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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.04.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-04-12
- Erscheinungsdatum
- 12.04.1911
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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85, 12. April 1S11. Amtlicher Teil. ««rsenllatt,. d. Dtichn. »Uchhan»-I. 4569 sich durch Versicherungen Rechte erkaufen zu wollen und das Prinzip der zu erbittenden Unterstützungen zu miß billigen. Hier antwortet zunächst die Denkschrift von 1854, diese Gedankengänge um fünfzig Jahre vorempfindend: -Ausdrücklich-, sagt sie, -ist in verschiedenen Einleitungen zu den Statuten hervorgehoben worden, daß George Gropius die Idee des Bürgerrettungs - Instituts vor geschwebt habe, also eines Instituts, das nicht bloß not dürftiges Almosen gewährt, sondern darauf ausgeht, die durch dasselbe Unterstützten einer achtbaren bürgerlichen Stellung wieder zuzuführen. Dieser Idee entspricht denn auch die Bestimmung in unserm Statut, welche den Empfänger von Unterstützungen verpflichtet, solche an den Verein zurück zuzahlen, sobald er in eine bessere Lage kommt. Der Verein ist somit von vornherein bestrebt gewesen, auch dem Empfänger seiner Wohltaten große Verpflichtungen aufzuiegen. Es fragt sich, ob es nicht dem Geiste unserer Zeit (des Jahres 1854) angemessen erscheint, diese Gegen seitigkeit von Verpflichtungen und Leistungen stärker hervor zuheben, als bisher; der Verein würde sich unserer Ansicht nach dadurch mehr und mehr von dem Charakter eines bloßen Armen - Unterstützungsvereins entfernen, ohne doch den eines Humanitäts-Vereins einzubüßen.- Und nun schlägt die Denkschrift, wie wir sahen, vor, die Wohltaten des Vereins, wenigstens in gewisser Beziehung, davon abhängig zu machen, ob ein Petent dem Verein angehöct hat oder nicht. Die dauernde Vernachlässigung des Beitritts müsse, wie wir bereits hörten, doch mindestens eine Gefahr mit sich bringen und dafür den einer Unterstützung Be dürftigen das Bewußtsein gegeben werden: »wir bekommen von unseren Genossen kein Almosen, sondern wir haben, so lange wir konnten, auch redlich beigetragen, den von un erwartetem Unglück betroffenen Gliedern zu helfen; jetzt sind wir es, denen die Wohltat einer solchen brüderlichen Ver einigung zustatten kommt-. So ist dem prinzipiellen Einmand der Gegenwart schon Rechnung getragen worden, lange bevor er mit der heutigen Akzentuierung erhoben wurde. Einen ersahrungsmäßigen Einwand aber, daß sich der Unterstützungs-Verein neben der gesetzlichen Fürsorge erübrige, beantwortet unzweideutig seine stets steigende Inanspruchnahme. Denn in der Tat: der Unterstützungs-Verein bietet für den Bedürftigen etwas, was keine staatliche oder sonstige Versicherungsfürsorge zu leisten vermag. Ein Versicherungsinstitut, das jedem Mitglied zahlungspflichtig ist, muß dies notwendig von vorher erhobenen entsprechend hohen Beiträgen abhängig machen; wir dagegen erkaufen mit einem ganz geringfügigen Beitrag, den jeder von uns entsprechend seiner Lebenslage gewährt, die Möglichkeit, demjenigen der Unseren, der besten bedarf, in einer Weise zu helfen, die ganz außer Verhältnis zur Höhe der von ihm gezahlten kleinen Beiträge steht. Nennen Sie es eine »Versicherung auf Gegenseitigkeit«. Nur vergessen Sie dabei nicht den Einschlag der Kollegialität. Sie ist es, die unserm Werk die Weihe gibt; ihr allein ver danken wir das lichte Bild unserer bisherigen Entwicklung. Um ihretwillen versagen Sie, wenn Sie auch für sich selbst, für Weib und Kind fest entschlossen sind, selbst in Tagen der Not die Gegenseitigkeitshilfe nicht in Anspruch zu nehmen, die leicht zu leistende Hilfe eines Mitgliedsbcitrages zugunsten derer nicht, die nun einmal tatsächlich ihrer bedürfen. Wir bitten warm, es möchten doch alle es als bedrückendes Ge fühl empfinden, fernzustehen, wo andere zu kollegialer Hilfe vereinigt sind; möchten sie alle, Prinzipale wie Gehilfen, nicht länger die Freude entbehren wollen, an unserem schönen Hilsswerk beteiligt zu sein! Haben wir zurzeit auch die höchste Milgliederzahl früherer Jahre überschritten, so ist doch Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 78. Jahrgang. die Beteiligung der Prinzipale weit zurückgeblieben hinter der Entwicklung des Börsenvereins. 