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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.04.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-04-12
- Erscheinungsdatum
- 12.04.1911
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- Deutsch
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^ 85, 12, April 1911, Amtlicher Teil, Börsenblatt s ö Dtschn. Buchhandel 4567 George Gropius aber wurde vom Börsenverein 25 Jahre nach seinem Heimgang durch eine Votiviafel im Saale der Buchhändlerbörse geehrt. Die 1861er Satzungsänderung hatte dem Verein, der als »Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Buchhändler in Deutschland» gegründet war'), seinen gegenwärtigen Namen gegeben, sie hatte auch auf Veranlassung von C, H, Jonas das Institut der immerwährenden Mitgliedschaft eingerichtet. Gleich ini Mai 1862 erschienen zwei Aufrufe des neuen Vorstandes, Der eine gab die erste Liste von dreizehn immerwährenden Mitgliedern, der andere wendete sich an die Nichtmitglieder und erklärtes »erst wenn jeder deutsche Buchhändler zu den Unseren gehört, ist unser Verein voll zählig». — Wo große Ereignisse große Not brachten, war der UilterstützungS-Verein jedesmal mit schneller Hilfe auf dem Plan, So war es 1842 bei dem Brand von Hamburg, so war cs auch, als 1870 das Volk in Waffen stand. Jenes Mal hatte man alsbald nach Bekanntwerden der Unglücks botschaft 100 Taler vom Verein nebst 50 Talern von der Buchhändler-Gesellschaft an die Buchhandlungsgehilfen von Hamburg geschickt,") Im Juli 1870 aber sagt der Aufruf im Börsenblatt, »daß wir mit der größten Liebe und Treue suchen werden, gerade jetzt helfend Kranken und Ver wundeten, Hinterbliebenen, Witwen und Waisen zur Seite zu treten-. Wie hätte es anders sein können, als daß gleich der erste Appell die reiche Summe von 1683 Talern ergab, der auch später noch große Geschenke folgten! Die Wogen der Begeisterung schlugen aber auch hinüber über die Grenzen des Reichs; der »Buchfink» in Wien brachte volle 300 Gulden zusammen, und selbst übers Meer kam die Hilfe. Aus New Jork schrieb Ernst Steiger, der schon vor Erscheinen des Aufrufs 100 Taler gesandt hatte und nun noch einmal 300 schickte: »gern will ich persönlich jetzt für diejenigen sparen und arbeiten, welche für mein teures Vaterland ihr Leben eingesetzt haben, - — Nach 32'/»jähriger Tätigkeit (ungerechnet die Zeit der Vorbereitung) scheidet 1871 G, W, F, Müller ans dem Vor stand, Julius Springer, dem die Sorge für den Unter stützungs-Verein längst zur Lieblingsarbeit geworden ist, über nimmt den Vorsitz, Ihm folgen 1877 Wilhelm Hertz und 1894 bis zum 4, Oktober 1907 Elwin Paetel, Ihre Mit arbeiter sind Carl Röstell, Hermann Hoefer und Eduard Eggers, von 1893 ab Max Winckelmann, der bereits elf Jahre dem Rechnungsausschuß angehört hatte, ferner Oswald Seehagen, vr, Konrad Weidling, Wilhelm Gronau, August Herbig, Rudolf Hofmann und Max Schotte,"') Verfolgen wir die letzten vierzig Jahre weiter, so finden wir im Jahre 1876 einen solchen Notstand, daß nur noch zwanzig Mark verfügbar in der Kasse sind. Aber reichlich ') Bereits von I8S7 ab hieß er «Verein zur Unterstützung bilssbedllrstiger deutscher Buchhändler und Buchhandlungsgehilsen und ihrer Witwen und Waisen«, Die Unterstützung durch den Buchhandel ward so reich, das; die Hamburger Buchhändler 1861 einen Restbetrag von 500 Talern an den Unterstützungs-Verein zurückschenkten und mit 267 Talern die Hamburger Buchdrucker unterstützten, '"> Bo» den zwanzig Männern, die vor dem gegenwärtigen Vorstand die Geschäfte führten, war es sechs vergönnt, dem Ver ein über 20 Jahre ihre Kräfte zu widmen: G, W, F, Müller 32'/», bez, mit der Vorbereitungszeit 3S Jahre, Wilh, Hertz 27'/,, Beruh Brigl LK-/„ Elw, Paetel 26>/„ E, S, Mittler 23'/- bez, 26, und Herm, Hoeser 2«p/, Jahre, Sechs