Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.05.1883
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1883-05-09
- Erscheinungsdatum
- 09.05.1883
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18830509
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-188305096
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18830509
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1883
- Monat1883-05
- Tag1883-05-09
- Monat1883-05
- Jahr1883
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
angegeben, wovon 187 französischen, 110 deutsch-oesterreichischen, 43 englischen, 32 italienischen, 21 amerikanischen, 26 sonstigen Ur sprungs waren. Die namhafte Verschiedenheit, welche sich trotz Berücksichtigung der Schriften kleineren Umfangs, welche dort zu gerechnet worden sind, hier abermangeln, zwischen beiderseitigen Zahlen ergibt, ist wohl im Wesentlichen auf Abweichung der — sozusagen — kritischen Standpunkte zurückzuführen, welche in die sem Falle maßgebend gewesen. Ueber die Qualifikation als „wissen schaftliche" Schrift dürften die Ansichten in manchen Fällen recht weit auseinandergehen; es braucht nur daran erinnert zu werden, wie sehr die Meinung von den wissenschaftlichen Befugnissen der Homöopathie hüben und drüben differirt, im Besonder« auch den Vereinigten Staaten zu gute kommt oder nicht. Die wichtigste Stellung in der medicinischen Wissenschaft und Literatur gehört den Journalen. Die Zahl ihrer Bände kommt annähernd der Hälfte aller sonstigen Literaturerscheinungen schwe ren Calibers gleich; sie machte z. B. 1879 die stattliche Ziffer 655. Hiervon waren die Ver. Staaten mit 156, Deutschland-Oesterreich mit 129, Frankreich mit 122, Großbritannien mit 54, Italien mit 65, Spanien mit 24 Bänden re. betheiligt. Nicht eingerechnet in obige Zahl sind die Zeitschriften für Pharmakognosie, Zahnheil kunde und andere Journale für medicinische „ssets nnä isius". Die „Berichte" gelehrter Gesellschaften hinzugenommen, erschienen 1879 nicht weniger als 850 und im folgenden Jahre 864 Bände von periodischen Schriften; die Zahl der darin veröffentlichten Originalartikel erreichte im erstgenannten Jahre jedenfalls 20,000 Stück, von welchen wiederum etwa je ein Fünftel auf die Ver. Staaten, Frankreich und Deutschland-Oesterreich, ein Sechstel auf England u. s. w. kamen. Der Zahl der Aufsätze nach ist Amerika im Vorsprunge, ihrer Länge (Ausdehnung) nach aber Deutschland. Die größte Zahl der erscheinenden Journale in den Haupt staaten wird monatlich und nur in Spanien halbmonatlich aus gegeben. Ueberall zeigen sich wesentliche Veränderungen des Besitz standes, meist immer zum Vortheile der Anzahl; den 1879 ein gegangenen 23 Zeitschriften steht z. B. ein Zuwachs von 60 neuen gegenüber. Den merkbarsten Wechsel in der Zahl seiner Journale hat Amerika aufzuweisen. In den verschiedenen Disciplinen sind die jeweiligen Lei stungen dem Quantitätsverhältnisse nach recht verschieden. So be hauptet Deutschland auf den Gebieten der Anatomie, Physiologie und Pathologie (mit 59 Abhandlungen und 500 kürzeren Artikeln) durchaus den ersten, Frankreich (mit 17 Abhandlungen und 225 Artikeln) den zweiten Platz rc.; die Literatur der Vereinigten Staaten hat in diesem Falle nur 2 Abhandlungen und 24 Artikel aufzuweisen. Au diesen Leistungen nahmen Theil: in Deutschland- Oesterreich 393, in Frankreich 119, in den Vereinigten Staaten 19 Autoren. 1880 stieg in Deutschland-Oesterreich die Zahl der Abhandlungen auf 62, sank dagegen diejenige der (kürzeren) Artikel auf 452 Stück; ein Gleiches war in Frankreich zu bemerken. Bei der Behandlung der „praktischen Medicin" ergibt sich eine andere Reihenfolge, und zwar der Art, daß Frankreich den ersten Rang behauptet; dann kommen die Vereinigten Staaten, Deutsch land, England u. s. w. In jedem Falle muß aber, was die Zahl und Art der wissen schaftlichen Leistungen betrifft, Deutschland die Führung zuerkannt werden, und zweifelsohne lernt z. Z. die jetzige ärztliche Generation „deutsche" Physiologie. Nur die Therapeutik findet vermöge der Rassevermischungen und mancher anderer (z. B. klimatischer) Ver hältnisse in Amerika ein günstigeres Arbeitsfeld. Was nun die