1861 und 1886 hatten wir mehr Prinzipalsmitglieder als dieser, und heute zählt der Börsenverein 3456 Mitglieder, wir aber nur 2104 Prinzipale?) Unser aller Aufgabe ist es, die fehlenden zu gewinnen! Denn es darf nicht verloren gehen, daß die Zugehörigkeit zum Unterstützungs-Verein eine stolze Selbst verständlichkeit für jeden standesbewußten deutschen Buch händler istl Die Einnahmen des Vereins beliefen sich im ersten Vierteljahrhundert auf 135 671.75 „ zweiten „ „ 1 012 954.47 „ „ dritten „ „ 2 061 860.13 „ insgesamt 3 210 486.35 ^.'*) Unser Vermögen betrug Ende 1860 12 097 Taler IS Silbergroschen oder 36 292 ^ 50 H; nach fünfundzwanzig Jahren war es auf 281 035 73 H gewachsen und mit Abschluß des letzten Vereinsjahres hatte es die stattliche Höhe von 818 814 54 H erlangt. Dies verdanken wir den größeren Stiftungen und Einzel gaben, die wir im letzten Vierteljahrhundert in Höhe von mehr als einer halben Million Mark erhielten. Überhaupt sind es diese, die uns angesichts der unzureichenden Mit glieder- und Zinserträge in die Möglichkeit versetzten, in jedem Jahr die reiche Summe auszugeben, mit der wir unseren Bedrängten beispringen konnten; und gerade in diesen Einzelgaben zeigt sich so recht, wie treu und warm die Kollegenschaft zu dem Unterstützungs-Verein steht. Versammlungen und Feste bildeten stets den freundlichen Anlaß, seiner zu gedenken, und wo diese althergebrachte edle Buchhändlersttte in Vergessenheit geraten, bitten wir herzlich, daß sie wieder zu neuem Leben erweckt wird. Ist doch gerade die Stunde solchen Zusammenseins mit Berufs genossen der Augenblick, wo die Herzen sich erwärmen für unsere Sache und wo die Werbung zum Eintritt in den Verein auf guten Boden fällt. Jubiläen jeglicher Art und häusliche Feste des Dankes oder Tage des Kummers waren es allezeit, welche uns Liebes- opfer zuführten. Einmal heißt es z. B.: »1000 Mark von einem, der vor 50 Jahren in den Buchhandel trat und diesen Tag für sich in aller Stille zu einem Festtag durch diese kleine Gabe machen möchte», dann »von einem, der nun seit einem halben Jahrhundert dem Buchhandel an gehört und darin zwar nicht reich, aber auch nicht arm ge worden ist-, -1L00 Mark an den- Tage, an dem sich mir vor SO Jahren der ehren-, aber auch so mühevolle Beruf eines Buchhändlers erösfnete«. Im Februar 1888 lesen wir: >1000 Mark, gerettet aus der großen Schneeverwehung in der Potsdamer Straße». Ein anderer Kollege spendet 500 beim Erscheinen einer fünfzigsten Auflage. Die »Fliegenden *) Die Mitgliederzahl der Prinzipale betrug beim SSjährigen Jubiläum S73, beim sojährigen Jubiläum 1700 und stieg bis aus 2055 im Jahre 1805. Dann ging sie auf 1710 zurück, um 1910 wieder auf 1801 zu steigen. Die Mitgliederzahl der Gehilfen war beim 25jährigen Jubiläum 623, beim 50jährigen 882, stieg auf I3S« im Jahre 1800 und sank bis 1007 aus 1080. Für 1010 hob sie sich wieder aus 1502. Wir hatten also vor 50 Jahren 1596 Beitrag zahlende Mitglieder, vor 25 Jahren 2672 und heute 3403 Dazu kommen 113 immerwährende und lebenslängliche Mitglieder, die ihren Beitrag ablösten; und 279 Verstorbene führen wir in der Liste der immerwährenden Mitglieder weiter. **j Die laufenden Einnahmen und kleineren Geschenke be trugen: 1850 : 4186 69 1880: 44981 4t 99 1900: 61652 4t 47 1860: 14702 85 -ft 1880: 54098 .«t 87 -ft l9I0: 76767 86 -ft 1870: 28072 4t 61 594
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