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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.09.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-09-12
- Erscheinungsdatum
- 12.09.1936
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel fördert oder gehemmt werden könne. Der Typograph sei in vielen Fragen abhängig von seinen Mitarbeitern, er müsse deshalb auch wissen, was er von jedem einzelnen Mitarbeiter verlangen könne. Der Redner stellte dann die Beziehung des Typographen zu den verschiedenen Mitarbeitern heraus, zum Verleger, Schriftleiter, Anzeigenleiter, Graphiker und endlich zum Drucker. An Hand zahlreicher Lichtbilder demonstrierte der Redner besonders die ästhetischen Gesichtspunkte, die den Typographen bei seiner Arbeit leiten müssen. Prof. Menz hatte zu Beginn des Abends die Arbeitsziele der Abteilung für Wirtschaftsjournalismus skizziert. Die vielfältige Arbeit, die von der Presse geleistet werde, strahle auf alle Gebiete aus. Es liege im Interesse des Kaufmanns, sich mit der Presse bekannt zu machen und sich ihrer zu bedienen. Das Seminar wurde im letzten Semester von zwölf Mit gliedern, darunter drei weiblichen, besucht. Fünf Mitglieder ge hörten dem Seminar im ersten, zwei im zweiten und fünf im dritten Semester oder länger an. Im Sommer-Semester wurden neben den Seminarübungen folgende Vorlesungen gehalten: 1. Buchhandelsbetriebslehre II: Vertrieb (Sortimentsbuch handel); 2. Presse, Werbe- und Nachrichtenwesen; 3. Die Stände der Reichskulturkammer (publice). Im kommenden Winter-Semester wird Herr Prof. vr. Menz lesen: 1. Vorbildliche Verleger-Persönlichkeiten und ihre Unterneh mungen (zweistündig); 2. Die Zeitschrift und die auf sie einwirkenden Kräfte (ein- stündig). Das Seminar für Buchhandelsbetriebslehre wird seine Übungen wie bisher Freitags in der Zeit von 19—21 Uhr ab halten. Die Ankündigung über den Beginn der Vorlesungen und der Übung wird rechtzeitig im Börsenblatt erscheinen. Das Seminar (Leipzig C 1, Ritterstraße 6—lO) erteilt jederzeit gern Auskunft über Studicnangelegenheiten. Das Merkblatt über das Studium der Buchhandelsbctriebslehre sowie das Verzeichnis der Seminar arbeiten, soweit sie in Maschinenschrift vorliegen, werden auf Wunsch zugcsandt. Diese Arbeiten selbst werden gegen Rückerstat tung der überscndungsgebühren ausgeliehen. Vorlesungsver zeichnis, Prüflings-, Promotions- und Gebührenordnung können durch das Sekretariat der Handels-Hochschule Leipzig, C 1, Ritter straße 6—10, bezogen werden. De. U. Amziehen oder — nicht? Unter den vielen Gründen, die ein Buchhändler für den Um zug haben kann, ist fast immer ausschlaggebend die geschäftliche Lage des alten oder neuen Ladens. Es wäre also sehr genau zu überlegen, worauf denn eigentlich der geschäftliche Wert einer Lage beruht. Er ist nämlich überall heute Schwankungen unter worfen, und es wäre sehr abwegig, wenn man vielleicht in der ungewöhnlich hohen Miete oder Pacht eine Art Rückversicherung für die gute Lage des Ladens sehen wollte. Die sogenannte »zentrale Lage- ist sowieso nicht mehr das ausschließliche Ideal. Die unabhängigeren Verkehrsmittel, auch einige moderne Werbemittel, tragen dazu bei, die Ent fernung vom Stadtkern auszugleichen und zwar in wirtschaft licher Weise, weil der Inhaber solcher Räume ja nur die Erspar nisse an Miete für Werbezwecke auszugeben braucht. Wobei man unter Werbezweck nicht durchaus nur Inserieren oder Dekorieren, sondern z. B. auch eine bessere Ausstattung des Ladens verstehen kann. Es läßt sich nicht leugnen, daß ein halbes Dutzend moderni sierter Läden auch der düstersten Vorstadtstraße einen erhöhen Ge schäftswelt verleihen. Bei dem heutigen Angebot an Räumen sollte sich allerdings auch der gut untergebrachte Buchhändler einmal überlegen, ob er die billige Lage zuzüglich Wcrbekosten der guten Lage mit verringerten Werbekosten dauernd und ohne Nachteil vorziehen kann, oder ob er nicht doch besser die Werbclosten für eine höhere Miete aufwenden soll. Für eine Buchhandlung von besonderem Ruf ist die gute Lage nicht immer unbedingt nötig. Die Kundschaft wird sich in einem solchen Fall auch einen weiteren Weg zumuten, um zu dem Buchhändler zu gelangen, auf den sie eingeschworen ist. Und doch wird kein Buchhändler freiwillig auf die L a u f k u n d s ch a f t verzichten, denn er hat es immer in der Hand, Stammkundschaft aus ihr zu machen. Laufpublikum ist freilich nicht immer Kauf publikum. Es muß also stets beachtet werden, welches Publikum vorübergeht und warum cs gerade hier vorübergeht. Auch die Nachbarschaft fällt demnach sehr ins Gewicht. Die Lage kann an und für sich gut sein, aber ein ebenbürtiger Konkurrent in der Nähe entzieht zweifellos Kunden. Und doch Paßt gerade der Buchhändler eher zwischen gleiche oder ähnliche Geschäfte, als etwa zwischen Haushaltwaren oder Lebensmittel- Handlungen. Bücherkäufer suchen und lieben immer eine be stimmte, geistige Atmosphäre, wo Buchhändler, Kunsthändler, Kunstgewerbler usw. sozusagen unter sich sind. Die denkbare Umsatz- einbuße wird oft vollkommen ausgeglichen durch die Belebung, die sich aus der Vergleichslust der Kundschaft ergibt und durch den Umstand, daß sich durch das Nebeneinander von zwei, drei einschlägigen Läden beim Publikum die Vorstellung von einer »Buchhändler-Straße« festsetzt, eine Vorstellung, deren geschlossene Werbe- und Anziehungskraft besonders auch auf Pro vinzkundschaft erfahrungsgemäß jedem einzelnen der betreffenden Geschäfte zugute kommt. Außerdem sollte es in unserem heutigen Deutschland nicht allzu schwer sein, daß sich diese zwei, drei Kolle gen über ihr gesondertes Arbeitsgebiet soweit verständigen, daß sie sich durch die enge Nachbarschaft gegenseitig leinen Schaden zusügen. Man sollte überhaupt die Nachbarschaft nicht immer nur eng herzig auf den denkbaren Schaden hin ansehen, sondern auch das Einigende und Verbindende, kurzum die Interessen- und Lebensgemeinschaft der Berufe und darüber hinaus der ganzen Straße hervorheben. Es fehlt ja nicht an Aufgaben, die auch hier nur durch Zusammenarbeiten gelöst werden können. Man denke nur an die '»Verkehrsordnungen», die das Gesicht einer Straße oft über Nacht einschneidend verändern. Es ist für links gelegene Läden einer Straße nicht gleichgültig, wenn nur ein seitiger Verkehr gestattet ist. Es macht sich sehr bemerkbar, wenn etwa eine neue Autobuslinie in einer Stunde viele Hunderte von Fußgängern der Straße entzieht, die früher an den Schaufenstern dieser Straße vorbeibummelten. Und es wirkt nicht gerade empfeh lend, wenn eins Straße fortwährend durch Unfälle, Reparaturen und Sperren hervorsticht. Alle diese Umstände berühren also empfindlich die Belange der Anlieger, aber nur selten hört man davon, daß diese sich zur Erzielung oder Abwehr von Neuerungen zusammenfinden. Der einzelne kann sich hier kein Gehör ver schaffen, den Vorschlägen und Einsprüchen der Gesamtheit aber wird sich keine amtliche Stelle ganz verschließen. Nun noch ein paar Fingerzeige: Ist eine Straße schwer auffindbar, muß man auf allen Druck sachen einen kleinen Lageplan in verständlicher Form anbringcn. Es genügt, wenn er durch einen größeren Stempel auf gestempelt ist. Benennt man die Buchhandlung nach einem öffentlichen Platz oder Gebäude, dann muß dieses auch wirklich in allernächster Nähe sein, sonst führt eine solche Bezeichnung doch nur irre. Manchmal prägt sich auch eine originelle Adresse besonders gut ein, etwa Glückstraße 13 oder Neunerstraße 10. Man muß sie also immer hervorheben. Steckt man in einer Seitengasse, muß man immer so deko rieren und beleuchten, daß der Laden von möglichst vielen Passan ten der Hauptstraße wahrgenommcn wird. Ein Schaukasten an der Ecke tut hier gute Dienste. Natürlich kann man sich durch einen gepflegten Schaukasten auch an der nächsten Straßenbahn- oder Autobushaltestelle -ver treten» lassen. 7S3
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