenkünfte jetzt regelmäßig jeden 1. und 3. Freitag im Monat abends 8 Uhr im »Löwenbräu« stattfinden. Wir erwarten recht zahlreichen Besuch. Der Verlag Th. Knaur N a ch f., B e r l i n, stiftete uns eine Anzabl seiner »Romane der Welt«. Wir danken dem Verlag Knaur für diese erfreuliche Vermehrung unserer Bücherei. Am 12. Februar fand im Belvedere, Brtthlsche Terrasse, das 71. Stiftungsfest statt. Schon lange vor 6 Uhr begann sich der karne valistisch geschmückte Saal zu füllen. Das Programm war sehr reich haltig und versprach im voraus vollen Genuß, was es auch über alle Erwartungen hielt. Zuerst betrat Fräulein Frma Schwabe, Opern- sängcrin am Stadttheater zu Tcplitz, mit ihrer Lehrerin, Fräulein Albina Pietsch. .Hochschullehrerin für Gesang, die Bühne. Mit ihrer formvollendeten, wunderbar weichen, klangvollen Altstimme bot Fräu lein Schwabe das Lied der Magdalena »O schöne Fugendtage.« aus »Der Evangelimann« von W. Kienzl, »Liebestreu« von I. Brahms uud »Vergebliches Ständchen« von I. Brahms, wobei sie Fräulein Albina Pietsch am Klavier meisterhaft begleitete. An Stelle des leider er krankten Kollegen Baum, der uns mit Rezitationen erfreuen wollte, war liebenswürdigerweise Fräulein Flse Focken in letzter Stunde noch eiugesprungen und las einige Gedichte von Rainer Maria Rilke, womit sie reichen Beifall erntete. Die »Fröhlichen Lieder zur Laute«, gesungen vom Kollegen Fiedler, hatten vollen Erfolg, und besonders das Lied auf unsere Elbe in sächsischer Mundart fand großen Anklang. Den Schluß des künstlerischen Teils machte das Lustspiel »Sein eigener Vater«, das den Kollegen Fritz Fansen zum dichterischen Vater hat. Die Mitspieler, Fräulein Ilse Focken und die Kollegen Fritz Fansen, Georg Ed. Ernst, Schcllhaß und Theodor Wolfs, leisteten das ihrige und sorgten durch das gute und tempera mentvolle Zusammenspiel dafür, daß die Lachmuskeln der Anwesen den nicht zur Ruhe kamen. Am Schluß wurde der Dichter stürmisch auf die Bühne gerufen und beglückwünscht. Nachdem wieder etwas Ruhe eingekehrt war, ergriff der 1. Vorsitzende, Kollege Kruppa, das Wort zu einer kurzen Begrüßung, wobei er besonders des Herrn Kuhles vom Vorstand des Vereins Dresdner Buchhändler und des Herrn Hayno Focken, des getreuen Ekkehard der Bastei, gedachte. Bald drehte sich alles nach den Klängen des Saxophons, und freudige, ge hobene Feststimmung beherrschte alle Anwesenden. Im Verlauf des Abends dankte der 2. Vorsitzende, Kollege Jänig, mit warmen Wor-
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