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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.07.1928
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1928-07-21
- Erscheinungsdatum
- 21.07.1928
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- Deutsch
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168, 21. Juli 1828. Redaktioneller Teil Börsenblatt f.d.Dtschn.Buchhandel. hatte daher ihren Sitz in Bukarest; der heute noch in Skutari (Albanien) bestehende Verlag Kristo Luarasi war 1896 in Sofia gegründet worden. Die Dialektunterschiede zwischen Gegen und Tosken, Nord- und Südalbanien erschwerten ihrerseits wieder die Entwicklung einer nationalen Literatur. Für einige Laute, die man im lateinischen Alphabet nicht ausdrücken zu können glaubte, wurden eigene Zeichen gewählt, die dem Satzbild älterer albanischer Bücher einen eigenartig fremden Charakter verleihen. Heute sind die Dialektunterschiede in der Schriftsprache (meist zu gunsten des nordalbanischen Dialekts) beseitigt; die Schrift be dient sich keiner eigenen Lautzeichen mehr, sondern findet mit dem lateinischen Alphabet ihr Auslangen. V Der modernen albanischen Literatur fehlt es nicht an Be gabungen. Der erste neuzeitliche Epiker Albaniens war Raum Beg, der Leiter des erwähnten Verlags der »Literaturgesell- schast«. Der namhafteste Dichter des Landes ist Wohl Pater Fishta, der sich auch in der Leitung des Verlags »8b.t^psk- kroja s s« ?siperl;-mes- in Skutari betätigt. Ein Schriftsteller von Rang ist der aus Politischen Gründen emigrierte frühere Regierungschef Fan N o l i. Ein fruchtbarer wissenschaftlicher Autor ist Midhat Frasheri, mit dem Schriftstellernamen Lumo Skendo, der Inhaber der führenden albanischen Buch handlung. Die führenden Männer der Literatur sind hier, wie man sieht, meist zugleich auch Verleger und Buchhändler! Den Beruf des Schriftstellers gibt es aber heute in Albanien noch nicht. Es werden viel« Bücher geschrie ben, aber nur wenige werden veröffentlicht. Der größte Verleger ist das Unterrichtsministe rium, wie denn überhaupt, seitdem der jugendliche Staatspräsi dent A ch m e d Z o g u an der Spitze der Regierung steht, die staat liche Initiative in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht Außer ordentliches leistet. Der Verlag des Unterrichtsministeriums hat große Arbeit zu bewältigen, wenn er auch nur einen Teil der für die Schulen erforderlichen Bücher herausbringen will. Heute besitzt Albanien in jedem nennenswerten Orte, auch in kleinen Dörfern, Elementarschulen, darunter 4 Internate, in den Städten Bürgerschulen, ferner 3 Staatsgymnasien, 2 Mittel schulen, die von den Klöstern erhalten werden, eine achtklassige französische Lyzcalmittelschule, die das Baccalaureat erteilt, eine albanisch-amerikanische Technische Schule, eine Kadettenschuls und eins Lehrerbildungsanstalt. Im Unterricht herrscht nach der Landessprache das Italienische und Französische vor, wäh rend Deutsch hier nur wenig unterrichtet wird. Die meisten Veröffentlichungen, die ein einzelner Verlag bisher in albanischer Sprache herausgebracht hat, nämlich 811 Nummern, stammen von dem erwähnten Verlag der Druckerei der Jesuitenpatres fleckte Empfängnis) in Skutari, der seit 1871 besteht. Es handelt sich um nationale Dichtung, ferner um Werke religiösen und um Bücher pädagogischen Inhalts, wie Grammatiken, Wörterbücher usw. Die Tätigkeit der Jesuiten in Skutari ist ja seit langem für das kulturelle Leben Nordalbaniens bedeutungsvoll. Die Veröffentlichungen haben wie die meisten in Albanien hergestell ten Werke die Gestalt von Broschüren. Die Franziskaner patres in Skutari besitzen einen Verlag »8d-t-y psdilcr oj a kr LU ei sic «US« (--- Druckerei der Franziskaner), der natio nale und fremde Dichtungen, auch Übersetzungen aus demDeutschen, herausbringt. In Skutari befindet sich fer ner der erwähnte, in Sofia gegründete Verlag des albanischen Patrioten Kri st o Luarasi. In Korea ist der Sortimenter DHori Kotti zugleich Verleger. Die führende Sortimentsbuchhandlung des Landes ist die des erwähnten Midhat Frasheri in der Hauptstadt Tirana. Sein Schriftstellername Lumo Skendo ist inter essanterweise zugleich der Name seiner Buchhandelsfirma. Mid hat Frasheri ist übrigens auch Besitzer einer ungewöhnlich wert vollen Privatbibliothek. Seine Buchhandelsarbeit bedeutet in vieler Hinsicht Pionierarbeit für das deutsche Buch, die aber leider manchmal ohne Erfolg bleibt. Er ist