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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.03.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-03-17
- Erscheinungsdatum
- 17.03.1936
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- Deutsch
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Börsenblatt sür den Deutschen Buchhandel wirkendes Schrifttum entsteht . . . Die Pfleg« des Blich e rei me se ns ist deshalb eine der vordringlichsten Aufgaben, die das Hauptrcferat Schrifttum zu lö-sen hat. Abgesehen von der Neichs- jugendführung sollen bei sämtlichen WS-Abtei langen und -Stellen der Gebiete und Banne vorbildliche Büchereien bestehen. Die Gliede rungen der HI, die in unmittelbarem Kontakt mit den einzelnen Jungen und Mädeln praktische Schulungsarbeit zu leisten haben, also die Gefolgschaften, Fähnlein und Mädelgruppen werden in den weitaus meisten Fällen auf die Benutzung der öffentlichen Büche reien angewiesen sein. Uber den Nahmen der eigenen Organisation hinausgreifend, liegt deshalb eine weitere Aufgabe der HI in der ständigen Beeinflussung dieser Büchereien. Eine solche Einflußnahme kann aber in den Grundzügen nicht vom Gefolgschaftsführer oder von der Mädelgruppenführerin vorgenommen werden, sie muß viel mehr zentral und nach einheitlichen Prinzipien von der Neichs- jugendführung aus erfolgen. Ähnlich liegen die Dinge auf dem Gebiet der Schrifttums- überwachung und - förderung. Es ist verschiedentlich vor gekommen, daß Nachgeordnete Dienststellen gegen einzelne Verlage bzw. Verlagserzeugnisse von sich aus vorgegangen sind. Ein der artiges Verfahren ist unmöglich. Brauchtum der Buchdrucker Ausdrücke, wie Schnellschuß, Leiche, Zwiebelfische oder Speck hat sicher schon mancher Buchhändler gehört, und er wird wissen, daß sie der Buchdruckersprache augehören. Auch was Gautschen be deutet, werden viele wissen, zumal von manchen Buchdruckereien der Versuch unternommen worden ist, diesen Buchdruckerbrauch wieder ausleben zu lassen, und in der Gutenbergstadt Mainz zum Johannistag alljährlich ein Gautschfest stattfmdet. Wer sich aber genauer über diese und die vielen anderen Gebräuche und Gewohnheiten der Vettern Buchdrucker unterrichten will, der greife zu dem von dem früheren Setzer und jetzt hauptsächlich als Kritiker bekannten Walther G. Oschilewski herausgegebenen und in der Reihe »Deutsche Volkheit« von Eugen Diederichs, Jena, verlegten Bändchen: »Der Buchdrucker. Brauchund Gewöhn heit in alter und neuer Zeit«. (64 S. mit 18 Abbildungen z. Tl. auf Tafeln. Pp. RM 1-6V.) Aus zahlreichen Quellen ist hier zum ersten Male zusammengetragen, was über die Gewohnheiten der Buchdrucker, die »als Berufsstand in der Geschichte des deutschen Handwerks einen eigenen Typus darstellen«, aus alter und neuer Zeit bekannt ist. Eingeleitet wird das Bändchen von einem geschichtlichen Überblick: »Die deutsche Buchdruckerkunst im Raume der Jahrhunderte«, der überwiegend die Zeit kurz nach Erfindung der Buchdruckerkunst berück sichtigt und die spätere Zeit vielleicht etwas zu kurz kommen läßt. (Dabei sei bemerkt, daß die Angabe Oschilewskis über die Zahl der erhalten gebliebenen Exemplare der 42zeiligen Gutenberg-Bibel von anderen Zählungen ziemlich stark nach oben abweicht.) Die folgenden Kapitel sind dem »Aufdingen« der Lehrlinge, dem »Gesellenmachen« der Buchdrucker, weiteren löblichen Kunstgebräuchen, den Zunftorgani sationen der Buchdrucker, der »Walz« und der deutschen Buchdrucker sprache gewidmet. In dem zuerst genannten Kapitel erfährt man z. B. von den strengen Bestimmungen, von denen die Aufnahme eines Buchdruckerlehrlings früher abhängig gewesen ist, was daran er innert, in wie naher Beziehung di« Buchdrucker der ersten Zeit zu den Gelehrten gestanden halum, ja daß sie selbst oft Gelehrte waren. Die Beschränkung in der Zahl der Lehrlinge ist bei den Buchdruckern von jeher üblich gewesen. Sie wurde den Gehilfen als Gegenleistung für den ihren Druckherren gegenüber bewiesenen Gemeinschaftssinn zugestanden. Die Gebräuche bei der Lossprechung der Lehrling« werden von Oschilewski eingehend beschrieben, wobei er nicht vergißt, auch auf die Mißstände hinzuweisen, die mit der Zeit bei diesem zu einem tiefen Trunk Anlaß gebenden Brauch eingerissen waren. Die nächsten Kapitel sind den Buchdruckergesellschaften — denen die rechtliche, gewerbliche und sittliche Betreuung aller Kunstgenossen oblag — und dem Gesellenwandern der Buchdrucker, das ja bis in die letzte Zeit reicht, gewidmet. Das letzte Kapitel handelt von der deutschen Buchdruckersprache, die sich trotz aller Verdeutschungs versuche, denen die sachtechnischen Bezeichnungen — davon unberührt ist die »Geselbschaftssprache« der Buchdrucker — ausgesetzt waren, fast unverändert erhalten hat; das Wörterbuch »Die deutsche Trucker sprache« von H. Klenz (Straßburg 1900) ist heute noch gültig. Die Literaturnachweise am Schluß des mit zum Teil seltenen Abbildungen geschmückten Bändchens werden besonders dem Buchhändler und Antiquar willkommen sein. Au den Lesern dieses neuen Bandes der »Deutschen Volkheit« werden- nicht nur die engeren Berufsangehörigen zählen, sondern all« am Buch Interessierten. Auch bei der Fachbuchschenkung sollte er nicht vergessen werden. Wa. Ausverkauf Die Firma Gustav Alb recht in Cuxhaven veranstaltet einen Ausverkauf ihres Lagers wegen Aufgabe des Geschäfts. Wir machen darauf aufmerksam, daß Nachbezüge gesetzlich unzulässig sind. Gau Groß-Berlin im Bund Reichsdeutscher Buchhändler Fachschaft der Angestellten. Der letzte Abend der Literarischen Arbeitsgemeinschaft brachte uns eine interessante Auseinandersetzung über das Buch von Erwin Wittstock: Bruder, nimm die Brüder mit. Das Buch wurde im Nahmen unserer Vortragsreihe »Auslanddeutsche Dichtung« von Kamerad Hapke besprochen. — Am vorangehenden Abend führte uns Kamerad Hengsbach in die Kala log technik des Antiquars ein. Wir gewannen einen Überblick über das dem Sortimenter häufig unbe kannte Arbeitsfeld eines Zweiges unseres Beruses. Besonders wies Kamerad Numöller in der Aussprache auf die Aufgabe eines idealen Antiquars hin: Wertvolles Kulturgut zu retten. Am- Mittwoch, dem 18. März werden wir uns die Bücher »Heinz Gerhard, Kameraden an der Memel« sowie »Werner Kortwich, Friesennot« vornehmen. Mitarbeiter willkommen! Ort: Ober- wasserstraße 11/12, Z. 501; Beginn 20.15 Uhr. vB. Iahrestagung 1936 des Deutschen Ausland-Institutes Die diesjährige Jahrestagung des Deutschen Ausland-Instituts wird am 23. August 1936 — nach der Beendigung der Olympischen Spiele und vor dem Neichsparteitag in Nürnberg — in Stutt gart stattsinden. Ter DAJ-Tagung dieses Jahres kommt aus zwei Gründen besondere Bedeutung zu. Einmal wird sie dem Gedanken der Familien- und Heimatbeziehungen zwischen dem Auslanddeutsch tum und dem Mutterland gewidmet sein; es sollen in allen Veran staltungen, Vorträgen und Besprechungen neue Wege gesucht und aufgezeigt werden, die zu einer Vertiefung des Sippen- und Stam mesbewußtseins und damit des Zugehörigkeitsgefühls zu Rasse und Gesamtvolkstum hinführen. Zum anderen erhält die Tagung dadurch einen weiteren Höhepunkt, daß mit ihr die Einweihung des »Ehrenmals der Deutschen Leistung im Ausland«, des neuen Auslanddeutschen Museums im Wilhelmspalast, verbunden ist. Der Vorsitzende des Deutschen Auslandinstituts, Oberbürger meister vr. Strölin, hat im Jahve 1934 diese Stistung errichtet, die die schöpferischen Leistungen der bodenständigen Volksgruppen in Europa sowie im Kolonial- und Ubersee-Deutschtum auf den Ge bieten der Kunst und Kultur, der Wissenschaft, Technik und Wirt schaft in einer umfassenden Schau zur Darstellung bringen soll. Zu diesem Zwecke stellt Stuttgart den Wohnsitz des letzten württem- bergischen Königs, den Wilhelmspalast, zur Verfügung. Im Mittel punkt des neuen Museums steht die Ehrenhalle, die dem Kampf des Auslanddeulschtums um seinen völkischen Bestand geweiht ist. Die Ausstellung selbst will den Binnendeutschen in überzeugender Ge staltung die Leistung des Grenz- und Auslanddeutschtums vor Augen führen und seine Teilnahme und Mitverantwortung für das Schicksal jenseits der deutschen Grenzen wecken. „Der deutsche Schriftsteller" Die Zeitschrift der Schriftsteller in der RSK. Nachdem nach der Auslösung des Neichsverbandes der deutschen Schriftsteller die Zeitschrift -»Der Schriftsteller« ihr Erscheinen ein gestellt hatte, gibt Kurt O. Fr. Metzner seit dem 1. Januar 1936 die Zeitschrift »Ter deutsche Schriftsteller« heraus, deren verant wortlicher Schriftleiter er gleichzeitig ist. Metzner verfügt über die Voraussetzungen für eine derartige Aufgabe: er kommt vom Verlag und kennt dessen Belange ebenso gut wie die der Schriftsteller, deren Fachschaft Erzähler er zur Zeit betreut (in Vertretung), daneben- ist er Sachbearbeiter für das Besprechungswesen. Daß er sich nicht auf enge schriftstellerische Fragen begrenzt, sondern auch die anderen Organisationen innerhalb der Reichsschrifttumskaminer in lebendigen Zusammenhang zu bringen weiß, zeigen die bis jetzt vorliegenden zwei Hefte Januar und Februar der neuen Zeitschrift. Der Präsident der Neichsschristtumskammer, Staatsrat Hanns Iohst, hat der Zeitschrift ein Geleitwort mitgegeben. Er sagt darin, daß diese Zeitschrift über ihre Bedeutung als Fachzeitschrift hinaus ein öffentliches Organ sein wolle, das die Ausgaben aller Beruss- gruppen der Schriftsteller erfaßt, rhre Interessen vertritt, »die Auf gaben ihres Bezirkes in die Ordnung des neuen Staates einfügt, 251
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