Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.12.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-12-12
- Erscheinungsdatum
- 12.12.1936
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19361212
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193612120
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19361212
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1936
- Monat1936-12
- Tag1936-12-12
- Monat1936-12
- Jahr1936
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
I. Dezember 1338 » Nr. 3^1 » Seite 1l Weltmanns Werk -er sflnthropologie Woltmanns Werk. 3 Bände. Bearbeitet und heranegegeben von Prof. Dr. Otto Reche. Ver lag Justus Dörner, Leipzig 1936. 1. Band: Politische Anthropologie, Preis geh. 10,— RM., Leinen 13,— RM. 2. Band: Die Germanen und die Renaissance in Italien, geh. 9,— RM.. Leinen 10,60 RM. 3. Band: Die Germanen in Frankreich, geh. 6,— RM., Leinen 7,-10 RM. Alle drei Bände zusammen in Kassette geh. 25, - NM., Leinen 30,— RM. Band 2 und 3 mit zahlreichen Abbildungen. Wenn man diese Bücher aus der Hand legt, dann wundert man sich, dag einem großen Teil unseres Volkes die lebenswichtige Bedeu tung der Nassenfrage erst durch die Nürnberger Gesetze zum Bewußtsein kam. Denn was Möll mann hier um die Jahrhundertwende schrieb, ist nichts weniger als die wissenschaftliche Be gründung der Rassetheorie. Der junge Arzt und Naturforscher, der sich gutgläubig zunächst ins sozialdemokratische Lager verirrt hatte, wollte, von dorther beeindruckt, ursprünglich das Gegenteil von dem beweisen, was er schließ lich fand. Da er aber ein ehrlicher wissenschaft licher Arbeiter war. machte er sich mit Feuer eifer daran, den neuen Begriff „Rasse", dessen wissenschaftliche Solidität bis dahin mehr er ahnt als erwiesen war. sicher zu begründen und vor allem auf seine Verläßlichkeit hin zu er proben. Dazu mußte er neue Wege beschreiten. Er hüngte seinen Arztberuf an den Nagel, um sich der neuen Aufgabe ungehindert widmen zu können. Der ungeheure Fleiß, mit dem er seine an thropologischen Untersuchungen vor allem in Italien und Frankreich durchgeführt hat, ließ ihn immer klarer erkennen, daß die Rassen Dauertypen sind und den äußeren Umweltein flüssen kraft ihrer ererbten Energie wider stehen. Diese Beständigkeit der Rassenmerkmale ist natürlich nur eine bedingte und gilt nur für geschichtliche Zeiten, während innerhalb biolo gischer Perioden das große Gesetz der Entwick lung Gültigkeit behält. Aber seit der Eiszeit müssen die Menschenrassen in ihren wesentlichen Merkmalen als konstante Typen angesehen und als solche in die Tafeln der Geschichte ein getragen werden. Woltmann, den ein tragi scher zu früher Tod sein Werk nicht vollständig zu Ende führen und vor allem nicht verteidigen ließ, kommt schon vor 30 Jahren zu der Forde rung, daß unsere Geschichtsauffassung und ge samte Geschichtsschreibung völlig umgebaut werden müsse, und zwar unter Zugrundelegung des Rassebegriffs. Die Untersuchung der von der bisherigen Geschichtswissenschaft nicht ge stellten, geschweige denn beantworteten Frage: Was ist aus den Germanen der Völkerwande rung geworden? läßt ihn beweisen, was bis zu. ihm nur vermutet und ausgesprochen wurde, nämlich die ungeheure Bedeutung der nordi schen Rasse für die abendländischen Kulturen. Die Beweisführung im Italien- und im Frank reichbuch ist unbedingt zwingend und durch um fangreiches Tatsachenmaterial erhärtet. Woltmann beschränkt sich aber nicht auf historische Untersuchungen. Er erkannte die Ge fahren, die den menschlichen Rassen in ihrer historischen Entwicklung drohen. Deswegen ver fiel er aber keinem Kulturpessimismus (wie etwa später Spengler). Vielmehr legte er selbst >den Weg zum schöpferischen Aufbau frei, indem er die Mittel angab, mit denen diesen Gefahren begegnet werden kann: Rassenhygiene und Nassenpolitik. Am Schluß der „Politischen An thropologie" stellt er die Forderung auf. „den gesunden und edlen Bestand des gegenwärtigen Geschlechts durch rassenhygienische und rassen politische Maßnahmen zu schützen. Die aufs höchste gesteigerte intellektuelle und technische Entfaltung der Rassenanlagen muß durch eine physiologische Rassenzüchtung ergänzt und fun- damentiert werden. Die zunehmende erbliche Entartung in allen Kreisen des Volkes infolge Mangel an physischer Auslese bedarf einer ent schiedenen sozialen Korrektur. Ein neues Ge wissen über die Pflichten der Gattenwohl und der Elternschaft ist ernsthaft zu erziehen; es muß zum Bewußtsein gebracht werden, daß es eines der größten Verbrechen ist, voraussichtlich kranke Kinder in die Welt zu setzen. Jenen Teil der humanen Gesittung haben wir auf rechtzuerhalten. daß wir zwar den einzelnen Schwachen, Kranken und Entarteten menschen würdige Hilfe zukommen lasten, aber an ihrer Fortpflanzung sollten sie durch Sitte, öffentliche Meinung und nötigenfalls durch Gesetz verhin dert werden". Und weiter heißt es: „Diejenige Nation leistet am meisten, welche den größeren Teil der Raste in einfachen und gesunden Le- bensverhältnissen schont und nur langsam und nach Bedarf ihre Talente aufsteigen läßt, so daß im Dauern- und Arbeiterstand ein unversieg barer Quell geschonter Kräfte und Begabungen reserviert bleibt." * Der nationalsozialistische Leser fragt sich, wie es möglich war, daß ein solches Werk fast völlig der Vergessenheit anheimfallen konnte; er fragt eine ganze Generation, warum sie es zuließ, daß durch eine absichtlich fehlgehende und übel wollende Kritik für uns lebenswichtige Dinge systematisch verschüttet wurden. Die Neuaus gabe wird da einer doppelten Aufgabe gerecht: erstens jene mahnende Frage zu erheben, und zweitens durch die historische Stellung des Wer kes manchem das Verstehen der Rastetheorie und ihrer notwendigen Folgerungen leichter zu machen, Lrnst kau!.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder