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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.08.1935
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1935-08-24
- Erscheinungsdatum
- 24.08.1935
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- Deutsch
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X- 186, 24. August 1935. Redaktioneller Teil Börsenblatt s. d. Dtschn Buchhandel. dern auch die praktische Verwirklichung national sozialistischer Gedanken bezweckt. Die Steuerschraube wurde früher ohne Rücksicht auf das Wohl und Wehe der Wirt schaft lediglich aus fiskalischen Gründen so lange angezogen, bis das schon Politisch zerfleischte. Volk sich auch wirt schaftlich verblutete. Heute bieten dagegen die Besteuerungsmaß- nahmcn dem Staat ein wesentliches und wertvolles Mittel, poli tische Grundgedanken des Nationalsozialismus in das Leben des Volkes hineinzutragen und so mit Hilfe des Geldes auf indirek tem Wege das zu erreichen, was die Gesetze mit ihren Ge- und Verboten sonst nicht oder zum mindesten nicht so leicht zu er reichen im Stande sind. So verfolgt die Steuerpolitik des Dritten Reiches, abgesehen von den der Wirtschaftsbelebung dienenden AnkurbeluiMsmaßnahmen vorübergehender Natur lz. B. zur Be hebung der Arbeitslosigkeit) vor allem Wirtschafts- und bevölke rungspolitische Ziele, indem sie beispielsweise zur Betonung des Wertes der Persönlichkeit und der persönlichen Verantwortung in der Wirtschaft das Kapital — im Gegensatz zu den Personal gesellschaften bekämpft und kinderreiche Familien begünstigt. Der Gesetzgeber von gestern, dessen Aufgabe sich in der Erfassung und juristischen Formulierung bestimmter Lebenstatbkstände zur Er schließung staatlicher Steuerquellen erschöpfte, ist heute ein Ge staltformer des neuen Deutschlands geworden, dessen erfolgreiche Tätigkeit allerdings ihre Anerkennung und Achtung durch das Volk zwingend voraussetzt. Auf diese Weise wurde der Staat aus seiner Vereinsamung herausgerissen und wieder in enge lebendige Be ziehung zum Volk gebracht, dessen durch die Partei reprä sentierten Willen er als einziger Träger unmittelbaren Zwanges zu vollstrecken und zu verteidigen hat. In dem Gehalt und in der Gestalt dieses dem Staat von der Bewegung eingeräumten Machtbereiches und in dem Vertrauen des Volkes, daß der Staat bei Erfüllung der ihm obliegenden Pflicht zur Mitarbeit an der Verwirklichung der nationalsozialistischen Weltanschauung nur die Interessen der Allgemeinheit verfolgt, liegen die Wurzeln einer neuen Staatsautorität. Die Erkenntnis aber, daß seine Steuerpolitik vom Geiste des Nationalsozialismus be seelt, materiell und ideell dieser Geistesrichtung dient, wird in dem einzelnen Volksgenossen den Glauben an die Notwendigkeit staatlicher Abgaben zur Gewißheit ihrer Unentbehrlichkeit steigern und so gleichzeitig in ihm das Gefühl einer neuen Steucrmoral erwecken, die jede Steuerzuwiderhandlung nicht bloß als ein Ver brechen gegenüber dem Fiskus, sondern als schnöden Verrat am deutschen Volke selbst erscheinen läßt. Wer ist für Werbung? Ich kenne Leute, die zweimal in der Woche ins Kino gehen können, die ein Auto aus Liebhaberei halten, die vier und sechs Wochen verreisen können, — und diese Leute behaupten, sie hätten kein Geld, Bücher zu kaufen. Wir, die wir täglich mit Büchern umgehen, wir können uns das Leben ohne das Buch gar nicht vorstcllen. Aber den meisten Menschen scheint dieses Gefühl völlig abzugehen, jedenfalls soweit cs das eigene Buch betrifft, denn die Leihbüchereien klagen nicht über Lesemüdigkeit. Der einzelne Buchhändler steht diesem Zustand machtlos gegenüber; er kann von sich aus keine Bewegung in der Trägheit des menschlichen Seins Hervorrufen. Darauf nämlich kommt es an, die Menschen zum Buch als Erlebnis zu führen, sie erfahren zu lassen, was an innerem Wert im Buch stecken kann. Nicht das llnterhaltenwerden im üblichen Sinn sollte das Lesen sein, dazu sind Film, Radio usw. sicher ebensogut zu gebrauchen und »och