nicht nur der ein zige Buchhändler im Lande, der deutsche Werks ständig auf Lager führt, er ist auch mit allen Mitteln bemüht, den Absatz deutscher Bücher zu steigern, seine Leser für das deutsche Buch und für das gute Buch im allgemeinen zu erziehen. Daß in den Schulen das Französische dem Deutschen so sehr vorgezogen wird, ist mit eine Ursache für das geringe Interesse der Kunden an deutschen Bü chern. Den besten Absatz hat das französische Buch, moderne Ro mane, Lehrbücher, wissenschaftliche Werke. Weit weniger Kunden findet das italienische Buch, aber da in Albanien viele Italiener beruflich anwesend sind, geht es immer noch besser als das deutsche. Doch finden deutsche Werke über Albanologie (und Balkanika im allgemeinen) hier immer Käufer. Wie eng das Sortimentsge schäft mit dem Schulunterricht verknüpft ist, geht daraus hervor, daß allein der Umstand, daß in der Technischen Schule englisch gelehrt wird, den Buchhändler zwingt, verschiedene Literatur in englischer Sprache aus Lager zu halten. Lumo Skendo muß dem Geschäftsgang zuliebe auch ein wenig Papier- und Schreibwaren führen. Eine ältere Buchhandlung in Tirana ist die von Has san Baki, die aber nur albanische und einige türkische Werke führt; der Inhaber selbst beherrscht keine andere Sprache. Auch dieses Sortiment findet mit dem Buchgeschäft begreiflicherweise nicht sein Auslangen. Man kann bei Hassan Bali nicht bloß Bücher kaufen, sondern wenn man abends lesen will, kann man bei ihm auch die dazu notwendige — Lampe erstehen. Eine nennenswerte Buchhandlung ist ferner die des oben als Verleger erwähnten Dhori Kotti in Korea, die aber als rein albanisch vom deutschen Standpunkt aus ebenso wenig Wichtigkeit hat wie die übrigen kleinen Buch- und Papierhandlungen, deren eine sich in Skutari und eine in Valona befindet. Außer den in Tirana, Skutari, Korea und Argyrokastro er scheinenden 6 politischen Zeitungen, die teilweise auch literarische Beiträge bringen, gibt es einige für das kulturelle Leben des Landes wichtige Zeitschriften. Der mehrfach erwähnte Midhat Frasheri gibt seit 1908 mit Unterbrechungen die Monatsschrift »Diturija« (Das Wissen) historischen und philosophischen Inhalts heraus. Ein neues Organ ist die in Tirana erscheinende illu strierte Monatsschrift »Jlustrata». Das albanische Rote Kreuz veröffentlicht eine inhaltsreiche Monatsschrift »Jeta« (Das Leben), welche sich mit Kranken- und Kinderpflege, aber auch mit Ange legenheiten des Haushaltes, des Gartenbaues usw. befaßt. In Korca erscheint die Zeitschrift »Perdyjoveshme« Zweimal mo natlich). Eine Fachzeitschrift, die das Unterrichtsministerium her ausgibt, ist das Monatsblatt »Mesnösi« (Der Lehrer), eine reli giös-muselmanische Monatsschrift die »Zani i Nalts« (Die höhere Stimme). Eine gewisse Intensität des geistigen Lebens ist wohl aus der Auszählung dieser Blätter zu erkennen. Daß eine sehr erhebliche Zahl albanischer Studenten öster reichische und deutsche Hochschulen besucht, ist von unserem Stand punkt aus nicht zu unterschätzen. Regierung und Volk stehen dem Deutschtum mit ungemein großer Sympathie gegenüber. Wenn die Anzeichen nicht trügen, -wird Deutschland inraschzuneh mendem Maße am kulturellen und wirtschaftlichen Ausbau der jungen albanischen Republik Mitarbeiten. Es steht zu hoffen, daß das deutsche Buch seinen Anteil an diesem Werke haben wird. Die Zobeltltz.S-eftschrlft der Gesellschaft der Bibliophilen. Von M. Niberlechner. Die Gesellschaft der Bibliophilen feierte den 78. Geburtstag ihres Gründers und Vorsitzenden Febor von Zobeltitz durch Heraus gabe einer von dem Sekretär der Gesellschaft Di. Conrad Hoefcr in Eisenach besorgten Festschrift: --Von Büchern und Menschen«. Es ist ein prächtig gedruckter Ouartband von fast 488 Seiten mit einem radierten, sehr lebenswahren Porträt des Gefeierten und einigen Illustrationen, im Verlag der Gesellschaft erschienen. Der erstaun lich preiswerte Band, der sich als Luxusdruck edelster Art präsen tiert, enthält eine Sammlung von 23 meist sehr interessanten Arbei ten, mehr wissenschaftlich-gelehrter als feuilletonistlscher Prägung zu Fragen und Themen der Bibliophilie und der sie berührenden oder von ihr berührten Wissenschaften --in Gefühlen des Dankes und der Verehrung« als »Markstein wissenschastllcher und buchtcchnischer Art« dargcbracht von Freunden und Verehrern aus der wissenschaft lichen Welt und dem Buchhandel.
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