legten wegen hohen Alters das Amt nieder, und neun hielten darin aus, bis sie durch den Tod abgerufen wurden: G, Gropius, Th, Ehr, Fr, Enslin, Jul, Springer, Bernh, Brigl, Carl Röstell, Osw, Seehagen, Wilh, Gronau, Elwin Paetel, Aug, Herbig, fließen auch diesmal wieder die Mittel, 14 554 kommen ein, und ein ehemaliger Gehilfe, der sich noch gern seiner früheren Wirksamkeit im Buchhandel erinnere, errichtet die Gustav Dittrich-Stiftung, Das fünfzigjährige Jubiläum sehen wir 1886 in großer Feier begangen; namens des Börsenvereins überreicht dabei Adolf Kröner den Ertrag einer Sammlung in Höhe von 37 852 -O, Aber obwohl hiervon 17 852 ^ dem Beweglichen Fonds zufließen, zeigt 1891 wieder eine solche Ebbe in den laufenden Mitteln, daß vor Jahresschluß volle Trockenheit droht; und abermals gewährt der deutsche Buchhandel in alter Treue 12 265 -A, Die Fürsorge für den Beweglichen Fonds verlangt »ach dieser Erfahrung 1893 noch einmal eine Statutenänderung, und in Elwin Paetels Zeit fällt dann 1904 die Anerkennung des Vereins als milde Stiftung, die ihm die gesetzliche Ver günstigung für Stempel- und Erbschaftssteuern usw, gewähr leistet. Damit ist die innere Entwicklung ihrem heutigen Stande zugeführt. Zur Darstellung dieser inneren Entwicklung bleibt noch nachzutragen, daß fortdauernde Unterstützungen zunächst ausgeschlossen waren. Mit den Parzellen des Börsenvereins warden sie eingeleitet, und erst seit dem Statut von 1861 haben wir mit den eigentlichen fortlaufenden Unterstützungen zu rechnen, die längst schon über dreioiertel der gesamten Unterstützungssumme ausmachen, Ihre Vergebung wird von Jahr zu Jahr erneuert. Die Bestimmungen über den Eisernen Fonds, jetzt Reservefonds genannt, waren, je nach den Ansprüchen an die laufende Kasse, vielfachen Änderungen unterworfen. Ur sprünglich wurde er mit einem Fünftel der laufenden Bei träge dotiert,') Die Grenze, innerhalb deren jemand als Buchhändler unterstützt werden könne, war ebenfalls zu allen Zeiten Gegen- stand der Erörterung, bis sie in der Fassung unserer gegen wärtigen Satzungen ihren Abschluß fand. Aus der ersten Zeit sehen wir, daß man Beiträge in vorher bestimmter Höhe auch in Verlagswerken empfing. Der Kassierer besorgte den Verkauf, und das erste Statut besagt darüber: »Der übliche Rabatt ist für den Verkäufer bestimmt, um einesteils die Spesen zu decken, anderseits, um ihn der Versuchung zu überheben, dem eigenen Lager- Exemplar beim Verkauf den Vorzug zu geben,< Bis 1870 dehnen sich, immer vereinzelter werdend, die sogenannten Verlagsangebote aus, und begreiflicherweise ist auch mancher lei dabei, das der Verein nicht aufnehmen kann. So offeriert in den ersten Jahren eine Firma 1000 bis 2000 Stück eines Heilmittels, schon fertig gepackt und gesiegelt, »obgleich ihr damit ein Stein in den Garten geworfen wird». Vorher ') Die einmaligen Geschenke gehörten dem Reservefonds zu nächst ganz; I8S1 wird eine Ausnahme für diejenigen gemacht, die der Geber »zur vollen Verwendung« bestimmt; 186t wird diese aus alle Geschenke ausgedehnt, die 60 Tater nicht über schreiten; seit 1893 aber fallen die Geschenke sämtlich dem be- weglichen Fonds zu, soweit sie nicht 500-4: überschreiten oder vom Geber ausdrücklich sür den Reservefonds bestimmt sind. Dem beweglichen gehören auch die Zinsen des Reservefonds, Vorrecht des Reservefonds aber sind seit Anbeginn die zurück gezahlten Unterstützungen; von I85t bis 1893 sielen ihm auch die größeren Beiträge, mit denen sich ein Mitglied aus Lebenszeit ablöste, zu und von I8SI bis I8SI die etwa unverwendeten Jahresüberschüsse des Beweglichen Fonds, Bis 1861 war in Aus sicht genommen, daß der Eiserne Fonds bis zur Höhe V0N500V Talern angesammelt werden sollte. Er beträgt heute inkl. der Stiftungen 787 882 47 b«3»
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