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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.01.1938
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- 1938-01-04
- Erscheinungsdatum
- 04.01.1938
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allen Fällen der angebotene Einband der richtigste für ihren Zweck ist. Aber einige werden doch fragen, ob sie in all diesen Fällen rund 1.50 RM zahlen wollen, um den Handeinband da durch zu ersetzen, oder aber, ob sic ein gebundenes Stück brau chen. Obwohl die öffentlichen Bibliotheken vielfach in Aner kennung des guten Verlagseinbandes dazu übergegangen sind, ihn nicht rundweg abzulehnen, haben sic doch oft Grund genug, die Broschur vorzuzichcn und dem Handbuchbindcr Arbeit zu zuweisen. Fast scheint es so, als ob die rückläufigen Ausgaben der wissenschaftlichen Bibliotheken für Einbandzwcckc bei ver mehrten Ausgaben für Bücher (wo die Vcrlagseinbändc natür lich mit erscheinen) auf diese Entwicklung des Lcincubandes zurückzuführen sei. Die soeben im neuen Jahrbuch der deutschen Bibliotheken Z veröffentlichte Statistik für die Jahre 1935—37 gibt die Möglichkeit, ein Bild von dieser Entwicklung zu bekom men. Es betrugen bei den rund 60 wesentlichsten wissenschaft lichen Bibliotheken Deutschlands Im Jahre Ausgaben für Verhältnis Bilchcrkans Bucheinband 1»34/35 2 Mg 874 774 94» 4M: 87,7 1S35/38 2 448 273 758 81» 100:31 1930/37 2 514 447 724 045 199 : 28,7 Da die Summen der Gesamtausgaben zur Summe der Ein bandausgaben der gleichen Bibliotheken in jedem Jahr in Be ziehung gesetzt werden, tut es nichts zur Sache, daß die Sta tistik des Jahrbuches von Jahr zu Jahr mit der Zahl der ein- bezogencn Bibliotheken etwas wechselt (weshalb cs vermutlich unterlassen ist, Aufrechnungen ans Ende der Zahlenreihen zu setzen). Die etwaige Ungenauigkcit wird längst dadurch wcttge- macht, daß nun auch die letzten Bibliotheken dazu übergehen, die Einbandausgabcn nicht mehr mit den Ausgaben für Bücher kauf zu vermengen, sodaß das Verhältnis höchstens noch auf fallender werden könnte. Um so bemerkenswerter aber ist das Ergebnis, als gerade in diesen Jahren die ausländischen Buch- crwcrbungcn stark zurückgegangen sind und als nach wie vor ein noch größerer Hundcrtsatz der Einbandausgaben als bei den Bücherausgaben für laufende Zeitschriften fcstgelegt ist. Die Preußische Staatsbibliothek hat in den letzten beiden Jahren 274 035 und 288 087 RM für Bücher ausgegebcn, davon 143 996 und 130 482 RM für Auslandslitcratur, dazu 129 182 und i l I 546 RM für Einband. Ihre Ausgaben für Zeitschriften und Fortsetzungen betrugen 127 999 und 122 486 RM; der Rück gang ist also nur sehr gering. An den Einbandausgaben der deutschen Bibliotheken seit 1931/35 ist die Deutsche Bücherei mit 79 390, 89 920 und 74 966 RM beteiligt: also auch hier wieder Senkung der Aus gaben, obwohl die Vermehrung nach Bänden von 64 875 auf 68 571 und 85 765 angewachsen ist. Dies diene vor allem als erfreuliches Zeichen, daß die Einlieferung in gebundenem Zu stand an die Deutsche Bücherei offenbar im Wachsen begriffen ist. -) Jg. 28, Leipzig 1937. über den Zahlen sei der Zweck solcher Berechnungen nicht vergessen! Denn schließlich hängt der Zustand einer Bibliothek nicht von den Summen ab, die sic für Einband ausgibt, und das Buchwesen eines Volkes ist nicht darnach zu beurteilen, wie viel es für den Leinenband aufwendet. Ein in der Geschichte der Bibliotheken berühmter Universitäts-Kurator freute sich über die Ausgaben für Einbandreparaturen, weil sie ihm ein Zeichen waren, daß die Bibliothek benützt wurde 4). Das ist nun mit dem Verlagsleinenband freilich etwas anders geworden. Aber ein Kurator solcher Art würde heute wohl gerne alles unter stützen, was sich als überlegte Anwendung der für Einband nötigen Etatmittel erweist. Das heißt in unserem Fall, daß der Leinenband des Verlages