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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.09.1933
- Strukturtyp
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- 1933-09-30
- Erscheinungsdatum
- 30.09.1933
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- Deutsch
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Nr. 228 (N. 111). Leipzig, Sonnabend den 30. September 1933. 100. Jahrgang. Redaktioneller TÄ Zehn Deutsche Buchmessen vom L<§. November bis 3. Dezember. Am Aufträge des Aktions-Ausschusses geben wir bekannt: 1. Läuft der große, vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda getragene Gedanke Gefahr, anderswo zu den sattsam bekannten gut bürgerlichen Bnchausstcllungen für Bü- cherliebhabcr zu führen, so bleibt cs besser bei der einen groß zügigen Veranstaltung in Berlin, die vr. Haupt im Börsenblatt vom 26. September 1933 schilderte. Gelingt cs dagegen, gleichzeitig mit Berlin auch in andern gro ßen Städten in derselben Richtung vorzustoßen und alle Schichten des Volkes in breit angelegte, reichhaltige, ganz ans den Zweck zugeschnittenc V e r k a u s s in e s s e n zu bringen, so liegt hierin die seit Jahren größte Kulturpropaganda durch das Buch. 2. Das Ziel muß sein, daß in der Eröffnungsstunde der Buchmesse im Berliner Europahaus noch an sechs, acht oder zehn andern Orten durch die Reichsstatthalter oder Kultusminister Buch messen gleicher Art eröffnet werden. Träger der Veranstaltung sind die Kultus- und Innenministerien, die Kampfbünde, die N.S.B.O., die Leitung von S.A. und S.S., die Frauen- und Jugendbünde. Ausführend ist der örtliche Buchhandel, der am besten die Gcsamtleitung einer entschlossenen Persönlichkeit über gibt, um zu verhindern, daß gute Absichten in Ausschüssen zer redet werden. Im Mittelpunkt steht jedesmal die große Verkaufsausstellung des örtlichen Sortimentcrvcreins oder der Sortimentcrgruppc, die sich beteiligen will. Um sie herum gruppieren sich die Stände volkstümlicher Berlage aller Wissensgebiete. Es ist weder eine Ausstellung für Prachtwerkc, noch für Bibliophilie, noch für Novitäten. Gezeigt wird vielmehr das beste deutsche Schrifttum, das dem Volke nach Inhalt und Kaufpreis zugänglich ist. 3. Die für Berlin ausgestellten Buchgruppen (s. Anzeigen teil S. 4245) können auch für Buchbcschafsung und Aufbau in der Provinz maßgebend sein. Andere Gruppen wie »Arbeitsdienst«, »Sport und neueJugend«, »Die Dichterakademie«, »Landschaft und Menschen in Deutsch land« können je nach örtlichem Anspruch zusammengestellt werden. Wichtig sind Räume im Zentrum der Stadt, dicht am Hauptvcr- kehr. Nicht schloßartige und feierliche, sondern großstädtische, Helle, die geeignet sind, einer wirklichen bunlausgcstattcten B o l k s m e s s e den Rahmen zu geben. Platz zu feierlicher Er öffnung und zu Konzerten, möglichst vor dem HauS, muß vor handen sein. 4. Zwischen den Verkaufsständen des Sortiments und den An sichtsständen des Verlags sind Schaustücke aufzubaucn wie Dokumente der Freiheitsbewegung, gute Bilder (neue Plakate des Börsenvereins, die schönen Wandbilder der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr), Teilvor- gängc aus der Herstellung des Buches, Modelle der Heimat n. a. Zu jedem Stand das Geeignete und der beratende Verkäufer. (Wie Or. Haupt treffend sagt, ist »jede Möglichkeit, die sich mit Geschmack und Würde verbindet, osscngelasscn.«) Auch die alten Maßnahmen: Dichterabende, Märchenvorlesun- gen, Musterbüchercien, Schulanssatz-Prämierungcn, Lotterie, Preisausschreiben können in neuer Fassung wicderkehren. Aber nur, wenn sic aus dem neuen Geist der Deutschen Buchmessen heraus gründlich umgestaltet sind. 3. Es kommt nicht darauf an, möglichst viele solcher Buchmessen lustlos und halb widerstrebend durchzusühren, sondern einige wenige, aber diese mit solchem klaren Programm und solchen: Schwung, daß sie für alle andern Städte ein Beispiel für kom mende Jahre werden. Nicht die Verkaufszisfer ist für den Erfolg maßgebend, sonder» der große Wcrbegcdanke, daß sich Regierung, Bünde und Orga nisationen zum Buche bekennen und mit dem Buchhandel Zu sammenwirken. Die Mitveranstaltcr haben selbstverständlich das Recht eines Vetos gegen Bücher, die nicht passen. Man scheidet sie gemeinsam aus. Es muß aber trotzdem eine breite freie Buch schau aus allen Wissensgebieten bleiben. 6. Grundlage des Geschäftlichen bildet eine gleiche Standmiete Pro Meter für die ausstellenden Verlage und für das am Verkauf beteiligte Sortiment. Herr Nitschinann ist bereit, Näheres über die Arbeitsweise in Berlin den Veranstaltern von Deutschen Buchmessen im Lande mitzuteilen. Auch er hat wegen der hohen Bedeutung dieser Kulturwerbung für das Buch die grundsätz lichen Bedenken gegen Verkauf zurückgestellt. Hinweise auf die reichen Sortimcntslager und Buchhandlungen sind natürlich nicht zu unterlassen. Das Propaganda-Ministerium hat Werbung durch Rundfunk, durch die Großpresse, durch Zeitungsaufsätze und Weisungen an die Ministerien, Bünde und Organisationen zugesagt. Sie auf zusuchen, zu gewinnen und einzusetzen, bleibt Sache des Orts buchhandels. Damit Hilssstellung von Berlin gegeben werden kan», muß die Werbestelle bis zum 9. Oktober wissen, welche Städte eine Deutsche Buchmesse durchjührcn wolle». Leipzig, den 29. September 1933. Die Geschäftsstelle: Or. Heß. Organisation: Protektorat: Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Berliner Leitung: vr. Hanpt, Fichte- gesellschaft E. V., Berlin W 35, Am Karlsbad 8, Leiter der Berliner Verkaufsausstellung: Paul Nitschmann. Zentrale für die Parallelmessen im Lande: Die Werbestelle des Börsenvereins in Leipzig. 743
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