besser, weil sie weniger Ansprüche stellen; das Kulturgut, das im Buch ruht, muß wieder lebendig werden. Dieses Bestreben, diese Aufgabe haben sicher alle, die in der Reichskulturkammer zusammcngeschlossen sind. Sollte der Buch handel nicht versuchen, in enger Zusammenarbeit mit den Grup pen auf dieses Ziel zuzustreben, die ihm am nächsten stehen, mit den Schriftstellern und der Presse? Die Presse hat wohl die größte Macht, auf das Publikum einzuwirken. Jeder Deutsche ist ver pflichtet, eine Zeitung zu lesen. Hier also erreicht man einen jeden. Aber was für einen Raum nimmt das Buch in der Zeitung heute in Anspruch? Mit Ausnahme einiger weniger Zeitungen findet man nur Blätter, deren Besprechungen ihre Zufälligkeit aus der Stirn geschrieben steht. Ob hier wirklich keine geeigneten Persön lichkeiten zu finden sind, die sich dem wichtigen Gebiet der Buch kritik mit Liebe widmen könnten? Es ist ja zu hoffen, daß das Be- sPrcchungSwcsen durch die neuen Grundsätze der Reichspresse- und Schrifttumskammcr in Zukunft besser gehandhabt wird. Vielleicht ließen sich da auch neue Leute finden, die sich für das gute Buch einsetztcn: Volksbibliothekare, Schulungslciter, Pressereferenten der N.S.D.A.P. oder Buchhändler. — Dann sollte man sich über legen, ob nicht von den einzelnen Buchhändler-Gruppen Gemein schaftsanzeigen aufgegeben werden könnten, wie sie von einigen Jnteressen-Gemeinschaften gepflegt werden; ich denke an die Schaumwein-Industrie, die Privat-Bersicherung, den Fachverband der Anzeigenwerbcr. Heute inserieren einige Buchhandlungen mal hier, mal da, ohne jedoch einen nennenswerten Erfolg zu spüren. Die kleinen Anzeigen kosten verhältnismäßig viel und sind besten falls als Firmenerinnerung brauchbar; neue Kunden werden aber kaum gewonnen. Gemeinschaftsanzeigen müßten allgemein für das Buch, insbesondere für das eigene Buch werben. Es gibt genug Gründe, die man auf diesem Weg in das Publikum tragen kann. Der Buchhandel sollte sich einmal in der Woche des Deutschen Buches zu einer großzügigen Aktion zusammentun, aber auch spä ter gerade diesen Zweig der Werbung nicht wieder einschlafen lassen. Es muß doch Sinn haben zu inserieren, denn die großen Firmen, die immer und immer wieder diese Art der Propaganda treiben, werfen sicher ihr Geld nicht zum Fenster hinaus. Aus Anlaß der Woche des Deutschen Buches sollten unsere Dichter und Schriftsteller angeregt werden, über Erlebnisse mit Büchern zu schreiben. Es gibt manche nette Gelegenheitsarbeit, die es verdiente, einem größeren Leserkreis bekannt zu werden. Ich denke an Plaudereien, wie sie Hayno Focken, Martin Beheim- Schwarzbach, Otto Brües und mancher andere geschrieben haben. Arbeiten dieser Art werden bestimmt gern von den Zeitungen ge nommen werden; sic unterhalten, werben in unaufdringlicher Weise und dienen so am besten unserer Sache. Auch diese Form der Werbung könnte das ganze Jahr hindurch fruchtbringend sein. Wenn uns unser Beruf lieb ist, müssen wir die Arbeit sofort in Angriff nehmen. Es gibt zu viel in unserer Umwelt, was den Bedürfnissen nach Unterhaltung entgegenkommt, daß wir den schmalen Streifen Boden, den wir jetzt noch verteidigen, pflegen und kultivieren müssen, soll er uns nicht entrissen werden. Mit Klagen über schlechtes Geschäft ist nichts getan. Wenn aber ein zielbewußter Wille den Buchhandel außen vertritt, wenn einvergnügterBuch Händler die Kunden nach ihren Wünschen fragt, dann wird bald der Kontakt gefunden sein. Wir müssen zeigen, daß wir nicht eingerostet und verstaubt sind. (Kürz lich wurde ich auf dem Sportplatz angeredet: »Sieh da, der Buch händler ist auch hier!« — Was mag man im allgemeinen für eine Vorstellung von uns haben!) Darum meine ich: neue Wege in der Werbung. Zusammenschluß in der Werbung! Einer für alle, alle für einen! Werner Hoffman n-Hamburg. uch Du öarfst nicht fehlen beim Kampfe fürüieGesunüungunferesVolkes.Melöe Dich noch heute in öie RÄ-Volkswohlfahrt! 687
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