medicinische Literatur der Vergangenheit be trifft, so ist dieselbe relativ reicher als diejenige anderer Disciplinen. Es hat den Anschein, als habe sie besser die mancherlei Unbilden der Zeit überdauert, als andere Literaturzweige. Der Grund dafür wird auch — wie Res. meint — nicht allzuweit zu suchen sein. Die ärztliche Kunst hat sich seit Menschengedenken überall besonderer Achtung erfreut; cs ist wohl anzunehmen, daß dieselbe auch den Quellen der Wissenschaft öfter als einmal zugute gekommen ist. Die Reichhaltigkeit der Literatur stellt darum den medicinischen Bibliotheken ganz besondere Aufgaben. Wenn behauptet worden ist, daß es schon schwer halte, besonders in Amerika, eine gemischte Bibliothek hervorragender Werke von ungefähr 20,000 Bänden zusammen zu bringen, so läßt sich diese Behauptung auf medici- nischem Gebiete mindestens entkräften. Allerdings gehören wissen schaftliche Körperschaften und einzelne Gelehrte in den Vereinigten Staaten zu den besten Bücherkäufern, welche es gibt. Billings be hauptet ein Dutzend Gelehrte namhaft machen zu können, welche zu den besten Kunden europäischer Antiquare gehören und ihre Agenten behufs Ankaufs von Werken ihrer Spezialität mit unlimitirten Preisen ausrüsten. Durch diese Splendidität sind die Bücherschätze in Amerika schon so reichhaltig geworden, daß, im Falle die sämmt- lichen außeramerikanischen Bücherschätze der völligen Vernichtung anheimfielen, dies der medicinischen Wissenschaft selbst keinen erheb lichen Verlust zufügen würde. Allerdings kann die Befürchtung aufkommen, daß das unge meine Anschwellen der Literaturbestände die Vervollständigung der Bibliotheken in 100 oder gar 1000 Jahren absolut unmöglich machen oder aber die jetzigen Bibliothekgebäude infolge solchen Bestrebens zu förmlichen Städten erweitern werde. Diese Befürchtung — meint vr. Billings — ist jedoch kaum begründet, denn es ist Wohl anzunehmen, daß eine progressive Steigerung der schriftstellerischen Kräfte nicht eintreten, daß sich also wohl eher die Leistungen con- densiren, als der Zahl nach vervielfachen werden. Unzweifelhaft werde auch, was die heutzutage noch minder betheiligten Länder angehe, die größeste Differenz zwischen den Leistungen derselben wohl zwischen heute und nach 100 Jahren zu constatiren sein. Immerhin ist die Zahl der Schriften von Belang für die medici nische Wissenschaft bereits unglaublich groß geworden. Bedenkt man, was von der Literatur aller Völker bis zum Beginne des laufenden Jahrhunderts für den praktischen Arzt unentbehrlich ist, so wird man kaum ein halb Dutzend Schriftsteller nennen können; und auch deren Werke wird er sich zum Theil wegen des Stils, minder ihrer sachlichen Wichtigkeit halber, welche bereits Gemein gut unzähliger Handbücher geworden, anschaffeu. Angesichts des rapiden Wachsthums der Zahl der Schriften, welche zur Zeit Jahr um Jahr die Repositorien der Bibliotheken zu füllen berufen sind, erscheint es als eine unabweisbare Forderung, über die sich stetig mehrenden Erzeugnisse eine klare Uebersicht zu gewinnen und zu er halten. Damit aber, d .h. mit der richtigen Anlage der Kataloge, der zu verlässigen Classificati on der Literatur, ist es allerwärts schlecht bestellt. Auf viele Arbeiten dieser Art kann man die bekannten Worte, welche Dante als Inschrift des Thors zur Hölle bezeichnet oder auch die Vorbemerkung setzen, welche auf dem Titel des Adreßbuches der Stadt Washington zu lesen ist: 1c> Luä unums z-on must ünov bow to spoll it — nebenbei eine Bemerkung, die für die Eigenart englischer Sprache, welche nach Gustav Freytag darin besteht, daß sie alle Worte so verlautbare, wie es sich mit der Gestalt und dem Charakter der Buchstaben absolut nicht vertrage, wohl berechnet ist. Einem Analphabeten gleich tappe der Mediciner — sagt Billings — in den meisten Fällen in den Katalogen herum, wenn er sich darüber, was bereits über den Gegenstand seiner gegenwärtigen Untersuchungen geschrieben ist, belehren möchte. Ist es ein „Outa- lo^us raisonn^", den er vor sich hat, so gibt ihm die Classification der Literatur seitens des Herausgebers unaufhörlich zu rathen und 2S1*
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder