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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.05.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-05-19
- Erscheinungsdatum
- 19.05.1900
- Sprache
- Deutsch
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3894 Nichtamtlicher Teil. 115, 19. Mai 1900. Verbindung, dieser Zusammenhang ist noch historisch dadurch begründet, daß der Geburtstag unserer tllrus, Motor lüpsisnsis nur wenige Jahre entfernt liegt von dem Geburtstag des Er finders der Buchdruckerkunst. Wir haben gehört aus der Eingangs rede des Herrn Vorsitzenden, und die Umschau in diesem Raume zeigt es, daß nicht nur der Gegenwart Rechnung getragen wird m diesem Hause, sondern daß auch die Vergangenheit ihr Recht erhalten hat, und das giebt eine Gewähr dafür, daß auch die Zukunft eine gedeihliche sein wird. Möchte die Zukunft dieses Hauses und des Vereins, der dieses Haus hat erbauen lassen, eine gesegnete sein, möchte auch — diesen Wunsch darf ich als Vertreter einer ttvivsrsitos Inttsrarum wohl im besonderen aussprechen — der Buchgewcrbeverein mit der Wissenschaft Hand in Hand gehen, daß das Licht der Wahrheit der gesamten Menschheit zu teil werde, daß dieses Licht jedem einzelnen Menschen leuchte!- (Bravo!) Mit weiteren Begrüßungen folgten Herr Stadtrat Dodel im Namen der Handelskammer zu Leipzig, der Direktor der Reichsdruckerci in Berlin, Herr Geheimer Regierungsrat Wendt, und der Direktor der Bibliothek des königlichen Kunstgewerbemuseums in Berlin, Herr l)r. Peter Jessen. Letztere beide überreichten die Wünsche der von ihnen vertretenen Institute gleichzeitig in Form von kunst voll hergestellten Adressen. Eine ungemein wohlthuende Unterbrechung der etwas lang ausgedehnten Reihe der Ansprachen brachte in diesem Stadium der Feier der Gesang der Thomaner, die unter der meisterhaften Leitung des heutigen Thomaskantors, Professors Schreck, eines Amtsnachfolgers Johann Sebastian Bachs, die großartige Motette dieses Tongewaltigen: »Singet dem Herrn ein neues Lied« mit gewohnter unübertrefflicher Rein heit und Schönheit zum Vortrag brachten, ein Chorgesang wie von Engelszungen, der nüt wunderbar befreiender Wir kung das Gemüt erhob und manchen zu Thränen rührte. Unmittelbar anschließend fielen die Hüllen der Stand bilder. Die Versammlung hatte sich erhoben. Mit einer kurzen Ansprache, in der er die Entstehung des Denkmal- Gedankens, seine Weiterführung und schließlich« Vollendung darlegte, der Mitarbeiter und Beitragenden dankend gedachte und ein freudig aufgenommenes Hoch auf den Buchgewerbe verein ausbrachte, übergab der Vertreter des Gutenberg- Ausschusses, Herr Hans Oldenbourg-München, dieses drei fache Ehrendenkmal dem Deutschen Buchgewerbeverein. Wie schon eingangs dieses Berichtes erwähnt worden ist, erhebt sich in der mittleren Nische der Rückwand des Saales die marmorne Kolossalfigur Gutenbergs. 3^/z Meter hoch ragt sie auf; ihr Gewicht soll, wie uns versichert wurde, gegen 200 Centner betragen. Der Künstler ist Adolf Lehncrt. Seine Auffassung läßt die bahnbrechende Gewalt des ge druckten Wortes im energischen Ausdruck des Antlitzes und in den kraftvollen Formen des Körpers überzeugend hervor treten. Kleiner und auch in der Ausführung zarter durchge bildet sind Carl Seffners Hermenbüsten Aloys Senefelders zur Linken, und Friedrich Königs zur Rechten Gutenbergs. Der Gesamteindruck ist ein unvergleichlich großartiger, und es ist zu erwarten, daß das große Wandgemälde Sascha Schneiders, das über ihnen entstehen soll (Baldurs Sieg über die Mächte der Finsternis), die zwingende Gewalt dieser Wirkung noch steigern wird. Der Name des Künstlers dürfte Gewähr dafür leisten. Einstweilen ist die Halle mit zwei Gemälden Sascha Schneiders geschmückt, die trotz ihrer augen scheinlich noch unfertigen Montierung von starker malerischer Wirkung sind. Der Enthüllung folgten wiederum Ansprachen, Be grüßungen der Abgeordneten buchgewerblicher Vereine und von Stiftern. Ihnen voran trat Oberbürgermeister vr. Gaßner von Mainz zum Monumente Gutenbergs und legte zu seinen Füßen mit warm beredten Worten einen Kranz nieder, den die Stadt Mainz ihrem großen Sohne widmete. Gleichzeitig lud er ein, das Andenken Gutenbergs auch in dessen Vater stadt zu ehren und sich im kommenden Monat zu der groß artig geplanten Feier einzufinden, mit der das vollendete Halbjahrtausend seit der Geburt des großen Erfinders be gangen werden soll. Namens des Börsenvere.ins der Deutschen Buchhändler nahm dessen erster Vorsteher, Herr Carl Engelhorn-Stutt- gart, das Wort zu folgender Begrüßungsrede: -Hochgeehrte Versammlung! Im Namen des Börsenvereins der deutschen Buchhändler bringe ich dem Deutschen Buchgewerbeverein zu dem heutigen herzerhebenden Fest- und Ehrentage freund nachbarlich die herzlichsten Glück- und Segenswünsche dar. Mit diesen Wünschen verbinde ich den aufrichtigen Dank für die Ehrung, die dem Börsenverein durch die Ernennung seines ersten Vorstehers zum Ehrenmitglieds des Buchgewerbevereins zuteil geworden ist. -Das Heim, das sich der Buchgcwerbeverein in rastlosem Ringen und heißen Mühen geschaffen hat und das nun in seiner Voll endung so großartig und herrlich dasteht, legt rühmlichstes Zeugnis ab für den Gemeinsinn und die Thatkraft der Männer, denen cs sein Entstehen verdankt. -Wenn man die prächtigen Räume durchwandelt, empfindet man ein Gefühl hoher Befriedigung über das Geleistete, und un willkürlich ruft man mit dem Dichter aus: Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach. -Mit dem Buchhändlerhaus zu einem stattlichen Komplex ver einigt, bildet das Buchgewerbehaus mit diesem eine einheitliche Anlage, die schon durch die äußere Aneinandergliederung in glück licher Weise die Gemeinsamkeit der Ziele dieser beiden Vereine andeutet, die in gegenseitiger Ergänzung bestrebt sind, allem, was mit dem Buche zusammenhängt, eine gastliche Stätte, einen Sammelpunkt zu bieten. -Als äußeres Zeichen seiner Svmpathieen und seiner Anteil nahme an dem Gelingen dieses Kulturwerkes, dieses Denkmals deutschen Gewerbesleißes, hat der Börsenverein für die Gutenberg halle die wohlgetroffene Büste Seiner Majestät des Königs Albert von Sachsen gestiftet, damit zugleich ausdrückend, wie viel Dank die beiden Vereine diesem hohen Protektor schulden. -Mein Wunsch ist, daß Börsenverein und Buchgewerbeverein allezeit gute Nachbarschaft halten, und daß von diesem neuen Haus bis in die fernste Zukunft eine Fülle von segensreicher Anregung und Befruchtung ausströmen möge. (Lebhaftes Bravo!) Von weiteren buchhändlerischen Vereinigungen folgte zunächst die Korporation der Berliner Buchhändler, in deren Aufträge Herr Ernst Vollert sprach, und der niederländische Buchhändlerverein, der durch Herrn August Belinfante aus dem Haag seine Grüße sandte. Herr Heimann-Köln sprach im Namen der Deutschen Buchdrucker-Berufsgenossenschaft, Herr Johannes Baensch- Drugulin-Leipzig für den Deutschen Buchdruckerverein mit Ankündigung der Schenkung einer Rednerbühne in kunstvoller Schnitzarbeit, deren Ausführung noch aussteht. Herr Julius Mäser-Leipzig brachte die guten Wünsche des Vereins sächsischer Buchdruckereibesitzer und teilte mit, daß dieser Verein 4000 ^ für weitere Ausschmückung des kleineren Versammlungssaales neben der Gntenberghalle bestimmt habe. Herr vr. Gi es ecke-Leipzig gab Kunde von der Stiftung einer Orgel durch die Innung Leipziger Buchdruckerei besitzer. Die Typographische Gesellschaft in Leipzig vertrat Herr Schwarz, die Leipziger Buchbinder-Innung Herr Ober meister Göhre, die Berliner Typographische Gesellschaft Herr Koenitzer, die Gehilfenschaft der Buchgewerbe Herr Siegert. Mit seinem herzlichen Dank, den Herr vr. von Hase allen zum Schluß nochmals zum Ausdruck brachte, verband er die Mitteilung, daß auch der Buchgewerbeverein selber sich beschenkt habe, und zeigte unter dem Beifall der Festversammlung das mit vorzüglicher Ähnlichkeit von Ferdinand Haas gemalte Bildnis des verdienten früheren Vereins-Sekretärs, Herrn Generalkonsuls Lorck, der in der Gründung des Vereins das Ideal seines Lebens gesehen, von seinem Beginn im Jahre 1884 bis 1897 ihm mit Hin gebung gedient und durch seine bekannte Denkschrift über das damals erst geplante Buchgewerbehaus viel zum Gelingen des Werkes beigetragen hat. Erst im dreiundachtzigsten
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