in der Bibliothek nur dann seine Be rechtigung hat, wenn Preis und Qualität angemessen sind im Hinblick auf die Aufgabe des Buches in der Bibliothek. Gewiß muß auch das Buch sein Sportdreß haben, wie cs Martha v. Zobeltitz einmal ausdrückte °), aber was tut ein Bergsteiger im Tcnnisanzug? Es soll etwas sinnvoller mit dem Wesen des Lcincubandes umgegangen werden: es soll nicht eine Mode zum Diktator werden, dem sich der Büchcrkäufcr zu fügen hat. Jedes Buch soll uns in dem Kleid begegnen, in dem wir mit ihm umgehen möchten — oder es soll so zu uns kommen, daß wir cs nach unserem Wunsch kleiden. Vor kurzem erschien ein 37 Bogen starkes Buch, das in Wechselheftung von Hand ohne Bünde geheftet, mit Leinwandrücken beklebt, in steifen Umschlag gehängt und beschnitten war. Was soll ein solcher Oktavband, der nicht Broschur, nicht Dauercinband ist? Und die gleiche Ver arbeitung hat ihren vollen Sinn bei einem Foliowcrk mit vie len Bildern, das auch in broschiertem Zustand besonderen Schutzes bedarf. Vielleicht gehört dazu auch eine Klärung der Einbandbc- zeichnungen. Daß broschiert und geheftet etwa gleichbedeutend ist, wird vorausgesetzt werden dürfen: aber schon steifbroschicrt und kartoniert sind Begriffe, die zur Verwirrung führen. Wenn aber erst auf den Buchkartcn steht: Geschenk-Kaschurband — was soll sich der Käufer (ich glaube fast auch: der Buchhändler) denken? Ich konnte mir nicht eher ein genügendes Bild von die sem Einband machen, als bis ich ihn in der Hand hatte und mich überzeugen konnte, daß es eine einfache Steifbroschur mit ankaschierten weißen Vorsatzblättern war! Und warum scheut man sich noch so oft, den »Leinenband« etwas näher zu bezeich nen? Bei den Erzeugnissen der fünfzig Verleger fand ich ein - nial die Angabe »Ballonleinen«. Bon Zellwolle war nicht die Rede; in der Festschrift »Hundert Jahre Mechanische Baum- woll-Spinnerei und -Weberei Augsburg« (1937) erwähnt der Herausgeber Otto Lindcnmeyer mit berechtigtem Stolz, daß der Einband Zellwollgewebe eben dieser Fabrik ist. Das deutsche Buch verdient es wirklich, daß man auch auf seinen Einband die Aufmerksamkeit des Lesers lenkt! Geschichte der Göttinger Universitäts-Bibliothek, 1937, S. 14». °) Die H-stlad-, Jg. 1, H. » (1924s, S. 143. Berechtigungsausweise zum Einzelhandel mit Zeitungen und Zeitschriften Mitteilung der Fachschaft des deutschen Zeitungs« und Zeitschrifteu-Einzelhandels (BerlinW 62, Keithstr. 511) In der Nr. 109 vom 15. Mai 1937 des Börsenblattes ist nochmals eingehend darauf hingewiesen worden, daß alle Ange hörigen der Gruppe Buchhandel in der Reichsschrifttumskammcr über einen gültigen Bercchtigungsausweis der Fachschaft des deutschen Zeitungs- und Zeitschrifteu-Einzelhandels verfügen müssen, sofern ein Einzelhandel mit Zeitungen oder Zeitschriften nusgeübt wird. Ein solcher Ausweis wird jeweils für die Dauer eines Ge schäftsjahres unter Erhebung einer jährlichen Verwaltungsgc- bühr ausgestellt. Es muß also zum wiederholten Male dar auf hingewiesen werden, daß die auf Grund einer Mitgliedschaft bei der Gruppe Buchhan del erteilten Ausweise nur für den Buch ver trieb gelten und somit nicht zum Einzelhandel von Zeitungen oder Zeitschriften berechtigen. Erfreulicherweise sind der in dem eingangs erwähnten Hin weis enthaltenen Aufforderung eine ganze Anzahl Buchhand lungen, soweit sie sich mit dem Vertrieb von periodischen Druck schriften befassen, nachgekommen. In vielen Fällen ist jedoch diese Verpflichtung bis heute noch nicht beachtet worden, sodaß infolge Unterlassung der An meldung ein gültiger Bercchtigungsausweis nicht erteilt werden konnte. Es muß daher damit gerechnet werden, daß solchen Firmen in Zukunft Schwierigkeiten bei der Belieferung entstehen, sofern nicht umgehend das Versäumte nachgeholt wird. Nr. 2 Dienstag, den 4. Januar 1S38 7
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